Alkohol und Familienbett

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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EmiliasGini
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Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von EmiliasGini »

Das ist doch Quatsch. Ich habe mich jahrelang jeden Samstag mit meinem Freundeskreis getroffen und gefeiert und getrunken. Wir waren eine Clique mit gut 20 Leuten. Alle mit sehr gutem Uniabschluss und auch sonst sicher im Leben stehend.

Wikipedia definiert Alkoholsucht, wenn:
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    Starkes oder zwanghaftes Verlangen Alkohol zu konsumieren (Fachterminus: Craving).
    Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich der Menge, des Beginn oder Ende des Konsums (d. h. es wird regelmäßig mehr Alkohol oder über einen längeren Zeitraum konsumiert als geplant oder es bestehen der anhaltende Wunsch und Versuche, den Alkoholkonsum zu verringern oder zu kontrollieren, ohne dass dies nachhaltig gelingt)
    Körperliche Entzugserscheinungen bei Konsumstopp oder Konsumreduktion.
    Nachweis einer Toleranz (um die gewünschte Wirkung hervorzurufen, sind zunehmend größere Mengen an Alkohol erforderlich)
    Einengung des Denkens auf Alkohol (d. h. Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Alkoholkonsums)
    Anhaltender Substanzkonsum trotz gesundheitlicher und sozialer Folgeschäden für den Konsumenten obwohl der Betroffene sich über die Art und das Ausmaß des Schadens bewusst ist oder bewusst sein könnte(z. B. Leberkrankheiten wie Leberzirrhose, eine Verschlechterung der kognitiven Funktionen, Verlust des Führerscheins oder Arbeitsplatzes, Trennung des Lebenspartner, Rückzug des Bekannten- und Freundeskreises etc.)
Das hat wohl keiner der nur 2-4x im Monat auf Feiern trinkt. :mrgreen:

In der Bundesliegaspielpause trinkt er natürlich seltener. Eine Abhängigkeit ist da definitiv nicht. So ein Quatsch. Laut Statistik trinken übrigens 88% der Deutschen öfter als 1x im Monat Alkohol.
dem kann ich nichts positives abgewinnen und erhaltung des freundeskreises müsste doch auch ohne wöchentliche volltrunkenheit möglich sein..
Ich kann dem nichts negatives abgewinnen? Freundeskreise sind es mehrere. Sicherlich kann man sich da auch zu einer Bionade treffen. Aber warum sollte man? Ich habe es natürlich während Schwangerschaft und Stillzeit gemacht aber mein Mann hat doch keinen Grund zu verzichten.

Mir erschließt sich einfach das Problem überhaupt nicht? Wenn man anfängt zu trinken, weil man Probleme hat, ist das sicher kritisch. Aber Samstag Abend in einem HardRock Schuppen durch den Saal springen und dabei Bier trinken oder in der Lieblingskneipe sitzen und über die Welt philosophieren? Wo ist das Problem.
Möglicher Weise ist es nicht so gut für die Gesundheit. Ich trinke ständig Cola und Kaffee, das ist auch nicht gut.
Ach ja und manchmal schnarcht er nachts etwas. Das ist dann auch das schlimmste, was ich daran feststellen kann?
G. mit Sohnemann P. (03/2006), Töchterchen E. (07/2007) und Minimaus L. (05/2009)
Lösche Benutzer 1828

Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

pallina hat geschrieben:wenn jemand, ganz gleich mann oder frau, feiernd oder nicht, "einmal die woche völlig betrunken nach hause kommt", dann hat dieser mensch ganz klar ein alkoholproblem, da spricht man dann von alkoholabusus.
dem kann ich nichts positives abgewinnen und erhaltung des freundeskreises müsste doch auch ohne wöchentliche volltrunkenheit möglich sein..
Sehe ich genauso.
Mir kann das auch keiner schönreden. Und das ist es meiner Meinung nach - schönreden.
EmiliasGini
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Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von EmiliasGini »

Ich hab ja schon was dazu gesagt. Mit Abhängigkeit hat das sicher nichts zu tun. Dann wären 88% der Bevölkerung abhängig.

Schönreden muss man ja nur etwas, was negative Auswirkungen hat. Hat aber gelegentliches Trinken nicht. Man müsste schon extrem konstruieren um da etwas negatives dran zu finden. Und gesundheitlich ist es nicht schädlicher als der Rest des Lebens (Zucker, Kaffee, Fett).
G. mit Sohnemann P. (03/2006), Töchterchen E. (07/2007) und Minimaus L. (05/2009)
Lösche Benutzer 14500

Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Nur kurz:
Es gibt einen Unterschied zwischen AlkoholABHÄNGIGKEIT und AlkoholMISSBRAUCH. Und auch Missbrauch ist ein Problem, er wird auch im DSM-IV (dem Klassifikationsschema zur Diagnose von psych. Krankheiten) gelistet und zwar wie folgt:
F10.1 (305.00) : Alkoholmissbrauch:
A. Ein unangepasstes Muster von Alkoholkonsum führt in klinisch bedeutsamer Weise zu Beeinträchtigungen oder Leiden, wobei sich mindestens eines der folgenden Kriterien innerhalb desselben 12-Monats-Zeitraums manifestiert:
- Wiederholter Alkoholkonsum, der zu einem Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen bei der Arbeit, in der Schule oder zu Hause führt.
- Wiederholter Alkoholkonsum in Situationen, in denen es aufgrund des Konsums zu einer körperlichen Gefährdung kommen kann.
- Wiederholte Probleme mit dem Gesetz in Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum.
- Fortgesetzter Alkoholkonsum trotz ständiger oder wiederholter sozialer oder zwischenmenschlicher Probleme.
B. Die Symptome haben niemals die Kriterien für Alkoholabhängigkeit erfüllt.

Sprich: Man muss nicht abhängig sein, um ein Problem mit Alkohol zu haben. Wer regelmäßig trinkt und das "braucht", um zu entspannen oder locker zu werden oder sonstwas und wer deshalb schon wiederholt aus dem Verkehr gezogen wurde oder vom Chef angesprochen wurde, weil er verkatert zur Arbeit kam, der befindet sich u.U. schon auf dem besten Weg in einen mißbräuchlichen Umgang mit Alkohol bzw. missbraucht ihn schon.

Natürlich hat nicht jede/r, der am Wochenende feiern geht und dabei etwas trinkt, ein Problem mit Alkohol. Aber auch, wenn keine Abhängigkeit vorliegt, ist regelmäßiger Alkoholkonsum eben nicht immer unproblematisch. Das ist ja gerade das heimtückische am Alkohol: Es ist schwierig zu sagen, ab wann aus gelegentlichem Trinken ein handfester Missbrauch wird.

Im Umgang mit Kindern kommt dann noch einmal eine andere Komponente dazu: Ich zitiere der Bequemlichkeit halber mal die Aufkärungsseite der BZgA, dem ist eigentlich kaum mehr was hinzuzufügen: http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/k ... er-eltern/
Lösche Benutzer 1828

Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

EmiliasGini hat geschrieben:Ich hab ja schon was dazu gesagt. Mit Abhängigkeit hat das sicher nichts zu tun. Dann wären 88% der Bevölkerung abhängig.

Schönreden muss man ja nur etwas, was negative Auswirkungen hat. Hat aber gelegentliches Trinken nicht. Man müsste schon extrem konstruieren um da etwas negatives dran zu finden. Und gesundheitlich ist es nicht schädlicher als der Rest des Lebens (Zucker, Kaffee, Fett).
Tja, Alkohol ist eine Droge, ein Nervengift. Dass man sich danach eben nicht mehr normal verhält, ist für mich negative Auswirkung genug. Man kann sich dann eben nicht mehr normal benehmen.
Und was heißt "versagen" - wieso versagt man sich ohne Alkohol etwas? Dann ist das doch schon so, dass man es braucht, dass man es vermisst. Finde ich bedenklich.
Niemand, der betrunken ist, kommt in die Nähe meiner Kinder. Mein Mann dürfte dann im Wohnzimmer schlafen bzw. seinen Rausch jede Woche beim Kumpel ausschlafen.
EmiliasGini
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Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von EmiliasGini »

Miffi, ich finde es toll, dass ihr auf das Thema so sensibilisiert seit. Vielleicht verzerren eigene Erfahrungen auch einfach das Bild.

Mein Mann geht zum Beispiel ins Stadion und trinkt dort mit Freunden Bier. Das ist oft Samstags. Trotzdem steht er Sonntags früh auf und macht Frühstück für alle, während ich schlafe. Gelegentlich ist es auch Montags und trotzdem steht er Dienstags um 6.30 im Büro.

Mein Mann wäre der letzte der jemals seine Pflichten nicht erfüllen würde. Er ist in 17 Jahren Beziehung noch nie zu spät gekommen oder hätte irgendwas nicht gemacht, was er zugesagt hat.
Auch eine körperliche Gefährdung sehe ich nicht. Vielleicht erhöht es die Gefahr zu stolpern. :mrgreen:
Mit dem Gesetzt hat er natürlich auch keine Probleme.
Zwischenmenschliche Probleme - ähm sicher nicht. Ich kenne kaum jemand der so beliebt ist.

Nene, da ist alles gut. Der Link rät auch nicht vom gelegentlichen Alkoholkonsum ab. Im Beisein der Kinder trinken wir natürlich keinen Alkohol. Das stünde gar nicht zur Debatte. Es wird auch nicht in Gegenwart der Kinder geraucht oder ähnliches.
Aber wenn man mal kinderfrei hat darf man auch einfach nur mal ein aufgedrehter Mensch sein, der gerne feiert und so.
G. mit Sohnemann P. (03/2006), Töchterchen E. (07/2007) und Minimaus L. (05/2009)
Lösche Benutzer 1828

Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Tja, wenn das bei Deinem Supermann alles so gut läuft, dann ist ja gut...... :roll:
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Starla
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Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Starla »

Mhm... das ist mittlerweile ja schon fast OT. Aber vielleicht liegt es bei eurer Diskussion an der Begriffsdefinition von "volltrunken"? Mein Mann ist auch ab und an mal so alkohilisiert, dass er vielleicht so maximal 1 Promille hat. Das passiert so ca. 1 Mal im Monat - eher weniger - , Familienfeiern oder Treffen mit Studienkollegen - jedenfalls steht das Alkoholtrinken dabei nicht im Vordergrund (anders beim "Feiern" meiner Meinung nach). Er ist dann ein bisschen ungeschickter und unkoordinierter, aber das war es auch schon. (Zu unserer Schlafsitution: Entweder er schläft dann sowieso außerhalb oder ich bin die Barriere) Wenn er das jede Woche bräuchte, fände ich das schon komisch. Aber ich bin nicht familiär vorbelastet. Allerdings kenne ich Leute, die jeden Abend 1-2 Gläser Wein oder 1-2 Flaschen Bier brauchen um Abschalten zu können. Das wiederum finde ich bedenklich. Ich finde nicht die Menge, sondern die Anlässe bedenklich.

Oh, ich sehe gerade Miffi in der Vorschau. Sehr guter Beitrag. Ich habe eine Zeit in den USA gelebt und da wird Alkohol verteufelt. Es gibt im gesellschaftlichen, öffentlichen Leben nur das Bild von völliger Abstinenz oder Volltrunkenheit. Ich bin regelmäßig über auf der Straße/Bürgersteig sitzende/liegende junge Menschen gestolpert, wenn ich bis nachts in der Uni gelernt habe und nach Hause gegangen bin (und nein, ich habe mich nicht um sie gekümmert, weil sie dann ins Gefängnis gekommen wären und von der Uni geflogen wären - die Cops sind sowieso schon regelmäßig rumgefahren). Die haben regelmäßig, teilweise jeden Abend, Alkohohlmissbrauch betrieben und sind auch nicht alle Alkoholiker geworden - trotzdem möchte ja wohl niemand die Zustände hier haben. Es ist also wichtig ein Maß zu finden und das wird wohl sehr individuell sein und dann den Kindern dieses Maß an die Hand zu geben. Es gibt viele Leute, die haben kein Maß und keine Selbsteinschätzung, was Alkohol anbelangt und da muss jedes Elternpaar für sich überlegen, was es ok findet. Ich fände es jedenfalls mehr als bedenklich, wenn Beanie als Jugendliche/junge Erwachsene jedes Wochenende "blau" wäre.

EmiliasGini: Gar nichts zu trinken, finde ich auch komisch. Beanie ist noch klein, aber mein Mann trinkt am Wochenende auch mal ein Bier oder Wein zum Essen oder auf Familienfeiern trinken andere Alkohol. Das war in meiner Kindheit/Jugend auch so. Es geht ja auch darum, dass die Kinder lernen, dass Erwachsene sagen, "Nein, jetzt ist Schluss, 2 Gläser Wein sind ausreichend." "Oder ich trinke keine Schnäpse, die machen mich betrunken. Ich bin nicht gerne betrunken, da benehme ich mich nicht so, wie ich möchte."
Liebe Grüße von Starla mit dem Beanie-Mädchen (08/12) und dem Button-Mädchen (08/18)
Lösche Benutzer 1828

Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Völlig betrunken - jemand, der nicht mehr richtig sprechen kann, sich evtl. noch übergibt, nicht richtig laufen kann, kein Entscheidung mehr fällen kann.
Was soll völlig betrunken sonst sein?
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Starla
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Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Starla »

Ich hatte den Eindruck, EmiliasGini, hätte den Begriff eher als sehr alkoholisiert gemeint. Also mit nur sehr leichten Ausfallerscheinungen.
Liebe Grüße von Starla mit dem Beanie-Mädchen (08/12) und dem Button-Mädchen (08/18)
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