Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Mondenkind
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Mondenkind »

Ja, diese Abende gibt es, wo nichts hilft. Sehr anstrengend, wer sieht schon gern sein Kind weinen, und wenn dann nicht mal die Brust hilft ist das doppelt frustrierend. Da hast Du mein vollstes Mitgefühl! Aber dass es mit dem scharfen Essen zusammenhing, ist sehr unwahrscheinlich. Es gehen zwar Aromen Deines Essens in die Muttermilch über, aber das sind Spuren, die mit Sicherheit kein stundenlanges Weinen verursachen. Bekommt sie Zähne? Oder ist erkältet? Manchmal weiß man es auch einfach nicht, leider können es uns die kleinen Mäuse ja noch nicht sagen, was los ist. Da hilft nur da sein. Meine Kinder lassen sich heute noch manchmal erzählen, wie wir sie getröstet und getragen haben, als sie klein waren und finden das total toll :lol: . Und, so schwer es auch für uns als Eltern ist in dem Moment: auch wenn Du Dein Kind mal nicht beruhigen kannst, solange Du da bist, reagierst, tröstest, stillst, singst,.... was auch immer, solange Dein Kind als Rückmeldung bekommt, dass jemand da ist, reagiert, mit ihm durch die doofe Situation geht, solange nimmt es keinen Schaden! Alleine weinen ist schlimm und stressig. Weinen in den Armen der Eltern ist anstrengend, aber geborgen und vermittelt: da ist jemand für mich da, egal was kommt.

Wie geht es heute?
jaloca hat geschrieben:Soll ich übrigens ab jetzt die Breie, alsod ei Beikost, irgendwie nun auch notieren?
Nein, biete einfach regelmäßig an, genaue Mengen sind nicht wichtig. Wir könnten dann auch weniger wiegen. Also 1x die Woche würde reichen, irgendwann demnächst möchte ich damit ganz aufhören.

Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
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Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
jaloca78

Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von jaloca78 »

Liebe MK,
sorry, dass ich mich so lange nicht melde, aber mein aeltester Sohn ist seit ca 10 Tagen krank und alles drunter und drueber. Ich schreibe im Moment von einem anderen PC und deswegen als Gast, habe meine Logindaten nicht dabei. Die Kleine ist fit, alles gut, aber um ehrlich zu sein gaebe es viiel Verbesserungspotenzial :-). Brei-Essen geht solala: nicht dass sie es ablehnen wuerde, sie schluckt schon, aber es sind nie mehr als 5-6 Loeffel. Ich habe schon mit verschiedensten Gemuesesorten versucht und immer das Gleiche. Menegenmaessig sind es vielleicht 30-40 Gramm, die sie isst. Fruehtebrei am Nachmittag dasselbe. Hingegen schaut sie uns immer extrem nezgierig zu beim Essen, zeigt also grosses Interesse an unserem Essen. Ich weiss nicht, was ich damit anfangen soll, weil ich vorsichtig damit waere, ihr unser Essen zu geben: gewuerzt, manchmal gebraten, glutenhaltig... Vielleicht sollte ich es einfach mal versuchen mit Fingerfood oder so: Gurken, glutenfreies Brot, halt Sachen zum halten...

Und das andere Problem sind meine Abwesenheiten: das ist der wahre Horror. Ich bin jetzt immer oefters laenger weg, da ich mich langsam mit dem Arbeits-Beginn beschaeftige. Nichts konkretes, aber ich treffe mich mit Leuten etc, bin einfach weg. Manchmal 3-4-5 Stunden. Obwohl ich vorher stille und auch Brei da lasse, 2 Mal habe ich gar gefrorene Milch gelassen und meinen Mann instruiert, es ihr mit dem Loeffel zu geben: es geht einfach absolut nichts. Sie schreit nonstop, bis ich heimkomme und dann ist sie nach 2 min Stillen wieder total zufrieden. Das belastet mich und mein Umfeld enorm, gar nicht zu reden davon, wie es sie selber moeglicherweise belastet... Ich weiss nur, dass es so nicht weitergehen kann. Ich muss vermehrt nun weg sein und ich kann sie nicht mitnehmen. Ich bin ziemlich hilflos, da ich nicht weiss, was ich tun soll: wenn wir keine Flaschen versuchen und sie die Milch mit einem Loeffel nicht moechte, dann habe ich einfach keine Moeglichkeiten mehr. Softcup etc. wider anfangen moechte ich nicht. Es kann aber natuerlich auch sein, dass ihr sie gefrorene Milch nicht schmeckt... Und frisch abpumpen tue ich ja schon lange nicht mehr. So oder so ist die Situation sehr unbefriedigend, auch wenn ich mich natuerlich schon freue, dass sie mich so braucht und wir so eine gute Binung haben. Ich geniesse es ja auch, aber habe schon riesen Bedenken, wie das gehen soll, wenn sie mal mit meiner Mutter oder meinen Mann ist: ich kann einfach nicht mehr, 24 h da sein. Alle sind total ueberfordert mit ihr und meine Mutter moechte sie langsam schon gar nicht mehr hueten, da sie weiss, dass dies stundenlanges Schreien bedeutet. Das ist schon eine grosse Nebenwirkung des Stillens :-), das war mir am Anfang nie bewusst. Diese extreme Abhaengigkeit. Ich sehe es ja, wie sehnsuechtig sie an der Brust trinkt, wenn ich weg war und wieder komme: sie geniesst es total und entspannt sich dabei richtig. Alles schoen und gut,das war ja immer mein groesster Traum, aber eben: was nun???? Any ideas, Mondenkind?
Mondenkind
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Mondenkind »

Hallo jaloca, schön von Dir zu lesen. Ich hoffe Deinem Großen gehts besser?

Es ist sehr sehr anstrengend mitunter mit so einem anspruchsvollen Baby, keine Frage. Aber das ist ganz sicher keine Nebenwirkung des Stillens. Das kann und will ich hier so nicht stehen lassen. Es ist schlichtweg falsch zu behaupten oder anzunehmen, dass alle Stillkinder bei Abwesenheit der Mutter stundenlang schreien und alle nicht gestillten Kinder das fröhlich und entspannt hinnehmen. Sorry, aber das ist einfach nicht richtig. Ich kann Dir da reihenweise Gegenbeispiele liefern. Kinder sind unterschiedlich und von Anfang an charakterlich genauso individuell wie es bei Erwachsenen auch noch vorzufinden ist.

Der Wunsch nach Nähe zu den oder der engsten Bezugsperson/en ist dem Menschen in den Genen verankert, seit Menschengedenken ist dies überlebenswichtig (schöne Aufarbeitung des Themas hier: Wie Kinder selbstständig werden). Sich auf andere Bezugspersonen einzustellen, das können die einen Kinder früher oder besser, die anderen später. Dein Kind ist 6 Monate alt, dass es Wert auf die Betreuung durch die Hauptbezugsperson legt, ist schlichtweg VÖLLIG normal, also einfach vollkommen einleuchtend. Das fordert es ein - das würde es sicher auch ohne Stillen. Denn ein Kind ist der Mensch, der es ist, Stillen ist ein (wahrlich nicht unwichtiger) Faktor in seinem jungen Leben, aber kein Kind ist einfach nur das Ergebnis der Erwartungen und Handlungen der Eltern, welche es mit einem bestimmten erwünschten Verhalten quittiert.

Und nein, ich habe kein Patentrezept dafür, denn es gibt zum Glück kein Patentrezept für das Abstellen normaler Verhaltensmuster eines Säuglings. Man kann in verschiedene Richtungen denken, wie
- kann Deine Abwesenheit irgendwie abgekürzt werden?
- kann Dir das Kind gebracht werden in Pausen?
- kannst Du Dein Kind gelegentlich mitnehmen? (Ich kenne Mütter, die haben mit wenige Wochen altem Baby im Tragetuch wieder gearbeitet, es gibt Arbeitsplätze, da geht das).
- bieten die Betreuer genug an? Wird das Kind von ihnen getragen? Es gibt einfache Tragehilfen, mit denen kommen auch Großeltern zurecht und viele Kinder lassen sich durch diese simple Methode bestens stundenlang (oft ohne zusätzliches Füttern!) "fremdbetreuen". Sie verpennen es einfach und dann ist Mama schon wieder da.
- wie ist die Einstellung der Betreuenden (Stichwort self-fulfilling prophecy). WOLLEN sie das es klappt? Wie offen sind sie, verschiedenes auszuprobieren? Oder sind sie beleidigt, dass das Kind sich nicht klaglos im Stubenwagen ablegen lässt? Oder gehen davon aus, dass es eh nicht klappt?
- nimmt das Kind während Deiner Abwesenheit Saugalternativen an? Flasche, Schnuller, Stofftierohr... ? Immerhin ist Dein Kind noch in einem Alter, in dem es saugen muss, fehlt ihm da nach ein paar Stunden evtl. was?
- bzgl. der Beikost und dem Fingerfood: traut Euch! Vielleicht können das die anderen Betreuungspersonen ja übernehmen? Es gibt _keinen_ Grund auf glutenhaltiges Brot zu verzichten, auch Gewürze sind völlig in Ordnung, solange sparsam gesalzen wird. Selbstverständlich ist gebratenes Essen auch total ok! Warum sollte es nicht? Vielleicht können die Großeltern ja so entspannter Zeit verbringen?

Ein paar Denkanstöße... Ist vielleicht für Euch was dabei? Weiteres Brainstorming unbedingt gewünscht!

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Krixi

Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Krixi »

Nur kurz ganz kurz: für mich liest es sich, als ob deine mutter und dein mann versuchen "ersatzmutter" zu spielen, wenn du weg bist. Die beiden sind aber nicht die mama. Vielleicht müssen die beiden mit der kleinen ihren eigenen weg finden.
Meine eltern haben damals zum beispiel mit meinen sohen gesungen, als ich weg war. Etwas, das bei mir nie funktioniert hat, um ihnzu beruhigen. 8)
Muttermilch hat er auch nur direkt "von der quelle " genommen....
jaloca
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von jaloca »

MK, ja, Du hast natürlich grosse Erfahrung und deswegen muss ich Dir glauben wegen der "Nebenwirkung des Stillens" :-). Schön hast Du das klar gestellt, das musst Du ja. Für mich fühlt es sich einfach so an, da es ja mein erstes Stillkind ist und ich nur Erfahrung haben mit einem Pump-Kind :-). Er war schon mit 3 Monaten problemlos bei meinen Schwiegereltern (als ich den Doktorat-Abschluss hatte), welche ihm die Milch mit der Flasche gaben, er hat dort auch mal geschlafen und es war alles OK. Jetzt habe ich den Vergleich mit ihr und finde, dass das Stillen ein enormes Bonding "produziert". Ohne behaupten zu wollen, dass Flaschen-Kinder eine geringere oder distanziertere Bindung haben (mein Gott, bitte, es soll mich niemand falsch verstehen), für mich ist es einfach nun mal so, dass ich das so empfinde. Das Stillen gibt Wärme, Geborgenheit, alles Mögliche und ich kann es nur zu gut verstehen, dass sie so Mühe hat, wenn ich nicht "around" bin. Deswegen bin ich ja auch so hilflos, da ich auch als Psychotherapeutin das absolut verstehe, dass es ein reiner Konditionierungsprozess ist: weinen -> Brust kommt -> Beruhigung und das über Monate. Wie soll denn plötzlich etwas anderes den gleichen Job machen, das geht ja nicht und sie kennt in der Tat auch nichts anderes. Keine Schnuller, keine Flaschen... Ich habe ihr nie einen Schnuller gegeben aus Angst, dass es mit dem Stillen nicht zusammen geht, rsp. wir als Problemfall keine Schnuller verwenden sollten, wenn ich ihr Stillen beibringen möchte. Aber jetzt ist sie 6.5 Monate alt, wir stillen seit dem 3.5 Monat oder so (keine Ahnung mehr, wann das war), meinst Du, dass Schnuller-Einführung jetzt OK oder sinnvoll wäre?

Ja, sonst hast Du in der Tat einige wichtige Punkte beim Brainstorming erwähnt... ich muss schauen, was man theoretisch machen könnte. Dass meine Mutter keine einfache ist, das weiss ich: von wegen selbsterfüllender Prophezeihung etc. Sie ist sehr schnell selber gestresst, genervt, auch wenn se versucht, es nicht zu zeigen, tragen lehnt sie ab wegen ihrer schweren Skoliose, Diskushernie und alles möglichen weiteren Krankheiten des Bewegungspparats und ich werde sie mit 73 Jahren nicht ändern. Zum Teil verstehe ich sie auch, sie lebt mir extremen Schmerzen und Tragen sollte sie nicht. Mein Mann kann sie tragen und sagt, dass es halt nur kurzfrisrtig hilft. Er müsste ev. aus der Wohnung raus und länger laufen, damit es was bringt. Wir haben ein Schaukeltuch, gar neu für sie gekauft, da mein Sohn es liebte und sooo viel drin geschlafen hat, aber sie kann leider irgendwie überhaupt nichts damit anfangen: wie haben sie ev. 3-4 Mal reingetan seit Geburt als Versuch und es schien ihr nicht zu gefallen. Ich weiss nicht, was man machen könnte. Ich glaube auch in der Tat, dass es manchmal auch nicht der Hunger ist, sondern einfach meine Abwesenheit.

Übrigens ist sie vor 1 Stunde aus unserem Elternbett rausgeplumpst :cry: , ca 40 cm hoch, auf dem Bauch, auf dem Teppich, und ich drehe gerade durch, aber bis jetzt ist 1 Stunde vergangen und nichts aufälliges. Nun 24 h Überwachen angesagt... Obwohl sie noch nicht krabbelt, ist sie extrem schnell im Rollen: ich war nur paar Schritte vom Bett entfernt.

Aktuelles Gewicht 6666 g :-). Immer noch nicht das Geburtsgewicht verdoppelt :-)

Wg dem Essen: OK, ich schaue mal wegen Fingerfood und so. Ich denke halt immer, dass so ein kleiner Magen keine gewürzten Sachen etc. verarbeiten sollte, auch gebraten oder so, aber klar: mit gesundem Menschenverstabd kann man vieles vom Tisch geben. Mal sehen.
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von jaloca »

Krixi, ja, Ersatzmutter :-). Könnte schon sein :-). :D Sie muss wirklich einen eigenen Weg finden. Zum Teil hat sie Sachen erfunden, die funktionieren, aber das stundenlange Schreien, wenn ich weg bin, ist einfach mühsam. Singen ist eine gute Idee, Danke!
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Carraluma
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Carraluma »

Jaloca, das hört sich wirklich traurig an, dass deine Kleine so weint.
Habt ihr eigentlich eine "Eingewöhnung" mit den Betreuungspersonen gemacht? Zeiten langsam gesteigert, usw? Wie lange Trennungen waren denn meist "problemlos? Lief es eine zeitlang "besser", so dass es unvorhergesehen zu stundenlangem Schreien kam?
Ich habe mit Säugling meistens versucht, Kind und Betreuungsperson mitzunehmen, also z.B. Spazieren gehen lassen usw und bei Tagungen gefragt, ob es Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung gibt usw. Ist manchmal etwas mehr Organisationsaufwand, dafür waren alle Beteiligten zufrieden.
Und wenn ihr alle positive Erfahrungen gesammelt habt, dann klappt es bestimmt auch wieder besser.
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
Linda81
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Linda81 »

Ich verstehe Deine Sorgen rund um den Wiedereinstieg total. Ich hab das gerade hinter mir - mit etwas älterem Kind, aber auch mit 26 Stunden Abwesenheit jeweils. Zur Beruhigung vorab: hier auch ein Stillkind, das keinen Schnuller und keine Fladche nimmt, und es klappt!
Carralumas Frage mit der Eingewöhnung möchte ich mich anschließen. Und dann ist mir noch ein Satz bei Dir aufgefallen: evtl müßte Dein Mann mal mit ihr raus aus der Wohnung - ja, allerdings müßte er das mal :D ! Ist halt nicht so bequem wie das Sofa zuhause, aber draußen und dann noch getragen, das klappt bestimmt besser als in der Wohnung, wo man eh alles kennt. So ließ und läßt sich mein Kleiner immer toll ablenken, auch von Omas, Tanten etc. Mein Mann mußte sein Methodenköfferchen "Baby" mit der Zeit einfach mal erweitern und ein paar Tips annehmen. Deiner vielleicht auch?
Und ich hab im Bekanntenkreis übrigens Babies, die kannst Du sofort jedem inkl. dem Postboten auf den Arm geben, Babies, die mit 10 Monaten nach Eingewöhnung bei der Tagesmutter bleiben, und Babies, die Mama wollen und nur Mama. Ob die jetzt gestillt werden oder Flasche bekommen, macht übrigens keinen Unterschied.
Ich glaube auch, Du tust Deiner Tochter Unrecht, wenn Du ihr Verhalten auf reine Konditionierung zurückführst. Sie ist kein ganz kleines Baby mehr. Du wirst mittlerweile nicht mehr jeden Pieps mit Stillen beantworten, sondern auch anderweitig trösten. Sie weiß genau, daß Papa und Oma nicht stillen. Vielleicht will sie einfach lieber Mama?
Und noch ein Brainstorming: Papa und Oma brauchen sicherlich ein volleres Methodenköfferchen. Aber wie wäre es dazu mit einer professionellen Betreuung? Eine Tagesmutter oder Nanny? Mit Eingewöhnung?
Linda mit Sohnio (10/2014), dem Freudenstrahl (01/18) und der Überraschung (01/21)
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von banänsche »

Hallo jaloca,

ich komme mal aus der Mitleseecke und gebe meinen Senf dazu - vielleicht ist ja was dabei, was für Dich/Euch anwendbar ist. Habe auch gerade gesehen, dass unsere Zwerge nur zwei Wochen auseinander sind :)

Was Babysitten angeht: Ich hab das die Tage auch zweimal probiert, es ging beide Male tierisch in die Hose. Ich musste zweimal zum Zahnarzt (jeweils ca eineinhalb Stunden), in der Zeit hat eine gute Freundin, die meinen Kleinen seit Geburt regelmäßig sieht, ihn bei uns zuhause betreut. Beide Male hat er fürchterlich geweint und hat sich auch nicht beruhigen lassen, sondern ist dann quasi k.o. gegangen - ganz fürchterlich. Im Nachhinein würde ich einiges anders machen - zb, wie oben auch schon geschrieben wurde, die beiden wirklich "eingewöhnen", indem sie schrittweise immer mehr Zeit allein miteinander verbringen, mit mir in Rufbereitschaft. So haben wir das jetzt auch bei den Großeltern gemacht (undogmatisch, hat sich einfach so ergeben) - und das funktioniert gut.

Zu der Sache mit dem "Repertoire"...das finde ich auch wichtig. Ist ja wirklich so, dass jeder sich seine eigenen Beruhigungsstrategien erarbeiten muss. Haben Deine Eltern denn eine Methode, dein Mädchen zum einschlafen zu bringen - also irgendetwas, das zuverlässig funktioniert? Bei meinem Freund ist das zB die Federwiege, er trägt zwar manchmal auch, aber eher, wenns gar nicht anders geht ;) Ihr habt ja auch was in der Art, eine Hängematte, richtig? Habt ihr mal versucht, sie mit Bespaßung daran zu gewöhnen? Also nicht erst, wenns schon brennt, sondern wenn sie gute Laune hat? Ich hab am Anfang den Fehler gemacht, den kleinen Mann reinzulegen, wenn er schon am Weinen war - nach kurzer Zeit mochte er sie dann nicht mehr. Wir haben das dann eine Zeitlang ganz gelassen (bestimmt einen Monat lang oder so) und ihn dann immer mal wieder reingelegt, wenn er gut gelaunt war und, was für ihn wichtig war, ihn dabei bespaßt...also was erzählt, vorgesungen etc. - gerne auch im Takt der Wippe :D Inzwischen liebt er sie, und sie ist als Schlafmittel unverzichtbar geworden - zb wenn beim Stillen nicht funktioniert, was in letzter Zeit immer öfter der Fall ist.

Was mir zum Thema "Repertoire" noch eingefallen ist: Machen Dein Mann und euer Kind einen Kurs zusammen? Ich könnte mir vorstellen, dass das einiges an Input gibt :) ...mir selbst fällt auch immer wieder auf, wie "eingefahren" ich in meinen Beruhigungs-/Bespaßungsmethoden bin...muss mich selbst oft daran erinnern, dass Stillen kein Allheilmittel ist - sprich: Ablenken/Bespaßung funktioniert hier inzwischen meist genausogut, wenn nicht sogar besser.

Ach ja, noch zur Betreuung...ich persönlich würde auf jeden Fall den Schnuller dalassen. Selbst wenn er sonst nicht genutzt wird (ist bei uns auch so, Schnuller ist absolutes Notfallprogramm und auch nur für die Situationen, wo Stillen nicht geht) - bei meiner Freundin wurde er dann doch genommen. Finds auch den Betreuungspersonen gegenüber fairer - die haben schließlich keine Brust :D (vielleicht würde noch das Brusternährungsset aus "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" in Frage kommen :lol: )

Und, schlussendlich, zum Brei: Gemüse funktioniert hier auch nicht gut. Seitdem gibts eigentlich nur noch Obst-Getreide-Brei in Variationen, meistens Apfel oder Birne in Kombi mit irgendwas anderem (Kürbis ging gut, Karotte auch). Gemüsebrei gibts zwar auch, aber ich geh nicht mehr davon aus, dass er das auch isst :lol: Ajo, und zur eingefrorenen MuMi: Ich hab selbst nie abgepumpt, mein "Vorrat" beträgt also exakt null ml...;) mach Dir darüber keinen Kopf, für den Brei ist die ja nur optional, nicht zwingend notwendig.

So, mehr fällt mir nicht ein - ist eh lang genug geworden ;)

Ah, doch, eins noch: Du schreibst, dass Deine Kleine den Mund beim Essen nicht richtig aufmacht. Habt ihr irgendwas, was sie richtig lecker findet? Dann würde ich das Mundaufmachen damit "trainieren" - sprich, mit dem Löffel vor dem Mund warten, bis sie ihn richtig aufmacht, und dann erst rein damit.

Jetzt ist aber wirklich Schluss :)
Liebe Grüße und sorry für den Roman!!
seit Mai 2015 Mama vom Pfläumchen
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Mondenkind »

Wie geht es Euch?

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