Re: Pro Reli Volksabstimmung
Verfasst: 24.04.2009, 13:48
Fragst du mich? *verwirrt*Sandküste hat geschrieben:Ich zahle gerne meine Kirchensteuer - was ist daran verkehrt?
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Fragst du mich? *verwirrt*Sandküste hat geschrieben:Ich zahle gerne meine Kirchensteuer - was ist daran verkehrt?
Hier ist wohl auch der Falsche Punkt um über Religion pro und Contra zu diskutieren, sorry falls ich da abtrifte. Egal ob jemand positiv oder negativ der Religion gegenüber steht. Ich finde es einfach besser wenn Religion in Form von Ehtik sachlich in der Schule behandelt wird. Das wir von Schule zu Schule anders ablaufen. Religionsunterricht finde ich überflüssig da können die Kinder auch in die Kinderkirche gehen, etc. aber einen kritischen Umgang und Zugang zu Religionen sollte vermittelt werden.Sandküste hat geschrieben:Ich zahle gerne meine Kirchensteuer - was ist daran verkehrt?
Den Religionsunterricht zu verbessern wäre ja auch noch eine Möglichkeit, oder?
Mir fällt auf, dass die meisten hier scheinbar ziemlich negativ der Religion gegenüberstehen- oder täuscht das?
Ja, das ist eine sehr schöne Sache, die ich jedoch auch vom katholischen Religionsunterricht her kenne (und auch vom Evangelischen). Mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten zu leben bzw. die Gesellschaft darauf weiter bestehen lassen und Tür an Tür friedlich leben ist nicht nur ein Ansinnen des Ethikunterrichts sondern auch der röm.-kath. Kirche und damit auch Ziel des Religionsunterrichts. Darauf begründet sich der interreligiöse Dialog. Wer sich über den Standpunkt der kath. Kirche zu anderen Religionen informieren möchte kann ja mal schauen unter den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils, z.B. Nostra Aetate, Lumen Gentium 16, Dignitatis Humanae. Für die Evangelische Kirche gibt es kein solch einheitliches Dokument, da sie als Landeskirche strukturiert ist und theoretisch jede Landeskirche ihren eigenen Standpunkt beziehen kann, wenn auch Bischof Huber als Bischof der größten Landeskirche eine besonderes "Gewicht" hat.maryam hat geschrieben:...Wir arbeiten gerde was Moscheeführungen betrifft mit mehreren Schulen zusammen.Die zum Teil seit Jahren immer wieder im Rahmen des Ethik Unterrichtes zu uns kommen.
Die Ethik Lehrer die ich kennen gelernt habe sind sehr bemüht den Kindern unabhängig von ihrer persönlichen Meinung eine große Bandbreite zu vermitteln.
Ich finde es sehr wichtig gerde in einer Stadt wie Berlin wo wir nun mal mit all unseren unterschieden aber auch großen Gemeinsamkeiten zusammen leben.
Denn das kann ja auch ein Ergebniss des Ethik Unterrichtes sein dasein Sohn bekommt man fest stellt das es Gemeinsamkeiten gibt auf die wir unsere Gesellschaft weiter bestehen lassen können.Tür an Tür friedlich miteinander leben können. ...
Ja, o.k. Habs gar nicht geblickt, danke für die Info. Das ist das bayerische Modell, wenn ich das mal so nennen darf. War schon in meiner Schulzeit so. Bei uns wurden halt im Ethikunterricht auch alle anderen Religionen aufgesammelt, was zwar praktisch ist, aber der Sache nicht wirklich gerecht wird.Anne hat geschrieben:Ne, die meisten Kirchensteuerzahler sitzen im Westen und viele der Christen sind ProReli.![]()
Es geht darum, dass die Initiative will, dass die Eltern (die Schüler haben das ja nicht zu entscheiden) ab der 7. Klasse wählen müssen: Entweder Ethik oder Religion. So sitzen die Schüler einer Klasse dann in zwei Räumen und lernen getrennt. Wenn man das will, stimmt man mit ja.
Anne hat geschrieben:Dummerweise wurde dem Senat jetzt verboten für ProEthik zu werben, weil dann die Chancengleichheit der Initiative verletzt werden würde. Ah ja...Chancengleichheit ist also, dass nur ProReli für sich werben darf.
Deshalb gibts auch die historisch-kritische Exegese = staubtrockene, rationale, geschichtliche Textanalyse. Sie wird auch von der Evangelischen Kirche praktiziert.Yolanthe hat geschrieben:...
Wenn ich mir alleine die Bibel durchlese, sind da soviele Widersprüche... und schließlich berufen sich die Protestanten auf das "geschriebene Wort". Da erscheinen mir Märchen oft glaubwürdiger.
Ich mag auch mehr das Rationale. ...
Vgl. Nostra Aetate, Lumen Gentium 16, Dignitatis humanae http://www.vatican.va/archive/hist_coun ... dex_ge.htmYolante hat geschrieben:...Ob der Reli-Unterricht verbessert wird? In welche Richtung denn? Dass es auch andere (gleichberechtigte) Religionen gibt und nicht nur die "Ungläubigen/Andersgläubigen"? Da fehlt mir echt die Phantasie zu.
Das sind ja jetzt keine sensationellen Geheimnisse, sondern Dinge, die auch an den Unis gelehrt werden. Soll heißen: Religionslehrer, Pfarrer/Pastoren, Dpiplomtheologen, ... wissen das. Und können es auch im RU an die Kinder weitertransportieren, was ein guter Relilehrer auch tut.Yolanthe hat geschrieben: Ich kann doch nicht die Vergangenheit (Inquisition, Zwangsmissionierung der Heiden...) der Kirche völlig außen vor lassen?
Außerdem hat mMn die christl. Kirche nicht viel "eigenes" geschaffen, ganz im Gegenteil, die Urkirche hat sehr sehr viel von den heidnischen Kulten übernommen (jungfräuliche Geburt, Auferstehung, "Oster"feuer, ...). Teilweise sind im 3. und 4. Jh. nach Chr. sehr viele christl. Feiertage absichtlich auf doe zeitgleich stattfindenden heidnischen Feste terminiert worden, um den Gläubigen auch was "bieten" zu können, also um der Attraktivität der heidn. Kultfeiern etwas entgegen setzen zu können.
Dann kommt noch dazu, daß viele Dogmen der Kirche in der Ursprungszeit gar nicht bestanden haben, bzw. rege diskutiert worden (die arianischen Christen in der Antike und die Katharer im Mittelalter seien hier mal als Beispiel genannt). Auf irgendeiner Synode ist dann festgelegt worden, was die "Schäfchen" zu glauben haben. Von der Ursprungsidee der jüdischen Sekte (und das war das Christentum mal!) um Jesus (so es ihn denn gegeben hat) mit Nächstenliebe, Vergebung, Armutsgebot... etc. ist in jedem folgenden Jahrhundert weniger übrig geblieben. Warum wohl? Nicht zukunftstauglich?
Ich hoffe nicht aufgrund meines Beitrags...Sandküste hat geschrieben:Ich war eigentlich sicher für "Ja" zu stimmen - jetzt wanke ich wieder...........
Entscheidungsfreiheit ^^... Naja, was ist mit denen, die beides wollen (sowohl als auch)? Bei ihnen wird die Wahlfreiheit eingeschränkt (entweder oder)Aschenputtel hat geschrieben: Bei uns wird die Sache so geschildert, als ob es sehr unwahrscheinlich wird, dass die ProReli-Initiative ihre 600.000 Stimmen zusammenbekommt - trotz prominenten Befürwortern, die sich mehrheitlich für die Entscheidungsfreiheit einsetzen. (Was ja, wie ich finde, auch seine Berechtigung hat...)