Süßigkeiten - Verbot und Gier

Was kommt nach dem Vollstillen?

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murkelchen
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Süßigkeiten - Verbot und Gier

Beitrag von murkelchen »

Unsere Tochter hat ebenfalls im 1. Jahr keine Süssigkeiten bekommen. In der ersten Hälfte des 2. Jahres nur selten etwas...dann sind wir nachlässig geworden und haben weniger darauf geachtet (allerdings hat sie trotz allem fast immer gerne Gemüse usw. gegessen). Kürzlich fing es an, dass sie jeden Tag mindestens einmal nach etwas süssem fragte (meist nach Schokolade oder einem Keks). Das konnte durchaus auch einen fürchterlichen Schreianfall bei ihr auslösen, wenn sie nichts bekam.

Wir haben uns nun darauf geeinigt (Schwiegereltern inbegriffen), dass sie sonntags nach dem Schwimmen einen Keks haben und sich ansonsten immer beim Einkaufen etwas aussuchen darf (wir gehen alle 2 Wochen zusammen einkaufen), was ich ihr einteile (wenn's nur ein Schokoriegel ist, ist's halt Pech ;) ). Scheint jetzt ganz gut zu klappen. Als Keksersatz mag sie Knusperknäckebrot, als Schokoersatz biete ich ihr Obst an...noch funktioniert's. *dreimalaufholzklopf*

Zur Kompetenz: Ich denke schon, dass die zumindest ansatzweise da ist, zumindest bei unserer Kleinen. Wenn man ihr eine Kekspackung gibt (ja, hab ich mehrfach gemacht :oops: ich wollt's halt wissen :oops: ), dann isst sie da 3-4 Kekse und dann will sie nicht mehr. Dennoch mag ich ihr nicht unkontrollierten Zugang zu Süssigkeiten gewähren. GANZ verbieten möchte ich es ihr allerdings auch nicht.
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blueberry
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Re: Süßigkeiten - Verbot und Gier

Beitrag von blueberry »

pallina hat geschrieben: vielleicht sind ja kinder doch so kompetent, dass sie nicht zuviel davon essen würden, wenn es einfach ganz entspannt gehandhabt würde...
oder meint ihr beim zucker hört die kompetenz auf?
Leider weiß ich die Quelle nicht (wenn sie jemand kennt, bin ich an Infos interessiert), aber da ich es schon von mehreren Seiten gelesen/gehört habe, denke ich mal, dass da was dran ist: angeblich gibt es eine Kleinkinderstudie, wo man die Kinder selbst hat entscheiden lassen, was sie von einem ausgewogenen Buffet essen. Dabei haben die Kinder sich zwar auf den ersten Blick manchmal "einseitig" (auf einen Tag/eine Mahlzeit gerechnet) ernährt - also z.B. mal nur rohe Leber *schüttel* und dann nur trockenes Brot - aber über mehrere Tage gerechnet wohl doch recht ausgewogen und mit allen nötigen Nährstoffen und Vitaminen. Man kann wohl Kindern durchaus zutrauen, dass sie sich das holen, was sie brauchen.

Dann wurden Produkte, die Raffinadezucker enthalten (sprich: Süßes, Kuchen, ...) dem Buffet zugefügt - mit dem Ergebnis, dass dann fast nur noch dieses unnatürlich Süße Zeug gegessen wurde und von Ausgewogenheit keine Spur mehr übrig war. Begründung: zuckerhaltige und stärkehaltige natürliche Nahrung ist sehr energiereich. Für ein Lebewesen ist es also effizient, sich damit zu ernähren, weshalb das Gehirn irgendeinen Belohnungsmechanismus hat, wenn wir sowas essen. Der wird aber eben durch künstlich gesüßte Sachen völlig überangeregt - Zuckersucht kann man es wohl also durchaus nennen.

Ich muss echt nochmal suchen, ob ich diese angebliche Studie nicht doch mal finde - einleuchten tut es mir nämlich...
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jusl
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Re: Süßigkeiten - Verbot und Gier

Beitrag von jusl »

blueberry hat geschrieben:
pallina hat geschrieben: vielleicht sind ja kinder doch so kompetent, dass sie nicht zuviel davon essen würden, wenn es einfach ganz entspannt gehandhabt würde...
oder meint ihr beim zucker hört die kompetenz auf?
Leider weiß ich die Quelle nicht (wenn sie jemand kennt, bin ich an Infos interessiert), aber da ich es schon von mehreren Seiten gelesen/gehört habe, denke ich mal, dass da was dran ist: angeblich gibt es eine Kleinkinderstudie, wo man die Kinder selbst hat entscheiden lassen, was sie von einem ausgewogenen Buffet essen. Dabei haben die Kinder sich zwar auf den ersten Blick manchmal "einseitig" (auf einen Tag/eine Mahlzeit gerechnet) ernährt - also z.B. mal nur rohe Leber *schüttel* und dann nur trockenes Brot - aber über mehrere Tage gerechnet wohl doch recht ausgewogen und mit allen nötigen Nährstoffen und Vitaminen. Man kann wohl Kindern durchaus zutrauen, dass sie sich das holen, was sie brauchen.

Dann wurden Produkte, die Raffinadezucker enthalten (sprich: Süßes, Kuchen, ...) dem Buffet zugefügt - mit dem Ergebnis, dass dann fast nur noch dieses unnatürlich Süße Zeug gegessen wurde und von Ausgewogenheit keine Spur mehr übrig war. Begründung: zuckerhaltige und stärkehaltige natürliche Nahrung ist sehr energiereich. Für ein Lebewesen ist es also effizient, sich damit zu ernähren, weshalb das Gehirn irgendeinen Belohnungsmechanismus hat, wenn wir sowas essen. Der wird aber eben durch künstlich gesüßte Sachen völlig überangeregt - Zuckersucht kann man es wohl also durchaus nennen.

Ich muss echt nochmal suchen, ob ich diese angebliche Studie nicht doch mal finde - einleuchten tut es mir nämlich...
Ja, das stimmt - i.A. haben kleine Kinder KEINE Kompetenz, wenn es um Auswahl aus denaturierten/ungesunden Sachen geht (viele Erwachsene übrigens auch nicht!! ;-)). Woher solllte diese Kompetenz ernährungsphysiologisch auch kommen?? Allen Menschen ist die Lust auf Süßes biologisch einprogrammiert. In der Natur ist das Süßeste was es gibt: frische Früchte. Superwichtig für Vitaminversorgung - d.h. die angeborene Lust auf Süßes ist tatsächlich SEHR SINNVOLL in Bezug auf gesunde Ernährung - sie muss nur angemessen beantwortet werden (nämlich mit frischen Früchten! Schokolade und raffinierter Zucker sind nämlich im biologischen Bauplan nicht vorgesehen gewesen ;-))

Deshalb finde ich es auch kleinen Kindern gegenüber schlichtweg gemein, ihnen Süßigkeiten zu geben (und dann am besten noch wieder weg zu nehmen, zuviel ist ja ungesund :roll: :evil: ). Damit werden nämlich sinnvolle Ernährungsinstinkte ad absurdum geführt.
Und dass Geschmacksprägung fürs ganze Leben in den ersten Lebensjahren stattfindet, ist längst bekannt. Deshalb sind m.E. Süßigkeiten für kleine Kinder ein NoGo. "Sinnvollen Umgang" damit können sie auch noch später "lernen".

LG;
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blueberry
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Re: Süßigkeiten - Verbot und Gier

Beitrag von blueberry »

jusl hat geschrieben: Deshalb finde ich es auch kleinen Kindern gegenüber schlichtweg gemein, ihnen Süßigkeiten zu geben (und dann am besten noch wieder weg zu nehmen, zuviel ist ja ungesund :roll: :evil: ). Damit werden nämlich sinnvolle Ernährungsinstinkte ad absurdum geführt.
Und dass Geschmacksprägung fürs ganze Leben in den ersten Lebensjahren stattfindet, ist längst bekannt. Deshalb sind m.E. Süßigkeiten für kleine Kinder ein NoGo. "Sinnvollen Umgang" damit können sie auch noch später "lernen".
Wann würdest Du denn dieses "später" ansetzen und wie setzt man das praktisch um? Kind von Zucker konsequent fernhalten bis zu einem Alter von... Jahren stell ich mir knifflig vor, oder geht das doch? trotz KiGa?
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Re: Süßigkeiten - Verbot und Gier

Beitrag von jusl »

Also, in unserem Kiga gibt's keine Süßigkeiten. Außer jetzt zu Fasching oder Weihnachten oder so. (Dagegen hab ich ja auch gar nix!!) - Mir geht es um das "jeden Tag irgendwo bei irgendeiner Gelegenheit Süßes essen". Dagegen hab ich MASSIV etwas.
Übrigens bin ich damit gar nicht alleine - bei Spielverabredungen, auf dem Spielplatz usw ist es keineswegs so, dass alle Schokolade und Kekse dabei haben, und nur meine armen Kinder müssen Obst essen :lol: :lol: :lol:

LG;
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Re: Süßigkeiten - Verbot und Gier

Beitrag von tonia1976 »

Alex wächst auch ohne Zucker. Wenn ich Zeit habe, mache ich Pralinen aus Datteln und Kokosnuss selber. Man kann aus allen beliebigen Nüssen und Trockenfrüchten Pralinen machen. Dazu kann man mit geriebenen Vanille Schote oder Zimt oder Kakao oder Karob würzen.

Manchmal bestelle ich auch solche Pralinen bei Keimling (www.keimling.de) Da sind sie zwar teuer, aber sehr lecker. Und das ist Naschen ohne Reue.

ANsonsten gibt es hier ein paar Rezepte unter Konfekt:

http://www.wilkesmann.com/index_rohkost.htm

LG

Tonja
Liebe Grüße

Antonina

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