Einstieg in Vegan aus gesundheitlichen Gründen - Arthrose oder was auch immer das ist

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

Benutzeravatar
Marvin
hat viel zu erzählen
Beiträge: 215
Registriert: 19.03.2015, 04:59
Wohnort: Heart of Gold

Re: Einstieg in Vegan aus gesundheitlichen Gründen - Arthrose oder was auch immer das ist

Beitrag von Marvin »

Rolopafrida hat geschrieben: 27.12.2023, 14:41 Da ich in der letzten Zeit, in den letzten Jahren, immer mehr Probleme mit meinen Gelenken habe und kein Arzt etwas Greifbares feststellen kann, seit fast 10 Jahren alles aufs Alter und Arthrose geschoben wird, möchte ich jetzt einmal probieren, wie es oder ob es sich irgendwie auswirkt, wenn ich auf tiereische Produkte ganz verzichte.

(...)

Gesundheitliche Probleme sind, wie oben bereits geschrieben, Gelenkschmerzen und zwar überall. Und es fühlt sich an, als würde das Gewebe um das Gelenk herum schmerzen, wie ein ganz schlimmer Ganzkörpermuskelkater und, als würde sich langsam alles versteifen. Teilweise werden Gelenke heiß oder dick. Aber mein Arzt findet nichts. Er sagt, die Entzündungswerte seien okay, also habe ich nichts. Er meint, ich sei (familiär) überlastet. Allerdings finde ich es nicht mehr lustig, wenn ich mich nicht mehr bücken oder knien kann, um z.B. die Hinterlassenschaften des Hundes wegzumachen, einem Kind die Schnürsenkel zu binden oder etwas aufzuheben, was heruntergefallen ist. Ich brauche da irgendwas, woran ich mich festhalten kann, um wieder hoch zu kommen. Treppensteigen ist aktuell ähnlich problematisch.
Sport ist bei mir seit August eingeschlafen. Ich hatte zwischenzeitlich zwei OPs am Kiefer und besonders nach der ersten hatte ich gut 1,5 Monate sehr starke Schmerzen und habe hochdosiert Schmerzmittel eingenommen. Die zweite OP ist jetzt drei Wochen her und ich bin langsam wieder belastbarer. Ich habe jetzt mit "Liebscher und Bracht" Übungen angefangen, um überhaupt erstmal wieder beweglicher zu werden. Ich möchte aber gerne ein Mal in der Woche schwimmen und 1 - 2 Mal ins Fitnessstudio gehen, so, wie ich es früher (also vor einem halben Jahr noch) gemacht habe.

Ich wünsche mir von euch Ideen, Infos, Motivation.
Das klingt nach einem großen Paket, das Du da gerade trägst. :shock:

Ist Dein Arzt ein reiner Schulmediziner, oder auch ausgebildet in funktioneller (ganzheitlicher) Medizin?
Ich finde es ja erst mal nicht schlecht, dass er auch Stress und Lebensumstände als Ursache in Betracht zieht, aber das hilft Dir auf dieser Ebene ja auch nur bedingt weiter.
Falls Du also noch keinen ganzheitlichen Mediziner hast, wäre es m. E. sehr sinnvoll, einen zu suchen und zu schauen, was der dazu meint.


Ein paar Gedanken zu dem, was Du schreibst:

1) Dein Arzt meint, Du seist familiär überlastet.
Was meinst Du denn dazu? Denkst Du auch, dass das sein könnte, oder sieht Dein Arzt das falsch?

2) ich habe kürzlich den Youtube-Kanal von Dr. Ruth Biallowons entdeckt. Sie beschäftigt sich viel mit chronischen Erkrankungen (und eben aus ganzheitlicher Sicht). Ich finde, sie erklärt sehr gut, wirkt auf mich kompetent und vertrauenswürdidg und hat auch viele Videos zum Thema Ernährung/Darmgesundheit/Immunsystem.
Soweit ich mich erinnere, kam da auch das Thema Rheuma vor - ich bin mir aber nicht ganz sicher.

3) Könnten es Muskelschmerzen sein, die Du hast? Eventuell so etwas wie Long Covid bzw. Post Covid - also möglicherweise als Spät-Folge eines Virus-Infekts oder anderen einschneidenden Ereignisses?
Ein befreundeter Physiotherapeut erzählte mir, er hatte nach einer (ansonsten wohl unspektakulären) Covid-Infektion extreme Gelenschmerzen.

Und ich hatte selbst nach einer Covid-Infektion eine Weile heftige Muskelschmerzen in einem Arm, so dass ich kaum ein Glas Wasser hochheben konnte. Zum Glück ging das von selbst wieder weg.


Ich habe mich aufgrund eines schweren Krankheitsfalls in meiner Familie sehr viel mit dem Thema Gesundheit, Heilung und auch chronischen Krankheiten beschäftigt und da einige Aha-Erlebnisse gehabt...
Stichworte: Psychoneuroimmunologie, innerer Heiler, ...

Bei Youtube gibt es im Kanal von Raelan Agle Interviews mit Dr. Brad Fanestil und Dr. Howard Schubiner - die finde ich extrem sehenswert. Beide Ärzte haben sehr viel Erfahrung mit chronischen Krankheiten.
Vater von 2 Jungs (geb. 2007 und 2012)
Benutzeravatar
Rolopafrida
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1616
Registriert: 24.05.2011, 10:47

Re: Einstieg in Vegan aus gesundheitlichen Gründen - Arthrose oder was auch immer das ist

Beitrag von Rolopafrida »

Hallo Marvin,
vielen Dank für deine Gedanken und Tipps.
Marvin hat geschrieben: 24.08.2025, 00:25 Ist Dein Arzt ein reiner Schulmediziner, oder auch ausgebildet in funktioneller (ganzheitlicher) Medizin?
Ich finde es ja erst mal nicht schlecht, dass er auch Stress und Lebensumstände als Ursache in Betracht zieht, aber das hilft Dir auf dieser Ebene ja auch nur bedingt weiter.
Falls Du also noch keinen ganzheitlichen Mediziner hast, wäre es m. E. sehr sinnvoll, einen zu suchen und zu schauen, was der dazu meint.
Ich gehe nicht davon aus, dass mein Arzt ein ganzheitlicher Mediziner ist. Dass meine Lebensumstände sicherlich ihren Teil zum Gesamtpaket beitragen, davon gehe ich definitiv aus. Aktuell geht es mir aber meistens einigermaßen gut und ich brauche auch nicht mehr so oft Schmerzmittel. Was gerade genau geholfen hat, weiß ich aber auch nicht.
Ich habe (im Eigenexperiment, da kein Arzt vorhanden, der sich damit auskennt und auch noch Termine hätte) zur Behandung der Wechseljahrebeschwerden ein Medikament welches auf Yams und Mönchspfeffer-Basis ist (plus noch ein bisschen anderes Zeug) ausprobiert, das scheint sich positiv auf mein Gesamtbefinden auszuwirken. Weiterhin habe ich eine Kur mit Wobenzym gemacht, was sich ebenfalls positiv ausgewirkt hat. Ansonsten: regelmäßig Sport, wenn ich das nicht mache, dann merke ich das ganz schnell. Ernährungsumstellung auf weitestgehend vegan und wenig Zucker, Weißmehl und Alkohol. Wenig deshalb, weil es mir komplett nicht gelingt. Ich schaffe es einfach nicht.

Die familiäre Belastung ist nicht weniger, nur anders geworden, hier sind Schwiegermutter und Mutter nun auch noch, die regelmäßig Untersdtützung benötigen. Da versuche ich, mich von gewissen Dingen zu distanzieren und mehr auf mich zu achten. Mal klappt das besser, mal weniger.

Die genannten Youtube-Kanäle kenne ich bisher noch nicht.

Aber wie gesagt, insgesamt geht es mir deutlich besser.
LG von
Daniela mit
Sohn (7/95), Sohn (4/02), Sohn & Tochter (3/07), Tochter (5/09), Tochter (3/11) und Tochter (3/13)
Benutzeravatar
Marvin
hat viel zu erzählen
Beiträge: 215
Registriert: 19.03.2015, 04:59
Wohnort: Heart of Gold

Re: Einstieg in Vegan aus gesundheitlichen Gründen - Arthrose oder was auch immer das ist

Beitrag von Marvin »

Hallo Daniela,

schon mal schön zu lesen, dass es Dir besser geht.
Eine Dauer-Belastung ist halt nicht gesundheits- oder heilungs-förderlich.
Daher ist Selbstfürsorge sehr wichtig - ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig das ist - gerade wenn man sich regelmäßig um Kinder und Angehörige kümmern muss.

Ich denke, ein vertrauenswürdiger ganzheitlicher ArztIn wäre sicherlich sinnvoll.

Denn wenn man sich irgendwie durchbeißt und versucht, mit der anstrengenden Situation klarzukommen, dann kann es sein, dass der Körper irgendwann die rote Karte zeigt und mit einer sehr heftigen Erkrankung signalisiert, dass mal eine (Zwangs)Pause notwendig ist.

Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass ein Coaching sehr wertvoll sein kann, um die eigenen Gedankenmuster zu erkennen, die dafür sorgen, dass wir uns möglicherweise zu wenig Zeit für uns selbst nehmen und stattdessen eventuell folgende Persönlichkeitsmuster als Antriebe haben:
  • Helfer (für Andere da sein - dafür selbst zurückstecken)
  • Leistungsorientierung (sehr hohe Ansprüche an mich selbst, evtl Perfektionismus, ganz viel zu stemmen versuchen)
  • Kontroll-Typ - Angst vor Kontrollverlust, nicht loslassen können
  • Angst-Typ Sorgen und Ängste als Antrieb
Falls eines oder mehrere dieser Persönlichkeitsmuster im Hintergrund am Ruder sind, kann es extrem schwer fallen, genug für sich selbst zu sorgen und der daraus entstehende Stress (und die körperliche Überlastung) kann dann auch förderlich sein für ein schwaches Immunsystem und chronische Krankheiten.
Vater von 2 Jungs (geb. 2007 und 2012)
Benutzeravatar
Marvin
hat viel zu erzählen
Beiträge: 215
Registriert: 19.03.2015, 04:59
Wohnort: Heart of Gold

Re: Einstieg in Vegan aus gesundheitlichen Gründen - Arthrose oder was auch immer das ist

Beitrag von Marvin »

bei den Interviews mit Dr. Schubiner und Dr. Fanestil war noch ein weiterer Punkt der mir aufgefallen ist...

Sie sagten, dass bei vielen ihrer Patienten mit chronischen Erkrankungen die Überlastung oder das einschneidende Erlebnis (ggf. Trauma) aktuell gar nicht mehr vorhanden ist, sondern irgendwo in der Vergangenheit liegt. D. h. der Patient hatte z. B. früher mal extrem viel Stress, passt aber mittlerweile besser auf sich auf.
Nach dem Mind-Body-Ansatz kann es aber nun aber sein, dass das autonome Nervensystem durch diese schwierige Zeit in der Vergangenheit gewisse Dinge "gelernt" hat und daher auch in der Gegenwart, die eigentlich gar nicht mehr so stressig wäre, überreagiert und entsprechende Krankheitssymptome auslösen kann.
(Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich - in den Interviews wird es ausführlicher und besser erklärt)
Vater von 2 Jungs (geb. 2007 und 2012)
Antworten

Zurück zu „Gesunde Ernährung“