Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

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Chrisselline
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von Chrisselline »

Bei dem Rezeptanspruch kann ich dir vllt weiterhelfen, weil wir über 10 Monate gepumpstillt haben und ich
habe mir das Rezept für die Milchpumpe immer beim Kinderarzt geholt, nachdem der Frauenarzt nicht mehr
verschreiben wollte.
Als Begründung für das Rezept hat der Kinderarzt immer Saugschwäche angegeben und es gab dabei nie Probleme :)
Chrisselline mit kleiner Kindergarten-Eule (09/09) im Tuch und ** im Herzen :)

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jusl
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von jusl »

ich wusste jetzt nicht, ob ich für meine Fragen einen eigenen Beitrag aufmachen sollte oder lieber hier schreiben sollte....
Hier ist genau richtig. ;-)
Der erste Versuch mit dem BES hat nicht so gut geklappt. Für mich alleine ist es schwierig, die Kleine zu halten und gleichzeitig das BES zu "bedienen". Also bat ich meinen Mann um Hilfe.
Leider klappte gar nicht. Die Kleine schmadderte sich voll (nächstes Mal nicht so viel aufs Fläschen drücken bzw. vielleicht einen kleineren Schlauch nehmen), mein Mann verließ wütend den Raum, weil die Kleine so schrie und er mir vorwarf, warum ich sie denn so "quälen" würde und ich saß dann weinend mit ihr auf dem Sofa. :(
Uff, das ist ja sehr bedauerlich, wie das lief. Bekanntlich gibt es ja leider keine zweite Chance für einen ersten Eindruck... ich hoffe, Ihr könnt das BES noch mit Hilfe einer fachkundigen Begleitung vor Ort noch mal reaktivieren.
Genau DAFÜR ist eine Stillberaterin vor Ort da! Du schriebst, Du warst schon bei ihr:
Also, Kontakt zu einer Stillberaterin hatte ich. Die erste Stunde haben wir viel geredet. Anlegen funktionierte nicht, weil die Kleine von Anfang an nur schrie. Ich habe aber übernächste Woche dort wieder einen Termin.
Wann war das? Habt Ihr dort mit dem BES geübt? War Dein Mann beim Gespräch mit der Stillberaterin bzw. beim Üben mit dem BES dabei? (Wichtig, wenn er Dir zuhause helfen soll!)
Das BES ist ein wirkungsvolles Stillhilfsmittel, ABER der Umgang damit muss wirklich von einer Fachperson angeleitet und dann geübt werden, EHE man sich an den ersten Versuch mit Baby wagt. Auch bei den ersten Versuchen mit Baby sollte die Stillberaterin dabei sein. Das Risiko, das sonst genau das passiert, was Du beschrieben hast, ist sonst einfach zu groß.
1.
Beim Pumpen ist mir aufgefallen, dass in letzter Zeit nach etwa 10 Minuten schon gar keine Milch mehr kommt (normalerweise doppelpumpe ich ja 15 Min). Soll ich nach 10 Minuten dann aufhören oder lieber noch weitere 5 Minuten pumpen, obwohl nichts mehr kommt?
Ich würde ab dem Moment, wo nichts mehr kommt, eine Eieruhr auf 2-3 Minuten stellen und dann noch so lange "leer" weiterpumpen, bis es klingelt. Über dieses "Leerpumpen" signalisierst Du den Mehrbedarf, d.h. dadurch wird die Milchproduktion gesteigiert. 5 Minuten erscheint mir allerdings arg lang.
Meine Hebamme meinte, dass ich wohl kein Rezept mehr für die Milchpumpe erhalte. Ich habe momentan die Medela Symphony. Ich habe mal nach dem Preis geguckt: Die kann sich ja kein Mensch leisten!

Ich habe dann mit der Medela freestyle geliebäugelt. Die ist immer noch recht teuer, aber weeeeesentlich günstiger als die Symphony. Ist die dann auch in der Pumpleistung entsprechend schlechter?
Die Pumpen der namhaften Hersteller sind alle "gut". Die entscheidende Frage ist, womit DU gut zurechtkommst - für die eine Mutter ist das Modell A, für eine andere Mutter Modell B, für die nächste Mutter Modell C von einem anderen Hersteller. Da hilft nur: Ausprobieren!
Wisst ihr wie das ist mit einem Rezeptanspruch?
Einen "Anspruch" auf ein Rezept hast Du nicht, genauso wenig wie auf ein Rezept für andere Medikamente oder Heilbehandlungen. Du musst einen Arzt finden, der es für medizinisch notwendig hält, Dir die Pumpe (oder sonstwas) zu verschreiben. Je nach dem gilt grob: Gyn bei mütterlicher Indikation, KiA bei kindlicher Indikation.
Mittlerweile schaffe ich es aber wenigstens konsequent nachts auch zu pumpen und ich pumpe auch meist 7 Mal am Tag. Gestern hatte ich eine "Rekord-Milchmenge" von 610 ml zu verzeichnen. Wenigstens ein kleines Erfolgserlebnis. :)
Wow, 610 ml ist schon eine sehr ordentlich Milchmenge, klasse!

LG
Julia
Rosenrot85
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von Rosenrot85 »

Lieben Dank für die Antworten! (wow, und so schnell!) :)

Wegen dem Rezept werde ich dann mal den Kinderarzt fragen. Wäre ja super, wenn ich da langfristig Rezepte bekommen würde und nicht alle paar Wochen zittern muss, ob ich dieses Mal noch eines bekomme.
Wann war das? Habt Ihr dort mit dem BES geübt? War Dein Mann beim Gespräch mit der Stillberaterin bzw. beim Üben mit dem BES dabei? (Wichtig, wenn er Dir zuhause helfen soll!)
Letzten Freitag war ich einer Stillberaterin. Mit dem BES haben wir nicht geübt. Ich hatte es gar nicht mit (und auch noch gar nicht erhalten glaube ich...) und es hätte da auch nichts gebracht, weil die Kleine so unruhig war. Ist irgendwie schwierig, einen Moment abzupassen, wo sie zwar hungrig, aber nicht zu hungrig ist.

Meinen Mann werde ich eher nicht dazu bringen können, mich zur Stillberaterin zu begleiten. Er findet stillen sowieso nicht so wichtig und ist teilweise echt genervt, wenn ich mal 15 Min Ruhe brauche, um abzupumpen.

Danke erstmal für die Antworten! :)
jusl
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von jusl »

Letzten Freitag war ich einer Stillberaterin. Mit dem BES haben wir nicht geübt. Ich hatte es gar nicht mit (und auch noch gar nicht erhalten glaube ich...) und es hätte da auch nichts gebracht, weil die Kleine so unruhig war. Ist irgendwie schwierig, einen Moment abzupassen, wo sie zwar hungrig, aber nicht zu hungrig ist.
Damit kann die Stillberaterin sicher umgehen. Ich würde vorschlagen: Bitte sie um einen schnelleren neuen Termin und lass Dir den Umgang mit dem BES AUSFÜHRLICH zeigen, probiere das BES mit Baby MIT HILFE des Stillberaterin aus. Mehrmals! Das ist der übliche Weg.
Meinen Mann werde ich eher nicht dazu bringen können, mich zur Stillberaterin zu begleiten. Er findet stillen sowieso nicht so wichtig und ist teilweise echt genervt, wenn ich mal 15 Min Ruhe brauche, um abzupumpen.
Verständlich. Unterstützung kann auch anders aussehen, als direkt am BES mit Hand anzulegen. Druck hilft da nicht. Spann lieber die Stillberaterin ein anstatt Deinen Partner. ;-)

LG
Julia
Rosenrot85
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von Rosenrot85 »

Hallo,

danke noch für die vorherige Antwort! :)

Ich habe mich nach frustrierenden Versuchen mit dem BES nun entschieden mich mit dem Gedanken ans Pumpstillen anzufreunden. Auch die Stillberaterin, mit der ich persönlichen Kontakt hatte, meint, dass dies in meiner persönlichen Situation wahrscheinlich das Beste sei.
Die Hauptsache ist für mich, dass die Kleine Muttermilch bekommt. Aus der Brust wäre schön gewesen, aber nach einigem Überlegen möchte ich die Versuche sie an die Brust zu bekommen nun erstmal aufgeben.
Der Stressfaktor ist für mich dabei einfach zu hoch und das Üben mit dem BES kann ich zuhause alleine nicht. Schnuller verbannen würde in der Praxis zu sehr viel mehr Stress führen, da sie zur Beruhigung der Kleinen echt Wunder wirken.
Ich fühle mich etwas als hätte ich versagt. Aber ich muss jetzt erstmal den ganzen Druck aus der Sache herausnehmen. Ständig abpumpen, Fläschen warm machen, frustrierende Anlegversuche, die enttäuschend für mich und meist mit viel Geschrei enden -- das zerrt an den Nerven und hindert mich teilweise daran die Zeit auch zu genießen.

Ich hätte noch eine Frage, vielleicht hat ja jemand Lust zu antworten:

Am Wochenende habe ich ein Seminar, welches morgens beginnt und bis abends geht.
Kann ich mal 12 Stunden nicht pumpen oder könnte das schon Auswirkungen auf die Milchproduktion haben?

Liebe Grüße und vielen Dank!
Rosenrot
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von Rosenrot85 »

Hallo,

falls hier nochmal jemand reinschaut, hätte ich folgende Frage:

Ich pumpe derzeit ca. 1,1 bis 1,2 Liter am Tag.
Allerdings beobachte ich seit einiger Zeit, dass meine Tochter die Muttermilch nur noch ungerne trinkt.

Oft läuft es so ab, dass ich eine Flasche Muttermilch erwärme. Davon werden dann vielleicht 20ml getrunken. Ich erwärme dann eine Flasche Pre und hier werden dann mal eben 200ml ausgetrunken.

Warum nimmt sie die Muttermilch nicht mehr gut an?
Ich mische derzeit schon 50%Pre/50%Muttermilch, damit sie überhaupt Muttermilch trinkt.

Hat jemand eine Idee?

Vielen Dank vorab und viele Grüße
Rosenrot
jusl
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von jusl »

Hallo Rosenrot85,

ich habe gerade Deinen ganzen Thread noch mal gelesen; das ist ja eine Riesenmenge, die Du an inzwischen abpumpen kannst. :shock: :lol:
Wie alt ist Dein Kind inzwischen? Und wie sah die Ernährung Deines Kindes in den letzten knapp 3 Monaten aus?
Dein letztes Posting klingt so, als hätte sich Dein Kind einfach an den PRE-Geschmack gewöhnt und zieht diesen eben vor, aber zur genaueren Einschätzung wäre es hilfreich, wenn Du kurz über die letzten Monate berichtest.

LG
Julia
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von Rosenrot85 »

Hallo Julia,

lieben Dank für die Antwort! :)

Meine Tochter ist jetzt 18 Wochen alt.

Ich pumpe deutlich mehr, seit ich mir selber den Stress mit den Anlegeversuchen (die leider eh nicht geklappt hatten) nicht mehr mache. Naja, und ich pumpe auch konsequent mind. 8 Mal am Tag.

Es gab in den letzten Wochen/Monaten durchaus Tage, an denen sie nur Muttermilch bekommen und getrunken hat.
Die Regel war aber, dass sie zur Muttermilch täglich noch etwa 200 Pre dazubekommen hat.

Vor etwa 3-4 Wochen hatte sie schon mal ne Phase, wo sie die Muttermilch nicht so gern getrunken hat. Aber das jetzt ist ja beinahe eine regelrechte Verweigerung.

Mein Mann mutmaßt ich hätte was gegessen, was sie nicht mag. Aber das erklärt a) nicht, warum sie schon seit mehreren Tagen/eine Woche die Muttermilch immer mehr ablehnt und b) glaube ich das einfach nicht, da ich mich nicht anders als sonst ernährt habe.

Liebe Grüße
Rosenrot
jusl
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von jusl »

Das sehe ich wie Du: Einen Zusammenhang mit der Ernährung halte ich auch für sehr unwahrscheinlich.

Lagerst Du die Muttermilch zunächst in Kühlschrank/Eisschrank, oder pumpst Du sozusagen "frisch ins Kind"?

LG
Julia
Rosenrot85
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Re: Hoffnung auf Vollstillen aufgeben?

Beitrag von Rosenrot85 »

Ich lagere die Muttermilch im Kühlschrank.

Die frisch abgepumpte Milch kommt immer gleich in den Kühlschrank, weil da schon ältere Milch wartet, die zuerst gefüttert werden muss.

Die frisch abgepumpte Milch muss ich, wenn ich sie mal frisch füttern sollte, sowieso noch erwärmen. Nach dem Pumpen ist die Temperatur bei etwa 32 Grad und das ist meinem kleinen Gourmet nicht warum genug. ;)

Liebe Grüße
Rosenrot
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