Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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mirahh
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von mirahh »

Ich kann gut verstehen,dass du dir Gedanken darüber machst, ob du deine Überlegenheit einsetzen sollst,um Grenzen zu setzen. Gerade dann, wenn man selber als Kind die Eltern oft bedrohlich erlebt hat. Ich denke auch oft darüber nach:
Es geht auch um MEIN Leben! Klar,ich liebe dieses Kind mit einer Tiefe, die vorher nie da war. Und ich tue VIEL für ihn wenn ich denke, dass er es braucht. Das geht auch über meine Kräfte manchmal. Aber ich tue nicht ALLES, weil er sich das in den Kopf gesetzt hat (Steckdose,Kabel,Hund beklettern, Brust kneifen...) manche Sachen sind verboten und manche sind für ihn verboten, für mich aber nicht (meine Harfe!). Und da setzte ich auch meine Überlegenheit ein. Ich trage ihn weg, sage deutlich nein und akzeptiere, wenn er dann schimpft. Aber das ändert nichts. Dann erst lenke ich ihn ab, biete Alternativen an.
Ich muss als Mensch auch schon für diesen keinen Menschen ein Gegenüber sein. Liebevoll, zugewandt aber mit Grenzen! Das ist der Spagat beim Eltern sein. (und auch in Partnerschaft,finde ich)

Das ist jetzt nicht wirklich was zum Thema schlafen aber ich habe einfach deine / eure Sorge rausgelesen, so zu sein, wie ihr es selber erlebt habt und nie sein wollt.
mirahh mit dem Kleinen (1/2012) und der Mini-Krabbe (3/2014) und dem Knöpfchen im Bauch (9/2016)
Mondenkind
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von Mondenkind »

Nachtrag: ich möchte hier nicht so klingen, als ob ich Deine Not nicht verstehe! Du hast meine vollste Empathie. Ich denke, Du bist in einem Lernprozess: Du hast nie gelernt, wie man seine Bedürfnisse so durchsetzt, dass der andere nicht zu kurz kommt, weil Deine BEdürfnisse immer ignoriert wurden. Das ging mir genauso. Ich bin auch immer noch im Lernprozess, nur schon viel weiter, ich bin aber auch erheblich älter als Du :wink: .

Du brauchst keine Angst vor der Zukunft zu haben, es wird sicher --- anders werden. :wink:
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
Ehut

Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von Ehut »

Mondenkind hat geschrieben:Ich verstehe hier das Problem nicht, ehrlich gesagt. :oops: Wieso kannst Du kein Glas Wasser trinken? Wasser trinken dauert doch nicht ewig... Dann trinkt man halt ein Glas Wasser. Und entweder kriegt er sein eigenes kleines Miniglas Wasser, wenn er eins möchte und Deins nicht haben soll, oder Du trinkst Deins aus und schlimmstenfalls motzt er halt. Ich hab auch lange nicht gewollt, dass mein Kind weint. Aber irgendwann musste ich mich von der Vorstellung verabschieden, dass das geht. Die Kinder regen sich mal auf, weinen mal und sind auch mal enttäuscht. Aber davon gehen die nicht kaputt und nehmen keinen Schaden. Hier geht es ja nicht um elementare Bedürfnisse, die sie verwehrt bekommen. Sondern sie kriegen mal nicht das in die Finger, das sie grad wollen. Oder es läuft mal anders, als sie sich das jetzt vorgestellt haben. Davon geht keine Kinderseele flöten. Und so weit, dass ich den ganzen Tag durste und mich abends dann total matschig fühle, gehe ich nicht. Meine GEsundheit und Funktionsfähigkeit sind auch wichtig und das kommuniziere ich meinen Kindern auch.

Randnotiz: mein todmüdes Kleinkind, das heute Nacht 2 Stunden wach war (saß im Bett und sagte "Gurke!" um 4 Uhr morgens), hat es weder vor noch nach dem Mittagessen geschafft, an der Brust einzuschlafen. Da kam Papa mit dem Tai, sie kam mit Gemotze. 2 Minuten, seitdem schläft sie selig im Tai. Wenn man böse ist, kann man das "ins Tuch ferbern nennen", ja. Ich sehe es aber anders. Beim Ferbern werden Bedürfnisse ignoriert. Wenn ich mit sanfter Konsequenz ein todmüdes Kind trotz seines Gemotzes ins Tuch setze, dann achte ich in dem Moment auf seine Bedürfnisse, denn ich weiß, dass das Kind den Schlaf in diesem Moment braucht, selbst aber noch nicht über die Fähigkeit verfügt, sich so zu regulieren, dass es das allein hinkriegt. Und nicht zuletzt weiß ich, dass es für unseren Familienfrieden wichtig ist, dass dieser Mittagsschlaf nicht erst um 16 Uhr 50 stattfindet.

Edit: viele Beiträge mittlerweile, musste zwischendurch nen Popo abwischen :lol: . Ich schick trotzdem ab.
Das unterschreib ich mal ganz fett und faul. Wichtig bei uns waren auch ganz lang wirklich absolut FESTE Rituale. Wenn ich merke das Kind wird abends nicht müde oder erst viel zu spät, haben wir den Tagschlaf reduziert oder sogar ganz gekippt, weil es uns allen einfach nicht gut tat! Abends gab es ein gemeinsames Essen, ich bin ein Fan von BLW, absolut, aber die Menge die er BRAUCHTE um wirklich satt zu sein hat er einfach nicht in den Mund bekommen weil er mit spielen abgelenkt war. Daher gabs dann Abends eben Griesbrei, Milchreis, Schnitte, was auch immer er in dem Alter eben mochte und verdauen konnte. Anschließend war Sendepause, es gab kein Spielen, kein Toben oder sonstige Aktivitäten sondern wirklich auf die NACHT vorbereiten mit einem entspannenden Bad, einer Fußmassage, sanftem Licht und zu einer bestimmten Zeit gings dann einfach ins Bett. Klar musste er nicht um punkt 7 Uhr schlafen, aber ab da waren wir dann wirklich im Bett und das Licht war aus. Klar nervts wenn das Kind abhaut aber wenn es partout nicht da blieb, wurde es eben in den Schlaf geschaukelt / getragen, weil ich einfach keine Lust hab mir das Leben schwer zu machen. Es hat ein paar Tage, wenn nicht sogar ein zwei Wochen gedauert, aber dann gings wirklich.

Und, ganz wichtig, ICH habe das übernommen, nicht mein Mann. Und wenn er es mal in zwei Jahren einmal gemacht hat ;) , hat er es genauso gemacht und nicht mit spielen o.ä. reingefunkt.

Alles Gute!
feuerdrache
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von feuerdrache »

Mit der Einschlafproblematik kann ich Dir nicht helfen.

Aber eines ist mir aufgefallen. Bei Deiner Beschreibung der Situation am Tisch, wenn er alles haben möchte, Du nciht mal mehr Wasser trinken kannst und er schreit und tobt. Und Du dann ein Problem hast, wie Du es machen sollst. Festhalten? Runterstellen? Alles geben?

Nachdem ich ja mittlerweilen 3 Kinder habe, bin ich zur Erkenntniss gekommen, dass ich als Mutter manchmal Dinge tun muss, die mein Kind in diesem Moment nicht verstehen kann. Das ich etwas verbieten muss (zB den Topf vom Tisch zu ziehen), was mein Kind toll finden würde, aber ich als Mutter muss weiter denken. Gut, der topf (im Beispiel) ist leer, es würde nichts passieren, aber das nächste Mal ist er voller heißer Suppe. Und das weiß mein Kind ja nicht. Denn das letzte Mal durfte es den Topf haben. Und jetzt auf einmal nicht. Da kann es schon passieren, das -zumindest bei meinen Kindern- Geschrei kommt. aber es ist meine Aufgabe als Mutter weiter zu denken, an Gefahren zu denken, von denen mein Kind ncihts weis. Dafür zu sorgen, dass meinem Kind auch in Zukunft das Gefühl bleibt "Mama passt auf mich auf". Das ist kein Wiederspruch (für mich halt nicht) wenn ich mal etwas verbiete oder auch sage: "einen kurzen Moment Geduld, Mama trinkt noch schnell das Glas Wasser aus". Meine Kinder haben öfters auf die Toilettentür getrommelt. Nur, da war für mich der Punkt, an dem ich für einen kurzen Moment aufs Alleinesein bestanden habe. Wir konnten uns durch die Tür unterhalten, war alles gut. Aber ich brauchte einfach die kurze Zeit alleine. Sonst geht es einfach nicht...
(Du würdest Deinem kind ja auch nicht eine Packung Rattengift zum Spielen geben, nur weil der NAger auf der PAckung so herzig aussieht. Das ist jetzt als Beispiel gedacht für "Mama erkennt Gefahren, die das Kind noch nicht einschätzen kann, und auch nicht verstehen kann" Denn auch eine Erklärung wieso diese PAckung nicht zum Spielen gedacht ist, wird ein Kind mit 10,5 Monaten nicht so verstehen können. Woher soll es sich Gift und Gefahr vorstellen, eine Ahnung von der Gefahr haben)

Zumindest meine Kinder haben ihre Grenzen gebraucht, und klare Ansagen. Natürlich versuchen sie immer wieder über die Grenzen zu gehen und die Kräfte zu erproben. Was ja ok ist und ich auch fördere (aber sag es ihnen bloss nicht, ich will auch noch Chancen haben....)

Ich weiß nicht ob es Dich beruhigt oder nicht, mein Großer hat noch immer Probleme mit dem Ausreden lassen, dem kurz warten können- was sicher mit seinem ADhs zusammenhängt. Was mir bei ihm aber deutlich aufgefallen ist- zuviel Action am Tag machte ihn dann abends derartig aufgedreht- da war an Schlafen nicht mehr zu denken. Also 2 Kinderspielplätze und Krabbeltreff und Essengehen- das hätte ich auf 3 Tage aufteilen müssen. Und der Große war ein extrem aktives Kind und lief mit 8 Monaten an der Wand entlang.
Geholfen hat: Mozart! und beruhigende leichte Klassik, und bei der Ernährung aufpassen. Kein Zucker, keine schnellen Kohlenhydrate, überhaupt wenig Kohlenhydrate abends. Dann schläft der Große besser.

Es ist ja nicht so, dass Du ihn quälst, wenn Du versuchst ihn ins Bett zu bekommen. Er braucht einfach Schlaf, und Du auch. Sonst klappst Du irgendwann zusammen (ich weiß wovon ich reden ,ich bin mit einem burn out mal zusammengebrochen, und Schlafentzug fällt unter Folter. Also auch wenn es Dir schwer fällt, Du als Mutter hast ein Anrecht auf Schlaf. Und ich denke schon, dass Du versuchen kannst, ihn (den Schlaf) zu bekommen. Dann bist Du ruhiger und Dein Kind hat mehr von Dir. (es gibt mir echt zu denken, dass Du schreibst, dass Du deine Stimme im Kopf nciht mehr hören konntest, pass bloss auf auf Dich!!!)

Wenn bei mir gar nichts mehr geht, auf die eine art, dann versuche ich es radikal anders. Versuche mal eine andere Schlafsituation. Es wurde vorgeschlagen, das mal der Papa ins Bett bringt. ODer dass der Abend fuuuuurchtbar langweilig werden soll (das klappt bei meinen Kindern gut). ICh habe stundenlang mit monotoner Stimme vorgelesen. LEise Musik gehört.
Jedenfalls hast Du mein Mitgefühl. Die Situation hört sich im Moment echt hart an.

Ich hoffe echt, dass ich jetzt nicht missverstanden werde. Ich habe versucht eindeutig zu formulieren. Aber das ist echt nicht meine Stärke.
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Kleeblattmama
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von Kleeblattmama »

Es gibt aber doch sehr viele Zwischenwege zwischen: "ich ignoriere die Bedürfnisse meines Kindes" und "mein Kind darf alles selbst bestimmen"!!

Natürlich ist dein Sohn in einem Alter, wo er alles haben will und alles interesant findet, was Mama oder Papa gehört. Trotzdem muss er aber auch den Unterschied zwischen "mein" und "dein" lernen. Im positiven Sinne!! Wenn du nicht möchtest, dass er aus deinem Glas trinkt, dann darf er das nicht. Punkt. Und dann trinkst du eben etwas, während er neben dir sitzt und motzt, und danach beschäftigst du dich wieder mit ihm, munterst ihn auf und tröstest ihn. Wo ist das Problem?

Ich bin genau aus den Gründen kein großer Freund vom "unerzogen" Konzept, weil ich dort genau diese Schwierigkeiten sehe. Viel näher steht mir da Jesper Juul, der immer wieder betont, dass die Eltern gut auf ihre eigenen Bedürfnisse schauen sollen und die Wünsche des Kindes und der Eltern gleichwertig nebeneinander abwägen sollen, um dann zu einem Kompromiss zu finden.

Und nochwas: ferbern light ist es nicht, wenn dein Kind auch mal lautstark seinen Unmut kundtut. Es hat ja noch nicht so viele Ausdrucksmöglichkeiten wie Erwachsene, von solchen Dingen wie Verständnis und Geduld ganz zu schweigen. Das wäre ja auch zu viel verlangt. Also, lass ihn motzen, wenn ihm etwas nicht passt, mit deiner Begleitung wird er den Frust auch gut durchstehen.

Liebe Grüße
die Kleeblattmama
Mama mit ihrem Glückskleeblatt 9/02, 8/04, 5/07 und 2/11

Wenn deine Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.
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bienenmeister
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von bienenmeister »

Kleeblattmama hat geschrieben:Es gibt aber doch sehr viele Zwischenwege zwischen: "ich ignoriere die Bedürfnisse meines Kindes" und "mein Kind darf alles selbst bestimmen"!!

Natürlich ist dein Sohn in einem Alter, wo er alles haben will und alles interesant findet, was Mama oder Papa gehört. Trotzdem muss er aber auch den Unterschied zwischen "mein" und "dein" lernen. Im positiven Sinne!! Wenn du nicht möchtest, dass er aus deinem Glas trinkt, dann darf er das nicht. Punkt. Und dann trinkst du eben etwas, während er neben dir sitzt und motzt, und danach beschäftigst du dich wieder mit ihm, munterst ihn auf und tröstest ihn. Wo ist das Problem?
Das ich das nicht schaffe. Es geht mir einfach so auf die Nerven, dass er schreit, heult und tobt, dass ich keinen Schluck runterkriege. Ich muss so oft sein Gemotze ertragen, gerade weil ich mich ja nicht zu Hause verkrümel, sondern viel mit ihm rausgehe. Jedes Mal Anziehen, Wickeln, ihm Sachen die er nicht darf wegnehmen etc pp - alles wird mit Weinen und Motzen quittiert, und jedes Mal tue ich es trotzdem, ziehe ihn trotzdem an, wickel ihn auch wenn er schreit, als ob ich ihn misshandeln würde. Deswegen trage ich ihn dann irgendwann auf dem Arm, trinke nichts, weil ich einfach mal NICHTS hören will, kein Geheule, kein Geschrei - ich tue das um eine akkustische und taktile (er haut ja auch immer) Auszeit zu haben.

Offenbar bin ich einfach zu weich :(
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

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maymay
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von maymay »

Hallo du!

Es tut mir leid, dass das alles so schrecklich läuft bei euch!
Ich hätte da aber gerade eine Idee, die vielleicht klappen könnte:

Wie wäre es denn, wenn du ein paar gaaaanz liebe tolle superduper Nachtlichter für ihn besorgst. Vielleicht mit ihm gemeinsam und ihm dann sagst, dass die ihn beschützen und die ganze Nacht für ihn leuchten. Es gibt sogar ganz tolle mit leiser Musik und Sternenhimmel, ja weil er es ja gewöhnt ist von der Couch das leichte gedimmte Licht und die leisen Hintergrundgeräusche.
Ganz liebe Grüüße



bienenmeister hat geschrieben:
jusl hat geschrieben:
Ich knick dann ein, weil ich wieder Angst habe, das Kind zu misshandeln. Gestern hat er pünktlich um 17 Uhr angefangen zu quengeln, 19 Uhr konnte ich nicht mehr, wir sind zu Hause angekommen und hab ihn auf der Couch in den Schlaf gestillt, aber er ist ja nochmal wach geworden und dann ging das Drama los. Wie sieht das praktisch aus? Jetzt (14 Uhr) schläft er grad mit Papa im FB, soll ich die beiden gleich wecken gehen und dann versuchen, das Kind sagen wir mal bis 21 Uhr wachzuhalten? Und wenn dann die Phase kommt, wo er nur noch weint (ab 17/18Uhr), "durchhalten" ? Auch wenn es über zwei drei Stunden geht? Mein Mann nennt das "ferbern light" :|
Sorry, mit Kindern, die echt über zwei oder drei Stunden WEINEN, habe ich keine Erfahrung. Klar wurden meine auch quengelig, wenn sie müde wurden, logo, aber ich konnte sie eigentlich immer ganz gut bei Laune halten. "Wachhalten" war bei uns nicht "irgendetwas bestimmtes tun", sondern eher "etwas bestimmtes sein lassen" :lol: , nämlich autofahren, oder zu lange zu gemütlich stillen, oder zu kuschelig im Tragetuch tragen - da wären sie natürlich sofort eingeschlafen. Von "ferbern light" oder sowas waren wir jedenfalls meilenweit entfernt.

Wir lassen ihn natürlich nicht einfach so Weinen. Wir überschlagen uns darin, ihn bei Laune zu halten und sind darin auch ziemlich gut. Aber die Grundstimmung ist mies. Und er ist auch irgendwie beschäftigt, zum Beispiel kleine Becher in große Becher zu stecken - weint aber trotzdem immer noch unterschwellig (mit roten Augen und Tränen), und heult dann zwischendurch wieder laut auf, ab auf den Arm, wieder versuchen, das Kind bei Laune zu halten. Aber es ist schrecklich, für alle Beteiligten.

Das mit dem Hinlegen klappt nicht. Ich lege ihn mit schon sachter Gewalt auf die Matratze neben mich (die Hinleg-Bewegung klappt nur angedockt), er saugt, dockt ab, wuchtet sich in den Vierfüßler und krabbelt weg. Er steigt aus dem Bett aus und irrt schreiend umher. Ich krieg ihn nicht hingelegt :cry: Soll ich ihn festhalten? Das hab ich in meiner Verzweiflung ja auch schon probiert, aber es ist Gewalt :cry:
Echt, im STOCKFINSTEREN? Ist ja' Ding - da weiß er doch gar nicht, wo er hin muss, wenn er gar nichts sieht?!?
Wie wäre es denn, wenn Du ihn stattdessen im Dunklen auf dem Arm behältst und zunächst kräftig, später dann ganz ruhig wiegst? Das ging bei uns auch sehr gut. Wirklich hilfreich war bei uns, dass es GANZ DUNKEL war, und KEIN PROGRAMM mehr lief. Wir haben höchsten ganz leise was geflüstert oder gesungen oder so.
No entertainment.

VIel Glück!
Julia
Wir haben Verdunklungsrollos UND dunkle Vorhänge UND wohnen am Stadtrand, wo es nachts stockeduster ist. Er steigt trotzdem aus dem Bett und irrt rum, ohne Scheiß. Und er brüllt schon wenn man ihn nur ins dunkle Zimmer trägt. Gestern habe ich sogar dem Wecker den Strom genommen, damit die Ziffern nicht mehr leuchten. Am besten hat es bisher (über die gesamte Zeit mit unserem Kind gesehen) geklappt, wenn wir in unserer Couchecke bei gedimmten Licht waren, und wir uns normal laut unterhalten haben oder das Radio oder leise irgendeine Tierdoku im TV mit einer beruhigenden Morderatorenstimme lief.

Ich hab die beiden jetzt aus dem Bett geholt und jetzt werden wir wieder rausgehen.[/quote]
Liebe Grüße
maymay's little Mila 11/12
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greenie bird
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von greenie bird »

Jetzt wurde ja schon so viel geschrieben...ich hoffe ich darf auch noch etwas schreiben.

Zu allererst: Das kommt mir bekannt vor! Meine Tochter würde niemals allein einschlafen. Da mir mein 'Feier'Abend auch immer wichtig war, habe ich auch 2 Std. im Bett neben ihr verbacht. Denn auf dem Sofa einschlafen bei Licht und womöglich noch, wenn ich rede? Niemals! Sie hatte immer einen sehr leichten Schlaf- wenn der Boden knarzte, so bald ich rausschleichen wollte- mööööööp. Bitte fangen sie von vorn an. > Ich bin durch viele Phasen gegangen...Wut, Trauer, Verzweiflung *gequältgrins* bis ich endlich schaffte es so anzunehmen. Ja, dann eben kein gemütlicher Abend mit meiner Lieblingsserie oder ein paar Worten mit meinem Mann. Am Einschlafen hat sich wenig geändert, aber an meiner Stimmung ;)

Jedenfalls musste ich sie auch immer im Arm halten und schaukeln- das habe ich bis knapp zwei Jahre gemacht so lang ich abends konnte, denn sie brauchte auch diese Begrenzung, auch wenn sie - so wie Du es nennst- manchmal KungFu betreiben wollte. Sie hatte die Augen schon gut zu, Schlafatmung und plötzlich zappelte sie wieder los oder quiekte. Auch beim allein liegen war sie eben nicht glücklich, da war mir lieber, dass ich sie im Arm habe, auch wenn ich sie spürbar (!) umarmen musste. Anders kam sie nicht zur ruhe und beim wach bleiben war sie unerträglich.
Heute ist sie 5 und hält natürlich ohne Schlaf ewig durch, aber sie schläft am nächsten Tag nicht länger, so dass der Folgetag zum abgewöhnen ist. Ich bestehe also auf relativ gleiche Bettgehzeiten, weil ich auch kein ewiges Geknatsche ertragen kann.

Diese ganzen Geräusche lassen mich auch oft fast platzen, aber oft hilft es die Dinge zu erklären. Auch bei den Kleinen. Schließlich gibt es Gründe, warum wir etwas nicht erlauben können, wenn es kein triftiger, wirklich logisch verständlicher ist, ist er dann wirklich nötig?

Aber zurück zum Schlafen, also Licht gab es bei uns auch nie, damit eben nicht wieder irgendetwas erblickt wird, aber wenn ihr das braucht, dann stell doch ein kleines Nachtlicht dazu.
Übrigens ergießt sich auch heute noch ein nicht enden wollender Redenschwall über mich und den kleinen, wenn wir im Bett liegen und sie müde ist...dem ging dann meist der körperliche Aussetzer voraus ;)
Aber sie ist ohnehin ein Wirbelwind.

Meine Schwester erzählte mir auch immer von ihrem Sohn, dass er auch immer im Bett vor dem Schlafen schrie vor Müdigkeit und einfach nicht verstand, dass er sich ja nur hinlegen braucht und die Augen zuzumachen. Und getragen werden 'wollte' er ja auch nicht.
Das beschreibt vermutlich auch unsere Situation- ich fand das aber so schrecklich das Kind dann einfach, weil es ja sowieso schreit, auch noch damit allein zu lassen. Wenn mein Kind schon schreit, dann wenigstens bei mir, auch wenn es manchmal gezappel gibt, denn das nicht festhalten führt ja offensichtlich auch nicht zu erwünschten Ruhe- kann also auch nicht 'richtig' sein. Da habe ich nie verstanden, warum man ihn dann allein lässt anstatt diesen schwierigen Übergang vom Wach sein über das Einschlafen bis hin zum Schlaf mit zu 'durchleiden'- es zu begleiten, auch körperlich.
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
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bienenmeister
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von bienenmeister »

ER SCHLÄFT !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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bienenmeister
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Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?

Beitrag von bienenmeister »

greenie bird hat geschrieben:Jetzt wurde ja schon so viel geschrieben...ich hoffe ich darf auch noch etwas schreiben.
Danke Dir! ich sauge eure Worte auf. Ich muss darüber reden, es muss raus, ich habe das Gefühl, ich werde verrückt!
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

.... lost in translation ....
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