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Re: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 11:37
von 08u11
Hallo Sakura,
ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, wo Dein Problem ist. Die 'schlechte' Angewohnheit bezog sich nur auf das 24h/Tag schnullern eines fast 20Monate alten Kindes, der bis vor ein paar Wochen noch gut damit leben konnte, den Schnuller zum Schlafen zu haben und wach (wenn überhaupt) mal die Brust und bei der TaMu auch weiter kaum einen Schnuller braucht. Das finde ich insofern schlecht, als es nicht unbedingt zu einer guten Saugtechnik beim Stillen beiträgt (was richtig wehtun kann) und dem Kind auch schaden kann (Kieferverformung und dadurch Ausspracheschwierigkeiten, ...). Klar, wenn das Kind ein wirkliches Saugbedürfnis hat, muss das befriedigt werden - eventuell auch mit Schnuller. Aber eben nur dann. Ansonsten ist Kuscheln, Schmusen, ... vielleicht die bessere Alternative. Ich wage zu behaupten, ein Kind, das tatsächlich ein Saugbefürfnis hat, macht das auch deutlich, wenn es nicht erfüllt wird (quengeln, weinen, motzen, ...). Ein Kind, das kurz nach dem Schnuller verlangt, ihn nicht bekommt und wenige Sekunden später aber auch so glücklich und zufrieden ist, hatte kein wirkliches Saugbedürfnis. Wohlgemerkt: Ich denke nicht, dass J. hier etwas falsch macht (auf keinen Fall!!!) Der Fehler liegt bei mir. Denn Schnullergeben ist einfach, sonst müsste ich ja darüber nachdenken, was er wirklich/sonst noch braucht und mich mit ihm beschäftigen. Bei mir schwingt da auch etwas die Erfahrung mit A. mit: Der hat auch sehr lange ständig geschnullert und wir dachten immer: Er braucht das noch! Saugbedürfnis, und die anderen Umstellungen: erst kleiner Bruder, dann KiGa-Eingewöhnung. Bis wir uns dann endlich doch getraut haben, die Schnullerfee zu gewöhnen - und siehe da: auch Leben ganz ohne Schnuller war von jetzt auf gleich gar kein Problem. Daher mein Verdacht, dass Schnullern nicht unbedingt und immer ein wirkliches Bedürfnis sein muss (sonst hätte A. sich niemals so einfach Entwöhnen lassen). Bei LZS kann es durchaus auch sein (muss aber nicht), dass es kein eigentiches Bedürfnis, sondern 'nur' noch Gewohnheit ist. Da diese Gewohnheit aber nicht die Risiken von künstlichen Saugern hat, würde ich hier eher von einer guten Gewohnheit sprechen. Ich hoffe, es ist klar geworden, was ich meine. Nochmal: Unbehaglich finde ich ich mein eigenes Verhalten. Niemals würde ich einem fremden Kleinkind mit Schnuller o. ä. unterstellen, es hätte schlechte Gewohnheiten oder die Mutter wolle sich nicht mit ihm befassen. Das ist völliger Quatsch!
Okay, aber das hier war Kathas Threat und soll auf ihr Problem eine Antwort finden. Und da geht es ja nun wirklich um ein richtiges Baby, das eben mal die Flasche nimmt. Also doch ein bisschen ein anderes Problem als bei uns. Deshalb klinke ich mich jetzt hier aus. Bin aber trotzdem gespannt auf Eure weiteren Erfahrungen und Tipps.
Re: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 11:55
von Cocorella
Ich glaube nicht, dass mann da einen allgemeingültigen Tipp geben kann. Da ist doch jedes Kind unterschiedlich.
Die Hamsterbacke verweigert jegliche künstlichen Sauger und nimmt auch keinen Daumen. Unter einem Jahr haben wir einfach noch sehr viel gestillt und er hat sein Saugbedürfnis darüber befriedigt.
Danach wurde das Stillen weniger, er braucht stattdessen aber keinen Ersatzsauger, also denke ich, ist das Saugbedürfnis einfach nicht mehr so stark wie vorher. Es kommt durchaus vor, dass er mal 5-6 Stunden gar nicht stillt, auch wenn ich da bin. Schlafen ohne Stillen geht aber auch bloß mittags im Kiwa oder Auto, aber es geht.
Wenn bei euch das Einschlafen beim Papa ohne die Flasche ein Problem ist, würde ich sie ihm einfach geben. Ihr macht das ja schon länger, braucht also wegen einer Saugverwirrung keine Angst mehr zu haben. Oder hab ich das falsch verstanden?
Und wie das irgendwann mit Fremdbetreuung aussieht, kann dir natürlich keiner sagen und bis dahin kann sich noch so viel verändern. Mein Sohn hat innerhalb weniger Tage vom Vollstillen zum Essen gewechselt und zeitgleich wurde das Saugbedürfnis weniger. Hätte ich vorher nie mit gerechnet.
Lass es einfach auf euch zukommen. Vielleicht wird es gar kein Problem werden.
Re: AW: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 12:04
von Whity
Unser Kleiner ist 10 Monate alt. Schnuller nimmt er keinen. Er findet ihn nur witzig, schüttelt sich wenn er richtig im Mund landet und spuckt ihn dann direkt aus. Bei der Flasche (kennt er von seiner Schwester), beißt er unten rein. Flasche ist also auch doof. Ich war in der letzten Zeit drei Mal für etwa 3 bis 4 Stunden weg. Er isst dann und trinkt Wasser aus einem Strohhalm-Becher. Wenn er müde ist, schläft er auch mit Papa zusammen im Bett.
Große Tochter liebte Schnuller und Flasche, auch über Tag ging es nicht ohne. Mit 14 Monaten haben wir einen Versuch bei der Tagesmutter gestartet. Schlafen war dort kein Problem (wie die anderen in einer Wippe oder auf einer Matratze am Boden). Obwohl sie Zuhause tagsüber ohne Flasche nicht auskam, trank sie dort nie eine und hat einfach mitgegessen. Ab dann wurde die Flasche aber auch nur noch von mir akzeptiert.
Woanders ist anders als Zuhause manchmal aber auch kein Problem. Jedes Kind ist doch auch anders.
via mobile phone
Re: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 13:07
von EhUSb
Naja, die Frage ist ja: Habt ihr Alternativen zu künstlichen Saugern? Ob Schnuller oder Flasche ist da ja erstmal egal, die Gefahr der Saugverwirrung besteht ja bei beidem. Was ich mit meiner Frage meine: Hat dein großer Hase den Eindruck, der kleine Hase MUSS sein Saugbedürfnis befridigen, um einschlafen zu können? Dann sollte er es dürfen, finde ich. Ob nun per Flasche oder Schnuller, müsstet ihr sehen - wenn dich das Abpumpen so sehr stresst, könntet ihr evtl. einen Schnuller probieren, allerdings ist ja die Frage, ob dein Kind das eine gute Idee findet.

Die drei Schlucke, die er trinkt, lassen mich vermuten, dass es nicht um Hunger geht - sonst würde er wohl mehr trinken bzw. die MuMi auch aus dem Becher nehmen - sondern dass er evtl. wirklich das Saugen braucht.
Vielleicht hat dein Mann aber auch den Eindruck, dass dein Sohn Schwierigkeiten hat, eine liebes Einschlafritual weglassen zu müssen? Das darf er dann natürlich blöd und ärgerlich finden, aber da würde ich versuchen, ob nicht ein anderes Ritual funktioniert - Geschichte erzählen, singen, tragen...
Ich weiß - die Unterscheidung, ob dein Kind das Suagen BRAUCHT oder es WILL, ist nicht einfach. Aber ich finde das ganz fundamental.
Falls es dir hilft: meine Tochter nahm nur in den ersten zwei Monaten einen Schnuller, Flasche nie. Im Alter deines Sohnes ist sie mal problemlos sechs Stunden beim Clarapapa geblieben, hat gegessen und geschlafen. Jetzt ist sie täglich sieben Stunden in der Kita, wir haben ihr einen Nuckel dagelassen, weil ich eben auch nicht wusste, ob sie nicht vielleicht doch mal nuckeln will in der Zeit. Will sie aber nicht. Sie stillt lange und genüßlich, wenn ich komme, das reicht ihr. Ich denke mal, das ist von Kind zu Kind sehr sehr individuell.
Re: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 13:29
von 08u11
Ich weiß - die Unterscheidung, ob dein Kind das Suagen BRAUCHT oder es WILL, ist nicht einfach. Aber ich finde das ganz fundamental.
Unterschreib! Das ist kurz und knapp das, was ich so lang und verworren geschrieben habe. Aber ich finde auch das Unterscheiden nicht ganz einfach und weiß auch nicht ob man das bei jedem Kind ein- für allemal festlegen kann oder immer wieder neu entscheiden/ausprobieren muss.
Re: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 13:33
von Sakura
08u11 hat geschrieben:Hallo Sakura,
ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, wo Dein Problem ist.
Ich habe keines

. Hier wurde eine Frage gestellt, und um Antworten gebeten, und ich habe meine persönliche Meinung dargelegt, und auch immer wieder klar als persönliche Meinung gekennzeichnet. Ich habe sogar gebeten, dass man mich korrigiere, falls meine Ansichten grob dem gängigen Wissen widersprechen. Bis dahin erlaube ich mir oben dargelegte Auffassung, die aber keine hier teilen muss.
Re: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 13:47
von Kinsale
Ich habe jetzt nicht alles gelesen und auch keine richtige Ahnung was Saugverwirrungsgefahren angeht- ich kann nur von meinen Erfahrungenbezügl. Fremdbetreuung berichten.
Meine Tochter wurde ab 6 Monaten fremdbetreut. Schnuller und Flasche nahm sie beides nicht. Ich hätte sonst abgepumpt und Milch mitgegeben in die Kita. Da meine Arbeit flexibel und in der Nähe (3min Fußweg) war, blieb sie anfangs einfach immer dort bis sie hungrig wurde. Bei den ersten Hungerzeichen wurde ich angerufen. Ich kam dann zum Stillen und habe sie dann mitgenommen. Das waren zunächst 2,5, später dann bis zu 4,5h.
Schlafen war übrigens kein Problem. Die Erzieherin hat sie in den Schlaf getragen und dann abgelegt. Warum das bei ihr geklappt hat, kann ich auch nicht sagen - bei mir wäre das nie gegangen.
Sie hat problemlos gestillt bis 2,5 Jahren und hatte nie einen Schnuller. Daumen gelutscht hat sie auch nie. Ich denke, ab einem bestimmten Alter kann das Saugbedürfnis auch "aufgespart" werden, so wie Sommerbaby das schreibt wurde bei uns auch besonders ausgiebig gestillt, wenn ich länger weg war. Oder auch nachts nachgeholt *gähn* Aber alles in allem ging das problemlos.
Aber in Betreuung ist ohnehin vieles anders. Frag doch die TaMu einfach wie sie das handhabt. Ich kenne durchaus einige Kinder, die in Betreuung in den Schlaf getragen wurden. Die Erzieherin meiner Nichte hat sogar eine Trageberatung gemacht

Und dann lasst es auf euch zukommen, es kann gut sein, dass Euer kleiner Hase in Betreuung ganz anders ist als zu Hause.
Re: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 14:00
von jusl
Wäre klasse, wenn Ihr, Jusl oder Mondenkind, noch was schreiben könnten.
Julia, Deine saugerfreien Kinder waren doch auch Fremdbetreut?

sorry, irgendwie bin ich durch den ganzen Thread nicht mehr so richtig durchgestiegen. Ich versuch's trotzdem noch mal:
Bislang dachte ich, künstliche Sauger vermeidet man, weil sie Saugverwirrung auslösen können bzw. den natürlichen Abstillprozess stören.
Richtig, das sind gute Gründe, auf künstliche Sauger zu verzichten.
Bislang dachte ich, dass gestillte Kinder trotzdem Fremdbetreut werden können.
Selbstverständlich.
Kl. Hase stillt über den Tag verteilt noch sehr häufig, egal wie viel er Beikost isst.
Das ist auch völlig OK, aber das heißt nicht, dass er in einem anderen Setting nicht auch mit weniger Stillen glücklich wäre. Meine Kinder z.B. stillten viiiiel mehr, wenn ich zuhause am Computer saß. Wenn ich zuhause was anderes gearbeitet habe und im ganzen Haus herumgelaufen bin (also durchaus verfügbar, aber eben nicht nur "rumgesessen"), gaaaanz deutlich weniger. Mit anderen Worten: Den Kindern war einfach langweilig, sahen mich da sitzen, und das reichte schon, um den Impuls "oh, ich könnte ja mal stillen" auszulösen.
Heißt das mein Freund sollte doch Fläschchen geben (bin nächste Woche wieder die 2h weg)?
2 Stunden kann mit Sicherheit JEDES Stillkind problemlos saugerfrei überstehen, wenn die Mama nicht da ist! Egal ob neugeboren oder Kleinkind oder dazwischen. Wer Durst hat, kann ADERS ein paar Schluck trinken; wer orale Stimu nimmt, kann Finger nehmen, entweder eigene oder andere. Fläschchen würde ich DAFÜR definitiv nicht einführen. Dein Mann wird Euer Kind sicher 2 Stunden bespaßen können.
Und bei TaMu Fläschchen oder Schnuller?
Kommt drauf an, wie lang das Kind dort ist und was dort noch so passiert. Wenn dort lauter Schnullerkinder herumlaufen, wird ein Kind mit starkem Saugbedürfnis sich einen Schnuller von dort schnappen. Wenn dort lauter Däumchenkinder herumlaufen, wird ein Kind mit starkem Saugbedürfnis das mit Sicherheit auch ausprobieren (exakt so bin ich als Kind zum Daumennuckeln gekommen, kann ich mich super dran erinnern. Nach meiner Schnullerentwöhnung haben mir das die anderen Kinder "beigebracht", und es blieb dann jahrelanger Begleiter; kein Witz).
Jedenfalls: so oder so wird es kaum nötig sein, Deinem Kind extra Sauger bzw. Sauggelegenheiten anzubieten. Es wird sich bei entsprechendem Bedarf selbst damit versorgen.
Oder hängt es vom Kind und/oder Stillhäufigkeit ab?
Bei letzterem, gute Nacht Fremdbetreuung.
Bestimmt nicht. Von der Stillhäufigkeit zuhause kann man nicht sicher auf das Verhalten des Kindes in einem anderen Setting zu schließen.
Probieren geht auf jeden Fall über Studieren. Zuversichtlich drangehen, das wird schon!
Kannst Du mit diesen Zeilen etwas anfangen?
LG
Julia
Re: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 14:12
von jusl
Achso, vielleicht noch kurz zum Thema "Saugbedürfnis" - der Begriff ist ja immer irgendwie schwierig:
Also ein "starkes" Saugbedürfnis ist in den ersten Lebensmonaten normal. Es gibt auch Kinder, die im ganzen ersten Lebensjahr ein unverändert starkes Saugbedürfnis haben. Aber in den Kleinkindjahren ist es keineswegs normal, dass das Bedürfnis "unverändert stark" bleibt. Es nimmt ab, definitiv!
Das lässt sich immer super daran sehen, dass Kleinkinder viel mehr stillen, wenn die Mama alleine mit dem Kind zuhause hockt, draußen regnet's, beide schmoren im eigenen Saft und langweilen sich auf gut deutsch zu Tode...niemand hat dann Lust auf gar nix, gute Ideen fehlen, und das Kind kommt alle halbe Stunde an, weil es schlichtweg nichts besseres zu tun hat. Passt auch zu meinem Computer-Beispiel, siehe oben. Wenn hingegen irgendwas interessantes passiert, draußen, mit anderen Leuten, mit anderen Kindern, sieht das gleich ganz anders aus!.. Ich bin sicher, das "echte" Bedürfnis besteht zunehmend in einem anregungsreichen Umfeld, mit vielen lieben Leuten und guten Gelegenheiten, ungestört auf Entdeckungsreise gehen zu können. Und nicht im alle halbe Stunde stillen Wollen.
LG
Julia
Re: Saugbedürfnis noch so stark? Bitte Ideen
Verfasst: 21.11.2012, 17:18
von bienenmeister
Und was ist mit Durst?
Ich war heute für fünf Stunden im Kindercafe, ich habe meinen Sohn nicht einmal auf dem Schoß gehabt, meistens sieht er mich nicht mal wenn er in der Spielecke ist (Der Kinderzaun ist dafür zu hoch). Die Muttis die auf ihn aufgepasst haben (ich bin krank und habe mich in die Erwachsenenecke verkrümelt) haben berichtet, dass er sein Spielzeug in die Ecke wirft und schnur stracks wegkrabbelt - zu mir - dann stillt er, dockt ab, windet sich vom Schoß und ist aber genauso wieder zurück in die Spielecke gekrabbelt, ins Getümmel.
Also auch mit maximaler Bespaßung haben wir weiterhin einen kurzen Stillabstand von immerhin noch stündlich.