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Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 17:20
von EhUSb
Nee, nee, das würde ich glaube ich ignorieren. :-) Meine Brust ist in etwa so "unappetitlich" wie mein Unterarm, finde ich - und was soll ich auch machen? Verschämt auf der Toilette stillen? DAS fände ICH unappetitlich... :-)

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 19:30
von morgenstern
Ich empfinde es in meinem Umfeld so, dass jede Mutti erstmal versucht zu stillen.
Aus dem GVK von 8 Mamis haben 2 noch im Krankenhaus versucht zu stillen, es dann aber nach ein paar Tagen aufgegeben (bei der einen kam kein Milcheinschuss und bei der anderen war es wahrscheinlich sehr
unentspannt, so dass sie entschied die Flasche sei die bessere Lösung für beide).
Nach 8 Wochen haben dann 3 weitere Mütter angefangen Flasche zu geben. Grund war bei allen, dass die Milch nicht mehr gereicht hat.
Wir drei andere stillen noch (5 Monate, 4 Monate und 3 Monate alte Kinder).8
Schade finde ich, dass nicht im GVK oder durch die hebamme darauf hingewiesen wird, dass es Stillberaterinnen gibt. Die einfach vielleicht auch etwas mehr Zeit und Herz für die Stillprobleme haben.
Mir und einer anderen Mutti aus dem Kurs hat die Stilberaterin geholfen einfach mehr Mut und Vertrauen zu fassen, dass die Milch reicht und alles gut läuft. Ich würde sogar soweit gehen
zu sagen, dass die ein oder andere Mutti aus dem Kurs mit einer Stillberatung auch den Sprung über die 8 Wochen geschafft hätte.
Stillbeginn wird schon gefördert und ist auch "gern gesehen". Schade, dass danach nur so ein Lochentsteht. Hier würden mehr Infos wie in diesem Forum zu finden und die mehr Infos über die
Existenz von Stillberaterinnen sicherlich der ein oder anderen helfen.
Ich hatte vorher keine Ahnung von Langzeitstillen und dass es ausgebildete Stillberaterinnen gibt. Wie es nach den 6 Monaten so weitergeht hab ich noch keine Erfahrung.
Bisher hab ich aber von den meisten gehört, dass der Brei spätestens ab dem 6. Monat d

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 19:31
von Ursi99
Schmul hat geschrieben:Mal gucken, wie die's dann amchen, nachdem sie gesehen haben, wie gut unsere Kinder gedeihen! :wink:
Ich bin ehrlichgesagt ziemlich stolz drauf, dass ich meinen Freundinnen, die gerade ihre ersten Kinder bekommen (haben), relativ wertfrei meine Sichtweise nahebringen konnte. :D
zb. BLW war ihnen - wie mir vorher auch - gänzlich unbekannt. Ebenso meine Sichtweise zum Thema Familienbett (da hatten anfangs alle - wie ich auch - total Angst davor wg. plötzlichem Kindstod), Tragen /Bedürfnisbefriedigung etc. Ich will auch niemand bekehren, aber freue mich, wenn ich wenigstens zum Nachdenken anregen kann.
Für eine Freundin war/bin ich z.B. das absolute Still-Vorbild - und für sie war es dann ganz furchtbar, als sie tatsächlich trotz intensivsten Bemühungen nicht stillen konnte. Zum Glück konnte (gerade) ich sie dann aufbauen und ihr klarmachen, dass sie deshalb keine schlechtere Mutter ist. Irgendwie war ihr das dann besonders wichtig, das von mir zu hören.

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 19:37
von morgenstern
die Milchmahlzeiten ersetzt.
Ich lasse das auf mich zukommen und habe es momentan auch nicht eilig mit Beikost (auch wenn die Fragerei danach langsam nerven) bzw. wird dann trotzdem einfach weitergestillt und auch wenn unser Stillen meistens nicht so super entspannt ist so stille ich mittlerweile auch einfach unterwegs und finde es zu schön um es in nächster Zeit aufzugeben. Ich wurde auch noch nie blöd angeschaut wegen stillen, eher ist es den meisten im ersten
Moment peinlich, wenn sie es bemerken und sie schauen betreten weg.
Ich kann mir aber vorstellen, dass Flaschenmamas oft den Zwang empfinden sich zu rechtfertigen und LZS Mamas ebenso.

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 21:38
von himbär
bei uns ist es oftmals kein großes thema und wenn dann wird es eher sehr positiv kommentiert. allerdings ist mein kleiner auch noch keine 3 monate alt. der freund meiner besten freundin allerdings findet stillen ekelhaft (da hat er ja glück, dass wir uns so selten sehen, würde mich nämlich deswegen nicht verstecken) und will für seine zukünftigen kinder definitiv fläschchen. keine ahnung wo das herkommt. und eine bekannte meinte letztens stillen wär ok, nur in der öffentlichkeit bitte nicht und schon gar nicht im restaurant. ich habe sie daran erinnert, dass das ja nun kein hobby von mir ist sondern ich ernähre schlichtweg nur mein kind und das ganz normal und wenn es hunger hat ist es mir erstmal total egal wo ich bin, dann bekommt mein kind zu essen.
hab auch schon an den verschiedensten orten gestillt und wenn es auffiel (noch klappt es ganz gut mit tuch um die schultern, ein wenig privatsphäre hab ich schon gerne, da mein kleiner gerne mal abdockt besonders wenn es viel zu sehen gibt) wurde meist nur nett gelächelt. aber mal schauen wie das später wird. jetzt darf ich mir schon anhören, dass lzs psychische schäden hervorrufen kann und das kam wohlgemerkt von einer erzieherin als ich meinte ich kann mir das bis 3 eigentlich gut vorstellen. und mein freund findet es auch komisch wenn man länger als ein jahr stillt.
bin mal gespannt wie viele noch beim babyschwimmen und im rückbildungskurs stillen.

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 22:06
von Häsin
Bezüglich der gesellschaftliche Vorstellung was das Stillen betrifft, finde ich immer die gesetzliche Lage interessant. In Großbritanien gibt es wohl ein Gesetz, dass es verbietet, Stillen in der Öffentlichkeit zu verbieten. Ähnliche Gesetze sind mir in Deutschland und Österreich nicht bekannt.

Vor kurzem war ich bei einer Museumsführung speziell für Mütter mit kleinen Babys. Da wurde mir gesagt, ich könne natürlich stillen- im Atelier, für das ich während dieser Führung einen Schlüssel bekommen könne, aber in der Ausstellung nicht! Solange Stillen in staatlichen Museen nicht grundsätzlich erlaubt und normal ist, stimmt was nicht mit den gesellschaftlichen Vorstellungen übers Stillen. Denn was ist die Folge: dass Mütter von Säuglingen zuhause bleiben (am besten noch "hinterm Herd") Das ist diskriminierend.
Außerdem teile ich den Eindruck, dass es ein sehr engen Bereich des gesellschaftlich Akzeptierten gibt: nicht stillen ist nicht Ok und zu lange stillen ist auch nicht OK. Stillen wird offensichtlich nicht als Teil des privaten Lebensstils angesehen sondern als Mutterpflicht, die ähnlich wie die Schulpflicht oder die Wehrpflicht etc. eine bestimmte definierte Länge hat. Alles andere ist herzlos oder pervers. Das ist ebenfalls diskriminierend.

Ich habe in einem stillfreundlichen Krankenhaus mein Kind bekommen. Bevor ich es überhaupt anschauen konnte, wurde ihm meine Brust in den Mund gestopft. ich habe mich gefühlt wie eine Milchkuh. Auch das sagt etwas über gesellschaftliche Vorstellungen zum Stillen aus. Mütter sollen sich nicht so anstellen, Würde, Respekt und eine Stillbeziehung die von beiden in Freiheit mitgestaltet wird haben keinen besonders hohen Stellenwert. Vielleicht macht man sich einfach zu wenig Gedanken über dieses Thema. Vielleicht sollte sich auch der Feminismus dem mehr annehmen.

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 07.05.2012, 03:48
von seelenkind
In Berlin habe ich das Stillen eigentlich als etwas sehr selbstverständliches, akzeptiertes erlebt. Dort ist es allerdings auch einfach, Mütter mit einer ähnlichen Grundeinstellung zu treffen. In den Kursen, in denen wir waren, wurden alle Babys und teilweise auch die älteren Geschwister dazu gestillt. In dem Krankenhaus, in dem ich entbunden habe, haben wir uns gut betreuut gefühlt, und auf "unserer" Neugeborenenintensivstation (anderes Krankenhaus, das erste babyfreundliche in Deutschland) haben sich Ärzte und Schwestern sehr ums Stillen bemüht, auch bei schwierigen Fällen, unsere Kinderchirugen und unsere Kinderärztin (Gastroenterologin) fanden/ finden es allesamt super, dass ich noch stille.

Komischerweise bekomme ich hier viel mehr Gegenwind, obwohl hier das Trinkwasser nicht einfach aus dem Wasserhahn kommt und Milchpulver für viele unerschwinglich ist. Hier ist Ersatznahrung etwas, das man sich leisten können muss, ein Zeichen von Wohlstand. Hier bekomme ich ständig zu hören, ich solle doch endlich abstillen und meinem Kind die Flasche geben- dabei ist sie inzwischen zweieinhalb und selbst, wenn ich abstillen würde, käme ich sicher nicht auf die Idee, jetzt noch mit dem Fläschchen anzufangen :lol: Ich habe in den letzten sechs Monaten ungelogen noch keine einzige Mutter in der Öffentlichkeit stillen gesehen, aber dafür ziemlich viele Flaschenkinder und Mütter, die schreiende Babys herumtragen oder -schieben. Die Stillmütter gehen zum Stillen nämlich ins Auto :shock: Ein stillfreundliches Krankenhaus zu finden wäre eine grosse Herausforderung, dafür kann man in einigen Privatkliniken den Kaiserschnitt inkl. Frühstück zum Wunschtermin buchen :roll: Als ich 2009 schwanger war, wurde mein Mann ständig gefragt, ob wir denn schon einen Termin für die Geburt gemacht hätten- dass das KInd dann geboren wird, wenn es eben soweit ist, war für viele ziemlich schwer zu erfassen- und dass ich immer noch stille, obwohl mir deswegen demnächst die Zähne ausfallen und sämtliche Knochen brechen werden, begreifen viele noch viel weniger...

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 07.05.2012, 06:39
von weeka
@seelenkind: das ist dann aber auch eine bestimmt schicht, die sich einen wunschkaiserschnitt bestellt und leisten kann, oder? und zum stillen im auto, hmm, da muss man doch erstmal ein auto haben :-), wieder die frage des geldes...

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 07.05.2012, 10:13
von Schmul
Also um mal ganz ehrlich zu sein, habe ich bis vor ca. 2 Jahren auch noch gedacht, dass das ja irgendwie komisch sei, wenn die Kinder schon laufen und womöglich auch noch sprechen können und trotzdem noch gestillt werden. Ich kannte einfach auch niemanden, der das so macht...Und jetzt stille ich selbst meinen bereits laufenden, zu sprechen beginnenden Sohn.
Ist echt schade, dass man bevor man Kinder hat, meist so wenig in Kontakt mit Stillenden gerät. Dadurch bilden sich viele Vorurteile.

gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 07.05.2012, 19:30
von schatzperle
@Schmul
Das kann ich total unterschreiben!


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Fehler und knapper Schreibstil sind dem iPhone zu verdanken...