Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
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Captainsparrow
Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
Wenn mir eine Mutter sagt sie hat es versucht und es hat nich geklappt, dann tut sie mir leid. Ich weiss wie das ist, denn mein Großer War ein Flaschenkinh. Im Nachhinein wusste ich dass da so ziemlich ALLES schief gelaufen ist an Beratung, das hätte schief laufen können. Und das tut WEH!! Mir geht es darum dass es keine echte Alternative ist sein Kind mit Flaschenmilch zu füttern im Sinne von .."kauf ich mir den Pulli in rot oder blau" sondern eben für NOT fälle. Ob die Not nun eine schlechte Beratung ist, Schmerzen oder einfach der große Druck auf eine frischgebackene Mutter der alles zu viel wird, das ist egal. Aber Egoismus in der Form wie ich ihn erlebe, dass man das Kin möglichst oft Abschieben möchte oder gleich wieder Alkohol trinken oder rauchen, das ist halt keine Not. Von daher finde ich die Idee von Babynahrung auf (grünem)Rezept nicht so schlecht..denn in der Apotheke könnten die Eltern dann gleich mit Ernährungsinfos versorgt werden und dann wäre auch dieser ganze Folgemilchschwachsinn eingeschränkt.
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suri
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Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
Diesen Egoismus habe ich noch nie erlebt. Ich habe aber diverse Mamis erlebt, die aus verschiedensten Gründen nicht gestillt haben. Eine meiner besten Freundinnen konnte es sich einfach nicht vorstellen. Auch das hat man zu akzeptieren, genauso wie es immer wieder verlangt wird zu akzeptieren, dass Frauen ihre Kinder 3-4 Jahre stillen. Bei der Langzeitstillmama verwehrt sich jede vor dem Vorurteil, dass sie einen Knacks habe und das Kind nicht loslassen könne, genauso darf sich jede nicht stillende Mama vor dem Vorurteil verwehren, dass sie ihr Kind keine Nähe geben möchte oder dem Kind das Beste vorenthält.chrissi hat geschrieben: Aber Egoismus in der Form wie ich ihn erlebe, dass man das Kin möglichst oft Abschieben möchte oder gleich wieder Alkohol trinken oder rauchen, das ist halt keine Not.
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- Giraeffchen
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Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
Das waren meine Gedanken auch. Wer's nicht geschafft hat, bekommt ein Rezept. Und weil frau dann eh sehr empfindsam und verletzlich ist, kann ganz schnell der Gedanke aufkommen, dass da der Minderwertigkeitsstempel aufgedrückt wird...Petra40 hat geschrieben:
So sehr ich auch damit übereinstimme, dass viel besser informiert werden müsste - das hätte dann für mich doch etwas von An-den-Pranger-stellen.
Es ist sehr komplex...
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Maja
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Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
Ich finde den Artikel jetzt auch nicht soooooo schlimm.
Klar muss eine Frau selbst entscheiden, was sie tut. Ich persönlich finde es gut, dass sich mittlerweile rumgesprochen hat, dass Stillen die normale Säuglingsernährung ist und Flaschennahrung immer nur ein Ersatz sein kann - vor nicht mal 20 Jahren wurde das nämlich noch genau umgekehrt propagiert
Von daher, eine pro-Still-Stimmung kann für eine Gesellschaft zumindest kostenmäßig nur hilfreich sein, wenn man der Statistik zu den gesundheitlichen Vorteilen glauben darf (aber das weiß man bei Statistiken ja nie so genau). Und wer weiß, in noch mal 20 Jahren ist es vielleicht wieder ganz anders.
Die Sache ist doch: jeder von uns hat Punkte im Leben, wo er Kompromisse macht, nicht das tut was eigentlich das Beste/Sinnvollste wäre, sondern aus irgendeinem Grund zu einer Alternative greift, weil es "in der Summe" das Leben so einfacher macht. Zum Beispiel wäre es mit Sicherheit außerordentlich gesundheitsfördernd, einen 5 km langen Arbeitsweg auf dem Fahrrad zurückzulegen statt sich dafür ins Auto zu setzen. Die Umwelt würde enorm profitieren, man würde Muskeln aufbauen und Fett abbauen, wäre dem Kind ein besseres Vorbild und billiger wärs auch.
Aber es ist anstrengend, man muss Wechselklamotten mitnehmen und sich evtl. unbequemerweise am Büro-Waschbecken waschen, manchmal regnet es, der Radweg ist neben der Straße, man muss früher aus dem Haus, etc. Also wägt man das ganze für sich ab und setzt sich meist eben doch ins Auto.
Oder dass es unbestreitbar sinnvoller für Umwelt und vermutlich auch Gesundheit wäre, stets regionale, saisonale, naturbelassene Produkte zu verwenden, anstatt im Februar schon Erdbeeren zu essen oder an stressigen Tagen Tiefkühlpizzen rauszuholen. Trotzdem entscheidet man sich gelegentlich oder oft für die "schlechtere" Variante, für den Ersatz. Weil es eine Menge gute Gründe gibt - beispielsweise, noch ein halbes Stündchen mehr Spielzeit für die Kinder zu haben, weil die Pizza sich von selbst bäckt, der Gemüseauflauf aber sehr aufwändig gewesen wäre.
Was das ganze bei Stillen vs. Flasche schwieriger macht, ist dass man hier eine Entscheidung über einen anderen Menschen trifft, der voll und ganz von einem abhängig ist - und dass man sich den vielen "Experten" um sich herum während der Entscheidung nicht entziehen kann. Das macht das Thema so emotionsgeladen und konfliktträchtig.
Klar muss eine Frau selbst entscheiden, was sie tut. Ich persönlich finde es gut, dass sich mittlerweile rumgesprochen hat, dass Stillen die normale Säuglingsernährung ist und Flaschennahrung immer nur ein Ersatz sein kann - vor nicht mal 20 Jahren wurde das nämlich noch genau umgekehrt propagiert
Die Sache ist doch: jeder von uns hat Punkte im Leben, wo er Kompromisse macht, nicht das tut was eigentlich das Beste/Sinnvollste wäre, sondern aus irgendeinem Grund zu einer Alternative greift, weil es "in der Summe" das Leben so einfacher macht. Zum Beispiel wäre es mit Sicherheit außerordentlich gesundheitsfördernd, einen 5 km langen Arbeitsweg auf dem Fahrrad zurückzulegen statt sich dafür ins Auto zu setzen. Die Umwelt würde enorm profitieren, man würde Muskeln aufbauen und Fett abbauen, wäre dem Kind ein besseres Vorbild und billiger wärs auch.
Aber es ist anstrengend, man muss Wechselklamotten mitnehmen und sich evtl. unbequemerweise am Büro-Waschbecken waschen, manchmal regnet es, der Radweg ist neben der Straße, man muss früher aus dem Haus, etc. Also wägt man das ganze für sich ab und setzt sich meist eben doch ins Auto.
Oder dass es unbestreitbar sinnvoller für Umwelt und vermutlich auch Gesundheit wäre, stets regionale, saisonale, naturbelassene Produkte zu verwenden, anstatt im Februar schon Erdbeeren zu essen oder an stressigen Tagen Tiefkühlpizzen rauszuholen. Trotzdem entscheidet man sich gelegentlich oder oft für die "schlechtere" Variante, für den Ersatz. Weil es eine Menge gute Gründe gibt - beispielsweise, noch ein halbes Stündchen mehr Spielzeit für die Kinder zu haben, weil die Pizza sich von selbst bäckt, der Gemüseauflauf aber sehr aufwändig gewesen wäre.
Was das ganze bei Stillen vs. Flasche schwieriger macht, ist dass man hier eine Entscheidung über einen anderen Menschen trifft, der voll und ganz von einem abhängig ist - und dass man sich den vielen "Experten" um sich herum während der Entscheidung nicht entziehen kann. Das macht das Thema so emotionsgeladen und konfliktträchtig.
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Sternschnuppe
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Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
Hallo!
Puhh, eine tiefgehende Diskussion.
Ich finde, es ist wichtig, beiden Seiten mit Respekt entgegenzutreten. Ich finde, die Entscheidung, ob eine Mutter stillen will oder nicht, liegt bei ihr und sie sollte bestmöglich darin unterstützt werden. Das impliziert bei mir Respekt gegenüber Langzeitstillenden, als auch gegenüber Müttern, die nicht stillen oder sehr früh abstillen. Und da finde ich die Gründe fürs Abstillen erstmal zweitrangig. Klar passt es besser in mein "Weltbild" wenn ich höre: "Ich habe alles versucht, aber es hat nicht geklappt", als wenn eine Mutter sagt "Ich wollte nicht aufs Weggehen verzichten", aber im Endeffekt ist es doch verantwortlich von ihr, dann nicht zu stillen. Vielleicht steckt ja auch etwas ganz anderes dahinter?
Ist sie deswegen eien schlechtere Mutter? Vielleicht ist meine Sichtweise auch eine andere, ich erlebe durch mein Studium viele junge Mütter, bei denen auch einfach ganz andere Themen angesagt sind, als das stillen. Da kam die Schwangerschaft vielleicht ungeplant, man ist überfordert oder kann die ganzen körperlichen Veränderungen nicht so schnell verarbeiten, da wäre der Druck, stillen zu müssen das "i-Tüpfelchen". Oder die Mütter, die ihre Schwangerschaft und die erste Zeit ihr Kind verheimlichen. Gerade deswegen finde ich Prenahrung auf Rezept als völlig verkehrte Herangehensweise. Jede Mutter sollte die Möglichkeit haben, ihr Kind niedrigschwellig mit guter Ersatznahrung ernähren zu können, wenn sie nicht stillen will. Was wäre bei letztem Fallbeispiel die Lösung, wenn es Pre nur auf Rezept geben würde? Das Kind würde wahrscheinlich verdünnte Kuhmilch bekommen. Wäre das eine gute Alternative? Wohl kaum.. Oder die Mütter die dann nach 6 Monaten keine Lust mehr haben, Rezepte zu holen..
Im Geburtsvorbereitungskurs hatten wir eine Frau, die ganz klar gesagt hat, sie wird nach der Geburt wieder anfangen zu rauchen. Für ihr Kind verzichtet sie 10 Monate darauf, aber stillen wird sie nicht, weil sie wieder rauchen will. Hmm, hätte diese Frau nun nicht schwanger werden dürfen? Ich habe sie nämlich sehr wohl als reflektiert und sehr engagiert und liebevoll erlebt.
Versteht mich nicht falsch, ich wäre kaum Stillberaterin geworden, wenn ich mich damit nicht identifizieren würde, aber ich sehe es als meine Aufgabe, diejenigen Frauen darin zu unterstützen, stillen zu können, wenn sie dies wollen. Und nicht darin, Frauen vom Stillen zu überzeugen. Eine Ausbilderin hatte gesagt: "Eine liebevolle Flasche ist besser, als eine aggressive Brust", ich finde, das trifft es sehr gut.
Das hätte mir nämlich auch passieren könne, im Nachhinein hatte ich einfach Glück, dass bei mir alles so reibungslos ablief, denn mein Wissen war mehr als schlecht. Ich war einfach überzeugt, dass ich lange stillen will - und nach mir die Sinnflut
Aber ich hatte Glück, hätte ich keine Unterstützung gehabt, wäre das vielleicht ganz anders gelaufen. Und die Prenahrung im Regal für alle Fälle hat mich zeitweise sehr beruhigt und mir viel Stress genommen, die hätte ich nicht gehabt, wenn es Pre als Rezept gegeben hätte..
Ich finde, das ist die wesentlich zielführendere Alternative zum Rezept
Liebe Grüße
Julia
Puhh, eine tiefgehende Diskussion.
Ich finde, es ist wichtig, beiden Seiten mit Respekt entgegenzutreten. Ich finde, die Entscheidung, ob eine Mutter stillen will oder nicht, liegt bei ihr und sie sollte bestmöglich darin unterstützt werden. Das impliziert bei mir Respekt gegenüber Langzeitstillenden, als auch gegenüber Müttern, die nicht stillen oder sehr früh abstillen. Und da finde ich die Gründe fürs Abstillen erstmal zweitrangig. Klar passt es besser in mein "Weltbild" wenn ich höre: "Ich habe alles versucht, aber es hat nicht geklappt", als wenn eine Mutter sagt "Ich wollte nicht aufs Weggehen verzichten", aber im Endeffekt ist es doch verantwortlich von ihr, dann nicht zu stillen. Vielleicht steckt ja auch etwas ganz anderes dahinter?
Ist sie deswegen eien schlechtere Mutter? Vielleicht ist meine Sichtweise auch eine andere, ich erlebe durch mein Studium viele junge Mütter, bei denen auch einfach ganz andere Themen angesagt sind, als das stillen. Da kam die Schwangerschaft vielleicht ungeplant, man ist überfordert oder kann die ganzen körperlichen Veränderungen nicht so schnell verarbeiten, da wäre der Druck, stillen zu müssen das "i-Tüpfelchen". Oder die Mütter, die ihre Schwangerschaft und die erste Zeit ihr Kind verheimlichen. Gerade deswegen finde ich Prenahrung auf Rezept als völlig verkehrte Herangehensweise. Jede Mutter sollte die Möglichkeit haben, ihr Kind niedrigschwellig mit guter Ersatznahrung ernähren zu können, wenn sie nicht stillen will. Was wäre bei letztem Fallbeispiel die Lösung, wenn es Pre nur auf Rezept geben würde? Das Kind würde wahrscheinlich verdünnte Kuhmilch bekommen. Wäre das eine gute Alternative? Wohl kaum.. Oder die Mütter die dann nach 6 Monaten keine Lust mehr haben, Rezepte zu holen..
Im Geburtsvorbereitungskurs hatten wir eine Frau, die ganz klar gesagt hat, sie wird nach der Geburt wieder anfangen zu rauchen. Für ihr Kind verzichtet sie 10 Monate darauf, aber stillen wird sie nicht, weil sie wieder rauchen will. Hmm, hätte diese Frau nun nicht schwanger werden dürfen? Ich habe sie nämlich sehr wohl als reflektiert und sehr engagiert und liebevoll erlebt.
Versteht mich nicht falsch, ich wäre kaum Stillberaterin geworden, wenn ich mich damit nicht identifizieren würde, aber ich sehe es als meine Aufgabe, diejenigen Frauen darin zu unterstützen, stillen zu können, wenn sie dies wollen. Und nicht darin, Frauen vom Stillen zu überzeugen. Eine Ausbilderin hatte gesagt: "Eine liebevolle Flasche ist besser, als eine aggressive Brust", ich finde, das trifft es sehr gut.
Genau das ist die Kehrseite ((())) Und deswegen setzen wir in der Stillgruppe nun auch mehr Augenmerk darauf, schon Schwangere zu erreichen, die stillen wollen.millenia hat geschrieben:Muttermilch ist das Beste fürs Kind - dieser Satz hat mich in eine tiefe Depression gestürzt.
Das hätte mir nämlich auch passieren könne, im Nachhinein hatte ich einfach Glück, dass bei mir alles so reibungslos ablief, denn mein Wissen war mehr als schlecht. Ich war einfach überzeugt, dass ich lange stillen will - und nach mir die Sinnflut
Ich finde, das ist die wesentlich zielführendere Alternative zum Rezept
Liebe Grüße
Julia
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Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
Ich werde in diesem Leben wohl nicht mehr zu einem Vergleich kommen, ob Flaschenfütterung nicht doch einfacher ist als Stillen...mehr und mehr drängt sich mir jedoch bei all der Toleranz der Verdacht auf, dass es scheinbar doch der nächste Evolutionsschritt sein soll. Alle 4Stunden gibt es eine Mahlzeit, bis dahin kann man das (über)satte Kind dann auch ablegen. Und wenn man nicht da sein möchte, na dann gibt man sein Kind einfach einen Tag mal einer anderen Person. Das klingt schon verlockend und ich hatte ein Schreibaby, wo ich oft gezweifelt habe ob die Flasche denn nicht vielleicht doch Besserung brächte. Wir haben es nicht gemacht. Obwohl er sehr spät begann mit dem Essen, war er ab ca. dem 14. Lebensmonat wie ausgewechselt- er wurde zufriedener (auch ohne zusätzliche Nahrung) weshalb ich diesen Gedanken dann irgendwann verworfen habe (gewichtstechnisch) gab es da ohnehin nie Bedenken.
Ich finde den Gedanken aber etwas zu tun (das für mich einfacher ist, einem wichtigen Menschen aber vielleicht später Probleme machen könnte) schlimm. Das ist genauso, wie sein Kind vor dem Fernseher zu parken, obwohl ich mich darum kümmern könnte.
Ich (persönlich!) finde den Eingriff in die Ernährung/Nahrungsaufnahme in Geschwindigkeit und Art der Fütterung jedoch als so enorm, dass ich es mir für mich nicht vorstellen kann. Die Möglichkeit eines grünen Rezeptes fänd ich trotzdem gut, denn dann könnte man wirklich richtige Beratung sicherstellen und auch, dass die Mutter dann gut genug wüssten, ob sie sich etwas vorzuwerfen hätten. Ich verstehe nicht warum sich Frauen, die alles versucht haben, schlecht fühlen. Und die, die sowieso nicht daran zweifeln, würden vielleicht doch noch einmal drüber nachdenken? Ich fänd es wichtig auch mal den Körperkontakt zu betonen- es ist ein Stich in mein Herz, wenn ich ständig Kinder sehe, die im Wagen liegend, gefüttert werden- mal schnell hinter der Kasse im Supermarkt überhaupt nicht bei der Sache.
Ja, vielleicht müsste mein Kind dann den Moment weinen, bis ich da raus wäre, mich ausgepellt hätte und mich zu Stillen irgendwo hinsetzen könnte- aber dann wäre ich ganz bei ihm und nicht wie die Currywurst in der S-Bahn. Ich möchte da keiner Mutter Absichten unterstellen, sondern sehe es leider so (ich weiß nicht ob ich es in diesem Thread schon schrieb) dass das unbewusste Dinge sind, die schleichend kommen, je länger die Flasche gegeben wird.
Das ist glaube ich ein ziemlicher Wink in die Richtung der Ernährung im 'nicht- Milch- Alter'. Da gibt es dann auch schnell noch ein paar Schmelzflocken in die Flasche, weil das Kind ja nicht satt wird- ja, da braucht man dringend Aufklärung, wie man sein Kind auch angemessen mit der Flasche ernährt und daher finde ich ist Muttermilchersatz eben kein 'normales' Lebensmittel und sollte nicht neben den Fruchtriegeln genau überall zu kaufen sein. Denn man muss schon mehr beachten- ich habe nur Flaschenkinder um mich und leider noch keines erlebt, das noch in den ersten 3 Monaten KEINE Verstopfung (und ich meine schmerzhafte) hatte, wo dann auch mal nachgeholfen wurde- das gehört alles zur Ernährung und Milchzucker in die Flasche halte ich für ein gänzlich falsches Mittel zur 'Regulierung'.
Ich finde den Gedanken aber etwas zu tun (das für mich einfacher ist, einem wichtigen Menschen aber vielleicht später Probleme machen könnte) schlimm. Das ist genauso, wie sein Kind vor dem Fernseher zu parken, obwohl ich mich darum kümmern könnte.
Ich (persönlich!) finde den Eingriff in die Ernährung/Nahrungsaufnahme in Geschwindigkeit und Art der Fütterung jedoch als so enorm, dass ich es mir für mich nicht vorstellen kann. Die Möglichkeit eines grünen Rezeptes fänd ich trotzdem gut, denn dann könnte man wirklich richtige Beratung sicherstellen und auch, dass die Mutter dann gut genug wüssten, ob sie sich etwas vorzuwerfen hätten. Ich verstehe nicht warum sich Frauen, die alles versucht haben, schlecht fühlen. Und die, die sowieso nicht daran zweifeln, würden vielleicht doch noch einmal drüber nachdenken? Ich fänd es wichtig auch mal den Körperkontakt zu betonen- es ist ein Stich in mein Herz, wenn ich ständig Kinder sehe, die im Wagen liegend, gefüttert werden- mal schnell hinter der Kasse im Supermarkt überhaupt nicht bei der Sache.
Ja, vielleicht müsste mein Kind dann den Moment weinen, bis ich da raus wäre, mich ausgepellt hätte und mich zu Stillen irgendwo hinsetzen könnte- aber dann wäre ich ganz bei ihm und nicht wie die Currywurst in der S-Bahn. Ich möchte da keiner Mutter Absichten unterstellen, sondern sehe es leider so (ich weiß nicht ob ich es in diesem Thread schon schrieb) dass das unbewusste Dinge sind, die schleichend kommen, je länger die Flasche gegeben wird.
Das ist glaube ich ein ziemlicher Wink in die Richtung der Ernährung im 'nicht- Milch- Alter'. Da gibt es dann auch schnell noch ein paar Schmelzflocken in die Flasche, weil das Kind ja nicht satt wird- ja, da braucht man dringend Aufklärung, wie man sein Kind auch angemessen mit der Flasche ernährt und daher finde ich ist Muttermilchersatz eben kein 'normales' Lebensmittel und sollte nicht neben den Fruchtriegeln genau überall zu kaufen sein. Denn man muss schon mehr beachten- ich habe nur Flaschenkinder um mich und leider noch keines erlebt, das noch in den ersten 3 Monaten KEINE Verstopfung (und ich meine schmerzhafte) hatte, wo dann auch mal nachgeholfen wurde- das gehört alles zur Ernährung und Milchzucker in die Flasche halte ich für ein gänzlich falsches Mittel zur 'Regulierung'.
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...
Gazelle (08/07)+Katerchen (07/10)
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Maja
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Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
Zum Rezept und dem Rat der "Experten": Ich kenne wesentlich mehr Mütter, die TROTZ der Beratung im Krankenhaus stillen als andersrum
Viel medizinisches Personal auf den Wöchnerinnenstationen und viele Kinderärzte tendieren doch sowieso zum Zufüttern. Da braucht man sich nur einmal quer durchs Forum zu klicken, das sind keine Einzelfälle, wo Stillberatung durch Ärzte eher (ungewollte, ahnungslose) Abstillberatung ist.
Von daher, ich fänds zwar eigentlich auch gut wenn es das Pulver nun nicht grad an jeder Ecke geben würde, weil das übervolle Regal mit vielversprechenden bunten Packungen auch nicht grad motivierend bei Stillproblemen ist - aber nur auf Rezept fände ich nicht gut. Reicht schon wenn die Babynahrungskonzerne sich eine goldene Nase verdienen, da müssen die Apotheken nicht auch noch einen satten Gewinn draufschlagen. So gibts wenigstens noch ein bißchen Wettbewerb.
Wenn man wirklich was für die Stillförderung tun will, sollte man eher medizinisches Personal entsprechend schulen und ambulante bzw. außerklinische Geburten vorantreiben. "Keine Milch" ist eher eine Erscheinung im Krankenhaus-Wochenbett als nach einer Hausgeburt.
Von daher, ich fänds zwar eigentlich auch gut wenn es das Pulver nun nicht grad an jeder Ecke geben würde, weil das übervolle Regal mit vielversprechenden bunten Packungen auch nicht grad motivierend bei Stillproblemen ist - aber nur auf Rezept fände ich nicht gut. Reicht schon wenn die Babynahrungskonzerne sich eine goldene Nase verdienen, da müssen die Apotheken nicht auch noch einen satten Gewinn draufschlagen. So gibts wenigstens noch ein bißchen Wettbewerb.
Wenn man wirklich was für die Stillförderung tun will, sollte man eher medizinisches Personal entsprechend schulen und ambulante bzw. außerklinische Geburten vorantreiben. "Keine Milch" ist eher eine Erscheinung im Krankenhaus-Wochenbett als nach einer Hausgeburt.
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Captainsparrow
Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
Ich kenne alleine 4 Mütter die nur aus einem Grund nach nur 3 Wochen abgestillt haben: das Kind schläft mit einser Nahrung länger als mit Muttermilch. War ann scheinbar tatsächlich so (allerdings dann Bauchweh und Verstopfung mit ständigen Klistieren und Milchzucker..). Aber die Kinder waren vorher "normal", also sind alle 3 Stunden oder so gekommen. Das muss doch auszuhalten sein, oder? (jetzt als gesunde Frau, dass jemand z.B. mit PPD das nicht verkraftet ist mir klar..).
Und doch, leider waren es genau diese Argumente der sofort-Abstilltabletten-Fraktion. Und auf meine Anmerkung dass man ja -wenn man unbedingt ohne Baby weg will-kam (wortwörtlich): das ist ja noch ekliger, als ob ich mich wie so eine Milchkuh an ne Pumpe hängen lass, das ist ja eklig. Meine Schwester stillt auch nicht. Sie hat es versucht, aber es hat aus diversen Gründen nicht so richtig geklappt und äne es die dann gepumpstillt und das war der Anfang vom Ende.. wie bei mir damals. Trotzdem hat sie es immerhin versucht.
Auch bei der Flaschennahrung werden viele Fehler begangen, das Pulver dicker angerührt damit das Baby länger satt ist etc. Bei einer Abgabe in der Apotheke gäbe es dann Aufklärung. Ich hätte es jetzt nicht schlimmer gefunden meine Babynahrung beim Großen in der Apotheke zu holen statt im Supermarkt.
Und doch, leider waren es genau diese Argumente der sofort-Abstilltabletten-Fraktion. Und auf meine Anmerkung dass man ja -wenn man unbedingt ohne Baby weg will-kam (wortwörtlich): das ist ja noch ekliger, als ob ich mich wie so eine Milchkuh an ne Pumpe hängen lass, das ist ja eklig. Meine Schwester stillt auch nicht. Sie hat es versucht, aber es hat aus diversen Gründen nicht so richtig geklappt und äne es die dann gepumpstillt und das war der Anfang vom Ende.. wie bei mir damals. Trotzdem hat sie es immerhin versucht.
Auch bei der Flaschennahrung werden viele Fehler begangen, das Pulver dicker angerührt damit das Baby länger satt ist etc. Bei einer Abgabe in der Apotheke gäbe es dann Aufklärung. Ich hätte es jetzt nicht schlimmer gefunden meine Babynahrung beim Großen in der Apotheke zu holen statt im Supermarkt.
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femianca
- ist gern hier dabei
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Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
Alles schön und gut, aber momentan hab ich das Gefühl, dass die Stimmung sehr gegen das Stillen umschlägt.
Hier ein Artikel, wie krank doch langzeitstillerinnen sind, dort einer, wie böse die Stillnazis Nichtstillerinnen fertig machen, dann einer darüber, wie eklig, nervig, stressig doch das Stillen an sich ist...
Und wer wird hier zitiert? Eine Frau, die von Vornherein nicht stillen wollte, Sprecher der Babynahrungsindustrie und Leute aus irgendeinem Institut, wo nicht klar wird, wo die Agenda hängt.
Und die tolle Studie, dass möglichst wieder nach 4 Monaten zugefüttert werden soll... Kein Wort darüber, dass das Ziel dieser Empfehlung ist, dass möglichst lange Beikost gegeben wird, während noch gestillt wird. Weil DAS nämlich das Allergierisiko senkt, wenn potentielle Allergene während der Stillzeit eingeführt werden...
Hier ein Artikel, wie krank doch langzeitstillerinnen sind, dort einer, wie böse die Stillnazis Nichtstillerinnen fertig machen, dann einer darüber, wie eklig, nervig, stressig doch das Stillen an sich ist...
Und wer wird hier zitiert? Eine Frau, die von Vornherein nicht stillen wollte, Sprecher der Babynahrungsindustrie und Leute aus irgendeinem Institut, wo nicht klar wird, wo die Agenda hängt.
Und die tolle Studie, dass möglichst wieder nach 4 Monaten zugefüttert werden soll... Kein Wort darüber, dass das Ziel dieser Empfehlung ist, dass möglichst lange Beikost gegeben wird, während noch gestillt wird. Weil DAS nämlich das Allergierisiko senkt, wenn potentielle Allergene während der Stillzeit eingeführt werden...
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femianca
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Re: Kein schöner Artikel über das Stillen in der Zeit ...
edit: das Ding ist, dass diese Artikel ja alle auch von Schwangeren Frauen gelesen werden. Und die Haltung, die da rüber kommt, ist im Grunde: Wenn Du cool bist, einen eigenen Kopf hast und Dir nichts sagen lässt, gibst du die Flasche, sonst wirst du noch Teil der Stillmafia. Außerdem ist es eh ekelig und anstrengend...


