Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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dezember2010
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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von dezember2010 »

frike hat geschrieben:Ich war als meine Tochter 9 Monate alt war auch so weit. Erst habe ich gedacht, dass ich es bis zum Jahr durchhalte aber ich konnte nicht mehr und ich bin mir sicher, ich habe mehr geschlafen als du (kein Kiss Problem und ca 3 mal aufwachen in der Nacht). Trotzdem hat mich das Stillen sehr geschlaucht und ich war Abends immer schon um 20:00 Uhr hundemüde und hatte dann gar keine Zeit mehr für mich. Ich kann verstehen das du nicht mehr kannst.

Ein gutes Zeichen für eine Änderung ist, dass du es erkannt hast und etwas änder möchtest. Dein Sohn wird das merken und du wirst sehen es wird nicht ganz so schlimm sein wie man es sich manchmal vorstellt. Dein Mann ist ja bei ihm, ich glaube du kannst dich getrost um dich und dein Schlaf kümmern, indem du bei deinen Eltern schläfst, dann wirst du auch sehen wie sich manches von alleine löst.

Ich wünsche dir viel Kraft und denke du bist auf dem richtigen Weg. Und wenn dein Mann merkt es klappt nicht könnt ihr euer Vorhaben immer noch verschieben. Aber ich glaube dein Mann wird das meistern.
Danke, das hast du sehr nett geschrieben!
Ja, mein Ziel war auch 1 Jahr. Aber ich kann einfach nicht mehr. Vorallem merke ich, dass ich immer aggressiver werde, bei kleinsten Dingen an die Decke geh und Das geht einfach nicht. Das hat er nicht verdient.
Die verstehen sehr wenig,
die nur das verstehen,
was sich erklären lässt

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Nanthia
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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von Nanthia »

Hmm,
also erstmal finde ich Du hast schon seeehr lange durchgehalten dezember2010.
Ich frage mich, ob diejenigen welche schreiben, bei Euch wäre doch alles normal, Deinen Anfangsbericht wirklich aufmerksam gelesen haben.
Ich hoffe, dass ein Baby, dass die ganze Nacht an der Brust verweilt und über einen langen Zeitraum alle 20 min wach ist, eben nicht normal ist, denn sonst verwundert es nicht, dass es immer weniger Familien mit nur wenigen Kindern gibt.
Der vollständige Schlafzyklus eines Kindes dauert etwas über 1 Stunde, damit wäre ein stündliches Aufwachen noch als normal zu werten, wobei die meisten Babys sich glücklicherweise nur einmal umdrehen, ggf. kurz die Augen öffnen und dann weiter schlafen.
Bei Schlafetappen von jeweils nur 20 min ist wahrscheinlich auch der Schlaf Deines Sohnes nicht so erholsam, wie er es bräuchte, das wiederrum macht natürlich die Tage schwerer usw.
Zudem kann eben nicht jede Frau beim Stillen weiterschlafen und auch nicht jede findet die eingeschränkte Bewegungsfreiheit bei ständigem Körperkontakt als nicht störend.
Ich leide unter Schlafstörungen seit meiner Kindheit und habe zum Teil in meinem Beruf 36 h auf den Beinen verbracht, ich kann mir nur allzu gut vorstellen, dass man nach 9 Monaten extremen Schlafmangels völlig neben sich steht und sich selbst nicht mehr wiedererkennt. Auch habe ich aus den Zeiten meiner 24 h Dienste gelernt: Niemand, der nicht schon mal so lange unter maximaler Verantwortung so lange wach war, kann nachvollziehen, wie man sich dann fühlt. In so fern will ich Dich unterstützen und stärken: Wenn für Dich Schluss ist, dann ist für Dich Schluss, niemand kann fühlen was Du fühlst und kann Dir damit sagen, ob Deine Grenze nun überschritten ist oder nicht. Das kannst Du nur selbst.
Es ist gut, wenn wir die Bedürfnissen unser Kleinen stets so gut wie möglich befriedigen, aber auch die Mutter ist ein Mensch mit Bedürfnissen, wenn diese dabei völlig auf der Strecke bleibt und vor allem dem Kind auch keine liebevolle Mutter mehr sein kann, denke ich, ist ein Grenze überschritten und es muss sich in der Tat etwas ändern. Von einer Mutter die weit über ihre Grenzen gegangen ist profitiert ein Kind meiner Meinung nach in keiner Weise, da hier zwangsläufig Aggression aufkommen muss.

Den oben empfohlenen Text finde ich problematisch, folgende Dinge fallen mir spontan dazu ein:
1. zitiert werden nur Studien zum Schlafverhalten von Befürwortern von Schlafprogrammen, welche natürlich ihre Bücher verkaufen wollen. In diesen Studien wurde kein Unterschied zwischen gestillten und ungestillten Kindern gemacht. Im Gegenteil, das Schlafverhalten ungestillter Kinder wurde als Norm vorausgesetzt. Es gibt andere Studien mit gänzlich anderen Ergebnisse: "Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast" Abgesehen wurde von keinem der erwähnten Autoren die Ergebnisse als wissenschaftliche Paper veröffentlicht. "Evidence based" ist das also nicht unbedingt.
Prof. Renz-Polster hält Ferbern übrigens für Stillkinder in jeglicher Hinsicht für ungeeignet.

2. die Rückbesinnung auf Härte und Disziplin halte ich für totalen Unsinn. Gerade die Völker mit den ruhigsten Babys haben wenig hierarchische Strukturen und einen sehr achtsamen Umgang mit dem Kind (z.B. Bali)

3. eine der größten und sehr viel zitierten Studien zum Thema Schlaf und Durchschlafen ist von 1957, also aus einer Zeit, als die Erziehung noch sehr streng war:
Die Ergebnisse unterscheiden sich nicht so wesentlich vom Schlafverhalten heutiger Kinder.

4. In dem Text wird mir deutlich zu wenig unterschieden von welchem Alter des Kindes sie redet.

5. in den Ostblockstaaten war es erwünscht möglichst "bindungsarme" Menschen zu haben, durch sehr frühe Fremdbetreuung und häufig auch undiffenrenziertes "Schreien lassen" lernt ein Kind meist zügig seine Ressorcen zu schonen, da sowieso niemand kommt. Abgesehen davon wurde sehr wenig gestillr. Hier hat sich in der jetzigen Generation bereits viel geändert und damit wahrscheinlich auch viel im Schlafverhalten der Kinder.
Meine Schwiegereltern haben ihren Sohn von Geburt an regelmäßig über Stunden in der Wohnung alleine gelassen :shock: Und sie schämen sich nicht mal dafür, sondern erzählen das so frei heraus.
Er kämpft heute noch damit, dass er seine Bedürfnisse als wertlos sieht.

Es gibt einige sehr spannende Untersuchungen aus diesem Jahr zum Thema Co-sleeping, Ferbern und Streßlevel bei Kindern. Die Ergebnisse sind zum Teil erschreckend.
Ich hoffe ich kann Euch irgendwann strukturiert berichten.

Also Dezember2010, das war jetzt ziemlich viel von mir und wenig zu Dir.

Ich wünsche Dir viel Glück und bin gespannt, habe aber Sorge, ob das nächtliche Abstillen wirklich den ersehenten Erfolg bringt.
Wenn man Dich so liest, gewinnt man den Verdacht, dass Dein Sohn die Aufmerksamkeit dann vielleicht anders einfordert.
Aber vielleicht auch nicht.... ich hoffe es für Euch und wünsche Euch viel Kraft!!! Und vielleicht gibt es ja noch einen entscheidenen Tip
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Tragling
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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von Tragling »

Ich hab Freundinnen, die abgestillt haben, jedoch wacht das Kind immer noch oft in der Nacht auf (und ist mittlerweile über 3) und braucht Einschlafbegleitung...
Nur - dass sie des nächtens nicht mehr einfach andocken und weiter schlafen konnte...

Unsere Kleine ist geb 03/2010 und ihre schöner Schlafrhytmus hat sich immer mehr verkürzt.

Seit August 2010 schläft sie im 2 Stunden Rhytmus. Und wenn sie viel zu verarbeiten hat, die Zähne plagen usw dann gerne auch mal im Stunden Rythmus oder aber auch alle halben Stunden.

Ja. Es ist anstrengend. Ja es geht an meine Substanz. Vor allem da sie sehr viel geschrien hat die ersten Monate und eigentlich nur auf uns gelebt hat. Und ich arbeite seit ihrer Geburt auch wieder - zwar "nur" von zu Hause - aber ich muss mich doch phasenweise sehr konzentrieren und bei der Sache sein. Das Büro ausserhalb hat auch so seine Vorteile...

Seitdem ich an meiner Einstellung und nicht am Verhalten des Kindes arbeite, fällt es mir leichter mit der Situation umzugehen und sie anzunehmen.

Seitdem ich nicht mehr verbissen versuche, das Kind an meine Bedürfnisse anzupassen geht es uns viel besser.

Wenn ich sehr müde bin, schlafe ich mit ihr zu Mittag.

In den anstrengenden Nachtstunden lasse ich sie dann eben andocken und wir schlafen so weiter. Ja - auch ich habe oft Rückenschmerzen.

Es käme mir niemals, niemals in den Sinn irgendwelche fragwürdigen Schlafprogramme zu versuchen.

Auch mein Arzt hat mir nach der fünften Brustentzündugn erklärt, wir betreiben nur mehr Luxusstillen, ich soll mir die Oma ins Haus holen oder bei ihr schlafen, damit mich jemand abhält, dem Weinen meines Kindes in der Nacht nachzugeben und um "hart bleiben zu können".
Nach ein paar Nächten hätten "sie es dann schon kapiert, dass sie einem nicht auf der Nase rumtanzen können" :shock: :evil:

Auf so eine Idee wär ich noch gar nicht gekommen - mich davon zu stehlen und mein Kind alleine zu lassen.

In der Nacht kann ihr auch der Papa nicht helfen - und ich finde es beiden gegenüber unfair, mich so davon stehlen zu wollen...

Ich bin Mutter. Mein Kind braucht mich und meine Nähe. Und ich werde diese ersten Monate/Jahre so für sie da sein, wie sie es braucht. Zumindest versuche ich es.
Ich kann aber halt auch mit diesen Ansätzen wie "ich brauche mehr Freiheit" usw nicht viel anfangen... weil ich es nicht so empfinde.
Für mich ist die Kleine eine Bereicherung, wie ich es nie für möglich gehalten habe und ich fühle mich weder meiner Freiheit beraubt, noch sonst irgendwie eingeschränkt.

Was mir viel mehr geholfen hat, war auch mal Hilfe anzunehmen: die Oma kochen lassen, den Haushalt ein bisschen abgeben - das gab dann wieder Kraft für die Nächte ...
Lg Lizzy mit Hannah (geb. 03/2010) und Theo (geb. 01/2013)
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Johana
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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von Johana »

Ach so,ich hatte es im Ausgangspost so verstanden,dass dein Kind lernen soll ohne stillen und tragen einzuschlafen.

Ich schreibe morgen nochmal ausführlicher,wenn ich Zeit finde.

Liebe Gruesse

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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von dezember2010 »

@nanthia
danke.
ja, ich habe oft das gefühl, dass meinem sohn der schlaf auch nicht reicht, bzw,dass er nicht erholsam ist. er schläft tags nämlich alle 1 1/2-2h jeweils dann für ca 30 min
und ja, es mag frauen geben, die können beim stillen weiterschlafen, ich nicht. da kann ich noch so müde sein.

ich hab echt alles in mir mobilisiert, so lange durchzuhalten, aber nuhn geht es nicht mehr. ich seh das auch so, dass man keine gute und ausgeglichene mutter mehr sein kann, wenn man schon aggressiv wird, wegen jedem kleinen bisschen. mein sohn fühlt sich so sicher auch nicht mehr wohl. ich kann mit ihm auch am tag nirgends hin, wir kommen überhaupt nicht raus. zum einen, weil ich nach 2,3 std nachtschlaf kein autofahren möchte, schon gar nicht mit ihm und zum anderen, weil er eben so oft schläft und das geht nur zuhause bei uns im bett. wenn er seinen schlaf nicht bekommt, dann schreit er.
ob das abstillen nun den gewünschten erfolg bringr, das weiß ich leider auch nicht. ich hoffe es! wenigstens so, dass er vllt nachts nur noch 3x oder so kommt. besser als 15,20x.

@tragling
ich hatte meine einstellung geändert und es ging auch. aber er kommt nun noch öfter und ich denke, wenn man selbst merkt, dass man keine freude mehr am nachwuchs hat, bei jedme bisschen auf die palme geht, die ehe mehr als leidet, dann merkt das auch der zwerg und das sicher nicht im positvien sinne.
mein mann hilft mir wo er kann, meine mutter kommt nahezu jeden tag, kocht, putzt, nimmt ihn, damit ich schlafen kann.
aber 2,3 std schlaf am tag, machen die nächte auch nicht wieder gut.
und wie oben schon geschrieben, ich kann nicht schlafen, wenn er an meinen brüsten nuckelt. es geht einfach nicht.
am tag schläft er auch nur immer wieder 30 min, so lange bräuchte ich alleine um einzuschlafen. außerdem ist er da auch nur an meiner brust.
dazu kommt noch, dass er ein sehr forderndes kind ist. wenn man aber die nacht kaum schläft, dann hat man dazu auch keinen nerv mehr. ich zumindest nicht.
ich finde, ich habe lange durchgehalten. viele hätten bei anstehendem untergewicht und kaum noch haaren auf dem kopf schon längst das handutch geschmissen.

aber nun denke ich, es ist zeit für veränderungen, denn ansonsten passiert irgendwas.


______________________________________________________________________________________________________

nochmal an alle, damit ich nicht falsch verstanden werde

-ich will nicht ferbern (würde ich im leben nicht tun!!!)
-er ist nachts dann bei seinem vater zu dem er ein wunderbares verhältnis hat und wo er in den meisten fällen auch besser als bei mir schläft
-ich bin nur ca 3 automin entfernt, heisst, wenn es zu doll wird, komm ich sofort nach hause
-einschlafstillen bleibt erhalten, tagsüber stillen (soviel, wie ich es jetzt noch tue) auch
-er wird immer getragen, bekommt genug körperkontakt und wir erwarten auch keine wunder
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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von dezember2010 »

Johana hat geschrieben:Ach so,ich hatte es im Ausgangspost so verstanden,dass dein Kind lernen soll ohne stillen und tragen einzuschlafen.

Ich schreibe morgen nochmal ausführlicher,wenn ich Zeit finde.

Liebe Gruesse

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ich hatte überlegt wie genau ich es mache...
aber ohne tragen sowieso nicht, das würde niemals gehen und wäre auch viel zu viel (kein tragen, kein stillen etc).
einschlafstillen möchte ich auch noch machen. zumindest so lange, bis die nächte okay sind.
mein hauptziel ist einfach, nachts mehr schlaf zu bekommen, also nachts abzustillen.

wenn das denn alles so klappt und es allen damit gut geht, dann würd ich vllt iwann mal das einschlafstillen abschaffen, aber davon ist jetzt noch keine rede.
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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von MamaIndia »

@ Nanthia:
Falls du den Brigitte Hannig Text meinst, hast du ihn nicht richtig gelesen. Sie spricht sich ja gerade gegen Ferbern aus.

Meiner Meinung nach kann man in erziehungsfragen eh keine pauschalen Ratschläge geben, da unsere Kinder - Gott sei Dank - keine Maschinen sind, sondern einzigartig und daher individuelle Lösungen brauchen. Ich finde, man sollte deshalb alle Familien unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden.

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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von dezember2010 »

MamaIndia hat geschrieben:@ Nanthia:
Falls du den Brigitte Hannig Text meinst, hast du ihn nicht richtig gelesen. Sie spricht sich ja gerade gegen Ferbern aus.

Meiner Meinung nach kann man in erziehungsfragen eh keine pauschalen Ratschläge geben, da unsere Kinder - Gott sei Dank - keine Maschinen sind, sondern einzigartig und daher individuelle Lösungen brauchen. Ich finde, man sollte deshalb alle Familien unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden.

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gracias :)
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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von moneo »

Tragling hat geschrieben:Ich hab Freundinnen, die abgestillt haben, jedoch wacht das Kind immer noch oft in der Nacht auf (und ist mittlerweile über 3) und braucht Einschlafbegleitung...
Nur - dass sie des nächtens nicht mehr einfach andocken und weiter schlafen konnte...

Unsere Kleine ist geb 03/2010 und ihre schöner Schlafrhytmus hat sich immer mehr verkürzt.

Seit August 2010 schläft sie im 2 Stunden Rhytmus. Und wenn sie viel zu verarbeiten hat, die Zähne plagen usw dann gerne auch mal im Stunden Rythmus oder aber auch alle halben Stunden.

Ja. Es ist anstrengend. Ja es geht an meine Substanz. Vor allem da sie sehr viel geschrien hat die ersten Monate und eigentlich nur auf uns gelebt hat. Und ich arbeite seit ihrer Geburt auch wieder - zwar "nur" von zu Hause - aber ich muss mich doch phasenweise sehr konzentrieren und bei der Sache sein. Das Büro ausserhalb hat auch so seine Vorteile...

Seitdem ich an meiner Einstellung und nicht am Verhalten des Kindes arbeite, fällt es mir leichter mit der Situation umzugehen und sie anzunehmen.

Seitdem ich nicht mehr verbissen versuche, das Kind an meine Bedürfnisse anzupassen geht es uns viel besser.

Wenn ich sehr müde bin, schlafe ich mit ihr zu Mittag.

In den anstrengenden Nachtstunden lasse ich sie dann eben andocken und wir schlafen so weiter. Ja - auch ich habe oft Rückenschmerzen.

Es käme mir niemals, niemals in den Sinn irgendwelche fragwürdigen Schlafprogramme zu versuchen.

Auch mein Arzt hat mir nach der fünften Brustentzündugn erklärt, wir betreiben nur mehr Luxusstillen, ich soll mir die Oma ins Haus holen oder bei ihr schlafen, damit mich jemand abhält, dem Weinen meines Kindes in der Nacht nachzugeben und um "hart bleiben zu können".
Nach ein paar Nächten hätten "sie es dann schon kapiert, dass sie einem nicht auf der Nase rumtanzen können" :shock: :evil:

Auf so eine Idee wär ich noch gar nicht gekommen - mich davon zu stehlen und mein Kind alleine zu lassen.

In der Nacht kann ihr auch der Papa nicht helfen - und ich finde es beiden gegenüber unfair, mich so davon stehlen zu wollen...

Ich bin Mutter. Mein Kind braucht mich und meine Nähe. Und ich werde diese ersten Monate/Jahre so für sie da sein, wie sie es braucht. Zumindest versuche ich es.
Ich kann aber halt auch mit diesen Ansätzen wie "ich brauche mehr Freiheit" usw nicht viel anfangen... weil ich es nicht so empfinde.
Für mich ist die Kleine eine Bereicherung, wie ich es nie für möglich gehalten habe und ich fühle mich weder meiner Freiheit beraubt, noch sonst irgendwie eingeschränkt.

Was mir viel mehr geholfen hat, war auch mal Hilfe anzunehmen: die Oma kochen lassen, den Haushalt ein bisschen abgeben - das gab dann wieder Kraft für die Nächte ...
*unterschreib*

Super Statement finde ich! Grade das mit der Freiheit etc. verstehe ich auch nicht. Ich habe mich für mein Kind entschieden, auch meins ist ein 24 Stunden Baby, er braucht ständig Beschäftigung, hat kurze Schlafphasen, momentan (3. Zahn) wacht er seit Tagen wieder alle 20 - 30 Min auf und muss andocken. Tagsüber schläft er gar nicht, weint viel, dann wieder schläft er drei Stunden ein und bleibt dafür bis 23.30 Uhr wach und krabbelt durch die Gegend. Er hat Krabbeln, Hochziehen und Stehen und Sitzen quasi gleichzeitig erlernt, dann noch 3 Zähne hintereinander und es ist echt anstrengend. Aber ich tue alles für ihn was ich kann. Mir tut auch der Rücken total weh weil ich nachts immer so blöd liege, ich kann auch nicht einschlafen beim Stillen, ich bin dann eben wach. Tagsüber kann ich auch nie schlafen weil er nur auf mir drauf beim Stillen einschläft, ich kann im Sitzen nicht schlafen. Aber ich möchte, dass er glücklich ist. Ich lasse ihn nicht allein, ich bin für ihn rund um die Uhr da solange das geht. Schlimm genug, dass er nächstes Jahr in die Krippe muss weil ich arbeiten muss, wir werden auf jeden Fall weiterstillen solange er das möchte.

Er gibt mir Kraft weil ich ihn so unendlich liebe. Irgendwann wird er ein großer Junge, wird selbständiger, wird weniger kuscheln wollen und irgendwann bin ich dann abgemeldet. Die Zeit wird kommen und dann würde ich mich unendlich ärgern, wenn ich in der jetzigen Phase etwas versäumt, mich beschwert oder etwas als "Last" betitelt hätte.
Liebe Grüße von moneo

Sohn: *12/2010. Fußballer aus Leidenschaft.
Ich: *12/1970. Alleinerziehend. Berufstätig. Kämpfe ständig mit der Vereinbarkeit.
Bei uns wohnen noch 2 Meerschweinchen und ein Hamster.
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Re: Nächtliches abstillen - es muss jetzt sein!

Beitrag von dezember2010 »

Moneo, du würdest das auch so weitermachen, wenn du schon kurz vor der Depression sein würdest und bei jedem bisschen aggressiv wirst und deine ehe schon völlig darunter leidet, Du Untergewicht hast und einfach nicht mehr kannst ?

Ich denke jede Mama liebt ihr Kind.. Stillende, nicht stillende, tragende, nicht tragende ... Etc
Na klar will man nur das beste. Nicht umsonst hab ich bis kurz vorm Zusammenbruch durchgehalten.
Aber denkst Du es ist für meinen Sohn das beste eine völlig kaputte Mutter zu haben?

Wenn du das alles so durchhälst, dann ist das Klasse. Nur leider ist nicht jede Frau so. Deshalb ist man aber nicht schlecht. Entschuldige, aber dein post empfinde ich schon ein bisschen verletzend, denn ich hab mich wirkl aufgeopfert und liebe meinen Zwerg über alles!!

Ich sag nochmal, was ich auch schon im abfangspost geschrieben habe.
Ich erhoffe mir hiervon keine vorwürfe und will auch nicht hören, warum ich das nicht schaffe, andere können das doch auch etc. Ich möchte gerne Ratschläge haben für mein Vorhaben und aufbauende Worte. Mir geht's wirkl schon schlecht genug.
Ansonsten bitte gar nicht erst schreiben.
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