hi,
ich kenne das argument, welches öfter genannt wird "wenn man den kindern dies und das vorenthält, dann holen sie es sich später und sind maßlos"
nee, so einfach ist es glaube ich nicht.
bei uns gab es diesbezüglich keine restriktionen und ich bin dennoch zu einem naschmaul geworden, dass nahrung als kompensationsmittel nutzte und mit vielen dingen nicht maßvoll umgehen kann.
okay, dann gibt es wie gesagt das argument, "kinder müssen einen maßvollen umgang lernen" ... "lernt" man indem jemand bestimmt wie viel man wovon konsumieren oder machen darf? ich bezweifele das. im idealfall lernt man durch vorbilder. d.h. eltern die z.b. maßvoll mit ernährung / fernseher / computer / konsum im allgemeinen reflektiert und bewusst umgehen.
in nahezu allen familien die ich kenne werden bzgl. der oben aufgeführten dinge regeln von den eltern aufgestellt und die kinder haben sich daran zu halten, dies hat für mich nichts mit lernen zu tun.
zudem bin ich der meinung, dass es selbst für erwachsene oft sehr schwer ist mit "lockstoffen" umzugehen, sei dies einfach nur herkömmlicher zucker, geschmacks- und farbstoffe, schnell bewegende bilder, gleichzeitige stimulation von vielen sinnen, etc. pp. um mit all diesen "verlockungen" gut umgehen zu können bedarf es meiner meinung nach vieler faktoren ... viel mehr als, ich verweigere es meinen kindern oder ich verweigere es meinen kindern nicht ... ein gutes körperbewusstsein, ein gutes selbstwertgefühl, die fähigkeit mit unterschiedlichen gefühlen adäquat umgehen zu können, die erfahrung sich z.b. auch durch "veraltete" dinge, wie spaziergänge, direktkontakte mit anderen menschen, handwerkliches und körperliches befriedigt zu fühlen etc.
dies alles kann man in der kindheit fördern und unterstützen.
dogmatisch verbieten würde ich nichts.
und dennoch hier gibt es keine schokolade, keine schoko-kuchen, zucker, überraschungseier, brausen, limos, etc. pp.
aufgegeben habe ich strikt darauf zu achten, dass in aufstrichen und tomatensoßen und anderen lebensmitteln kein zucker drin ist. d.h. es ist viel lockerer geworden, aber meine kinder sind nun über drei jahre (in den ersten drei jahren prägen sich die geschmackswahrnehmungen). interessanterweise lehnen sich im öffentlichen raum auch zucker ab, d.h. wenn es ihnen angeboten wird, sagen sie nein ... frag mich nicht ... es ist einfach so.
es tut mir leid, es ist einfach schrott, die kinder bekommen von ihren eltern dinge in die hand, die ich schon fast im "sondermüll" entsorgen würde ... gummitiere, die stinken wie die pest, etc.
wenn zucker, dann bitte bio und nicht zu sehr belastet (stichwort farbstoffe, künstliche aromen, etc.) ... d.h. es gab hier auch schon mal eine soya-agavendicksaft-schokolade ...
und "zuckerkuchen" in gruppensituationen essen sie gelegentlich durchaus. und ja, sie "stopfen" sich auch voll, aber das tun sie auch mit lasange, mit obst und allen anderen dingen, die ihnen schmecken
