(Voll)Stillen mit Sertralin

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Kerstin123
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Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von Kerstin123 »

rueckenwind hat geschrieben: 22.07.2021, 15:37
Wenn man bedenkt, dass moderat rauchenden Müttern das Abstillen nicht empfohlen wird, würde ich mich auch bei einem AD auf die Empfehlung der Expert:innen verlassen.

Vielleicht kannst du das jetzt auch als eine weitere Herausforderung im Umgang mit deinen Ängsten auffassen und entsprechend üben?
Puh, das seh ich genau anders! 🙈 Da vertrau ich dann den ExpertInnen noch weniger, wenn rauchenden Müttern das Stillen empfohlen wird! 😳😳😳😳

Ich finde Deinen Ansatz mit dem Angstbewältigen eigentlich super. Ich habe nur das Gefühl, dass dies nicht zu Gunsten meines Sohnes wäre. Oder spricht da die Angsterkrankung und ich habe einen völlig falschen Ansatz?
Es ist ein Teufelskreis.
AnnaKatharina
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Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von AnnaKatharina »

Kerstin123 hat geschrieben: 22.07.2021, 16:28 Puh, das seh ich genau anders! 🙈 Da vertrau ich dann den ExpertInnen noch weniger, wenn rauchenden Müttern das Stillen empfohlen wird! 😳😳😳😳
Die Nachteile des Nicht-gestillt-werden sind schlichtweg so gravierend, dass die Nachteile des moderat Rauchens davon aufgewogen werden.
Klar, wenn man die Wahl hat zwischen
"Nicht rauchen und Stillen", oder "Rauchen und Stillen" dann empfiehlt man Ersteres.
Aber wenn die Wahl ist
"moderat Rauchen und Stillen" oder "moderat Rauchen und Nicht-Stillen" dann sind die gravierenden Nachteile ganz klar auf der "Rauchen und Nicht-Stillen" Seite
Mit K1 (2010) und K2 (2015)
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Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Kerstin123 hat geschrieben: 22.07.2021, 16:24 Danke, Raya! Das beruhigt mich sehr!!! ♥️
Hattest Du nie Bedenken?
Beim ersten Kind hatte ich noch Sorge vor einer Anpassungsstörung nach der Geburt, war aber alles in Ordnung. Bei den Zwillingen hatte ich keinerlei Bedenken mehr.
Kerstin123
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Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von Kerstin123 »

AnnaKatharina hat geschrieben: 22.07.2021, 16:58
Kerstin123 hat geschrieben: 22.07.2021, 16:28 Puh, das seh ich genau anders! 🙈 Da vertrau ich dann den ExpertInnen noch weniger, wenn rauchenden Müttern das Stillen empfohlen wird! 😳😳😳😳
Die Nachteile des Nicht-gestillt-werden sind schlichtweg so gravierend, dass die Nachteile des moderat Rauchens davon aufgewogen werden.
Klar, wenn man die Wahl hat zwischen
"Nicht rauchen und Stillen", oder "Rauchen und Stillen" dann empfiehlt man Ersteres.
Aber wenn die Wahl ist
"moderat Rauchen und Stillen" oder "moderat Rauchen und Nicht-Stillen" dann sind die gravierenden Nachteile ganz klar auf der "Rauchen und Nicht-Stillen" Seite
Stimmt!
So habe ich nicht gedacht! Ich dachte, es wird gemeint, dass die Mumi einer Frau, die Ads nimmt gleichgestellt wird mit der Mumi einer Frau die raucht! Das wäre ja Wahnsinn! Das würde mich erschüttern!!!!
Kerstin123
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Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von Kerstin123 »

Raya hat geschrieben: 22.07.2021, 19:30
Kerstin123 hat geschrieben: 22.07.2021, 16:24 Danke, Raya! Das beruhigt mich sehr!!! ♥️
Hattest Du nie Bedenken?
Beim ersten Kind hatte ich noch Sorge vor einer Anpassungsstörung nach der Geburt, war aber alles in Ordnung. Bei den Zwillingen hatte ich keinerlei Bedenken mehr.
Hast du die Zwillinge auch gestillt?
Lösche Benutzer 22277

Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Ja, ich habe die Zwillinge gestillt, bis sie 2,75 Jahre alt waren. Die Große bis zum dritten Geburtstag.

Für mich war immer klar, dass ich ohne Medikamente nicht klar komme und dass die Vorzüge des Stillens eindeutig sind. Und da ja meine Muttermilch untersucht wurde und man nur Spuren der Medikamente gefunden hat, war ich dann gänzlich beruhigt.

Es geht nicht jeder Stoff im gleichen Maße in die Muttermilch über, manche Medikamente sogar so gut wie gar nicht und dazu gehört zum Beispiel mein Neuroleptikum Quetiapin. War kaum was in der Milch, obwohl ich damals 400mg am Tag genommen habe (das ist relativ viel).
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rueckenwind
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Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von rueckenwind »

AnnaKatharina hat geschrieben: 22.07.2021, 16:58
Kerstin123 hat geschrieben: 22.07.2021, 16:28 Puh, das seh ich genau anders! 🙈 Da vertrau ich dann den ExpertInnen noch weniger, wenn rauchenden Müttern das Stillen empfohlen wird! 😳😳😳😳
Die Nachteile des Nicht-gestillt-werden sind schlichtweg so gravierend, dass die Nachteile des moderat Rauchens davon aufgewogen werden.
Klar, wenn man die Wahl hat zwischen
"Nicht rauchen und Stillen", oder "Rauchen und Stillen" dann empfiehlt man Ersteres.
Aber wenn die Wahl ist
"moderat Rauchen und Stillen" oder "moderat Rauchen und Nicht-Stillen" dann sind die gravierenden Nachteile ganz klar auf der "Rauchen und Nicht-Stillen" Seite
Danke AnnaKatharina, so war das gemeint!
Muttermilch ist das absolute Superfood für kleine Menschen,wenn es keinerlei Hinweise auf die nachteilige Wirkung eines Medikamentes auf den Säugling gibt und man gerne stillen möchte, dann sollte man das m.M.n. wirklich tun und sich durch das einholen einer Expert:Innenmeinung ausreichend entlastet fühlen!
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Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von Sunflower1503 »

Hallo,
Ich hänge mich mal ran, weil ich gestern genau dieses Medikament vom Arzt verschrieben bekommen habe.
Schonmal gut zu lesen, dass es dem Baby nicht schadet. Das hatte mir die Ärztin auch glaubhaft versichert.

Nun hab ich trotzdem irgendwie Hemmungen das zu nehmen. Ich frage mich, ob meine Ängste/Sorgen/negativen Gedanken schon „ausreichen“, um als Depression zu gelten. Oder ob ich es nicht erstmal mit was pflanzlichem probieren soll.
Wie kann man entscheiden, ob so ein Medikament wirklich angebracht ist oder nicht?

Nach dem 2. kind Stand ich schonmal vor diesen Überlegungen und hab mich dagegen entschieden. Aber da ging es mir dann trotzdem bestimmt noch mehr als 1 Jahr schlecht. Erst kurz vor der 3. Schwangerschaft war ich wieder halbwegs im Lot. Die Schwangerschaft war auch gut.
Nun kommen sie wieder die negativen Gedanken. Ich male mir aus, was mir oder den Kindern alles passieren kann (denke an schlimme Krankheiten etc) und habe teilweise echt Alpträume. Ich denke viel über den Tod nach, die Zukunft, den Klimawandel.

Tagsüber geht es. Da bin ich mit 3 Kindern gut ausgelastet. Und nach Außen hin bin ich ganz „normal“, es ist echt nicht ständig. Kommt aber immer mal durch.

Was würdet ihr machen? Besonders die, die Erfahrungen haben...

Sorry, wenn meine persönlichen Fragen hier nicht hinpassen. Ich kann auch gerne „umziehen“ mit dem Thema.

Danke und einen schönen Abend!
FamilieChaos
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Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von FamilieChaos »

Ich habe nicht mehr voll gestillt,als ich mit sertralin begonnen habe.Im März hab ich die Notbremse gezogen.Da war der Zwerg 9 Monate alt.Schreikind war er ja eh schon und noch unruhiger war er zumindest nicht.Er stillt noch mindestens 6-8 mal in 24 Stunden.Ich musste nochmal erhöhen und werd auch jetzt wahrscheinlich noch einmal anpassen müssen.
Ich konnte mich aber auch nur noch soweit kümmern,dass ich ihn gestillt habe,vielleicht mal gewickelt und schnell eine maschine wäsche angestellt habe.Ansonsten hab ich die Decke angestarrt und geheult.Mittlerweile schaffe ich es wieder,mit ihm und seiner schwester zu spielen,versorge die Kinder weitestgehend allein.
mit bald 7 Zwergen *2/99,4/00,9/02,6/08, 7/10,10/14 und 7/2020 und 6 Sternchen im Herzen
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Mups
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Re: (Voll)Stillen mit Sertralin

Beitrag von Mups »

Bei mir waren es genau die Sorgen und Ängste, und eine Reizbarkeit. Ich habe es ewig vor mir her geschoben zum Arzt zu gehen. Im Nachhinein hatte ich diese PPD auch schon nach der Geburt meiner Großen, und sie blieb unbehandelt.
Als mein kleiner ein paar Monate alt war (ich glaube aber mehr als 6), hab ich im Pekip davon erzählt. Die Leiterin hat wohl Erfahrung in dem Bereich, und hat mir erklärt dass diese Ängste oder Sorgen und auch das "bei Kleinigkeiten völlig überreagieren emotional" ganz typisch für eine PPD sind. Da muss gar nicht viel Traurigkeit im Spiel sein, auch nicht unbedingt Antriebslosigkeit, denn das lässt so ein Baby ja kaum zu...
Diese Dünnhäutigkeit ging unter Sertralin schon unter der niedrigsten Dosis innerhalb von kurzer Zeit komplett weg. Wenn das so nicht gewesen wäre, hätte ich nie im Leben geglaubt, dass das wirklich eine Depression gewesen sein könnte :oops:
Ich habe Sertralin glaube ich knapp ein Jahr genommen, und dann erstmal absetzen können. Letztes Frühjahr im Lockdown habe ich es nochmal gebraucht, jetzt aber nicht mehr :)
Mit Löwenmädchen (2014) und Strahlemann (2018)
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