Liebe AnnieMerrick,
so, ich gehe mal auf einige der Sachen ein, die Du gefragt/geschrieben hast:
hebi sagt: wenn die milch nach 8 tagen nach geburt nicht reicht, wird sie nie reichen
Damit hat Deine Hebamme unrecht. Zahlreiche Geschichten hier belegen das.

Und nur fürs Protokoll: wir haben auch viele erfolgreich teilstillende Mütter hier, die dann z.B. die Prenahrung mit Einführung der Beikost ausgeschlichen haben und teils noch mehrere Jahre "Stillen + Familienkost" praktizierten. Dein Baby profitiert von jedem einzelnen Tropfen Muttermilch!
1.) wie kann ich die milchmenge erhöhen? = die letzte abend, nacht und frühmahlzeit reicht mengentechnsich aus. dann über den tag habe ich max. 50 ml pro stillmahlzeit. das reicht meinem baby aber nicht=ich muss zufüttern

Wir schauen uns jetzt erstmal systematisch gemeinsam an, wie bei Euch der Stand ist (siehe dazu die Daten, die ich im vorigen Posting abgefragt habe). Vorab kann ich Dir dennoch schon ein paar Dinge sagen:
grundproblem: k. schläft immer wieder ein - wecken. 2 schlucke-eingeschlafen. kind ablegen - wäh hunger- wieder 2 schlucke und das spiel wiederholt sich

Ich möchte Dir zwei Themen aus unserer
LINKSAMMLUNG STILLWISSEN ans Herz legen: zum einen das
"Wechselstillen" und zum anderen den Beitrag zu "Wecktipps für schläfrige Babys, korrektes Anlegen".
In letzterem findest Du zusätzlich eine Beschreibung des korrekten Anlegens:
Ist Dein Baby korrekt angelegt? (Mund weit offen, Lippen nach außen gestülpt, Zunge über der unteren Kauleiste, usw. - siehe Beschreibung dort)
- milch pumpen sollte ich, um die milchmege zu dokumentieren
Wie meine Vorschreiberinnen schon richtig anmerkten, kann man durch Abpumpen im Allgemeinen KEINEN direkten Rückschluss auf die Milchmenge ziehen - ein korrekt angelegtes Baby bekommt normalerweise mehr Milch aus der Brust als jede Pumpe

, da die Milch überwiegend
während des Stillens gebildet wird, und der hierfür nötige mütterlichen Reflex (der sogenannte "Milchspendereflex") vom Baby leichter auszulösen ist als per Pumpe.
50 ml im Wochenbett sind allerdings eine völlig normale Pumpmenge für eine Mahlzeit (pumpst Du für 50ml an beiden Seiten oder an einer?)
Mit zehn Stillmahlzeiten pro Tag (die meisten Babys stillen 8-12 mal in 24 Stunden) käme man so nämlich auf 500 ml Milch - bei manchen Babys im ersten Lebensmonat entspricht das bereits dem kompletten Tagesbedarf

!
(Quelle)
Und verstehe ich es richtig, dass Du manchmal noch mehr als 50ml abpumpen kannst?
3.) nach 2 h habe ich immer extreme schmerzen in den brüsten (als würden sie platzen) = ich lege das kind an oder pumpe ab. kann sich das regulieren?
Du bist noch mitten im Wochenbett - in dieser Zeit stellt sich das Angebot langsam auf die Nachfrage ein. Dieser Prozess ist durch ineffektive Stilltechnik Deines Babys einerseits und durch zusätzliches Pumpen andererseits natürlich erschwert. Gib Euch da noch Zeit! Du wirst nicht die ganze Stillzeit über mit schmerzenden Brüsten zu kämpfen haben.
k. spuck die brustwarze aus, dockt dann immer wieder an, trinkt (man sieht milch im mundwinkel)
[...]
und: k. beißt schön kräftig in die brustwarzen, wenn es "pupst" und das passiert beim trinken häufig oder wenn es schon hungrig ist
Dein Baby hat recht früh und ausführlich Bekanntschaft mit künstlichen Saugern in Form von Saugerflaschen, Schnuller und Stillhütchen gemacht und versucht nun vermutlich, mit Flaschentechnik an der Brust zu trinken (Stichwort
"Saugverwirrung" - siehe Linkliste), was es dem Baby sehr erschweren kann, an die Milch, die Deine Brust bilden kann, effektiv heranzukommen.
Zur Saugverwirrung passt auch das ständige An- und Abdocken, das vom unterschiedlichen Milchfluss an Flasche und Brust herrühren kann.
Um Deinem Baby möglichst bald das ungestörte Erlernen einer effektiven und für Dich schmerzfreien Stilltechnik zu ermöglichen, sollten wir gemeinsam schauen, welche
stillfreundliche Zufüttermethode für Euch in Frage kommt. (Das hängt natürlich maßgeblich von den täglichen Zufüttermengen ab).
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Zum "pupsen" noch: Manche Babys werden beim Stillen unruhig an der Brust, wenn sie mal müssen. Es kann dann helfen, das Baby aus der Windel auszupacken. "Unten ohne" und mit angewinkelten Beinchen können sich viele Babys instinktbedingt deutlich besser erleichtern als mit Windel. Danach klappt das Stillen dann wieder besser.
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- risse in den brustwarzen verlaufen alle quer
kannst Du das nochmal genauer beschreiben? "quer" wenn man seitlich auf die BW schaut (also z.B. entlang des Übergangs der BW zum Warzenhof) oder "quer" wenn man von oben auf die BW draufschaut (etwa so, dass jede BW einen wunden Streifen einmal quer über die BW-Spitze laufen hat)?
- immer schmerzen beim andocken und wenn das kind losläßt,
Ein gewisser, oft ziehender Schmerz beim Andocken, der sich während der Mahlzeit verliert, ist im Wochenbett nicht ungewöhnlich. Nach dem Wochenbett ist dieser "Andockschmerz" meist Geschichte - gute Stilltechnik vorausgesetzt.
Der Schmerz beim/nach dem Abdocken des Babys: geht der mit einer Verfärbung der BW einher? Wie lange hält der Schmerz an?
- stilltechnik bzw. das was ich aus den internetvideos habe: kopf vorn, beine verlaufen an der taillie (keine ahnung, wie die griffe heißen) das funktioniert auf der "tropfbrust" toll und recht schmerzfrei - bis auf andocken, das tut immer weh
- andere brust: klassisch im arm, aber kind "verliert" häufig die brustwarze
- im liegen, aber da tun die brustwarzen weh und das kind "verliert" häufig die brustwarze
Gibt es einen Grund, warum Du rechts und links unterschiedliche Stillpositionen verwendest? Toleriert Dein Baby z.B. nur das Liegen auf einer Körperseite?
Dass junge Babys die BW noch oft aus dem Mund verlieren, ist nicht ungewöhnlich. Oft muss man am Anfang die gesamte Mahlzeit über die Brust im C-Griff stützen. Später ist das dann nicht mehr nötig.
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Hast Du genügend Unterstützung im Haushalt? Dein Baby ist erst drei Wochen alt und das
Wochenbett (oder Wochensofa

) geht noch weitere drei Wochen! In dieser Zeit solltest Du Dich überwiegend mit Deinem Baby ausruhen

. Ganz besonders förderlich für das Stillen ist es, wenn Du Dich mit Deinem Baby möglichst oft und ausgiebig zum Kuscheln Haut auf Haut hinlegst.
Ein komplett aufknöpfbares Oberteil für Dich, eine Windel für das (ansonsten nackte und auch söckchenfreie) Baby und je nach Temperatur evtl. eine leichte Decke zum Zudecken, etwas zu Trinken und zu Knabbern für Dich in Reichweite... . Mach es Euch gemütlich, so oft es geht.
Wenn Du Dich (mit Kissen abgestützt) weit zurückgelehnt hinsetzt oder auf den Rücken legst und Dein nacktes Baby bäuchlings zwischen Deinen Brüsten auf Deinen nackten Oberkörper legst,
kann Dein Baby auch ganz allein auf die Suche gehen, sobald es Appetit bekommt, und sich selbst andocken. Versuch das ruhig immer wieder Mal ganz in Ruhe. Das ist auch Balsam für Eure schon auf so harte Proben gestellte Mama-Kind-Beziehung - ganz besonders, wenn Du Dir Dein Kind nach einem warmen Babybad noch feucht auf den Bauch legen lässt (dann bitte mit einer Decke/einem Handtuch gut zudecken, wie man es auch nach der Geburt tun würde).
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So, und nun bin ich gespannt auf Deine Antworten.
LG, blueberry