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Re: Soja/Phytoöstrogene: interessanter und umfassender Artik
Verfasst: 10.11.2013, 16:57
von Nuala
Mein Mann liebt Räuchertofu und Co und meine Kinder (auch Kleinkind) essen da sehr gerne und regelmäßig mit. Ist das jetzt schädlich?
Man hört da ja sooo viel unterschiedliches...

Re: Soja/Phytoöstrogene: interessanter und umfassender Artik
Verfasst: 10.11.2013, 22:40
von Captainsparrow
Es gibt keine Studie die eine für Kinder " sichere" Grenze festlegt. Bei Erwachsenen scheint es nicht schädlich zu sein in Maßen. In welchem Maße man seinem Kind Phytoöstrogenen aussetzt, muss daher jeder selbst entscheiden. Ich würde sie mitessen lassen, wenn es nur selten ist.
Re: Soja/Phytoöstrogene: interessanter und umfassender Artik
Verfasst: 11.11.2013, 19:30
von Lilly11
Ganz ehrlich...wenn ich nicht will, dass mein Kind Hormonen (und zwar "echten", nicht den Phytoöstrogenen) ausgesetzt ist, dann gebe ich ihm kein Fleisch und keine Kuhmilch... da macht ganz sicher zweimal in der Woche ein viertel Bock Tofu (das muss ein Kind auch erst mal schaffen), gar nichts aus, zumal die Phytoöstrogene ja ganz anders wirken. Das wird hier leider ein wenig durcheinander geworfen...
Ich lese den Artikel auch bei Gelegenheit, aber sämtliche Studien, die ich bisher dazu gelesen habe, haben eher die Harmlosigkeit der Phytoöstrogene unterstrichen. Im Gegenteil - es wurde eher gesagt, dass der große Hormon-Anteil, dem Kinder heute früh ausgesetzt sind, durch den hohen Fleischkonsum unserer Gesellschaft herrührt. Das hat sicher Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder.
Dass es schädlich ist, einen frühen Sojakonsum nicht weiterzuführen, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Wie soll das denn gehen? Entweder ist es schädlich (dann gleich), oder es ist nicht schädlich und dann machts auch nichts, wenn man es weiterhin konsumiert.
Aber bevor ich jetzt noch mehr Hypothesen in den Raum werfe, versuche ich lieber mal, den hier zitierten Artikel zu lesen

Re: Soja/Phytoöstrogene: interessanter und umfassender Artik
Verfasst: 11.11.2013, 20:08
von Captainsparrow
Naja , hormonelle Wirkung ist hormonelle Wirkung. Genistein ist auch kein Hormon, sondern ein endokriner Disruptor, der die gleiche Wirkungsweise hat wie BPA. Dieses war ja auch lange als unbedenklich eingestuft.
In Fleisch und Co gibt es natürlich auch jede Menge " echte" Hormone. Ich ernähre mich und meine Kinder weitestgehend fleischlos und es wird auch nicht viel Kuhmilch konsumiert. Trotzdem verzichten wir auf Soja , und auch eine komplett fleischlose Ernährung ist ohne Soja kein Problem ( hab ich ja lange gemacht). Ich finde " lieber große Mengen Soja als große Mengen Fleisch" kein Argument, weil man auf beides sehr gut verzichten kann, oder den Konsum von Beidem auf ein Mindestmaß beschränken kann.
Re: Soja/Phytoöstrogene: interessanter und umfassender Artik
Verfasst: 12.11.2013, 02:59
von Lilly11
chrissi hat geschrieben:Ich finde " lieber große Mengen Soja als große Mengen Fleisch" kein Argument, weil man auf beides sehr gut verzichten kann, oder den Konsum von Beidem auf ein Mindestmaß beschränken kann.
So war`s ja auch nicht gemeint

Die Rede war ja hier von "gelegentlich mal ein Stück Tofu"...
Was ich bisher aus dem Artikel herausgelesen habe:
- es gibt viele durch Studien mehrfach belegte positive Wirkungen der Phytoöstrogene
- es gibt im Bereich von Brustkrebs-Entstehung Studien, die eine protektive Wirkung postulieren und solche, die eine negative Wirkung annehmen; abhängig von Menge des Konsums, ethnischer Herkunft etc. --> kein rechter Konsens (vielleicht noch zu viele andere Faktoren, die mit reinspielen, so dass man keine eindeutige Aussage machen kann?)
- es gibt negative Wirkungen der Phytoöstrogene
- Soja-basierte Säuglingsnahrung: hier werden sehr, sehr hohe Blutspiegel an Phytoöstrogenen erreicht und dabei die Frage aufgeworfen, ob dies Effekte im späteren Leben hat
- problematisch ist, wie hier schon erwähnt, der steigende Konsum (in Säuglingsnahrung und beigemischt in allem möglichen Essen, in Nahrungsergänzungsmitteln etc.) und das ist zB in den USA sicher ein Problem (hier haben es vegane Sojaallergiker echt schwer...).
Ich für meinen Teil trinke weiter meinen Sojamilchkaffee und esse ab und zu Tofu (obwohl stillend

) und meine Kleinkind-Tochter darf auch weiter ihren Brotaufstrich mit Soja drin essen. Wenn ich nun nicht stillen könnte und keine Kuhmilch geben wollte, wäre ich jetzt aber zugegebenermaßen etwas überfordert, denn der Anteil der Phytoöstrogene in der Säuglingsnahrung ist schon sehr hoch, so dass man sich gut vorstellen kann, dass es irgendwelche Auswirkungen hat...
war jetzt etwas durcheinander, sorry...müde

Re: Soja/Phytoöstrogene: interessanter und umfassender Artik
Verfasst: 12.11.2013, 17:40
von Captainsparrow
Ich denke das ist auch im Endeffekt das, was drin steht. Bei Erwachsenen sind die Untersuchungen so widersprüchlich, dass man gar nichts Genaues sagen kann. Am Ehesten wahrscheinlich : alles in Maßen. Ein Sojaaufstrich auf dem Brot ist ja echt wenig. Wenn ich aber ein Kleinkind hätte das große Mengen Sojadrinks verputzt, würde ich mir schon Gedanken machen. Ebenso wenn ich schwanger wäre, und viel Soja verzehren würde, das würde ich dann definitiv einschränken.
Re: Soja/Phytoöstrogene: interessanter und umfassender Artik
Verfasst: 12.11.2013, 19:04
von Chris-Cross
Es ist irgendwie so schwer, eine gute Proteinquelle zu finden... Kuhmilch finde ich aus ethischen und gesundheitlichen Gründen sehr schwierig, Soja sollte man als Schwangere oder als Kind auch nur wenig/nicht täglich konsumieren, die Getreidedrinks sind eher proteinarm und enthalten teilweise Gluten ( zumal ja zusätzlich schon genug Getreide durch Brot, Müsli, Beilagen konsumiert wird) und Mandeldrink passt geschmacklich nicht zu allen Speisen...
Klar, in Hülsenfrüchten ist auch Protein drin, aber es geht ja auch um die geschickte Zusammenstellung der essentiellen Aminosäuren. Da ist Soja ja schon wirklich gut.
Mein Sohn und ich trinken zur Zeit Soja-Reis-Drink und nutzen Hafersahne,
aber zu Räuchertofu und Soja-Joghurt gibt es keine Alternative und das essen wir mehrmals in der Woche.
Den Artikel finde ich sehr aufschlussreich, jedoch habe ich, wie bei so vielen Artikeln, hinterher das Gefühl,
dass es immer schwieriger wird, sich komplett ethisch korrekt und gesund und nachhaltig und natürlich zu ernähren....
Komplett ist auch das falsche Wort,
mein Anspruch geht ja nur so weit, dass ich nicht wissentlich täglich Nahrung konsumieren mag,
der uns nachweislich schadet (schrieb die Schwangere und stopfte sich ein Schokobrötchen rein

....)
Re: Soja/Phytoöstrogene: interessanter und umfassender Artik
Verfasst: 13.11.2013, 18:34
von Nuala
Danke Chris-Cross, du sprichst mir grad sehr aus der Seele...
Und Nachtrag generell:
Was gilt denn heute wirklich noch als gesund? Außer vielleicht grünes Blattgemüse in Bio?
Zu viel Getreide ist schlecht (zumindest laut diesem Palädings).
Eiweiß gilt grad als DER Satt- und Schlankmacher, aber da sagen die einen dass tierisches Eiweiß das Wahre auch nicht ist (zudem ethisch bedenklich oder kaum leistbar), Milch heutzutage ist ein vollkommen denaturieres Produkt (Ausnahme Heumilch-Rohmilch) und als sehr ungesund verschrien. Soja ist auch böse, Seitan sowieso, Fisch dasselbe wie Fleisch: ethisch nicht vertretbar oder unleistbar.
Obst in zu großen Mengen enthält zu viel Zucker, Nüsse sind in großen Mengen nicht gut wegen der Abwehrstoffe gegen Schädlinge.
Joa. Was bleibt übrig?
Wie kann man sich gesund ernähren? Gibt es ein gesund überhaupt?
Re: Soja/Phytoöstrogene: interessanter und umfassender Artik
Verfasst: 13.11.2013, 18:55
von Lösche Benutzer 1828
Naja, gesund durchmischt - man muss man nichts in so großen Mengen essen. Wenn man von allem etwas isst...von dem einem mehr, vom anderen weniger.