Muttermilch spenden

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Sussa
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Re: Muttermilch spenden

Beitrag von Sussa »

Hier im westlichsten Westen gibt es keine Sammelstellen. Ich wohne zwischen zwei Kliniken (ok. zwischen heißt hier auf dem Land, dass jeweils 20km dazwischen liegen, aber das ist echt keine Entfernung hier. Das nächste Geschäft ist auch 5km entfernt). Eine ist Peri1, eine Peri2.
Meine Tochter ist fast 7 Monate alt und ich sprudele immer noch über. Ich könnte immer noch locker 2 Kinder ernähren.

Trotzdem haben beide Kliniken abgewunken. Grund: Bei der Blutspende gibt es einen externen Dienst, der das organisiert. Milchspende müsste die Klinik selbst organisieren. Inklusive Gesundheitsuntersuchung und Haftung bei Krankheitsübertragung. Da es bei Blut keine Alternative gibt, kaufen sie Spenderblut. Formula-Milch wird als vollwertiger Ersatz angesehen. Also wird Formula genommen. Ist einfacher.

Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit meiner Cousine. Sie hat vor 3 Jahren bei 27+x ein 700g Frühchen bekommen. Ihr Körper hat es einfach nicht geschafft, Muttermilch zu produzieren, trotz echt guter Beratung. Sie sagte, sie hat nach Spendermilch gesucht, hat über private Spende nachgedacht (es gibt ja diese Fetischwebseiten) hatte aber Angst wegen der fehllenden Kontrolle.

Ihr Sohn hat es geschafft, hat aber gerade was das Verdauungssystem angeht heute noch Probleme. Ob es die auch mit Muttermilch gegeben hätte? Keine Ahnung. Aber es macht mich traurig, dass es nicht einmal die Chance gab, das auszuprobieren.
Sussa mit Sussalinchen (10/2012)
Lucccy
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Re: Muttermilch spenden

Beitrag von Lucccy »

Apropos Westen: wie bzw wo könnte man denn am sinnvollsten bei einer Klinik (mit Level 1 Versorgung) den Gedanken einer Muttermilchbank mal abklopfen?
Denn hier stellt es sich so dar, dass die Klinik eine Level 1 Versorgung hat, eigene Blutspendezentrale wäre auch auf dem Gelände beheimatet und nebenan vom Klinikgelände ist sogar die Frauenmilchuntersuchungsstelle des Landes.
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püppilotta
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Re: Muttermilch spenden

Beitrag von püppilotta »

@Posy: Sehr seltsam!

@Lucccy: Ruf doch mal auf der Neo an!
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sternenweib
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Re: Muttermilch spenden

Beitrag von sternenweib »

rein aus interesse: mit das tolle an muttermilch ist ja, dass sie sich in ihrer zusammensetzungständig neu an die bedürfnisse des kindes anpasst. kann dann ein frühchen überhaupt wirklich was mit der milch anfangen, die für ein älteres kind produziert ist oder ist dann nicht vielleicht wirklich die unspezifischere kunstmilch die sinnvollere alternative?
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greenie bird
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Re: AW: Muttermilch spenden

Beitrag von greenie bird »

sternenweib hat geschrieben:rein aus interesse: mit das tolle an muttermilch ist ja, dass sie sich in ihrer zusammensetzungständig neu an die bedürfnisse des kindes anpasst. kann dann ein frühchen überhaupt wirklich was mit der milch anfangen, die für ein älteres kind produziert ist oder ist dann nicht vielleicht wirklich die unspezifischere kunstmilch die sinnvollere alternative?
Ich bin jetzt nicht vom Fach, aber erstens gibt es extra Pulver Milch für Frühhchen, aber zweitens viel wichtiger, hat MuMi Bestandteile, die man nicht in tote Kunstmilch pressen kann und gerade die schützen doch vor NEC. Und sind wichtig für das Immunsystem, wegen der Nährstoffe mag es da weniger Bedenken geben.
Und zur Zusammensetzung hatte jusl mal geschrieben, dass die Unterschiede während einer Mahlzeit größer seien als in der Gesamtbetrachtung in 2 oder mehr Stilljahren. Ich denke auf jeden Fall,dass es sinnvoller ist als Pulver.

Ta ta ta... mit dem Handy da
Sprache ist ein mangelhaftes Instrument zum Ausdrücken von Gefühlen bzw. scheine ich schlecht darin zu sein, bitte fragt bei zweifelhaften Äußerungen von mir nach...

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Lucccy
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Re: Muttermilch spenden

Beitrag von Lucccy »

Ich ergänze: es gibt auch Zusätze für Mumi, die für Frühchen beigemengt werden können.

@püppilotta: ich hab da vergessen zu schreiben: ich weiss, dass diese Klinik bisher keine Spenderinnenmilch benutzt. Und in der Neo anrufen wird wohl leider "in der Chefetage" nicht den Gedanken auslösen "ohja ne Milchbank ist eine gute Idee".
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püppilotta
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Re: Muttermilch spenden

Beitrag von püppilotta »

@Lucccy: Ja, wie man sowas anstoßen könnte, würde mich auch interessieren. In Berlin gibt's neun Neos (Level 1 und 2) und nur eine davon nimmt Mumispenden entgegen. Ich verstehe es auch nicht.
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Re: AW: Muttermilch spenden

Beitrag von greenie bird »

Na scheinbar besteht kein Interesse. Das was die Mütter nicht selbst produzieren können wird eben mit Pulver ersetzt. Man kann Nekrosen ja auch operieren. Die Kosten für die Aufbereitung der Milch sind vielleicht zu hoch.

Ta ta ta... mit dem Handy da
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Re: Muttermilch spenden

Beitrag von 7erendipity »

Am Anfang unserer Stillzeit hätte ich auch Drillinge ernähren können und soooo gerne gespendet! Ihr sprecht ein Thema an, was mich auch sehr beschäftigt hat!
Leider sehe ich das genau wie Lucccy. Bevor in der Chefetage ein neuer Wind weht...tja. Weiß nicht was da vorher alles passieren muss, aber so einfach ist das leider nicht. Obwohl es Studien dazu gibt und Erfahrungswerte etc. Die gibt es auch zu vielen anderen medizinischen Themen, aber wird was geändert? Nö, haben wir ja schon seit 50 Jahren so gemacht und der Großteil der Frühchen überlebt ja :twisted:
Z. B. auch Kangoorooing. Das ist in Südafrika in einigen Krankenhäusern Standard mit unglaublichen Auswirkungen auf die Überlebensrate der Frühchen. Ich spreche hier von ständigem Kangooroing, die Kinder werden nicht abgelegt, sondern den Müttern zwischen die Brüste in ein Tragetuch gesetzt. In Deutschland gibt es das ja auch, dass ein Frühchen mal aus dem Inkubator raus darf und mal ne Stunde auf Mama oder Papa liegt. Aber ständiges Kangoorooing hat so positive Auswirkungen auf die Entwicklung und Reifung der Kinder, dass die meisten schon nach kurzer Zeit entlassen werden können. Wird hier soweit ich weiß auch nicht so praktiziert...

Nur sehr wenige Krankenhäuser mit Geburtshilfe in Deutschland sind auch babyfreundliche Krankenhäuser (WHO-zertifiziert, das entspricht stillfreundlich). Ich wage mal zu behaupten, dass die Motivation dann auch einfach nicht da ist, sich darauf einzulassen die Mütter in die Babygesundpflegung zu integrieren. Ist ja auch einfacher wenn immer Fläschchen mit Pre-Formula zur Hand sind, wesentlich weniger Umstand als abgepumpte Milch standardmäßig zu verwalten. Und in nicht babyfreundlichen Krankenhäusern, traurig aber wahr, ist auch immer schnell Werbung und Proben von Nestlé und Co. zur Hand. Auch nicht dem WHO-Codex entsprechend...
LG 7erendipity
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püppilotta
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Re: Muttermilch spenden

Beitrag von püppilotta »

@greenie bird: Der Bedarf dürfte da sein. Ich denke, Sussa hats getroffen.
Sussa hat geschrieben:Da es bei Blut keine Alternative gibt, kaufen sie Spenderblut. Formula-Milch wird als vollwertiger Ersatz angesehen. Also wird Formula genommen. Ist einfacher.
Blutspenden geht, weil Blut (noch) nicht ersetzt werden kann. Milch spenden geht (fast) nicht, weil Milch ersetzt werden kann. Und Mister Hipp und Mister Alete usw. haben sicher kein Interesse daran, dass alle Frühchen Mumi bekommen. :evil:
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