Seite 3 von 5

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 08:49
von Katha
weeka hat geschrieben: dazu gibt es tatsächliche zahlen, längeres stillen steht mit einem höheren abschluss in verbindung (sowie hausgeburten etc auch)
Die geizigen bessergebildeten, die zu knauserig sind, ihren Kleenen ne ordentliche Milchpackung zu kaufen :twisted:
Mein Freund hat mal ganz am Anfang geguckt, was Pre kostet, fand immer überzogen, wenn ich meinte, dass teuer. Haben das gestern nochmal durchgerechnet.

Das mit dem "dezenten" Stillen kenne ich auch, hab es auch von einer lieben Freundin gehört. Und von derem Freund noch nen Kommentar, dass Mütter dann immer so schlumpfig rumlaufen.
Ich muss gestehen, das Diktum hemmt mich noch ein wenig, dass ich außer Haus stille. Weil der Kleine Hase dabei oftmals quasselt oder rumzappelt, wenn unser bequemes Stillkissen fehlt, und er mit Tüchern, die rumhängen, rumspielt, etc. Und ich kriege es jetzt erst hin, ihn dann auch gut zu halten.

Mich hat vor der Stillzeit Stillen in der Öffentlichkeit nie gestört, fand es eher spannend. LZS fand ich hingegen schon merkwürdig, muss ich zugeben :oops: dachte mir immer, ist okay, wenn das jemand machen mag, für mich ist das nichts. jetzt sehe ich das doch anders, obwohl ich noch nicht sagen kann, ob wir BLW durchhalten (mein Freund weiß von der Idee eh noch nichts, findet LZS über 2 Jahre auch immer noch merkwürdig, glaube ich). Das mit "will meinen Körper wieder haben" hab ich auch mal gedacht. Das Stillen und das kein Widerspruch sind, kann man sich vermutlich vorher noch gar nicht vorstellen.
Dass man nicht weggehen könne, fand ich schon immer merkwürdig, weil - okay, Pumpen ist nervig, klappt manchmal nicht und bei einigen gar nicht - aber man kann immerhin abpumpmen.

Mein Bild kommt ja gesellschaftlich irgendwo her. (Keiner ist eine Insel.)
Hatte zwar LZS-Mütter im Umfeld, aber viele, bei denen nach dem 6. Monat das Stillen nicht mehr aufgefallen ist. Vermute, viele haben nach und nach abgestillt. Gerade im Akademiker-Umfeld gehen ja viele nach 1 Jahr wieder arbeiten - und ich bin immer "still"schweigend davon ausgegangen. Dass Stillen trotz Tagesbetreuung noch möglich ist, hab ich auch erst hier erfahren.
SchwM fragt schon immer, wann wir Brei zufüttern. Sie meint es lieb - als ich auf Nachfragen meinte, ja, Milch reicht. Und mein Freund meinte: Sieht man doch! (war so stolz auf ihn), antwortete sie: Dann is ja gut. (auch sehr beruhigt). Man hat der Generation das Stillen aber wirklich ausgetrieben.

Hoff, is nicht wirr, schick es mal weg, kl. Hase guckt mich aufgewacht schief von unten an ;)

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 09:17
von EhUSb
In meiner Umgebung stillt fast jeder ganz selbstverständlich, allerdings meist nur ein halbes Jahr lang. Danach hören einige dann doch auf. Begründung, die ich dann meist höre, ist: "Ich wollte meinen Körper wieder für mich haben/unabhängiger vom Kind sein."

Auch, wenn ich das für mich nicht als Grund zum Abstillen sehe, kann ich das gut verstehen - und ich finde ohnehin, jede Frau soll das für sich entscheiden dürfen. Blöd finde ich halt immer nur, wenn mir jemand mit hanebüchernen Argumenten kommt, warum das ja nicht mehr ginge. Das finde ich mistig, weil so oft Fehlinfos am Leben erhalten werden (à la "keine Milch mehr"), die andere Frauen verunsichern können. Sagt jemand klipp und klar, er mag einfach nicht mehr (oder von Anfang an nicht) stillen, dann bitteschön. Ich muss ja nicht missionieren. :-) Genauso erwarte ich aber auch, dass man respektiert, dass ich stille, bis hier einer keine Lust mehr hat. Neulich, zwei Wochen nach Beikoststart, hatte Clara ganz schön mit Verstopfung zu kämpfen, also habe ich wieder zwei Wochen vollgestillt. Da war Clara 7 Monate alt und ich bekam schon einige Ratschläge/Sprüche zu hören, dass sie jetzt aber doch mal essen MÜSSE. Das nervt.

Ansonsten stille ich selbstverständlich in der Öffentlichkeit, seit ein paar Wochen auch immer ohne dezentes Tuch über der Schulter, das stört mein Kind sonst nämlich. (Vorher war es eine super Abschirmung für Miss Neugierig hier... :-)) Ich sehe darin nix Anstößiges und ich finde auch, sorry, aber in einer Gesellschaft, in der man andauernd mit halbnackten Frauen in sexuell aufgeladenen Posen konfrontiert wird, muss ich meine Brust doch nicht ausgerechnet zum STILLEN, also zum eigentlichen Zweck ihres Daseins, verstecken?! Ich stille allerdings nicht unbedingt im Restaurant, wenn nebenan gegessen wird. :-)
Bisher habe ich da keine blöden Erfahrungen gemacht, habe eigentlich immer nur aufmunternde Blicke bekommen - die meisten bemerken es aber eh nicht oder gehen einfach weiter. Kleine Kinder sind meist sehr interessiert, finde ich auch in Ordnung. :-) Was ich merkwürdig finde: Seit Clara auf der Welt ist, habe ich zweimal Frauen in der Öffentlichkeit stillen gesehen. Zweimal! In acht Monaten! Wo sind die alle?! Das zeigt mir dann, dass es wohl doch nicht so selbstverständlich ist...

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 09:44
von love123
oh cool! so viele antworten!!! :D danke!!!!

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 12:37
von FamilieChaos
stillen tun hier fast alle.Nur geben einige schnell wieder auf.teils aus fadenscheinigen gründen und teils wegen falscher Informationen.EIne Hebamme,die die meisten Mütter im Wochenbett betreut,verteilt diese Informationen auch schön weiter.
So bis 6 Monate stillen ist noch ok und dann gibt es Brei und Flasche.Wobei ich selber noch keinerlei negative Erfahrungen gemacht habe in den fast 4 Jahren Stillzeit.Nur interessiertes nachfragen und einmal ein etwas verwirrter Blick meiner Stiefmutter,wo ich meinte,dass Polly gleich Milch bekommt und dann eh schläft.Da wollte sie mir welche aus dem Kühlschrank holen.Aufgeklärt und gut war.

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 13:48
von Schmul
Ursi99 hat geschrieben:Also ich kann da in meiner Umgebung ganz klar 2 Lager feststellen:
- die " Mainstream"- Frauen, die zwar anfangs stillen, aber nach ca. 4-7 Monaten abstillen und auf flasche umstellen. Das abstillen geht meist mit der beikosteinführung einher und die Gründe fürs abstillen reichen von "das macht man dann so" bis "keine Lust mehr" bis "mit Flasche schläft das Kind dann endlich durch". Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Vorteilen des weiterstillens konnte ich nicht beobachten. Viele füttern nach meiner Einschätzung zu schnell zu wegen angeblich zu wenig Milch, Empfehlung kinderarzt usw.
- die "Alternativen" Frauen, die auch eher so Dingen wie langem tragen, familienbett, blw, windelfrei zugetan sind. Hier stoße ich auf viel Verständnis.
Vom Verhältnis her würde ich mein Umfeld auf 70% Mainstream / 30% alternativ schätzen. Ob das repräsentativ ist, weiß ich nicht.
In der Öffentlichkeit oder fremden gegenüber halte ich mich eher bedeckt, weil ich keine Lust habe, mich zu rechtfertigen. In der Familie wird es akzeptiert, aber auch nicht besonders toll gefunden - eher neutral.
Genauso empfinde ich das auch, nur bei würe ich sagen sond es 90% Mainstream/10% Alternativ.
Die Familie ist eher stillfreundlich und Eltern und Schwiedereltern finden es toll, wie ich das mache, auch wenn sie es selbst nict so gemacht haben und so auch noch nicht kannten. Mein direkter Freundeskreis ist bisher noch kinderlos und findet es glaub ich eher merkwürdig, dass ich noch stille, aber mischen sich nicht ein. Mal gucken, wie die's dann amchen, nachdem sie gesehen haben, wie gut unsere Kinder gedeihen! :wink:

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 14:15
von runnerxx
Ich hatte noch nie Probleme in der Öffentlichkeit zu Stillen. Und hab auch noch keine schlechte Kommentare gehört ehr positive. Manchmal bekommt es das Umfelt gar nicht mit das ich Stille und die wundern sich dann wenn mein Kind aufstößt und fragen dann wie du hast gestillt??? So klappt es aber leider nicht immer. :D

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 14:38
von rueckenwind
Summerbaby: Darf ich fragen, wieso du nicht im Restaurant stillen magst?
Hab das schon öfter gehört und es irritiert mich immer wieder. Wieso soll mein Kind nicht dort essen/trinken, wo alle anderen eben dieses auch tun?

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 15:36
von hennnamae
runnerxx hat geschrieben:Ich hatte noch nie Probleme in der Öffentlichkeit zu Stillen. Und hab auch noch keine schlechte Kommentare gehört ehr positive. Manchmal bekommt es das Umfelt gar nicht mit das ich Stille und die wundern sich dann wenn mein Kind aufstößt und fragen dann wie du hast gestillt??? So klappt es aber leider nicht immer. :D
So ists mir auch schon passiert.

Je mehr man sich bemüht "unauffällig" zu stillen, desto krampfiger und auffälliger wirds. Wenn mans einfacht TUT, fällt es wesentlich weniger auf :wink:

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 17:02
von EhUSb
rueckenwind hat geschrieben:Summerbaby: Darf ich fragen, wieso du nicht im Restaurant stillen magst?
Hab das schon öfter gehört und es irritiert mich immer wieder. Wieso soll mein Kind nicht dort essen/trinken, wo alle anderen eben dieses auch tun?
Rückenwind, ich würde dir das gerne irgendwie rational erklären können, kann ich aber leider gar nicht. :-) Es ist einfach so das Gefühl, dass ich das nicht so gerne machen würde - vielleicht einfach, weil ich mit Restaurant "schick essen gehen" und damit eben auch eine bestimmte Kleiderordnung verbinde? Und es dann eben doch komisch fände, mich da halb frei zu machen? (Clara dockt unterwegs oft ab, um sich umzugucken, da sitze ich dann schon ein wenig entblößt rum...) In einem Imbiss würde ich nämlich, glaube ich, stillen... :-)

Re: gesellschaftliche stimmung/ stillen

Verfasst: 06.05.2012, 17:13
von rueckenwind
ach so, ich dachte, du hättest Sorgen, die anderen Essenden zu stören.
Das habe ich nämlich mal als Vorwurf gehört - dass das irgendwie 'unappetittlich' für die anderen, speisenden Restaurant-Besucher sei. Ich habe diesen Kommentar dann lieber ignoriert....und weitergestillt.