Ihr Lieben, vielen Dank für Eure Antworten!
Ach wisst Ihr, ich will das doch selber so überhaupt mal gar nicht, aber ich weiß mir einfach nicht zu helfen.

Ich hab am Montag mit unserer Kinderärztin über das Problem gesprochen und wir sind alle Punkte durch, beim Tagschlaf angefangen bis zur Ernährung und dem Tagesprogramm alles durch

. Sie hat mir das Ferbern mehr oder weniger ans Herz gelegt. Sagte auch, dass man dafür "hart" sein muss zu sich und dem Kind, aber dass die Erfolge letztlich halt für sich sprächen.
Mensch ich weiß doch selber, dass die "Erfolge" eher fragwürdig sind und ich bin selber mit einer s. g. "frühen Persönlichkeitsstörung" gesegnet und vielleicht auch deswegen so bemüht, es bei Willi alles so anders und so viel besser zu machen, damit er eine tolle Kindheit hat und voller Urvertrauen und Selbstsicherheit in die Welt starten kann! Hab viel zu viel Sorge, dass er bleibende Schäden davon trägt....
Ich hab mir dann heute vorgenommen, es einfach erstmal zu probieren, ihm, wenn er wach wird eine Flasche mit Wasser anzubieten und nicht die Brust. Das Ergebnis hättet Ihr gerade sehen sollen. Er hat angefangen zu brüllen und um sich zu hauen, sich zu überstrecken und hätte fast gespuckt, wenn ich nicht nach ca. 3 Minuten doch die Brust gegeben hätte.

Soviel dazu, ich kanns selber nicht aushalten, wenn er so weint und noch schlimmer, wenn ich das auch noch schuld bin, dass er so verzweifelt ist. Ferbern würde also allein an meiner Inkonsequenz schon kläglich scheitern hier, denn ich kanns nicht ertragen, wenns ihm an irgendwas fehlt und er so schlimm weint.
Erst heute sagte meine Oma zu mir, dass sie Willi ja noch nie richtig hätte weinen sehen und dass er ja immer so lieb und freundlich sei. Ja warum wohl? Weils ihm eben an nichts mangelt und seine Bedürfnisse unmittelbar und gezielt befriedigt werden. So wollte ich das immer, das war mein Ziel und mein Vorsatz und mein kleiner Prinz gibt mir täglich das Feedback, dass alles gut ist, wie es ist. Nur ich meckere rum, bin unglücklich und unzufrieden. Sollte ich vielleicht einfach auch mal meine Ansprüche ändern? Ich weiß es nicht....
Leider habe ich nicht die Möglichkeit, Willi mal stundenweise herzugeben. Meine Eltern wohnen recht weit weg, Schwiegereltern kommen nicht in Frage und Freunde sind eigentlich alle berufstätig, Ehemann ebenso. Tagsüber hinlegen könnte ich mich mit ihm, aber dann komme ich wirklich zu nichts hier und das kann ich mir bei 4 Katzen einfach nicht erlauben, da muss schon täglich geputzt werden und die Wäsche macht sich ja leider auch nicht von selber. Mein Mann macht schon viel, er bügelt z. B. oder bereitet einen Teil des Essens vor, während ich Zwergi ins Bett bringe, aber mehr will ich ihm auch nicht ans Bein binden, da würde ich mich echt mies bei fühlen, da ist mein Anspruch an mich vielleicht einfach zu hoch...
Wenn Willi wach ist, ist er der absolute Mittelpunkt. Ich mache wirklich nichts anderes in seinen Wachzeiten, als mit ihm spielen, mit ihm zusammen Musik zu machen oder ihm vorzulesen. Selbst wenn er alleine mit etwas spielt, sitze ich bei ihm auf dem Boden und gucke allenfalls mal übers iPhone in meine Mails. Mein Tag ist also absolut babygesteuert, was ich auch echt mag und schön finde, aber wenn die Abende dann ständig torpediert werden, die Nächte ebenso und ich noch nicht mal mein Essen abends warm zu mir nehmen kann, weil der kleine Herr immer genau wartet, bis ich anfange zu essen, um dann nach mit zu brüllen, dann komm ich irgendwie doch an meine Grenzen
