Seite 3 von 4
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 08.07.2011, 11:59
von jusl
Nicht die Milch stellt sich um, sondern die Brust. Die Milch wird auch nicht weniger oder fließt nicht mehr so gut, das hast Du falsch verstanden. Es ist im Gegenteil so, dass die Brust nun "professioneller" arbeitet: Zwischen den Mahlzeiten wird nicht mehr so viel produziert, die Milch wird in erster Linie während des Stillens gebildet. Deswegen ist die Brust nicht mehr so angeschwollen, sondern wieder weicher. Die Milchmenge stellt sich genauer auf den tatsächlichen Bedarf ein, während es davor schonmal ein Überangebot geben kann. Auch läuft die Brust nicht mehr so stark oder gar nicht mehr aus. Dies alles führt manchmal zu dem Fehlschluss, es sei weniger Milch da. Von Äußerlichkeiten kann man aber nicht auf die Menge schließen, die das Kind trinkt. Doch viele Mütter sitzen dem Irrtum auf zu denken, die Perfektionierung der Milchbildung deute auf weniger Milch hin, obwohl das Kind bestens gedeiht. Das ist natürlich Unsinn, aber wenn man es nicht besser weiß und niemanden hat, der sich auskennt und einen beruhigen kann...
Vielen Dank für diese Klarstellung, liebe Nachfrau.
LG
Julia
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 14.07.2011, 12:56
von Alioscha
Hallo, ich mal wieder
nach der Milchaufregung letzte Woche lief erst mal wieder alles prima, Piet hat auch in der letzten Woche insgesamt ca. 180 g zugenommen. Vorgestern waren wir bei der U4, auch alles prima. Habe auch die Kinderärztin wegen Milchmenge und Zufüttern evtl. gefragt und im Gegensatz zu den vielen negativen Erfahrungen mit Kinderärzten und Stillen, von denen ich hier schon gelesen habe, hat sie mir gesagt solange in den ersten sechs Monaten eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 100-150g zusammen kommt und die Windeln nass sind ist kein Zufüttern nötig.
ABER: jeden Abend ist er unzufrieden nach dem Stillen und heult wie am Spieß. Wenn ich ihn dann wieder anlege heult er auch direkt wieder weil nichts mehr kommt (ich weiß: es kommt nie nichts, aber offenbar fühlt es sich für ihn so an). Natürlich könnte er auch überreizt sein oder ähnliches, gerade am Abend, aber mein Gefühl sagt mir, dass er wirklich noch Hunger hat. Zumal ich ja tatsächlich abends immer viel weniger Milch habe als morgens, das merke ich ja auch selbst. Kürzlich hatte ich so eine Art Bluterguss an der Brustwarze weil er so fest gesaugt hat. Na gut, am Wochenende habe ich ihn eben abgelenkt und versucht zum Schlafen zu bringen um ihn dann nach spätestens zwei Stunden wieder zu stillen. Er kam dann auch nachts alle zwei bis drei Stunden und hat vielleicht so das Defizit des Abends wieder aufgeholt. Aufgrund der ordentlichen Gewichtszunahme fand ich das auch vertretbar. Aber seit Montag (im Moment wiege ich täglich zu meiner Beruhigung - oder Beunruhigung

) hat er bislang kaum zugenommen (vielleicht so 30g, aber das kann ich natürlich aufgrund der im Gedeihthread beschriebenen Wiegeungenauigkeiten nicht so genau sagen). Gestern Abend habe ich dann beschlossen, dass eine gestresste Mutter auch nichts Gutes ist und habe ihm nach dem Stillen als er wieder einmal schrie noch ca. 70ml Premilch zugefüttert. Er hätte allerdings auch sehr viel mehr getrunken und hat nachdem ich ihm die Flasche weggenommen habe immer noch geschrien. Ich wollte ihm aber nicht mehr von der Premilch geben damit er nicht zu satt wird und dann ewig nicht Stillen will denn ich versuche ja so regelmäßig wie möglich anzulegen wegen der Milchbildung. Habe dann auch nach dem Fläschchen bis zum Schlafen gehen noch zwei Mal gestillt und er ist dann irgendwann zufrieden eingeschlafen. Heute Morgen musste ich nun aber feststellen, dass er kaum zugenommen hat bzw. eigentlich im Vergleich zu gestern sogar ein wenig (20g) abgenommen hat. Wiegeungenauigkeiten und schubweises Zunehmen hin und her, ich bin eine solche Gewichtsstagnation von ihm nicht gewohnt. Gleichzeitig fand ich seine Windeln gestern trockener als gewohnt wobei alle 5 Windeln des Tages zusammen immer noch über 600g gewogen haben (sollte das nicht ok sein so?).
Meine eigentliche Frage ist jetzt also: Wie lange darf das Gewicht eines Babys stagnieren bzw. gering bleiben und das Baby GLEICHZEITIG abends Zeichen von Hunger zeigen OHNE dass man zufüttern sollte?
Und noch was anderes: nachdem das Stillen am Wochenende super geklappt hat, habe ich seit Montag wieder einmal das Gefühl, dass die Milch vielleicht nicht unbedingt WENIGER ist aber viel schlechter fließt als sonst. Das hatte ich jetzt schon häufiger und dieses Gefühl, dass das Baby viel heftiger saugen muss um an die Milch zu kommen ist verbunden mit einem Pieksen und Stechen in der Brust (NICHT der Milchspendereflex, den kenn ich und der fühlt sich anders an). Können das irgendwie verstopfte Milchgänge/leichter Milchstau sein? Weiße Punkte auf der Brustwarze habe ich aber nicht, das hatte ich mal vor einigen Wochen, ist aber wieder weg. Sollte ich Lecithin nehmen und Ernährung umstellen damit die Milch leichter fließt? Ich gebe zu, dass ich zu viel Süßigkeiten esse seit ich stille, hab da leider Heißhunger drauf...
Liebe Grüße,
Karolin
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 16.07.2011, 17:03
von Sila
Mein Sohn hat um den 5. Monat herum sogar abgenommen (wir hatten uns eine Babywaage aus der Apotheke geholt), nur 50 Gramm, aber immerhin. Er war auch unzufrieden nach dem Stillen bzw. beim Stillen, hat aber auch PRE-Milch so gut wie verweigert.
Kannst du vielleicht Milch abpumpen oder ausstreichen und die dann zufüttern, wenn du dir nicht sicher bist, allerdings auch nur nach dem Stillen?
Wenn mein Sohn mal länger geschlafen hat und ich dann eine volle Brust habe, habe ich die dann eben abgepumpt oder ausgestrichen und aufgehoben, auch damit der Papa mal füttern konnte und ich das Haus verlassen. Dadurch wird dann deine Milch auch nicht weniger.
Ob ein Milchgang verstopft ist, müsstest du doch merken, wenn du einfach mal drückst. Wenn die Milch in alle Richtungen spritzt, ist es gut. So hatte das meine Hebamme gemacht, als ich eine Brustentzündung hatte, um zu schauen, ob die Milch noch fließt.
Ich kann mir schon vorstellen, dass dein Sohn abends nur aufgedreht ist, und vieles verarbeiten muß, ich würde es erstmal beobachten, bevor du wirklich zufütterst (außer vielleicht abgepumpte Milch),, um den 3. Monat verändert sich doch auch das Sehen und die Wahrnehmung, ich glaube, mein Sohn war da auch anders als vorher. Vielleicht ist nächste Woche ja alles wieder anders und so schnell verhungert er nicht.
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 19.07.2011, 14:18
von Alioscha
Liebe Sila,
danke dass Du mich nochmal ans Abpumpen erinnert hast! Hatte das nämlich eigentlich aufgegeben da ich mit der Handpumpe einfach den MSR nicht mehr ausgelöst kriege und mein Sohn immer BEIDE Brüste leer trinkt. Habe nun aber doch nochmal angefangen während er auf der einen Seite trinkt auf der anderen Seite wenigsten ein BISSCHEN was abzupumpen. Das sammel ich dann über den Tag so dass ich ihm abends was geben kann. Nur viel Abpumpen geht eben nicht bzw das müsste ich ihm dann direkt verfüttern weil er alles braucht was ich hab um wenigstens halbwegs satt zu werden. Trotzdem habe ich die letzten Tage ein wenig zufüttern müssen. Premilch nimmt er immerhin gut an und gestern waren es auch nur 60 ml, die ich ihm gegeben habe. Ich würde mir eigentlich gerne eine elektrische Pumpe ausleihen und mal probieren ob ich damit noch zusätzlich zum ständigen Anlegen stimulieren kann, aber vom Kinderarzt habe ich leider kein Rezept bekommen (weil die Pumpe eh nicht effektiver sei als das Baby, dann lieber Zufüttern), vielleicht versuche ich es noch einmal bei meiner Frauenärztin.
Noch eine Frage an jusl: Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion, die aber eigentlich gut eingestellt sein sollte. Habe trotzdem schon die Dosis an Schilddrüsenhormon eigenmächtig ein wenig erhöht und werde den Wert so schnell wie möglich überprüfen lassen. Ist das realistisch dass die geringer werdende Milch (und sie wird geringer, ich bin mir da absolut sicher) mit der Schilddrüse zu tun hat?
Und noch eine Frage: Wie ist das mit dem Zahnen, was kann man denn da machen? Mein Sohn fängt an zu zahnen und dockt sich oft ab beim Stillen und steckt sich die Finger in den Mund um darauf rumzukauen. Ich habe das GEfühl er trinkt kaum noch mit einem "guten Zug", das ist doch auch fatal für die Milchbildung, oder?
LG,
Karolin
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 19.07.2011, 14:51
von jusl
Hallo Karolin,
in Zusammenhang mit Deinem Bericht zum Wiegen
Heute Morgen musste ich nun aber feststellen, dass er kaum zugenommen hat bzw. eigentlich im Vergleich zu gestern sogar ein wenig (20g) abgenommen hat. Wiegeungenauigkeiten und schubweises Zunehmen hin und her, ich bin eine solche Gewichtsstagnation von ihm nicht gewohnt.
möchte ich Dir dringend *nochmal* die Lektüre unseres
Grundinfo-Threads rund um Wiegen und Gedeihen ans Herz legen. Beim Messen und Interpretieren von Gewichtsdaten ist es unbedingt notwendig, methodisch sinnvoll vorzugehen, denn sonst tauchen leicht scheinbare Probleme auf, die in echt gar keine sind (und nicht vorhandene Probleme zu lösen, kostet bekanntlich ganz besonders viel Mühe!..

)
Noch eine Frage an jusl: Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion, die aber eigentlich gut eingestellt sein sollte. Habe trotzdem schon die Dosis an Schilddrüsenhormon eigenmächtig ein wenig erhöht und werde den Wert so schnell wie möglich überprüfen lassen. Ist das realistisch dass die geringer werdende Milch (und sie wird geringer, ich bin mir da absolut sicher) mit der Schilddrüse zu tun hat?
Ja, das ist möglich. (Ich hab zufällig gerade heute morgen mit einer Kollegin telefoniert, die mir von einer Fortbildung berichtete, in der es hieß, dass auch SD-Werte "in der Nähe" des auffälligen Bereichs im Zusammenhang mit Milchbildungsproblemen stehen können.) Es ist also sicherlich sinnvoll, die Einstellung noch mal zu überprüfen.
Grundsätzlich möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass es sehr gut möglich ist, dass mit Deiner Milchbildung alles in Ordnung ist (jedenfalls jetzt noch; bei weiterem Zufüttern wird die Milchbildung auf Dauer um exakt eben die Zufütter-Menge zurückgehen). Viele Babys sind abends unruhig, das ALLEIN ist KEIN SICHERES KRITERIUM für zu wenig Milch, genauso wenig wie "Zufriedenheit" ein sicheres Kriterium für genug Milch ist. Vielleicht kannst Du ein bisschen experimentieren, wie Du Dein Baby abends besser beruhigt bekommst als mit Fläschchen? Zur Zeit haben wir ja mehr oder weniger laue Sommerabende, wie wäre es z.B. mit einem schönen langen Spaziergang abends? Verwendet Ihr Tragehilfen, so dass Du Dein Baby abends nach dem Stillen dort hineinpacken kannst und eben irgendwas tust (aufräumen, Leute besuchen....)? Vielleicht findest Du ja eher in dieser Richtung einen geeigneten Ansatzpunkt, die Abläufe etwas zu entspannen?
LG
Julia
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 19.07.2011, 17:00
von Alioscha
Hallo Julia,
ok, Schilddrüse Checken kommt ganz oben auf meine Liste wenn sogar Grenzwerte zu Milchbildungsproblemen führen können. Nach der Geburt meinte meine Endokrinologin, dass wir wenn ich stillen wollte möglicherweise die Dosis noch einmal erhöhen müssen (musste in der Schwangerschaft schon ein paar Mal erhöht werden), nach der ersten Blutkontrolle sollte ich dann aber die Dosis sogar verringern. Das war mir damals schon ein wenig suspekt und nun habe ich diese Reduzierung schon selbst wieder rückgängig gemacht seit einer Woche oder so. Aber natürlich müssen da jetzt mal die Blutwerte gecheckt werden.
Mit dem Zufüttern ist das so eine Sache, ich weiß ja, dass es sich negativ auf die Milchbildung auswirkt. Es gab nur ein paar Tage letzthin, da war es heiß und schwül, ich hatte das Gefühl, das Kind kriegt nicht genug Flüssigkeit, die Fontanelle war ein wenig eingefallen (weiß natürlich nicht ab wann eine Fontanelle KRITISCH eingefallen ist). Seitdem habe ich die Mengen des Zufüttern wieder ein wenig reduzieren können (100ml war das Maximum an einem Tag). Ich habe schon auch versucht, das Zufüttern so stillfreundlich wie möglich zu gestalten: Fläschchen in kleinen Mengen, immer NACH dem Stillen natürlich, weiterhin tagsüber mindestens alle zwei, nachts alle drei bis maximal vier Stunden anlegen etc. Mich erleichtert es gerade ein wenig zu wissen, dass die Versorgung meines Babys nicht ausschließlich an meiner Milchproduktion hängt denn der misstraue ich halt etwas.
Was aber stimmt und was mich schon auch weiterhin motiviert das mit den Fläschchen nicht zur Gewohnheit werden zu lassen: auch mit Fläschchen bleibt Piet unterm Strich reichlich nörgelig und schlecht gelaunt im Moment. Das ist übrigens an sich auch nichts Neues, er war von Tag eins an ein ziemlich forderndes Baby, nur knapp am echten Schreibaby vorbei würde ich sagen. Bei uns kommen Dreimonats (still) krise und Dreimonatsschub unglücklich zusammen gerade, er ist sehr anstrengend und meine Geduld mit seiner schlechten Laune ist vielleicht im Moment weniger als in den ersten Wochen. Es ist schwer mit ihm überhaupt vor die Tür zu kommen in den letzten zwei Wochen, Kinderwagen mag er grundsätzlich nicht, Tragetuch mochte er immer, im Moment will er aber nie angehockt bleiben sondern biegt sich ganz gerade und schreit. Bondolino haben wir auch, das geht einigermaßen. Aber wirklich mögen tut er eigentlich nur im Fliegergriff durch die Gegend getragen zu werden, muss wohl eine Angewohnheit aus seiner Kolikzeit sein.
Will sagen: Deine vorgeschlagenen Strategien sind im Prinzip goldrichtig, ich bin auch mit allem bestens ausgestattet, habe mich aber in der letzten Zeit nicht oft genug motivieren können, den Kampf mit meinem fast immer erstmal sehr unwilligen Baby aufzunehmen und leide deshalb auch ein wenig am Hüttenkoller, bin eigentlich viel Bewegung gewohnt. Vorsatz: Ich werde das Tragen mit Tuch oder Bondolino wieder fest ins tägliche Programm nehmen (gerade eben schläft Piet im Bondolino nachdem ich eben ein paar Schritte mit ihm spazieren war). Mich hat aber auch die Sorge umgetrieben in der letzten Zeit, dass er unterwegs Hunger bekommt und ich ihn nicht satt bekomme. Seither habe ich das volle Fläschchenequipment dabei (da merkt man erstmal wie unkompliziert Stillen ist

), weil mir das Sicherheit gibt. Gebraucht habe ich es bisher aber nur ein Mal.
Danke für den neuen Motivationsschub!!!
Karolin
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 19.07.2011, 17:12
von Alioscha
Nachtrag: habe gerade meinen Beitrag nochmal durchgelesen und finde, dass mein Kind zu schlecht weggekommen ist. Natürlich ist er nicht NUR schlecht gelaunt und nörgelig, er lacht auch und zappelt und greift und dabei geht mir das Herz auf. Trotzdem ist es derzeit nicht immer einfach mit ihm. Aber ich liebe ihn über alles. Das musste nochmal gesagt werden.
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 19.07.2011, 17:15
von jusl
Prima, dass Du selbst schon einige mögliche Zusammenhänge erkannt hast, sehr gut. Die Kombi aus Hüttenkoller und einem quengeligen Baby kann das Wohlbefinden ebenso stark beeinträchtigen wie "echte" Stillprobleme, keine Frage. Dennoch ist es wirklich sehr unwahrscheinlich, dass Ihr ein "echtes" Stillproblem habt. Freu Dich darüber!
Der Fontanelle kommt übrigens,
wenn keine sonstigen Zeichen von Dehydrierung vorliegen, KEINERLEI Bedeutung zu. Die Fontanelle eines Kindes, das so viel zunimmt, so viel trinkt und so viel ausscheidet wie Deins, kann aussehen wie sie will.

Meine Kinder hatten übrigens IMMER eine "eingesunkene" Fontanelle, bei bester Gewichtsentwicklung, keinerlei Stillproblemen und alle kerngesund. Sah man aber nur beim Haarewaschen, von daher ganz egal.
Ich drück Dir die Daumen, dass Du wieder mehr Motivation gewinnst und diese umsetzen kannst! Vor die Tür, Ausflüge machen, Eis essen gehen, Leute treffen... los, raus! Es ist Sommer! Und Kram zuhause lassen!
Und zu Deinem Nachtrag:
Ich bin mir sicher, den anderen Leserinnen hier geht es genauso: Man liest in jeder Zeile, wie lieb Du Dein Baby hast! Bitte keine Sorgen machen deswegen. Und jeder hier darf immer offen sagen, wenn mal etwas schwierig ist mit den lieben Kleinen... Liebe wird durch Ehrlichkeit nicht relativiert.
LG
Julia
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 21.07.2011, 16:21
von Alioscha
Liebe Julia,
danke für Deine lieben Worte! Beruhigend ist übrigens Deine Aussage über die Fontanelle, denn die ist bei Piet einfach hin und wieder eingefallen, manchmal bspw. wenn er schläft. Gestern lief prima, wir waren viel draußen und ich hatte das Gefühl wieder etwas mehr Milch zu haben. Piet hat sich auch nur selten nach dem Trinken noch beschwert. Zugefüttert habe ich gestern daher auch garnichts. Schilddrüse lasse ich nächste Woche Dienstag checken, Termin bei der Ärztin um die Ergebnisse zu besprechen gab es leider erst am 2.8.
Ich muss jetzt aber eine Frage an Dich und alle anderen in den Raum werfen, die mich total beschäftigt: Piets Gewichtsentwicklung scheint im Moment ok zu sein, allerdings zum Teil mit leichter Zufütterung. Das Gewicht schwankt immer mal wieder, aber trotzdem ist die Tendenz steigend und für den 4. Lebensmonat in Ordnung (er wird am kommenden Sonntag 16 Wochen alt). Hier mal die Werte seit Mo, den 11.7. bis auf 2 Tage täglich gemessen bis heute: 6210g, 6260g, 6240g, 6320g, 6310g, 6310g, 6320g, 6400g, 6480g. Bin mal gespannt auf morgen, das mit den 6480g heute hat sicher eher was mit Darmfüllung etc zu tun. Ich versuche zwar immer halbwegs gleiche Bedingungen zu finden (morgens nach der ersten großen Windel oder so), aber ganz so wie ein Uhrwerk funktioniert die Verdauung meines Kindes dann halt doch nicht.
Das ist jetzt aber nicht meine Frage, sondern Folgendes: heute scheint Piet wieder einmal nicht satt zu werden, er heult und schreit nach dem Stillen und gibt andere Zeichen: er lutscht an seinen Fingern, er macht Leckbewegungen mit der Zunge und wenn ich ihm meinen Finger in den Mund stecke dann saugt er feste dran (sonst kaut er eher drauf rum im Moment wegen den Zähnen). Bisher habe ich das heute ignoriert und ihn abgelenkt, das funktioniert dann auch ganz gut. Aber eben habe ich ihm doch nochmal 60ml Premilch gegeben und seither ist er bester Laune. Ich hätte ihn ja jetzt einfach wieder ablenken können, ABER: Ich stille ja nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, zur Allergieprävention und zur Prävention anderer Erkrankungen etc. Ich stillte genauso weil ich eine innige Bindung zu meinem Kind haben will und weil ich ihm ein Gefühl absoluter Sicherheit und Geborgenheit in Mamas Armen vermitteln will damit er ein stabiles Selbstwertgefühl entwickeln kann (habe das selbst eher nicht und meine Mutter ist nach Ende des Mutterschutzes wieder arbeiten gegangen und ich war bei einer Tagesmutter). Aber wenn er nun an meiner Brust Hunger leidet dann wirkt sich das doch psychologisch vielleicht garnicht mehr so gut aus, oder? Darf ich Zeichen von Hunger ignorieren einfach weil die Gewichtsentwicklung des Kindes plus die Anzahl der nassen Windeln unterm Strich passt?
Bin gespannt was Ihr für eine Meinung dazu habt!
Liebe Grüße,
Karolin
Re: Stillen und Neurodermitis
Verfasst: 22.07.2011, 17:47
von jusl
Hier mal die Werte seit Mo, den 11.7. bis auf 2 Tage täglich gemessen bis heute: 6210g, 6260g, 6240g, 6320g, 6310g, 6310g, 6320g, 6400g, 6480g. Bin mal gespannt auf morgen, das mit den 6480g heute hat sicher eher was mit Darmfüllung etc zu tun. Ich versuche zwar immer halbwegs gleiche Bedingungen zu finden (morgens nach der ersten großen Windel oder so), aber ganz so wie ein Uhrwerk funktioniert die Verdauung meines Kindes dann halt doch nicht.
Bitte lies den Grundinfothread zum Wiegen noch einmal
Aber wenn er nun an meiner Brust Hunger leidet dann wirkt sich das doch psychologisch vielleicht garnicht mehr so gut aus, oder? Darf ich Zeichen von Hunger ignorieren einfach weil die Gewichtsentwicklung des Kindes plus die Anzahl der nassen Windeln unterm Strich passt?
Das allerwichtigste ist, dass Dein Baby gut gedeiht, ganz klar. Sind alle Kriterien guten Gedeihens erfüllt, kannst Du Dir diesbezüglich sicher sein.
Und zu der Frage nach dem "psychologischen":
Dein Baby gedeiht gut. Du könntest versuchen, noch 1-2 mal häufiger pro Tag zu stillen, vielleicht geht es Deinem Baby damit besser. Viele Babys übrigens sind nach dem Stillen nicht "entspannt und gut gelaunt", sondern sie brauchen WEITERE Beruhigungstechniken. Umhergehen, schaukeln, noch an Mamas kleinem Finger nuckeln - damit fühlen sich viele Babys wohl, auch die, die pappsatt sind.
Wesentliches Kriterium ist doch, dass Ihr beide Euch wohlfühlt. Wenn es EUCH BEIDEN mit 60 ml pro Tag zugefüttert BESSER geht, dann macht das. Wenn Du aber lieber ausschließlich stillen möchtest, dann lass das Zufüttern sein und still einfach 1-2 mal öfter, eben so, wie Dein Baby mag. "60 ml täglich oder nicht" entscheiden aber KEINESFALLS übers "Hunger leiden". DAFÜR ist diese Menge einfach viel zu gering, als dass sie so große Auswirkungen haben könnte. Aber wenn sich die 60 ml deutlich auf Euer Wohlgefühl und gute Laune positiv auswirken, dann füttere Sie mit allerbestem Gefühl zu.
LG
Julia