Erzählt mal ... euer langer Weg zum Vollstillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Totoro
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Re: Erzählt mal ... euer langer Weg zum Vollstillen

Beitrag von Totoro »

Ich stille inzwischen immer mit BES. Nur die ersten Minuten mal ohne, bis das Futter warm ist. Aber da schimpft er bald wenn nix mehr kommt oder döst und schnuckelt nur, wenn der Hunger nicht allzu groß ist. Dösen und schnuckeln macht er auch ne Viertelstunde lang pro Seite ... ihn zu ärgern hilft da auch kaum.
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Kirsten
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Re: Erzählt mal ... euer langer Weg zum Vollstillen

Beitrag von Kirsten »

Hi,

hier noch eine Erfolgsstory: bei meiner Jüngsten (von vier Kindern) hat das Stillen anfangs nicht geklappt, nach 6 Wochen haben wir es dann innerhalb von zwei Tagen von Nullstillen auf Vollstillen gebracht. Hintergrund: sie kam zwar reif, termingerecht und gesund, aber viel zu klein und leicht (1850 g) auf die Welt, warum, weiß niemand. Sie wurde mir wegen des geringen Gewichts direkt nach der Geburt in unserem schönen babyfreundlichen KH in die schrecklichste Kinderklinik in der Nähe "entführt", wo man sie auf die Frühchenstation verfrachtete, verkabelte und mir zwar nominell rund um die Uhr Zugang versprach, sie aber dann gegen meinen Willen mit Kunstnahrung füttern wollte. (Dass sie anfangs nicht vor Hunger schrie, sondern ganz klar Körperkontakt wollte, konnte oder wollte man nicht sehen.)
Nach löwenmama-ähnlichem Einsatz (Fast-Nahkampf mit dem Klinikpersonal, ungelogen, und dann gottseidank Gesprück mit dem Oberarzt, der in länger in Afrika gewesen war) durften wir immerhin auf eine normale Kinderstation, mit strengen Auflagen (ich "darf" stillen, aber wenn sie gar nicht zunimmt, dann Kunstnahrung; sie muss ins Wärmebett und wenn ihre Temperatur unter einen bestimmten Wert sinkt, dann kein Rausnehmen, außer zum Wickeln; wenn der Blutzucker zu sehr unten, dann auch Kunstnahrung usw.) aber immerhin durfte ich bei ihr sein. Nur dass der ganze Stress das Stillen so durcheinanderbrachte, bis sie die Brust, die sie zuerst gut angenommen hatte, total ablehnte, nichts mehr zu machen. Dann auch noch Gelbsucht!
Ich war völlig fertig, hatte ja noch die drei Großen zuhause beim Papa, die mich vermißten (und ich sie....) also habe ich sie mit Muttermilch, manchmal mit abgeschöpfter Sahne von meiner Milch, gelöffelt und gebechert. Das fand das Personal so merkwürdig, sie wollten ja unbedingt, dass sie eine Flasche nimmt, sonst wollten sie uns nicht gehen lassen! Also auch noch Kind an Avent-Flasche gewöhnt, damit wir nur nach Hause können. Und wir habens geschafft, nur mit Muttermilch, immerhin. Ich habe dann rund um die Uhr abgepumpt und erst, als wir zu Hause waren (nach drei Wochen) wieder versucht zu stillen, was sie erst nicht mehr konnte. Nochmal drei Wochen später hat's plötzlich "klick" gemacht und sie konnte es wieder, und zwar direkt nachdem eine Super-IBCLC mir gezeigt hat, wie ich ihr mit dem Daumen unter ihrem Kinn beim Stillen zeigen kann, was die Zunge machen soll. Sie hat dann sofort 20 ml, beim nächsten Stillne 50 und dann 100 ml gestillt - ich habe gewogen, um Sicherheit zu haben, dass sie auch wirklich stillt. Ab da habe ich nicht mehr gepumpt und nur noch gestillt und war sooooooo glücklich!! Jetzt ist sie 20 Monate und stillt immer noch - ich schätz mal, dass ungefähr die Hälfte, an manchen Tagen drei Drittel ihrer gesamten Nahrung aus Muttermilch besteht ;-)

LG Kirsten
Kirsten mit David (00), Fiona (02), Noel (04, LKGS, 8 Monate pumpgestillt) und Kendra (12/08, SGA-Baby, Stillen gelernt nach 6 Wochen, immer noch stillend)

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feuerdrache
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Re: Erzählt mal ... euer langer Weg zum Vollstillen

Beitrag von feuerdrache »

Ich habe drei Kinder und bei jedem der Drei musste ich um jeden Tropfen Milch kämpfen. Einen Milcheinschuss kenne ich nicht und um den Milchspendereflex zu aktivieren dauerte es 6 Wochen.
Alle drei waren Termingeburten und ziemlich groß, der Erste knapp über 4 kg, der Letzte dann fast 5kg. Die Geburten waren schwer. Aber es ist ein stillfreundliches Krankenhaus gewesen und es wurde sofort im Kreissaal noch angelegt und überhaupt war jeder sehr bemüht uns zum Stillen zu bringen. Aber bei mir kam einfach nichts. Nur 3 Tropfen und aus. Baby war zufriedeb, saugte, schlief, saaugte und wurde immer matter. Nachdem dann schon über 500g Gewichtsabnahme waren musste ich zufüttern mit der Pipette. Tränen und Heulkrämpfe meinerseits. Keine Milch. Im Krankenhaus gibt es 2 Stillberaterinnen, die kamen und waren ratlos. Technik in Ordnung, keine Milch. Probieren. pumpen, stillen, pumpen. Im Stundenrythmus. Keine Milch. Langsam kam ich dann auf 10g. Bei jedem Stillen die Flasche nachfüttern. Spätestens nach 2 Stundne hatte Baby wieder Hunger. Wieder Stillen, Flasche, dazwischen Pumpen. Nach 6 Wochen hatte ich gerade mal 40g für meinen Kleinen. Ich war derartig fertig, dass ich beschloss abzustillen. Meine Hebamme hat mir sehr zugeredet und ich bin zur Homöopathin. Die gab mir etwas, meinte aber, sie könne nur versuchen dass mir gegebene Maximum herauszuholen, mehr geht nicht. Innerhalb von einer Woche musste ich nur noch 1-2 mal am Tag eine Flasche zufüttern. Eine Erleichterung für mich. Im Alter von 4 Monaten begannen dann alle meine Kinder Essen zu klauen. Und zu essen. Sie haben es gut vertragen und ich habe es nicht verwehrt. Ob ich jetzt eine Flasche gebe oder Essen ist für mich gleich gewesen. Alles selbst gekocht.

Bei Babybär ging es schon ein wenig leichter, da ich das Prozedere mit fehlendem Milcheinschuss und fehlendem Milchspendereflex schon kannte. Alle Schwestern, Hebammen und Stillberaterinnen im KH haben mir wieder zugeredet und mich getröstet. Der Tenor war, Gib was Du kannst und für den Rest hast Du die Flashe. Besser 6 Monate zufüttern als gar keine Muttermilch geben. Jeder Tropfen ist kostbar. So habe ich es gehalten. Meine Kinder sind riesig groß geworrden damit.
Voll stillen, so ganz ohne Flasche ging nie. Aber den Milchspendereflex kann ich mittlerweilen auslösen. Ich muss mich dabei auf Milchseen, Milchfontänen, milchspeiende Springbrunnen, Wasserfälle aus Milch, ein Niagarafall voll Milch konzentrieren. Dann geht es meistens.
Leider findet Babybär Essen interessanter als Mama. Trotzdem werde ich versuchen ihn zumindest bis er 1 Jahr alt ist zu stillen. Zusätzlich zum Essen halt.
Manchmal geht es wirklich nicht, trotz aller bemühungen.
Ich wollte so gerne voll stillen, geklappt hat es nie. Viele Heulkrämpfe später hab ich das kapiert.
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nwsurgeon
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Re: Erzählt mal ... euer langer Weg zum Vollstillen

Beitrag von nwsurgeon »

Hallo feuerdrache,
toll wie Du gekämpft hast, Respekt.
Alles Liebe
nwsurgeon mit zwei großen Mädels (10/2006 und 09/2009), Hündin *2019 und Stute *2017
Nur noch selten hier unterwegs.
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Totoro
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Re: Erzählt mal ... euer langer Weg zum Vollstillen

Beitrag von Totoro »

Ich les mir immer wieder eure Berichte durch, es ist echt der Hammer was ihr durchgemacht habt. Das macht mir Mut, es weiter zu versuchen!

Gestern haben wir einen Versuch gestartet. Eine Freundin hat gestern meinen Sohn gestillt ... Es weh getan da zuzusehen, aber ich wollte mal wissen ob er das grundsätzlich kann. Anfangs hat er viel zu schwach gesaugt, und als die Vormilch weg war hat er gestrampelt und geschrien. Sie hat ihn immer wieder angelegt und irgendwann hat er dann doch weitergemacht und sich mehr Mühe gegeben. Er kann es also! Wir haben ausgemacht, daß sie ihn zwischendurch mal stillt, in der Hoffnung, daß er was draus lernt ... Sie meint er saugt deutlich schwächer als ihre (herzkranke) Tochter.
Leider hat sie kein Kind zum Tauschen da, ihre Tochter liegt im Krankenhaus und sie pumpt für sie ab.
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