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Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 10.10.2011, 10:04
von Seerose
krikri hat geschrieben:
Du beklagst, dass viele Langzeitstillerinnen nicht unbedingt gerne stillen. Ich möchte das Superweib sehen, das, de facto allein erziehend, nach 1,5 Jahren weitgehend ohne Nachtschlaf bei einer Stillfrequenz im ersten Jahr von drei bis vier Mal in zwei Stunden (tagsüber), sich entspannt zurücklehnt und geniesst.
Naja, auch das trifft ja nicht auf jede AE zu. Ich hab gestillt, weil mir erstens gar nichts anderes eingefallen ist und ich zweitens viel zu faul war etwa nachts aufzustehen und Pulver aufzulösen und warm zu machen. Ich war nicht unbedingt entspannt, aber zu müde für andere Aktivitäten. Mit Superweib hat das so überhaupt nichts zu tun....
Im zweiten Lebensjahr sich daran erfreuend, dass das Kind, derweil es stillt, sich nicht in Lebensgefahr bringen kann.
Den Zusammenhang versteh ich jetzt nicht. Also von wegen Lebensgefahr... Ein an der Flaschen nuckelndes Kind ist vermutlich genauso damit beschäftigt wie ein stillendes Kind.
Der AE Status hat bestimmt überhaupt nichts damit zu tun ob jemand stillt oder nicht. Dazu kenne ich zu viele AEs.
Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 10.10.2011, 21:48
von krikri
vicci hat geschrieben:
Einzelschicksale und Beispiele gibt es, keine Frage, dennoch könnte die Mehrheit der stillenden Frauen auch genießen.
Möchtest Du auch einmal in meinen Schuhen gehen? Du scheinst Dir ja sehr sicher zu sein, daß ich in vorbildlichen Verhältnissen lebe, nur weil ich Kraft und Lust habe meinem Kind möglichst lange zu geben, worauf es meiner Ansicht nach ein Recht hat. Bin ich etwa ein Superweib?

So ein Quark.
Du mußt zugeben, jetzt wirds blöd.
Liebe Grüße
Mein Betrag bezog sich hier darauf, dass alle Pro-Argumente deiner Ansicht nach widerlegbar sind. Oder auch wieder ein Missverständnis meinerseits?
Schon weiter oben schrieb ich, dass es ja möglich wäre, dass Du dir keine Situation vorstellen kannst, in der Abstillen für die Mutter besser und damit auch besser fürs Kind sein könnte. Ich schon. Vielleicht ja aufgrund meines bedauernswerten Einzelschicksals. Deins ist übrigens auch nicht mehr als ein Einzelschicksal.
Keine Ahnung ob Du ein Superweib bist. Und nein, ich möchte nicht in deinen Schuhen gehen.
lG
krikri
Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 10.10.2011, 22:26
von krikri
@ Seerose, Du hast völlig Recht, mein Leben wär mit Flasche auch nicht entspannt gewesen, das ist klar.
In dem Alter wo ich tatsächlich abgestillt habe, brauchte mein Kind auch sowieso keine Flasche mehr. Das war bei uns also gar nicht die Alternative.
Das mit der Lebensgefahr erschliesst sich wohl nicht von allein

, sehe ich ein, so unterschiedlich sind die Kinder.
Vicci hatte gefragt nach Argumenten Pro-Abstillen, die auch Pro sind, wenn man das Kind betrachtet.
Stark verkürzt wollte ich wohl sagen, lieber Abstillen als Burn-out.
Und als ich las, dass es schade ist, dass viele Langzeitstillende nicht unbedingt gern stillen, hatte ich da eben was konkretes vor Augen.
lG
krikri
Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 10.10.2011, 22:49
von krikri
@ Seerose, keinesfalls wollte ich meinen Fall auf andere allein Erziehende übertragen. "De facto" hab ich geschrieben, weil ich gar nicht echt allein erziehend bin, es in der Praxis aber damals doch war. Das nur nebenbei. Mit ist voll und ganz klar, dass wir ein Einzelfall waren.
lG
krikri
Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 13.10.2011, 09:51
von vicci
krikri hat geschrieben:@ Seerose, Du hast völlig Recht, mein Leben wär mit Flasche auch nicht entspannt gewesen, das ist klar.
In dem Alter wo ich tatsächlich abgestillt habe, brauchte mein Kind auch sowieso keine Flasche mehr. Das war bei uns also gar nicht die Alternative.
Das mit der Lebensgefahr erschliesst sich wohl nicht von allein

, sehe ich ein, so unterschiedlich sind die Kinder.
Vicci hatte gefragt nach Argumenten Pro-Abstillen, die auch Pro sind, wenn man das Kind betrachtet.
Stark verkürzt wollte ich wohl sagen, lieber Abstillen als Burn-out.
Und als ich las, dass es schade ist, dass viele Langzeitstillende nicht unbedingt gern stillen, hatte ich da eben was konkretes vor Augen.
lG
krikri
Ein Burnout ist kein Zuviel an Stress, sondern der falsche Umgang damit. Somit ist das Abstillen das Wegnehmen eines Symptoms (im besten Fall) und nicht der Ursache.
Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 13.10.2011, 10:03
von anjali
vicci hat geschrieben:krikri hat geschrieben:@ Seerose, Du hast völlig Recht, mein Leben wär mit Flasche auch nicht entspannt gewesen, das ist klar.
In dem Alter wo ich tatsächlich abgestillt habe, brauchte mein Kind auch sowieso keine Flasche mehr. Das war bei uns also gar nicht die Alternative.
Das mit der Lebensgefahr erschliesst sich wohl nicht von allein

, sehe ich ein, so unterschiedlich sind die Kinder.
Vicci hatte gefragt nach Argumenten Pro-Abstillen, die auch Pro sind, wenn man das Kind betrachtet.
Stark verkürzt wollte ich wohl sagen, lieber Abstillen als Burn-out.
Und als ich las, dass es schade ist, dass viele Langzeitstillende nicht unbedingt gern stillen, hatte ich da eben was konkretes vor Augen.
lG
krikri
Ein Burnout ist kein Zuviel an Stress, sondern der falsche Umgang damit. Somit ist das Abstillen das Wegnehmen eines Symptoms (im besten Fall) und nicht der Ursache.
Das kann ich jetzt so nicht stehen lassen - man kann einen Burn out nicht einfach lapidar mit "Falscher Umgang mit Stress" abtun. Das diskreditiert jeden, der schon einmal diese Krankheit hatte. Burn out ist ein ganz vielschichtiges Problem und jeder Fall ist ein Einzelfall! Es kann durchaus auch ein "zu viel" an Streß geben (ebenso übrigens wie ein "zu wenig" oder einfach der falsche/ungünstiger Streß, auch hartz IV Empfänger können einen Burn out bekommen). Ausserdem kann man das Stillen nicht als "Symptom" bezeichnen. Wenn der Anspruch einer Mutter, ihr Kleinkind so lange wie möglich zu stillen, sie in anderen Lebensbereichen so sehr einschränkt, daß das für sie eine erhebliche Belastung bedeutet, kann das zu einer Zerreissprobe werden. Manche Mütter haben dann vielleicht die Möglichkeit, dann eben ihre Berufstätigkeit und andere Verpflichtungen zurückzustecken zugunsten des Stillens, dann ist es für alle gut so - andere können das eben nicht. In den Fällen ist es bestimmt nicht sinnvoll, unbedingt auf ein jahrelanges Stillen zu pochen.
und genau das zeigt einfach mal wieder, daß man nicht alle über einen Kamm scheren kann und es nicht nur EINE absolute Wahrheit gibt.
Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 13.10.2011, 11:08
von Nachtfrau
anjali hat geschrieben:
Wenn der Anspruch einer Mutter, ihr Kleinkind so lange wie möglich zu stillen, sie in anderen Lebensbereichen so sehr einschränkt, daß das für sie eine erhebliche Belastung bedeutet, kann das zu einer Zerreissprobe werden. Manche Mütter haben dann vielleicht die Möglichkeit, dann eben ihre Berufstätigkeit und andere Verpflichtungen zurückzustecken zugunsten des Stillens, dann ist es für alle gut so - andere können das eben nicht.
mir kommt es so vor, als hättest du eine etwas realitätsferne vorstellung vom stillen eines kleinkindes. in welchen lebensbereichen sollte einen das denn einschränken? wieso sollte man deswegen berufstätigkeit und andere verpflichtungen zurückstecken müssen?

das ist für mich eine ziemlich absurde idee. genausogut könntest du sagen:
Wenn der Anspruch einer Mutter, mit ihrem Kleinkind so lange wie möglich zu kuscheln, sie in anderen Lebensbereichen so sehr einschränkt, daß das für sie eine erhebliche Belastung bedeutet, kann das zu einer Zerreissprobe werden. Manche Mütter haben dann vielleicht die Möglichkeit, dann eben ihre Berufstätigkeit und andere Verpflichtungen zurückzustecken zugunsten des Kuschelns, dann ist es für alle gut so - andere können das eben nicht.
ein kleinkind hängt doch nicht wie ein säugling den ganzen tag an der brust, so dass man zu nichts anderem kommt. das sind kuscheleinheiten, die man sozusagen an seine tagesplanung anpasst. irgendwie kommt bei dir so halb unterschwellig rüber, frauen, die lange stillen, wären märtyrerinnen, die sich für ihr kind aufopfern. das gefällt mir gar nicht.
Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 13.10.2011, 11:22
von anjali
Nachtfrau, Du hast mich komplett falsch verstanden

ich habe nur krikris
Einzelbeispiel mit dem Burn out aufgegriffen und keinesfalls gesagt, daß das IMMER so sein muss

das Unterschwellige, das Du da aus welchem Grund auch immer rausgelesen hast, kommt jedenfalls ganz sicher nicht von mir. Eigentlich wollte ich nur klarstellen, daß man einen Burn out nicht einfach so wegwischen kann.
Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 13.10.2011, 11:34
von anjali
und da mir hier gerade unterstellt wird, eine komische Vorstellung zu haben, nur zur Klarstellung: ich kenne beides, glücklich langzeitstillende Mamas mit Kleinkindern, bei denen das einfach zum Leben dazugehört und alle profitieren. Super! Aber ich kenne auch z.B. eine Krankenschwester, die auch mal Nachtdienst machen muss, das 2jährige Kind konnte aber ohne Stillen nicht einschlafen. Die 4-7 Nachtdienste, die die Mama im Monat schieben musste, bedeuteten eine Qual für alle, Kind, Mama, Papa. Einfach aufhören wäre finanziell nicht drin gewesen, ein anderer Job mit anderen Arbeitszeiten, vielleicht ohne Schichtdienst, war nicht zu finden. Erst als das Kindlein mit etwas Nachhilfe sanft abgestillt wurde, ging es der Familie besser... in der Einzelsituation haben die Vorteile des Nicht-mehr-stillens sicherlich überwogen, auch wenn es da sicher wieder welche gibt, die finden, daß 7 durchwachte und durchschriene Nächte schon drin sein müssen...
Re: mittlerweile ungluecklich
Verfasst: 13.10.2011, 11:48
von Nachtfrau
du musst dich nicht gleich angegriffen fühlen, ich meine das doch nicht böse.
ich sehe das alles irgendwie aus einem anderen blickwinkel. auch bei deinem beispiel mit der krankenschwester könntest du "stillen" mit "kuscheln" ersetzen, um zu verstehen, was ich meine. wenn mein kleinkind nur in meinem arm einschlafen will, wäre das derselbe energieaufwand, wie wenn es dabei an der brust nuckelt. in dem fall würde man doch auch nicht dazu raten, das kind "abzukuscheln".
das problem ist auch bei diesem beispiel nicht das (lz)stillen an sich.