Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

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nido56
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von nido56 »

rueckenwind hat geschrieben: 10.03.2025, 11:45 Wie traurig und verletzend, GemeineEsche!

Da fällt mir noch eine Anekdote ein:
Meine Schwiegermutter hat mal, als mein Mann erzählte, dass er irgendeine Aufgabe mit mir getauscht bzw mir abgenommen hat, weil ich mit Migräne im Bett lag und heftige Sprachaussetzer hatte, erzählt, dass sie mit Migräne ja noch die Fenster geputzt habe.
Wie d**f/unempathisch,/unreflektiert kann man sein und warum erzählt man das, als sei man stolz darauf oder diese Situation erstrebenswert?

So wollen wir doch alle lieber nicht sein/werden...
Das erzehlt mir mein Vater gerne ueber meine Oma. Die hat mit Migraene in der Waschstube gestanden und sich eben zwischendurch mal uebergeben und dann weiter gearbeitet. Ohne Medikamente. Ja, meine Oma war echt hart im Nehmen, sonst haette sie keine zwei Weltkriege ueberlebt, vor allem nicht den 2., allein mit zwei kleinen Kindern an der Hand, einem ausgebombten Haus, nur mit dem, was sie am Leib trugen, der Mann erst an der Front und dann in Gefangenschaft. Da musste man hart werden und irgendwie ueberleben. Ich denke, die meisten von uns wuerden ueber sich ninaus wachsen, wenn es ums nackte Ueberleben ginge. Aber das ist doch in Friedenszeiten nicht erstrebenswert!
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Sabina
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von Sabina »

nido56 hat geschrieben: 10.03.2025, 11:45 Ich finde, es gibt einen grossen Unterschied zwischen "sich ausheulen, weil es gerade echt richtig anstrengend ist" und der Muetter-Leidens-Olympiade. Die nervt mich naemlich echt auch sehr.

[…]
Sich kräftemässig über die Konkurrenz zu stellen, liegt halt in der Natur aller Lebewesen. Das beeindruckt den potenziellen Sexualpartner und erhöht den Fortpflanzungserfolg. Es ist also eigentlich ganz natürlich, dass das gemacht wird aber trotzdem lästig.
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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GemeineEsche
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von GemeineEsche »

Ich glaube eher das sind vor allem Überbleibsel der Nazi-Erziehung. Auch Frauen mussten hart sein. Ich kann mich echt an einige Erzählungen erinnern nach dem Motto "Ja bei uns war das auch so das eine Kind hat nur geschrien und dann hatte ich eine Lungenentzündung und musste trotzdem arbeiten - aber ich habe mich nie beschwert." Und genau letzeres ist am Ende von allem das oberste Ziel. Keine Schwäche zeigen.
Ich glaube da kommen einfach ganz viele unbekannte Gefühle in älteren Menschen hoch, wenn Frauen (und alle anderen natürlich) offen zugeben es nicht allein zu schaffen (und Kinderbetreuung und Haushaltshilfe nicht nur aus Prestigegründen haben).
Ich glaube in ihnen selbst ist da ganz viel Angst und Scham oder auch Bewunderung und Neid. Reines ehrliches Verständnis und offene Kommunikation haben doch die wenigsten richtig gelernt.
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feuerdrache
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von feuerdrache »

bei Gemeine Esche dick unterschreibe

Zumindest in meinem Umfeld war "hart sein und durchbeissen" angesagt.
Frauen durften keine Schwäche zeigen, mussten immer viel und hart arbeiten, denn "Weiberarbeit" war keine richtige Arbeit.
Und das wurde durch die Generationen leider weiter gegeben.
Und oft ist ganz viel Neid dabei- wenn ich mich nicht schonen durfte- dann darf das jemand anderer schon gar nicht
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Meeresbrise
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Re: Wie haben unsere Mütter/Großmütter das geschafft?

Beitrag von Meeresbrise »

Tatsächlich ist es für mich dank dieses Fadens hier leichter, gewisse Dinge einfach hinzunehmen. Es lebt sich viel leichter damit, nicht ständig über etwas zu grübeln. Dieser Optimierungswahn davon muss ich auch noch ein bisschen mehr wegkommen. Wir habens eigentlich recht schön und trotzdem such ich immer mal wieder nach Verbesserung.
Auch weiß ich ja eigentlich vom Großen, wie kurz es wirklich so richtig anstrengend ist. Ich bin noch dabei zu akzeptieren, dass das erste Babyjahr, besonders das 2. Halbjahr, einfach alles Kopf steht und vieles einfach nicht geht und total anders ist als sonstIch finde es momentan mit zwei Kindern nicht mal doppelt so anstrengend wie mit einem. Ich war mit dem Sonnenstrahl alleine im ersten Babyjahr mindestens genauso gestresst. Klar, vieles ist anstrengender wenn man 2 hat und muss anders geregelt werden aber dafür hat man einen Tagesablauf, man kann mit jemanden kommunizieren und die Einsamkeit ist weniger krass als alleine mit dem ersten Baby. Einmal pro Woche gehe ich mit einer befreundeten Mama spazieren und es tut richtig gut, zu hören, dass wir alle im selben Boot sitzen. Wir schütten uns gegenseitig das Herz aus und können dann wieder viel entspannter sein. Es bräuchte doch ein Dorf für ein Kind, was man heutzutage kaum noch hat.
I tried to hold on but it hurts too much
I tried to forgive but it′s not enough
To make it all okay
You can't play on broken strings
You can′t feel anything
That your heart don't want to feel
I can't tell you something that ain't real
Oh, the truth hurts and lies worse
How can I give anymore
When I love you a little less than before?

Meeresbrise ist so glücklich mit Sonnenstrahl (02/21) und Meeresprinzessin (06/24) an der Hand
Gute Reise ihr kleinen Sternchen *** - 02/23 u. 07/23
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