Seite 12 von 15
Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 04.01.2013, 08:50
von Lösche Benutzer 6804
Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 04.01.2013, 09:29
von Sakura
bienenmeister hat geschrieben:Stina82 hat geschrieben:Und?? Schlaft ihr noch?

grad aufgewacht *blinzel*
Boah, genial

:
Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 04.01.2013, 09:49
von Stina82
bienenmeister hat geschrieben:Stina82 hat geschrieben:Und?? Schlaft ihr noch?

grad aufgewacht *blinzel*
Super!!
Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 04.01.2013, 09:53
von bienenmeister
Danke Mädels!
Also gegen 3 Uhr war er WACH und hat laut geweint, aber ich hab mal was neues probiert - inspiriert durch das neue Buch - habe ich ihn nicht gestillt, sonder nur auf dem Arm genommen und den Rücken liebevoll gestreichelt. Er ist nach ca 10 Minuten Weinen wieder eingeschlafen. Ich muss sagen, dass das sehr schwer für mich ist und mir durch diesen Thread, das neue Buch und angestrengtes Nachdenken klargeworden ist, dass wir große Probleme haben mit dem Weinen unseres Kindes. Mein Mann sagt, ihn packe die blanke Panik wenn Babys weinen, ich höre speziell bei meinem eigenen Kind häufig die Stimme meiner Mutter in meinem Kopf

"Das Kind muss schreien, leg ihn weg, blablabla". Bei uns zu Hause herrschte die Angst vor, wenn wir was falshc machen, dann kriegt das Kind so einen Knall wie seine Eltern
Am liebsten würden wir mal ein Paar Stunden bei einem Familientherapeuten nehmen, wissen aber noch nicht so richtig, wie man das anpacken kann, was finanziell auf einen zu kommt und ob wir überhaupt DEN Therapeuten finden, der gut zu uns passt.
Ich bin gespannt wie es weitergeht, es ist ja fast schon gruselig, dass es mit einmal so gut funktioniert, ich hab jetzt schon Angst vor dem Tag X, wo wieder nichts funktionieren will und alle Beteiligten heulend auf dem Boden sitzen

Ich hoffe einfach, dass ein Rückschlag uns nicht wieder in alte Muster katapultiert und das Ganze von vorne anfängt.
Denn es ist auch so, dass das was wir an bloßen Abläufen verändert haben, ist minimal. Die Entspannung "ein Kind DARF auch gehalten weinen" hat bei uns den größeren Effekt. Aber schaffen wir das, diese Entspannung krisensicher zu leben?
Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 04.01.2013, 10:14
von Sakura
Hi bienenmeister,
vieles von dem, was Du über Deine Eltern schreibst, kommt mir bekannt vor
Ich glaube, bei Kindern, die in ihrer Baby- und Kinderzeit so in ihren Bedürfnissen übergangen wurden, hat auch der gesunde, überlebenssichernde Egoismus massiv gelitten (siehe: ich trinke den ganzen Tag nichts). Mir hat Renz-Polster in diesem Zusammenhang sehr geholfen: Egal, was uns als Kind passiert ist, wir sind keine Gänse, wo für alles nur ein winziges Zeitfenster offen steht, und danach sind wir für den Rest unseres Lebens unabänderbar geprägt. Er zitiert Studien, wo auf die Länge des Lebens sehr viel Heilung passieren kann, z.b. durch eine gute, liebevolle Ehe. Das sage ich mir immer wieder, und merke auch, dass es stimmt (und sei es nur der Placebo-Effekt, reicht ja schon

). Auch Stillen und das liebevolle Kümmern ums eigene Kind sind heilsam.
Und ja, ich konnte mein Kind auch nie weinen hören, ich habe da innerlich mitgeweint, weil ich mich da selbst als Baby gehört habe. Pervers. Aber mit einem Schreibaby hatte ich keine Wahl, sie hat sich NICHT beruhigen lassen, von daher konnte ich irgendwann gelassener damit umgehen. Aber noch heute ist es so, dass wir fast immer nachgeben, wenn sie weint. Und wieder ein Buch (schrieb ich glaube ich schon): Jesper Juul: Dein kompetentes Kind. Eltern müssen ihren Kindern keine Grenzen setzen, nur ihre eigenen Grenzen wahren. Das ist das einzige, was wir machen, und auch das einzige, was wir schaffen. Und auch da versuchen wir, sie möglichst nicht weinen zu lassen, weil mir das so weh tut.
Auf der anderen Seite habe ich gemerkt: WENN sie sich wirklich über etwas ärgert (z.b. dass ich versucht habe, ihr beim Brötchen schmieren zu helfen), dann ist oft die entspannteste Lösung, sie ihren Zorn hinaus schreien zu lassen. Sie DARF sich ärgern. Und dann ist es wieder gut. Geht auch schneller, als wenn wir dann hektisch versuchen, sie abzulenken. Aber Zuwendung o.ä. kann ich ihr auch nie verwehren, nie.
Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 04.01.2013, 11:05
von baadermeisterin
bienenmeister hat geschrieben:Danke Mädels!
Also gegen 3 Uhr war er WACH und hat laut geweint, aber ich hab mal was neues probiert - inspiriert durch das neue Buch - habe ich ihn nicht gestillt, sonder nur auf dem Arm genommen und den Rücken liebevoll gestreichelt. Er ist nach ca 10 Minuten Weinen wieder eingeschlafen. Ich muss sagen, dass das sehr schwer für mich ist und mir durch diesen Thread, das neue Buch und angestrengtes Nachdenken klargeworden ist, dass wir große Probleme haben mit dem Weinen unseres Kindes. Mein Mann sagt, ihn packe die blanke Panik wenn Babys weinen, ich höre speziell bei meinem eigenen Kind häufig die Stimme meiner Mutter in meinem Kopf

"Das Kind muss schreien, leg ihn weg, blablabla". Bei uns zu Hause herrschte die Angst vor, wenn wir was falshc machen, dann kriegt das Kind so einen Knall wie seine Eltern
Am liebsten würden wir mal ein Paar Stunden bei einem Familientherapeuten nehmen, wissen aber noch nicht so richtig, wie man das anpacken kann, was finanziell auf einen zu kommt und ob wir überhaupt DEN Therapeuten finden, der gut zu uns passt.
Ich bin gespannt wie es weitergeht, es ist ja fast schon gruselig, dass es mit einmal so gut funktioniert, ich hab jetzt schon Angst vor dem Tag X, wo wieder nichts funktionieren will und alle Beteiligten heulend auf dem Boden sitzen

Ich hoffe einfach, dass ein Rückschlag uns nicht wieder in alte Muster katapultiert und das Ganze von vorne anfängt.
Denn es ist auch so, dass das was wir an bloßen Abläufen verändert haben, ist minimal. Die Entspannung "ein Kind DARF auch gehalten weinen" hat bei uns den größeren Effekt. Aber schaffen wir das, diese Entspannung krisensicher zu leben?
Erstmal, cool, dass die Nacht so gut war!
Und ich finde es ist doch echt eine Riesenerkenntnis, wenn ihr rausgefunden habt, dass es Euch schwer fällt, das Weinen von A. auszuhalten. Klar, so gut wie allen Eltern fällt das schwer, aber bei Euch steckt wohl schon etwas "mehr" dahinter. Und die Erkenntnis ist doch schon mal der erste Schritt daran zu arbeiten (was ihr ja jetzt auch schon tut). Ihr kriegt das sicher hin! ((( bienenmeister & Herr bienenmeister )))
Und falls dann doch mal Tag X kommt (und der wird sicher mal wieder kommen), dann schreibst Du wieder hier und mit vielen klugen Meinungen, findet sich dann sicher wieder ein Weg
Ich hab das Gefühl ihr seid auf einem guten Weg.
Re: AW: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 05.01.2013, 00:57
von greenie bird
Ach, ich komm gar nicht mehr mit... und es ist schon lange her, das Sakura sinngemäß schrieb, er sei in der Trotzphase und dass das weinen so ja kein Problem sei, sondern nur seine Frustration ausdrücke. Aber vor allem, dass es ja nicht schreien im konventionellen Sinn sei. Ihr seid ja da und er weiß, dass er nicht allein ist.
Das finde ich doch sehr traurig für ein knapp 11 Monate altes Baby. Später schrieb sie dann doch, dass sie von einem älteren Kind ausging- vielleicht würde sie das dann nicht mehr schreiben.
Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass ich das auch schlimm finde, denn wenn ein Kind mit so einer Frustration fertig werden können soll, warum dann nicht auch in anderen Situationen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da nur an der Akzeptanz hapert.
Ist es nicht auch verwirrend, wenn die Eltern daneben sitzen und nicht helfen? Für mich nicht sehr beruhigend. Was mir noch an der Situation auffiel-gerade, dass er eben nicht allein in der Lage ist den Weg zu finden und gerade da Mama braucht.
Doch am meisten- gerade wenn Du von Deinem Mann schteibst,der dann auch noch seinen Senf dazu geben will- glaube ich ist wichtig,dass Du weißt, Was Du machst. Du bist Mama, Du zeigst den Weg! Sei Dir sicher und vermittle das. Wenn ihr beide da wie aufgescheuchte Hühner rumlauft,von einer Strategie zur nächsten,weil ja irgendwas wie ein Schalter schnell helfen könnte, dass er ruhig ist, dann klingt das sehr stressig. Dem Knopf ist vermutlich unwohl, weil ihn das Gefühl der Müdigkeit verunsichert und er nicht darauf reagieren kann.
Ja, er darf weinen, weil es natürlich nicht angenehm ist. Aber Du könntest es vielleicht einfach nur benennen.
Nach dem langen Tag bist du nun müde. Deine Augen tun weh, aber du magst gern noch spielen. Es hilft aber, wenn wir uns jetzt ausruhen... etc.
Dann ist es vielleicht nicht mehr so "hey,was passiert da, das fühlt sich nicht gut an. Was mache ich da? Weiterspielen...? Mama guckt auch ganz eigenartig, was machen wir jetzt? "
Gib ihm halt.
Weinen ist auch für mich schwer zu ertragen.
Gesendet von meinem U9200
Re: AW: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 05.01.2013, 14:58
von Sakura
greenie bird hat geschrieben:Ach, ich komm gar nicht mehr mit... und es ist schon lange her, das Sakura sinngemäß schrieb, er sei in der Trotzphase und dass das weinen so ja kein Problem sei, sondern nur seine Frustration ausdrücke. Aber vor allem, dass es ja nicht schreien im konventionellen Sinn sei. Ihr seid ja da und er weiß, dass er nicht allein ist.
Das finde ich doch sehr traurig für ein knapp 11 Monate altes Baby. Später schrieb sie dann doch, dass sie von einem älteren Kind ausging- vielleicht würde sie das dann nicht mehr schreiben.
Richtig, irgendwie war ich davon ausgegangen, dass A. ein Jahr älter ist, als er ist (daher auch das mit der Trotzphase, was ja nun nicht stimmt, da ist er noch lange nicht). Abgesehen davon lag ich mit meinem Gefühl wohl nicht sehr daneben. Doch, ein Baby darf auch mal weinen, es darf nur nie ALLEIN weinen. Ich ertrage Weinen auch nur sehr schwer, trotzdem haben unsere Babys und Kinder auch ein RECHT darauf, mal zu weinen. Sollen sie Frustration nie ausleben dürfen, nur weil wir ihr Weinen schwer ertragen?
Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 05.01.2013, 22:40
von bienenmeister
Wieder vor um zehn geschafft! Ich bin begeistert!
Re: Kind 10,5 Monate ferbert sich selbst?
Verfasst: 05.01.2013, 22:44
von Alanna
ich mag jetzt auch mal ein Lob hierlassen - unglaublich wie schnell sich eure Situation verbessert hat, und das hast DU geschafft! Glückwünsche, du kannst super stolz auf dich sein!!!
Und wenn der nächste Tag kommt, an dem nichts hilft und ihr beide dasitzt und heult... auch das ist das Leben mit Baby, und auch nach diesem Tag geht es weiter, und auch alle anderen Mütter sitzen mal so da... der ganz normale Wahnsinn...
