Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Mimm
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Mimm »

Schön so etwas zu hören.
Sicher hat der Auslandsaufenthalt bei euch sehr viel gebracht. Es erleichtet kleinen Kindern das Verständnis, dass es tatsächlich Länder gibt, in denen KEIN Deutsch gesprochen wird und das Englisch, das sie im Kindergarten lernen forlglich einen Sinn hat.
Haben auch überlegt, ob wir die Kinder nicht mal einpacken und einen Wochenendtrip nach GB unternehmen...es ist sicher ein Erfolgserlebnis, wenn sie sich dort schon verständgen können.
Das Problem ist, er wird sicher erstmal keine große Lust haben, Bücher regelmäßig auf Englisch zu lesen. Da ist unser Fehler, dass wir das nicht von Beginn an praktiziert haben.... Ergo müsste ich da strikt sein und sagen: Das ist jetzt so, jeden 2. Tag ein englisches Buch oder halt keins. Er müsste aber ja auch nicht einmal auf Englisch mit mir sprechen dabei. "What would you think is this here?" "Ähhm ein Löwe!" Ok. Mir geht es nur um das Hör-Verstehen.
Fernsehn ist da weniger kompliziert. Da ist ihm ziemlich egal was da durchs Bild flimmert, hauptsache TV :roll:
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miss_undercover
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von miss_undercover »

Hallo nochmal,

klar, bei uns war die Ausgangslage eine andere, aber bevor wir nach England zogen, habe ich mit unserer damals dreijährigen Tochter auch auf eigene Faust Englisch geübt. Und da hatten wir dann auf einmal spannende Bilderbücher, die aber eben nun mal auf Englisch waren - wenn wir die Geschichte dazu erfahren wollten, mussten wir die so lesen. Sehr geholfen haben auch englische Kinderlieder-CDs (am liebsten Mitmachlieder, wo die Gesten erklären was im Text passiert) und, ja, auch ab und zu mal eine DVD. Da ist es allerdings nach wie vor so, dass meine Kinder bestimmte Sendungen in bestimmten Sprachen einfordern. Caillou haben sie auf Deutsch kennengelernt, jetzt wollen sie es nicht auf Englisch sehen. Peppa Pig steht bei ihnen hingegen in der BBC-Originalversion hoch im Kurs, die Übersetzung die im Kika läuft wollen sie nicht sehen, weil das die falsche Sprache ist.

Mit Zwang würde ich da nicht rangehen, und auch nicht mit so starren Regeln wie "jeden zweiten Tag ein englisches Buch".

Ganz gut zum Einstieg finde ich die "Kindergartenbande"-Bücher aus dem Langenscheid-Verlag, die sind auf Deutsch, aber das englische Mädchen spricht darin Englisch, das ist dann sehr natürlich beim Vorlesen, dass man da einfach umschaltet je nachdem wer spricht.

Und ja, selbst ein kurzer Auslandsaufenthalt hilft sehr, was die Motivation angeht. Meine Kinder haben in unserem letzten Norwegen-Urlaub das Aha-Erlebnis gehabt, dass Englisch nicht nur in England verstanden wird, sondern fast überall auf der Welt. Sie unterhielten sich im Hafen von Bergen mit Matrosen aus allen Erdteilen und alle konnten sie verstehen. Das gab ihrem Selbstbewusstsein einen gewaltigen Schub, und ihrer Sprachmotivation auch.

Herzlichst
Nora
miss_undercover
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von miss_undercover »

Und was das "zu spät angefangen" angeht: Meine Tochter hat ihre allerersten englischen Worte mit drei gelernt, wirklich sprechen konnte sie mit vier. Heute ist sie sieben und liest hier ein englisches Kinderbuch vor: https://www.youtube.com/watch?v=oP_vRsWMP9k
:)
Mimm
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Mimm »

Mit "zu spät anfangen" meinte ich auch nicht das Englisch allgemein, sondern das Englisch zu Hause. Denke schon, dass sich mein Sohn erstmal fragt: Was soll das denn jetzt? Hats doch immer auf deutsch gegeben??
Und zwingen mag ich ihn natürlich auch nicht. Die jede 2. Tag Regel fand ich nur einleuchtend, weil sonst macht er es vermutlich gar nicht. So nach dem Motto, warum schwierig wenns auch einfacher geht.... Wenn man so einen Rhythmus einführt und sich alle daran gewöhnt haben, wird es schneller zur Selbstverständlichkeit.

Nicht falsch verstehen.Er hat nichts gegen Englisch, er fühlt sich sehr wohl im Kiga und macht lt. den Erzieherinnen auch gerne mit...aber ich fürchte, er sieht es zu Hause erst einmal nicht ein...

Die Kindergartenbande habe ich gerade mal gesucht, hat ja super Bewertungen bei Amazon. Top, danke dir!
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nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Ich muss den Thread hier mal wieder aktivieren. Sagt mal, habt ihr auch so kleine Simultanuebersetzer zuhause? Der Pirat faengt nun mit 2.5 endlich an, richtig zu sprechen. Wie erwartet tut er das auf Spanisch, und im Moment macht er gerne mein kleines spanisches Echo und wiederholt alles, was ich ihm auf Deutsch sage, auf Spanisch.

Der Hammer war aber kuerzlich als er mit dem iPad spielte und sich auf youtube durch die Kinderlieder klickte. Frueher oder spaeter landet man da meist bei englischen Liedern. Wir sprechen zuhause kein Englisch, aber in seiner Krippe sind einige Kinder zweisprachig mit Englisch und es gibt eine englische Erzieherin. Der Pirat nimmt auf unseren Wunsch hin eigentlich nicht am Englischunterricht teil, aber er bekommt wohl doch so einiges mit. Jedenfalls lief irgendein englisches Kinderlied ueber Farben. Da hiess es immer "blue, blue, the [whatsoever] is blue..." Der Pirat sang leise mit. Als ich genau hingehoert habe, sang er aber nicht "blue, blue..." sondern "azul, azul..." :shock:

Ich finde das in sofern erstaunlich, als dass ich selbst ueberhaupt nicht gut uebersetzen kann. Mir faellt es echt schwer, zwischen verschiedenen Sprachen hin und her zu schalten. Die Oma wird stolz sein. Die ist naemlich Uebersetzerin :D
nido mit dem Piraten (01/2012)
mamoto
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von mamoto »

Mein Sohn kann das überhaupt nicht. Wenn ich ihn ad hoc frage, was heißt denn das auf französisch bzw deutsch kann er es nicht übersetzen. Und das obwohl er von Geburt an zweisprachig aufwuchs und beide Sprachen perfekt beherrscht.
nacre
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nacre »

Unser Sohn kann nur manchmal ad hoc übersetzen. Manchmal sind ihm diese Fragen aber auch zu doof und dann sagt er sowieso nix.
Liebevolles Handeln zu entwickeln fängt damit an, zu sich selbst freundlich und geduldig zu sein.
Naomi Aldort
nido56
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von nido56 »

Spannend. Mir geht es so wie Mamotos Sohn. Ich verstehe etwas perfekt auf Spanisch, kenne natuerlich auch die entsprechenden Worte in meiner Muttersprache, tu mich aber richtig schwer damit, im Kopf das eine mit dem anderen zu verknuepfen.

Also hat der Pirat entweder ein besonderes Talent von seiner Oma geerbt, oder es liegt daran, dass Spanisch bei ihm sehr dominant ist und er auch ausschlieslich auf Spanisch denkt. Ich hingegen denke, obwohl nicht zweisprachig, immer in der Sprache, die ich gerade verwende.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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tania
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von tania »

ich denke immer auf englisch und kann sehr gut ubersetzen zw deutsch und englisch und italienisch und englisch. direkte uebersetzung zwischen deutsch und italienisch ist nicht so gut, ich nehme immer den umweg uebers englische. das simultanuebersetzen macht mein sohn kaum, ich glaub vor allem, weil er es nicht "braucht". er denkt italiensch, wenn er italienisch spricht und deutsch wenn er deutsch sprcht. englisch uebersetzt er sich glaube ich, aber er macht es still.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Trompeterin »

da lass ich auch mal wieder einen kurzen Zwischenbericht hier, da es grad eh so gut passt. Unsre Tocher (22 Monate) lernt grad pro Tag würd ich sagen im Schnitt ein neues deutsches Wort. Französisch, was ja nur der Papa spricht, macht natürlich langsamere Fortschritte. Aber sie verwendet es fast ausschließlich, indem sie ein Wort erst auf deutsch sagt und es sofort auf französisch wiederholt, besonders dann, wenn man nicht sofort darauf reagiert. Z.B. sagt sie, wenn sie Durst hat "gicke" (=trinken), "gickeeeee, gicke, boire, boire (frz. für trinken)"
glücklich mit Mann und Töchterchen (10/2012)
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