Viele herzlichen Dank für Eure Tipps und die konstruktiven Beiträge!
Ganz viele Dinge, die Ihr schreibt, stimmen tatsächlich. Ich bin im Moment ja persönlich an einem absoluten Tiefpunkt, es gibt so viele offene Baustellen in mir und in meinem Leben, und manchmal kann ich nicht mehr klar denken. Und ich weiß auch wirklich nicht mehr, wo meine Grenzen sind. Oder ich weiß nicht, ob ich meinem Kind z.B. etwas verbiete, weil "man das halt nicht darf" (also von der Gesellschaft diktiert sozusagen), oder ob ich ihr das verbiete, weil ich es wirklich nicht möchte. In meinem Kopf herrscht gerade so ein Chaos, und das wirkt sich natürlich auch auf Becci und meine Art des Mutterseins ganz negativ aus.
Becci braucht im Moment eine ganz starke Mutter, und die kann ich leider im Moment nicht sein, das ist glaube ich der Knackpunkt.
In vielen Situationen bin ich einfach versucht, sie gewähren zu lassen, weil es dann einfacher ist. Zum Beispiel die konkrete Situation mit dem Knibbeln und Kratzen beim Einschlafen: Sage ich ganz klar "nein" und wende mich von ihr ab oder schlage ihr vor, dass wir einfach nur nebeneinander liegen, weil ich keinen Körperkontakt mehr ertragen kann, dann fängt sie an zu brüllen und zu betteln (aber Mama Mama Mama Mama, lass es mich doch bittebittebitte versuchen, dass ich Deine Hand halten kann). Und ich merke, dass ich das nicht WILL, setze es dann aber aus Bequemlichkeit (?) nicht durch und lasse sie trotzdem weiterknibbeln, weil ich denke "dann schläft sie wenigstens schneller ein". Gester Abend, wo bei mir das Fass am Überlaufen war, habe ich ihr z.B. gesagt, dass ich den Körperkontakt nicht will und einfach nur neben ihr liege, bis sie eingeschlafen ist. Das hat sie dann akzeptiert, ich lag ca. 30 Minuten da und bin schon selber fast eingeschlafen.
Als ich dann gehört habe, dass sie ganz ruhig und regelmäßig atmete und dachte "toll, sie schläft", bin ich leise aufgestanden...und schwups war sie wach und auf allen Vieren und hat ganz laut geheult und gebrüllt, dass ich mich wieder mit hinlege oder der Papa zu ihr kommen soll. Wenn ich ihr den Körperkontakt gewährt hätte, wäre sie wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt schon fest eingeschlafen.
Gestern war dann das Ende vom Lied, dass ich erstmal ausgeflippt bin, und dann ist mein Mann zu ihr rein und ist direkt im Bett geblieben, während ich auf der Couch geschlafen habe, weil ich auch nicht mehr mit ins Bett wollte.
Das soll jetzt keine Entschuldigung für mein Nicht-Durchsetzen sein, sondern nur eine Verdeutlichung, wie es dann bei uns abläuft. Und diese Konflikte versuche ich mit meiner Erduldung der unerwünschten Dinge wohl zu vermeiden. Dass das weder Becci noch mir gut tut, ist klar.
Das was Meli schrieb, versuche ich mir seit gestern auch ganz deutlich vor Augen zu führen: ICH bin die Mutter, und ICH muss führen, nicht mein Kind. Ich bin inzwicshen mal wieder an dem Punkt, wo ich all unsere bisherigen Erziehungsmethoden anzweifle, so nach dem Motto "wir sind ja selber Schuld, dass es jetzt so kommt", aber ganz so stimmt das wahrscheinlich auch nicht. Irgendwo in der Mitte liegt die Wahrheit.
Dass ich jetzt unbedingt auf mich achten muss, zeigt mir mein Körper und auch meine Seele sooo deutlich, deutlicher geht's eigentlich nicht mehr.
@Marianne: OH, das wäre sooo schön, wenn wir uns mal treffen! Ich hab mich bisher noch nicht getraut, Dich einfach hier anzuquatschen, weil wir uns ja noch nicht kennen. Aber ich würde Euch so gerne mal kennen lernen!
St. Martin saßt Ihr hinter uns?
Das ist ja ein Ding!! Ich schreib Dir mal ne PN!
zu Deiner Frage mit den Besuchen: Becci ist in vielen Dingen, die soziale Kontakte betreffen, etwas "schwierig", so wie ich früher auch. Wenn sie Vertrauen gefasst hat und sich wohl fühlt, ist so ein Besuch kein Problem, aber wenn sie sich in irgendeiner Weise unwohl fühlt, kann es auch sein, dass sie eine halbe Stunde weint und Angst hat und immer sagt, dass wir nach Hause fahren sollen. Sich auf dem Spielplatz zu treffen ist für mich auch immer etwas schwierig, weil Becci grundsätzlich immer rumrennt, irgendwo hochklettert und meine Aufmerksamkeit fordert, da kann man sich dann als Mama natürlich schlecht mit anderen unterhalten. Und auch das Kaffeetrinken der Mamas am Tisch ist bei Besuchen zu Hause meist schwierig, weil Becci eigentlich zu 90 % will, dass ich immer mitkomme, wenn sie z.B. in die Spielecke geht oder so.
Seit Jahresbeginn treffen wir uns leider seltener mit Freunden, die wir sonst oft gesehen haben. Die eine Freundin ist schon so lange krank und die andere geht wieder arbeiten und kann eigentlich nur noch Samstags, weil sie so im Stress ist. Das ist für mich und Becci sehr schade. Aber jetzt im Frühling wird das hoffentlich auch wieder anders, heute waren wir zum Beispiel beim Kinderturnen und haben uns dort direkt mit 2 anderen netten Müttern für morgen auf dem Spielplatz verabredet.