Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

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kaze
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von kaze »

Das meiste wurde ja schon geschrieben....
z.B. eigene Grenzen selbstverständlich und ohne schlechtes Gewissen vertreten....
...oder Zeiten per Kurzzeitwecker begreifbarer machen..... das sind alles Dinge, mit denen ich/wir hier auch gute Erfahrungen gemacht haben.

Ansonsten kann ich mich Maja anschließen: der Kindergarten hat bei uns die Lage wirklich verändert.
Ganz deutlich wird es wenn Bela (was diese Wintersaison wirklich oft der Fall war) krank ist und nicht ins Kinderhaus kann. Dann sinkt die Stimmung spürbar von Tag zu Tag.
Ich denke zum einen ist es die Auszeit voneinander - für Bela ebenso wie für mich - die eine gewisse Erholung voneinander bringt.
Zum anderen denke ich, dass die Gesellschaft gleichaltriger bzw. ähnlich alter Kinder eine gewisse inspiration mit sich bringt, so dass er auch eher Lust hat alleine zu spielen. Wenn ich es mir recht überlege ist es so, dass er seit er in den Kiga geht öfter und für längere Zeiten alleine etwas baut und/oder ins Rollenspiel abtaucht und dabei ausdrücklich ungestört sein WILL. Das hatten wir bis dahin eher selten bis gar nicht.

Was bei uns die Lage auch ganz stark entzerrt: Spielpartner einladen oder besuchen gehen! Zum einen ist es immer interessant und anregend die Spielsachen des Gastgeberkindes zu erkunden und zu bespielen. Zum anderen können sich die Mütter auch einfach mal bei einer Tasse Kaffee oder Tee ein wenig unterhalten. Kurz: Das bietet für Mama und Kind ein wenig frischer Wind und Tapetenwechsel.
Wenn es nach meinem Sohn ginge würden wir die ganze Woche mit Besuchen und besucht werden verplanen. Allerdings ist Bela generell ein extrem geselliger Typ. Mag Becci Besuche? Kennt ihr hier in Tü genügend Kinder, mit denen man die Nachmittage verbringen könnte?

Falls du magst und es dir ne Entlastung wäre bist du ganz herzlich eingeladen dich mal mit uns zu treffen und/oder uns zu besuchen.
Vielleicht mag Becci ja ab und zu mit Bela spielen. Jetzt kommt der Frühling und die Kinder können im Garten spielen oder die Hühner besuchen oder einen Spaziergang zu den Ziegen machen oder oder oder....
(Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube wir sind uns an St.Martin in der Kirche begenet. Ich glaube ihr saßt vor uns. Ich war mir in dem Moment nicht sicher und wollte auch nicht so forsch sein und hab mich daher nicht getraut dich anzusprechen... :oops: )
Kannst es dir ja mal durch den Kopf gehen lassen....

Liebe Grüße,
Bild Marianne (07/70) mit Bild Béla (01/05)

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Capesider
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von Capesider »

Viele herzlichen Dank für Eure Tipps und die konstruktiven Beiträge!

Ganz viele Dinge, die Ihr schreibt, stimmen tatsächlich. Ich bin im Moment ja persönlich an einem absoluten Tiefpunkt, es gibt so viele offene Baustellen in mir und in meinem Leben, und manchmal kann ich nicht mehr klar denken. Und ich weiß auch wirklich nicht mehr, wo meine Grenzen sind. Oder ich weiß nicht, ob ich meinem Kind z.B. etwas verbiete, weil "man das halt nicht darf" (also von der Gesellschaft diktiert sozusagen), oder ob ich ihr das verbiete, weil ich es wirklich nicht möchte. In meinem Kopf herrscht gerade so ein Chaos, und das wirkt sich natürlich auch auf Becci und meine Art des Mutterseins ganz negativ aus. :(

Becci braucht im Moment eine ganz starke Mutter, und die kann ich leider im Moment nicht sein, das ist glaube ich der Knackpunkt.

In vielen Situationen bin ich einfach versucht, sie gewähren zu lassen, weil es dann einfacher ist. Zum Beispiel die konkrete Situation mit dem Knibbeln und Kratzen beim Einschlafen: Sage ich ganz klar "nein" und wende mich von ihr ab oder schlage ihr vor, dass wir einfach nur nebeneinander liegen, weil ich keinen Körperkontakt mehr ertragen kann, dann fängt sie an zu brüllen und zu betteln (aber Mama Mama Mama Mama, lass es mich doch bittebittebitte versuchen, dass ich Deine Hand halten kann). Und ich merke, dass ich das nicht WILL, setze es dann aber aus Bequemlichkeit (?) nicht durch und lasse sie trotzdem weiterknibbeln, weil ich denke "dann schläft sie wenigstens schneller ein". Gester Abend, wo bei mir das Fass am Überlaufen war, habe ich ihr z.B. gesagt, dass ich den Körperkontakt nicht will und einfach nur neben ihr liege, bis sie eingeschlafen ist. Das hat sie dann akzeptiert, ich lag ca. 30 Minuten da und bin schon selber fast eingeschlafen. :lol:
Als ich dann gehört habe, dass sie ganz ruhig und regelmäßig atmete und dachte "toll, sie schläft", bin ich leise aufgestanden...und schwups war sie wach und auf allen Vieren und hat ganz laut geheult und gebrüllt, dass ich mich wieder mit hinlege oder der Papa zu ihr kommen soll. Wenn ich ihr den Körperkontakt gewährt hätte, wäre sie wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt schon fest eingeschlafen.
Gestern war dann das Ende vom Lied, dass ich erstmal ausgeflippt bin, und dann ist mein Mann zu ihr rein und ist direkt im Bett geblieben, während ich auf der Couch geschlafen habe, weil ich auch nicht mehr mit ins Bett wollte. :?

Das soll jetzt keine Entschuldigung für mein Nicht-Durchsetzen sein, sondern nur eine Verdeutlichung, wie es dann bei uns abläuft. Und diese Konflikte versuche ich mit meiner Erduldung der unerwünschten Dinge wohl zu vermeiden. Dass das weder Becci noch mir gut tut, ist klar. :(

Das was Meli schrieb, versuche ich mir seit gestern auch ganz deutlich vor Augen zu führen: ICH bin die Mutter, und ICH muss führen, nicht mein Kind. Ich bin inzwicshen mal wieder an dem Punkt, wo ich all unsere bisherigen Erziehungsmethoden anzweifle, so nach dem Motto "wir sind ja selber Schuld, dass es jetzt so kommt", aber ganz so stimmt das wahrscheinlich auch nicht. Irgendwo in der Mitte liegt die Wahrheit.

Dass ich jetzt unbedingt auf mich achten muss, zeigt mir mein Körper und auch meine Seele sooo deutlich, deutlicher geht's eigentlich nicht mehr.

@Marianne: OH, das wäre sooo schön, wenn wir uns mal treffen! Ich hab mich bisher noch nicht getraut, Dich einfach hier anzuquatschen, weil wir uns ja noch nicht kennen. Aber ich würde Euch so gerne mal kennen lernen! :D

St. Martin saßt Ihr hinter uns? :shock: :D
Das ist ja ein Ding!! Ich schreib Dir mal ne PN! :)

zu Deiner Frage mit den Besuchen: Becci ist in vielen Dingen, die soziale Kontakte betreffen, etwas "schwierig", so wie ich früher auch. Wenn sie Vertrauen gefasst hat und sich wohl fühlt, ist so ein Besuch kein Problem, aber wenn sie sich in irgendeiner Weise unwohl fühlt, kann es auch sein, dass sie eine halbe Stunde weint und Angst hat und immer sagt, dass wir nach Hause fahren sollen. Sich auf dem Spielplatz zu treffen ist für mich auch immer etwas schwierig, weil Becci grundsätzlich immer rumrennt, irgendwo hochklettert und meine Aufmerksamkeit fordert, da kann man sich dann als Mama natürlich schlecht mit anderen unterhalten. Und auch das Kaffeetrinken der Mamas am Tisch ist bei Besuchen zu Hause meist schwierig, weil Becci eigentlich zu 90 % will, dass ich immer mitkomme, wenn sie z.B. in die Spielecke geht oder so.

Seit Jahresbeginn treffen wir uns leider seltener mit Freunden, die wir sonst oft gesehen haben. Die eine Freundin ist schon so lange krank und die andere geht wieder arbeiten und kann eigentlich nur noch Samstags, weil sie so im Stress ist. Das ist für mich und Becci sehr schade. Aber jetzt im Frühling wird das hoffentlich auch wieder anders, heute waren wir zum Beispiel beim Kinderturnen und haben uns dort direkt mit 2 anderen netten Müttern für morgen auf dem Spielplatz verabredet.
Liebe Grüße
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von isyisy »

Ich werfe noch schnell "Übergangsobjekt" in die Runde obwohl ich eigentlich schon weiß, dass das nix für euch (bzw. Becci) ist...
Liebe Grüße
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von Capesider »

isyisy hat geschrieben:Ich werfe noch schnell "Übergangsobjekt" in die Runde obwohl ich eigentlich schon weiß, dass das nix für euch (bzw. Becci) ist...
Meinst Du sowas wie ne Schmusedecke oder nen Teddy oder so? Sie hat ihre Puppe, die muss inzwischen überall hin mit, auch ins Bett. Aber in den Arm nehmen will sie sie nicht beim Einschlafen, sondern lieber mich! :lol:
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von isyisy »

Sowas habe ich mir schon gedacht :wink: :D
Passt irgendwie zu euch :lol:
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von Capesider »

isyisy hat geschrieben:Sowas habe ich mir schon gedacht :wink: :D
Passt irgendwie zu euch :lol:
Hey, was soll das jetzt heißen? :twisted: :lol:
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von isyisy »

Naja, wäre irgendwie zu "einfach" für Becci :wink:

Achso: Ich hatte gestern in einem völlig anderen Zusammenhang noch eine andere Idee:
Könnte es evtl. sein, dass sie den Eindruck hat, dass es dir nicht gutgeht? Weißt du, dass sie versucht zu "trösten"? Halt mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen.
Liebe Grüße
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von Capesider »

isyisy hat geschrieben:Naja, wäre irgendwie zu "einfach" für Becci :wink:
*pruust* Ja, das stimmt wohl! :mrgreen:
Achso: Ich hatte gestern in einem völlig anderen Zusammenhang noch eine andere Idee:
Könnte es evtl. sein, dass sie den Eindruck hat, dass es dir nicht gutgeht? Weißt du, dass sie versucht zu "trösten"? Halt mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen.
Hmmm, gute Frage. Sie tröstet mich auch oft ganz bewusst, deshalb bin ich mir da gerade unsicher. Eigentlich habe ich in diesen "Klammermomenten" eher das Gefühl, dass sie sehr verunsichert ist, weil sie meine eigene Misere spürt und selber von mir ganz viel Halt braucht.
Liebe Grüße
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von Gwen »

huhu,

das war mein erster gedanke. kinder versuchen in solchen fällen, die eltern zu beschäftigen. mama geht es nicht gut, und das findet sie schlimm. sie versucht dich also abzulenken und zu beschäftigen. und das ist verkehrt. weil sie dann praktisch verantwortung übernimmt, die sie nicht tragen kann/sollte.

wir hatten so eine situation als ich meine FG hatte und furchtbar drauf war. er hat mich dann wirklich genervt, hing immer an mir dran, wollte alles mitmachen etc. mein therapeut hat mir den o.g. ansatz dann erklärt. und es ist logisch!

ich sage k. dann immer, dass ich grade traurig oder wütend bin oder dass mir was weh tut. wichtig ist, dass das kind sieht, dass mama alleine wieder aus der misere kommt, dass das kind sich nicht darum kümmern muss.

alles gute!
Grüße von Gwen
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Re: Nähe und Distanz - ein Teufelskreis? (auch @johana)

Beitrag von Capesider »

@Gwen: Also meinst Du, dass sie mich quasi mit ihrer extremen Anhänglichkeit von meinen eigenen Problemen "ablenken" will, damit es mir wieder besser geht?

Interessanter Gedanke!!

Und wenn ich ihr erkläre, was gerade in mir vorgeht, dann reicht das aus, um alles wieder in geregelte Bahnen zu lenken, also dass sie wieder die Kinderrolle übernehmen kann und ich die führende Mutterrolle? Normalerweise sag ich ihr in der letzten Zeit immer ziemlich deutlich, was in mir vorgeht, auch oft in nicht so einem netten Tonfall! :oops: :?
Liebe Grüße
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