Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

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splischsplasch
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Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von splischsplasch »

PepitaSalt hat geschrieben: 12.04.2022, 07:23 Danke schon mal für die Rückmeldungen und lieben Worte. Wir hatten jetzt die 2. schwierige Nacht in Folge und ich hab irgendwie das Gefühl, ich kriege ihn nicht satt. Ich habe heute Nacht um 22 Uhr zum einschlafen gestillt- er schläft nur an der Brust ein, sie ist gleichzeitig sein Schnulli. Dann um 12, um halb 3 und seit 4 Uhr will er dauerhaft an die Brust, trinkt aber nicht viel, schnullert dann, meckert wenn ich ihn versuche abzulegen. Im Liegen ging nur die eine Seite, auf der anderen hat er immer wild seinen Kopf hin und her geschlagen. In den Brüsten ist noch was drin, aber er trinkt es nicht. Jetzt ist er wach, lacht und ist ganz aktiv. Aber ich hab das Gefühl er ist nachts super unzufrieden. Seine Windel war heute morgen nass, aber nicht so voll wie sonst- und das, ob wohl er so oft getrunken hat.
Heute Nacht habe ich in meiner müden Verzweiflung gedacht, dass ich ihm morgen Nacht ein Fläschchen machen werde. So sehr lang halte ich den Schlafentzug nicht aus- tagsüber schläft er immer nur so kurz nach dem stillen ein- eigentlich immer nur mit Brust im Mund. Ablegen ist grad auch nicht. Nicht falsch verstehen, ich mache das alles liebend gerne aber ich bin so k.o. Dass ich kaum noch geradeaus denken kann.
Und was ich noch sagen wollte- ich versuche ja auch immer mal zu pumpen, um ihm das dann zu geben wenn er mehr schnullert als effektiv trinkt- aber es kommen nie mehr als 30-40ml insgesamt und auch nur, wenn mein Sohn den Milchspendereflex auf der anderen Seite auslöst- sonst kommt gar nix 😪
Hier noch die Ergänzung meines Protokolls:

11.04.22 4.280g * 12 mal stillen * 4x Pipi * 1x Stuhl aber nur nach Gabe eines kümmelzäpfchens weil er so doll Bauchweh hatte

Sorry für den vielen Text, ich bin einfach langsam ziemlich verzweifelt und so unsicher. Ich will ja nicht, dass er hungert oder nicht genug bekommt um gesund groß zu werden.
Liebe Grüße und einen guten Start in den Tag.
Pepita
Hey Pepita, das muss ja nicht unbedingt etwas bedeuten. Der Kleine (sonst ein Topschläfer) war gestern Nacht auch kontinuierlich an der Brust und er ist vom Typ her „Gut über den Winter gekommen“.
Zum Gewicht wird klecksauge ja noch etwas sagen.
Aber erstmal ist nächtliches Stillen (auch wenn es hart ist), ja sehr gut für die Milchbildung.
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PepitaSalt
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Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von PepitaSalt »

Danke dir für deine Nachricht. Er darf auch immer an die Brust, auch wenn es anstrengend ist. Heute hat er den ganzen Tag schlecht getrunken, viel geschnullert und wenig gesaugt. Er hat auch immer nur 20 min am Stück geschlafen und war sehr schlecht drauf. Hat geheult und geschrien.seine Windeln waren trockener als die letzten Tage. Da er heute nicht zugenommen hat, hab ich Heute Mittag kapituliert. Ich hab ihm ein Fläschchen gemacht nur er hat 40ml aus dem Becher getrunken. Ich hab dabei geheult. Eben dasselbe. Er hat 60ml getrunken. Jetzt schnullert er wieder an der Brust. Es kommt noch ein bisschen was aber ich glaub es geht eher ums beruhigen. In mir drin ist ganz viel los. Ich hab mir so gewünscht, dass ich einfach stillen kann, hab Angst, dass das zufüttern das stillen verdrängt nur auf der anderen Seite habe ich Schuldgefühle, dass ich ihm die ganze Zeit Nahrung vorenthalten habe und er deshalb nur so wenig zugenommen hat. Ach das macht mich alles so traurig und ich weiß einfach nicht was richtig ist.
klecksauge
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Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von klecksauge »

Hallo,

ich habe gerade eine Gewichtskurve angelegt.
Ich kann gut verstehen, warum euer Kinderarzt zur Zufütterung rät.
Und ich kann euch gut verstehen, warum du dich davor scheust.

Nun lese ich gerade deinen letzten Post. Bitte mache dir keine Vorwürfe. Du bist eine gute Mutter.
Es ist richtig, dass du zufütterst. Kleine Mengen aus dem Becher, das ist super. Stillfreundliches Zufüttern erhält das Stillen.

Behalte die hohe Stillfrequenz, also 10-12x in 24h unbedingt bei.

Hast du schon mal Brustkompression probiert? Ich bin gerade am Handy und kann daher nicht verlinken, das hole ich morgen nach.

Ich melde mich morgen konkreter.
Liebe Grüße aus den Norden von
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PepitaSalt
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Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von PepitaSalt »

Danke für deine Nachricht!
Ich versuche kein schlechtes Gewissen zu haben aber das ist ganz schön schwer 😔
Dann werde ich ihm nach jeder Mahlzeit etwas aus dem Becher dazu geben. So viel wie er trinken möchte? Oder soll ich eine bestimmte ml- Anzahl anbieten? Auch nachts? Brustkompression mache ich immer mal wieder, ich glaube dass er nicht effektiv saugt. Er trinkt 2-3 Milchspendereflexe, dann schnullert er oft. Gestern Abend hatte ich das erste mal das Gefühl, dass die Brust ihm nicht reicht. Nach dem Fläschchen um 21:30 schläft er - bis jetzt. (1:48 Uhr) Ich werde ihn jetzt wecken. Denkst du, wir kommen irgendwann wieder dazu, voll zu stillen? Liebe Grüße
splischsplasch
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Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von splischsplasch »

PepitaSalt hat geschrieben: 13.04.2022, 01:49
Ich versuche kein schlechtes Gewissen zu haben aber das ist ganz schön schwer 😔
Du hast alles genau richtig gemacht und holst dir hier Hilfe. Da brauchst du ja kein schlechtes Gewissen zu haben, sondern darfst sehr stolz auf dich sein.
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blueberry
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Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von blueberry »

Erstmal alles Liebe für Dich und Dein Baby! Du kümmerst Dich und holst Dir Hilfe - Du brauchst keinerlei schlechtes Gewissen zu haben.
PepitaSalt hat geschrieben: 12.04.2022, 21:50 Ich hab ihm ein Fläschchen gemacht nur er hat 40ml aus dem Becher getrunken.
PepitaSalt hat geschrieben: 13.04.2022, 01:49 Nach dem Fläschchen um 21:30
Da beide Begriffe auftauchen:
Gibst Du die Pre-Milch mit einem Becherchen oder aus einer Saugerflasche?
PepitaSalt hat geschrieben: 12.04.2022, 07:23 Im Liegen ging nur die eine Seite, auf der anderen hat er immer wild seinen Kopf hin und her geschlagen.[...]
So sehr lang halte ich den Schlafentzug nicht aus- tagsüber schläft er immer nur so kurz nach dem stillen ein- eigentlich immer nur mit Brust im Mund. Ablegen ist grad auch nicht. Nicht falsch verstehen, ich mache das alles liebend gerne aber ich bin so k.o. Dass ich kaum noch geradeaus denken kann.
Das klingt alles sehr anstrengend. Ich kann mich (trotz guter Zunahme) noch an viele Phasen erinnern, wo ich mit Baby so irre müde war...

Hast Du Dein Baby nachts direkt neben Dir oder musst Du zum Ablegen aufstehen?

Kannst Du bequem im Liegen stillen oder wird das nach kurzer Zeit verspannt und unbequem?

Kannst Du Dich tagsüber manchmal mit hinlegen, wenn Dein Baby stillt, und Dich in der Zeit selbst mit ausruhen? (Z.B. indem Du tagsüber ebenfalls im Liegen stillst, oder indem Du es mit zurückgelehntem Stillen versuchst, bei dem das Gewicht Deines Babys von Deinem Bauch statt Deinen Armen gehalten wird?

Gerade letzteres war mein Rettungsanker in den Phasen, in denen mein zweites Kind tagsüber ausschließlich an der Brust und/oder mit Körperkontakt schlafen konnte. Ich habe dann mit Baby auf dem Bauch Hörbücher gehört oder mit Kopfhörern ferngesehen... Hast Du jemanden, der Dich mit großem Kind und Haushalt so entlasten kann, dass das bei manchen Stillzeiten/Tagschläfchen Deines Babys [je nach Zufuttermodus] möglich wäre?)

Vielleicht entlastet Dich der Gedanke, dass eine gute Stillbeziehung keineswegs am Vollstillen hängt. Es gibt da nicht nur Schwarz oder Weiß (Vollstillen oder Abstillen), sondern ganz viele Graustufen dazwischen, die Dank stillfreundlichen Zufütterns nicht auf vorzeitiges Beenden des Stillens hinauslaufen - das beweisen ganz viele Threads hier.

Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du mit klecksauges Hilfe einen guten Weg für Euch findest.
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
PepitaSalt
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Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von PepitaSalt »

Danke für deine liebe Nachricht.
Ich wollte ihm erst die Flasche geben, die nimmt er aber gar nicht, genauso wie den Schnuller. Also bin ich zum Becher übergegangen. Das klappt auch ganz gut.
Zum Glück habe ich einige Unterstützung. Da wir eine Patchwork Familie im Wechselmodell sind, gibt es Tage an denen meine Tochter bei ihrem Papa ist. Hier versuche ich es ganz ruhig angehen zu lassen. Tagsüber schlafen fällt mir irgendwie schwer und meinen Haushalt nicht so führen zu können wie ich mir das vorstelle, Aber die Arbeit läuft nicht weg…
Danke für deinen Zuspruch. Ich habe mich schon wieder etwas gefangen. Ich gebe ihm jetzt nach jedem stillen außer nachts so viel pre Milch wie er möchte- vorhin waren das 15-20ml.
Ich hoffe einfach, dass ich weiter stillen kann und er somit so viel bekommt, dass er zunehmen kann.
Liebe Grüße
klecksauge
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Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von klecksauge »

Hallo,

nun ist es wieder so spät geworden. Leider schaffe ich es oft nicht früher.
Blueberry, danke für deine Hilfe!

Schön, dass es so gut mit dem Becher klappt. Bleibe gerne dabei.
Biete nach dem Stillen am Tag, mindestens 6x, 35ml Pre an. Wenn er das nicht komplett nimmt, dann ist das ok. Durch das bechern wird das Stillen weiter gut klappen, da muss du dich nicht sorgen.

Zum Wiegen:
Stresst dich das sehr?
Regelmäßig wiegen ist wichtig um die Entwicklung beurteilen zu können.

Ich kenne das auch nur zu gut, dieses Gefühl einfach nur müde zu sein. Und ich konnte tags auch nicht schlafen. Aber ich habe dann geruht, was angehört oder auch mal angeschaut mit Kopfhörern. Und es einfach angenommen.
Nun stehen ja Feiertage vor der Tür. Bist du da auch viel alleine mit Baby? Oder kannst du dir vorstellen, dass du Kraft tanken kannst?


Ich habe morgen einen ganz vollen Tag und werde es vermutlich erst wieder so spät am Abend schaffen hier zu schreiben. Über Ostern wird das dann besser.
Liebe Grüße aus den Norden von
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Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von PepitaSalt »

Danke für deine Antwort!
Alles klar, ich werde ihm die pre-Milch so geben wie du geschrieben hast. Gestern Abend hat er knapp 20ml getrunken und danach noch ein bisschen Brust und hat von 22:00-02:30 Uhr geschlafen.
Leider ist er heftig erkältet, was das trinken für ihn deutlich erschwert. Das mit dem Becher klappt generell gut, er nimmt es gut an.
Das wiegen stresst mich gerade nicht so, solange er gut zunimmt. Ich werde das für die Kontrolle auf jeden Fall weiter tun.
Ich werde versuchen mich zwischendrin auch mal zu entspannen und den Stress mit „ich muss alles hinkriegen“ rauszunehmen. Über Ostern kommt die Familie meines Mannes, die nehmen mir den kleinen Spatzl bestimmt mit Kusshand ab. Anstatt dann hier zu rödeln, werde ich versuchen die Sache entspannt anzugehen.
Hier die Daten der letzten 2 Tage:

29.01.Geburtsgewicht 3.155g
01.02.Gewicht U2 nach 3 Tagen: 2.900g
02.02. 2.840g—> Waage der Hebamme
03.02. 2.860g
04.02. 2.840g
07.02. 2.880g
09.02. 2.930g
11.02. 2.955g
15.02. 3.060g
17.02. 3.150g
22.02. 3.270g
25.02. 3.320g —> U3 „mäßiges Gedeihen“
28.02. 3.380g
08.03. 3.580g
25.03. 3780g
30.03. 4.000g—> Kinderarzt
31.03. 4.100g —>eigene Waage ausgeliehen
01.04. 4.130g
02.04. 4.150g
03.04. 4.140g
06.04. 4.160g
07.04. 4.210g
09.04. 4.230g
11.04. 4.280g
12.04. 4.260g 11x stillen - 90ml pre Milch - 5x Urin - 0x Stuhl
13.04. 4.330g 11x stillen - 130ml pre Milch - 5x Urin - 0x Stuhl

Er quält sich momentan ganz heftig mit seinem Bauch. Pupst dauern Geräusch-und geruchvoll. Der Bauch ist oft hart und sein ganzer kleiner Körper ganz angespannt, manchmal schreit er ganz schrill und zieht die Beinchen ruckartig an. Das letzte mal hat er am Montag Stuhlgang gehabt aber auch nur durch habe eines Kümmelzäpfchens. Generell leidet er immer doll bevor er Stuhlgang hat- und das auch nur alle 5-7 Tage. Er bekommt BiGaia Tropfen aber ich sehe hier keine Veränderung. Kann ich ihm hier irgendwie helfen?
Vielen Dank für eure bisherige Unterstützung, es tut schon sehr gut, mit jemandem reden zu können.
Liebe Grüße
Lösche Benutzer 27615

Re: Kinderarzt fordert Zufütterung, ich bin verunsichert

Beitrag von Lösche Benutzer 27615 »

Hallo Pepita!

Falls du das nicht schon machst - bei Blähungen hat hier immer am besten Beingymnastik geholfen. Also jedenfalls bis das Baby mobil wird. Dazu singen, da kommt dann auch Stimmung auf.

LG,
Solina
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