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Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 03.08.2014, 16:22
von Batsheba
Zur Ernährung kann ich nicht viel beitragen (ich habe mindestens zwei Monate lang hauptsächlich von Schokolade gelebt und war auch noch untergewichtig, bin da also kein gutes Vorbild), aber: möchtest du wirklich das Wochenbett ganz alleine verbringen? Gerade mit zwei Kindern, und wenn du beim ersten sowieso schon Probleme mit dem Stillen hattest, stelle ich mir das sehr stressig für dich vor. Ich kann sehr gut verstehen, dass du nicht dauernd jemanden da haben willst, genau aus dem gleichen Grund habe ich in den ersten Wochen/Monaten fast alle Hilfe von Verwandten und Freunden abgelehnt. Im Nachhinein hätte ich das ganz anders gemacht, ich hatte dann nämlich ein dauerstillendes Baby und bin kaum dazu gekommen, mir ein Butterbrot zu schmieren oder auf die Toilette zu gehen. Dank dieser "Ich schaff das alleine!"-Einstellung war ich in der Anfangszeit total ausgelaugt und oft verzweifelt - jetzt wäre mir lieber, ich hätte die Zeit genossen und alles, was ich nicht unbedingt selbst machen musste, an andere abgegeben. Dann hätte ich bestimmt auch das so gut wie ununterbrochene Stillen entspannter gesehen.
Ich glaube, für den Stillerfolg wird es eher von Vorteil sein, Unterstützung zu haben, als dich möglichst gut zu ernähren.
Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 03.08.2014, 16:27
von Seehottehü
Warum möchtest du keine Familie oder Freunde um dich haben? Also, was genau befürchtest du?
Vielleicht kannst du klare Absprachen mit Freunden oder der Familie treffen, wie sie dich unterstützen.
Und ich kann mir vorstellen, dass die KK eine Haushaltshilfe genehmigt.
Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 03.08.2014, 17:31
von Lösche Benutzer 9022
Hallo zusammen,
naja, wir sind im Oktober von Berlin in meine alte Heimat gezogen. Erstmal provisorisch zu meiner Schwester. Aber ab und zu haben wir dann auch bei meiner Mutter genächtigt. Eigentlich sollte unser Dachausbau (5 Zimmer + 2 Bäder) etwa Ende November/Anfang Dezember abgeschlossen sein (durchgeführt durch eine "Fachfirma"). Mitte November kam dann mein Mann und wir sind dann im Dezember auf eine Baustelle gezogen (EG war ja fertig und wir haben uns zu dritt ein kleines Schlafzimmer geteilt). Jeden Tag Handwerker. Aber irgendwie gings nicht weiter.
Im Januar musste mein Mann dann plötzlich wieder an Bord (eigentlich hatte er bis März Urlaub), weil ein Kollege einen Bandscheibenvorfall hatte. Wir hatten allerdings Nachwuchs geplant (und seine "normalen" Urlaubs-/Fahrtzeiten da natürlich im Kopf gehabt, so dass er bei der Geburt und danach da wäre...) und ich muss sagen, ich war nach dem verfrühten Einstieg erstmal erleichtert, dass der Schwangerschaftstest im Januar negativ war. Weil alles alleine managen? Das schaff ich ja nie. Tja, eine Woche nach seiner Abreise war der Schwangerschaftstest dann doch positiv.
Und ich stand dann schwanger mit Kleinkind auf der Baustelle. Nur Ärger und Stress. Jeden Tag irgendwer Fremdes im Haus (Handwerker mit eigenem Schlüssel). Dann war ich eine Woche im Krankenhaus mit Blutungen und bekam eine ganz liebe Haushaltshilfe zur Unterstützung. Aber irgendwie wohl gefühlt hab ich mich nicht damit - wieder jeden Tag jemand Fremdes um mich herum und alles so "unfertig". Und meine Mutter empfand ich nicht als Unterstützung, ich fand eher, dass dadurch nur noch mehr Druck aufgebaut wurde wenn die mit Stirnrunzeln meine Spülmaschine ausgeräumt hat (weil sooo schwer kann das ja nicht sein, mal eben die Spülmaschine auszuräumen).
Mein Mann kam im Mai wieder. Die Handwerker waren immer noch nicht fertig. Dafür fingen endlich die Arbeiten in unserem Garten an... Wieder irgendwie keine Ruhe, dazu die dauernden Übungswehen und Mira war mir viel zu oft neben der Kita mal eben bei Oma oder Nachbarn "geparkt", damit wir was Ruhe hatten. Mitte August muss mein Mann wieder weg, kurz darauf sind Kitaferien. Mira wird dann vermutlich viel Zeit bei Oma und Tante verbringen, damit ich etwas entlastet bin. So wirklich "glücklich" bin ich damit nicht.
Leider ist der Dachausbau auch jetzt immer noch nicht wirklich "fertig" und wir haben einiges an kleineren und größeren "Mängeln" (betrifft vor allem Babyzimmer, Gästezimmer, Flur und die beiden Bäder - Miras Zimmer ist jetzt gottseidank fertig und unser Schlaf-/Lesezimmer auch). Die Außenanlagen (Einfahrt, Weg zum Garten, Garten) allerdings leider noch nicht so wirklich und wir haben auch noch nur eine provisorische Holztreppe vor der Hauseingangstür und einen provisorischen Balkon im Dachgeschoss (immerhin ist schon seit November die Terrasse fertig und wir haben Montag Rasen gesät, so dass wenn Ende August Kitaferien sind, meine Tochter wenigstens raus in den Garten kann).
Ich habe eine freundliche Beleghebamme. Ich habe die Möglichkeit, die Haushaltshilfe nach der Entbindung wieder zu beanspruchen. Meine Schwester und meine Mutter wohnen je 10 Minuten von mir weg. Meine "große" Tochter besucht die Kita im Ort und unsere Nachbarin meinte schon, sie kann das Hinbringen/Abholen übernehmen.
Aber am liebsten wäre mir, ich würde soviel wie möglich "alleine" schaffen (und wenn was liegen bleibt, dann bleibt es halt liegen - sieht ja niemand, wenn niemand vorbei kommt). Einfach weil ich in den letzten Monaten soviele Menschen um mich rum hatte, die hier ständig rum gewerkt haben. Ich hätte gerne ein wenig "Einmummelzeit" für uns ohne mich dabei ständig unter Beobachtung zu fühlen...
So, genug rum gejammert.

Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 04.08.2014, 09:01
von Berenike
Oh, das kann ich gut verstehen - das wäre mir auch alles viel zu viel. Vielleicht kannst du ein paar Tage länger im Krankenhaus bleiben. Da fiel es mir leicht, Hilfe anzunehmen, bzw. hat es mir schon gereicht, dass mir drei Mal am Tag Essen gebracht wurde. Dann hast du auf jeden Fall schon mal die ersten Tage absolute Kuschelzeit (wenn auch nicht unbedingt "Ruhe" in dem Sinne... je nach Unterbringung). Danach würde ich 1x den aufdringlichsten Besuch durchschleusen, am besten an einem Tag und ab da alles ignorieren, was an Blicken auf dich geworfen wird (Mutter, SchwieMu, Spülmaschine...). So eine Haushaltshilfe ist doch meist recht dezent - wenn sie da ist, liegst du im Bett und stillst, und wenn sie weg ist, guckst du dir die saubere Wohnung an - ich fänd das Klasse

Die solltest du unbedingt wieder nehmen.
Und dann allen anderen Verwandten klar machen, dass das wichtigste, was du im Wochenbett machen musst, stillen ist, und zwar in Ruhe. Und dass das Wochenbett 8 Wochen dauert. Und dass auch die neuesten Studien der Kinderärzte zeigen, wie wichtig Stillen und Wochenbett sind... Wenn sich deine Leute von sowas beeindrucken lassen

Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 04.08.2014, 10:06
von Lösche Benutzer 9022
Naja, ich hatte die Hoffnung, dass meine kleine Schwester da mit guten Beispiel voran geht (sie hat im Mai diesen Jahres entbunden) - die war allerdings so fit und ausgeglichen und bei der klappte trotz Frühchen mit dem Stillen alles wie von selbst und ihr ging es trotz Riss und Naht unter Vollnarkose nach der Geburt so gut... die brauchte weder Hilfe/Unterstützung noch Ruhe und Einmulmzeit. Irgendwie ging und geht da alles wie von selbst. Der Kleine fängt jetzt sogar schon mit durchschlafen ein. Mira hat das erst seit Dezember einigermaßen hingekriegt...
Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 04.08.2014, 10:23
von Teazer
Vergleiche nicht. Das stresst nur und bringt gar nichts.
Dein Bedürfnis nach Ruhe kann ich nach den turbulenten Monaten verstehen. Aber für Großkind und Haushalt solltest Du Dir Unterstützung holen, egal ob privat oder professionell. So kannst Du das Wochenbett und den Stillbeginn in Ruhe angehen.
Diese Mütterkonkurrenz, wer am schnellsten nach der Geburt wieder auf den Beinenn ist, ist völlig sinnfrei. Es heißt nicht ohne Grund WochenBETT.
Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 04.08.2014, 10:48
von Batsheba
Teazer hat geschrieben:Diese Mütterkonkurrenz, wer am schnellsten nach der Geburt wieder auf den Beinenn ist, ist völlig sinnfrei. Es heißt nicht ohne Grund WochenBETT.
Oh ja! Seit ich selbst Mama bin, ist mein erster Rat an Freundinnen und Bekannte, die schwanger sind, die ersten paar Wochen bloß nichts anderes zu machen als im Bett zu liegen, sich bedienen zu lassen und ihr Baby anzuschmachten.

Wobei das natürlich nicht so einfach ist, wenn man schon ein Kind hat.
Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 04.08.2014, 11:12
von KatinkaEx
Batsheba hat geschrieben:Teazer hat geschrieben:Diese Mütterkonkurrenz, wer am schnellsten nach der Geburt wieder auf den Beinenn ist, ist völlig sinnfrei. Es heißt nicht ohne Grund WochenBETT.
Oh ja! Seit ich selbst Mama bin, ist mein erster Rat an Freundinnen und Bekannte, die schwanger sind, die ersten paar Wochen bloß nichts anderes zu machen als im Bett zu liegen, sich bedienen zu lassen und ihr Baby anzuschmachten.

Wobei das natürlich nicht so einfach ist, wenn man schon ein Kind hat.
genau das sage ich auch allen schwangeren (wird leider meistens nicht für voll genommen

) aber ICH brauchte die 8 Wochen Sofa und baby kuscheln definitiv... ich war nicht schnell wieder fit... trotz problemloser Schwangerschaft und Geburt.
gerade DESHALB würde ich dir eine Haushaltshilfe empfehlen... ich kann deinen Wunsch absolut nachempfinden nach dem Trubel nur mit großkindern und Haushalt ist halt auch nicht viel mit in Ruhe einmummeln... von daher würde ich an deiner Stelle jemanden organisieren den du magst, der dir dezent den groben Haushalt schmeißt und eventuell fürs großkind ein paar nachmittags-spiel-beschäftigungs-Personen organisieren, DAMIT du Ruhe mit deinem baby hast...
das ist sicherlich gar nicht vergleichbar mit dem Trubel den die Handwerker verursacht haben.
ich wünsch dir alles erdenklich gute.
Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 04.08.2014, 11:14
von KatinkaEx
ups, ich sollte vor dem abschicken nochmal lesen :/
ich reich nen paar Kommata nach.
Re: Vorbereitung fürs Wochenbett und Stillen
Verfasst: 04.08.2014, 11:30
von Lösche Benutzer 9022
*hach* in Berlin konnte ich mich damals so schön "verstecken" und raus gehen wann ich Lust hatte und ich war eigentlich schnell wieder im "Alltag" und hab trotzdem ganz viel Zeit mit meiner Kleinen genossen.
Hier auf dem Dorf ist das dann halt wieder irgendwie anders. Ich versuch mir echt keinen Druck zu machen, aber ich befürchte ich bin da nicht besonders gut darin. Ich bekomme ja immer die kleinen Seitenhiebe/Kommentare mit (bin ja schwanger und nicht taub). Jetzt kommt eine liebe alleinerziehende Freundin meines Mannes mit ihren drei Kindern zu Besuch und auch wenn ich mich freue - irgendwie weiß ich jetzt schon, dass mein Mann den leicht vorwurfsvollen Unterton bekommt. Die Frau hat hat drei Risikoschwangerschaften alleine durchgestanden, sie versorgt alleine Haushalt und drei Kinder und arbeitet im Homeoffice, ein Kind hat einen Herzfehler, sie selbst hat schwerste Nierenschäden und soeben die vierte Krebserkrankung überstanden. Und die schafft das alles ohne an, während ich dauernd maule, dass meiner poppelige 8 Monate im Jahr nicht da ist und wenn er da ist seine Ruhe und seinen wohlverdienten Urlaub haben will....
Im Endeffekt ist ja auch alles organisiert (die Kita ist informiert, meine Nachbarn halten die Augen offen falls ich nicht regelmäßig "pieps" gebe, meine Schwester und meine Mutter nehmen abwechselnd die "Große", wenn die Wehen einsetzen kommt die Hebamme zu mir nach Hause und bleibt bei mir bis Kind versorgt ist und es Zeit wird ins Krankenhaus zu fahren, im Krankenhaus ist meine Akte schon angelegt, meine Cousine kommt evtl. mit zur Geburt, die Haushaltshilfe hat mich schon in ihren Terminkalender eingetragen weil die TK meinte, den formalen Antrag kann ich halt erst mit der Entbindung stellen und der wird von der Hebamme direkt an TK und Caritas gefaxt wenn wir im Krankenhaus sind).
Die Haushaltshilfe würde auch kochen für mich und meine Tochter... aber wie gesagt, wenn ich was vorbereiten und selber erledigen kann und nicht jemanden habe, der um mich herum wuselt fühl ich mich glaub ich wohler.