Wieso machen dann alle so einen Hype ums Salz und generell babygeeignete Kost?
Also wieso Hype um Babykost ist klar: Millionenschwerer Geschäftszweig.
Stell Dir vor, alle Babys würden ganz normal ein halbes Jahr vollgestillt, und danach würden diese Babys einfach zusätzlich zum Stillen ganz normal bei Mamas Butterbrot und Obstsalat und Kartoffelgratin mitessen. Das wäre für die Kinder zweifellos am gesündesten, aber ein ganzer Industriezweig wäre leider dahin...
Hype um Salz ist insofern nicht ganz falsch, als dass in Deutschland generell durchschnittlich zu viel Salz gegessen wird, quer durch die Bevölkerung; das liegt v.a. am hohen Anteil an industriell hergestelltem Essen (Fertigessen, Chips, Salami, Industriebrot, Grillsaucen, Dosenzeugs, Tütensuppen- und saucen...). Wer überwiegend frisch isst und frisch kocht, mit einem hohen Anteil an UNVERARBEITETEN Lebensmitteln, hat dieses Problem nicht.
Für gesunde Ernährung, und das schließt gesunde Babykost mit ein, gilt: Salzarm JA, aber salzfrei NEIN.
Weil Babys hierzulande oft schon früh viel Brot, Brezeln, Wurstwaren, sonstiges Industrieessen usw. bekommen (alles sehr salzreich), sollte, damit es unterm Strich nicht zu viel Salz wird, der extra Babybrei usw. NICHT gesalzen werden. Diese Empfehlung wird leicht als "Babys sollten überhaupt kein Salz kriegen" missverstanden; das ist aber falsch.
Wie gesagt: Wer überwiegend frisch isst und frisch kocht, verwendet automatisch weniger Salz, weil er kaum industrielle Convenience-Produkte einsetzt. Von einer solchen Familienkost kann ein beikostreifes Baby bedenkenlos von Beikoststart an herzlich gerne mitessen.
Beantwortet aber noch nicht die Gemüsefrage. Kann doch nicht sein, dass sie ausschließlich Milchprodukte verwerten können, oder?
Milch bietet die meisten Nährstoffe für Säuglinge. Gemüse wie Möhre ist (bis auf ein paar Vitamine, die man im Gläschen aber auch noch erfolgreich totgekocht hat), praktisch nährstofffrei. Deshalb essen Leute, die DIÄT machen wollen, auch so viel davon.

Nährstoffe aus anderen Lebensmitteln als Milch sind unterschiedlich gut verwertbar (haben also eine unterschiedliche "Bioverfügbarkeit"). Man kann die Bioverfügbarkeit durch bestimmte Maßnahmen erhöhen, z.B. mildes Erhitzen und Pürieren (weil man z.B. durch Pürieren die Oberfläche des Lebensmittels vergrößert und so Verdauungsenzyme besser funktionieren).
Das erklärt auch, warum vorzeitig abgestillte Babys für gewöhnlich recht große Mengen Beikost essen: Das liegt daran, dass sie einfach mehr davon brauchen, um die benötigte Nährstoffmenge aufzunehmen.
Hilft Dir das weiter?
LG
Julia