Seite 2 von 2

Re: Kann man pumpstillen dauerhaft durchziehen?

Verfasst: 18.03.2014, 12:31
von geldbeutel
Hallo und guten Tag,

ich versuche dann mal die Fragen aus dem anderen Thread zu beantworten:

Zufütterung: das Baby wird zugefüttert, aber ausschliesslich mit abgepumpter MuMi, bislang niemals PRE. Die erhielt es zu Anfang per Magensonde, inzwischen per Fläschchen. Das Verhältnis zwischen der Menge, die gestillt wird, und der, die zugefüttert wird, schwankt täglich beträchtlich.

Stillalltag: das Baby hat den Rhythmus der Klinik verinnerlicht. Wir haben 6 bis 7 Mahlzeiten in 24h. Sie wird für 30 bis 45 Minuten angelegt (wechselstillen), davor und danach gewogen. Was fehlt wird nachgefüttert. Wenn sie satt und zufrieden ist, schläft sie ein.

Ausscheidungen: bei jeder Fütterungsrunde wird auch gewickelt, manchmal zweimal. Pipi-Windeln haben wir nie notiert, meist ist irgendwas drin. Stuhlgang hat sie mehrmals täglich.

Stillstart: erstes Anlegen war 2 oder 3 Tage nach der Geburt beim Känguruhen. Sie hat von sich aus die Brust gesucht. Ab dann bei jeder Fütterung auch angelegt, auf Anraten des Personals allerdings mit Stillhütchen (habe völlig flache Brustwarzen und ziemlich grosse Brüste). Klappte nie zufriedenstellend, deshalb das Nachfüttern/ Nachsondieren.

Künstliche Sauger: ja, zwangsweise. Wir haben in der Klinik schon unseren eigenen benutzt, ein kleiner von Medela Grösse S. Den benutzten wir zu Hause dann auch weiter. Die Stillhütchen, auch Medela, haben wir in der Klinik langsam ausgeschlichen, die akzeptiert sie nun auch nicht mehr. Da sie oftmals nicht andockt und ihr Saugbedürfnis auch nach dem Füttern per Flasche noch enorm ist, beruhigt sie sich dann nur per Schnuller - der war bislang 3x im Einsatz.

Behandlung: wir waren beim Orthopäden, da sie eine Lieblingsseite für den Kopf hatte. Diese Blockade ist gelöst. Krankengymnastik steht zur Debatte, hier ist noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Von den Us her ist sie unauffällig, KiÄ sieht keinen Handlungsbedarf.

Medizinische Besonderheiten: Frühgeburt bei 31+5 per KS. Neugeborenen-Gelbsucht. Die Sache mit dem Kopf, die nun aber wohl behoben ist. Vor 4 Jahren hiess es, ich hätte PCO. Da hiess es aber auch, ich könne deshalb nicht so ohne weiteres Kinder kriegen, und ich bin 2x ohne Nachhilfe schwanger geworden. Insofern weiss ich nicht, wie relevant das ist. Ansonsten keine Medikamente auf beiden Seiten.

Gewichtsdaten:
17.01. 2030g Geburt KH
14.02. 2680g Entlassung KH
17.02. 2780g Hebamme
22.02. 2980g Hebamme
27.02. 3200g Kinderarzt U3
13.03. 3,90kg wir haben nun eine Waage aus der Apotheke

Zufütterung:
15.02. 90g gestillt, 305g nachgefüttert
16.02. 65g gestillt, 415g nachgefüttert
17.02. 75g gestillt, 365g nachgefüttert
18.02. 70g gestillt, 490g nachgefüttert
19.02. 65g gestillt, 350g nachgefüttert
20.02. 65g gestillt, 455g nachgefüttert
21.02. 205g gestillt, 445g nachgefüttert
22.02. 150g gestillt, 395g nachgefüttert
23.02. 110g gestillt, 490g nachgefüttert
24.02. 150g gestillt, 430g nachgefüttert
25.02. >115g gestillt, 295g nachgefüttert
26.02. 50g gestillt, 540g nachgefüttert
27.02. 50g gestillt, 560g nachgefüttert
28.02. 70g gestillt, 560g nachgefüttert

01.03. 150g gestillt, 280g nachgefüttert
02.03. 50g gestillt, 430g nachgefüttert
03.03. 110g gestillt, 540g nachgefüttert
04.03. 190g gestillt, 310g nachgefüttert
05.03. 220g gestillt, 440g nachgefüttert
06.03. 110g gestillt, 460g nachgefüttert
07.03. 145g gestillt, 470g nachgefüttert
08.03. 250g gestillt, 380g nachgefüttert
09.03. 270g gestillt, Nachfütterungsmenge unbekannt
10.03. 230g gestillt, 430g nachgefüttert, 4x SG
11.03. 220g gestillt, 480g nachgefüttert, 3x SG
12.03. 170g gestillt, 415g nachgefüttert, 3x SG
13.03. 240g gestillt, 525g nachgefüttert, 4x SG
14.03. 240g gestillt, 400g nachgefüttert, 4x SG
15.03. 230g gestillt, 500g nachgefüttert, 1x SG
16.03. 270g gestillt, 310g nachgefüttert, 4x SG
17.03. 170g gestillt, 540g nachgefüttert, 3x SG

Uff :wink: Es bleibt noch zu sagen, dass die gestillte Tagesmenge sich nicht gleichmässig auf die Mahlzeiten verteilt: gerade am Morgen neigt sie dazu, eine volle Mahlzeit zu stillen (zwischen 80 und 100g), und gerade zum Abend hin stillt sie nur noch Minimengen oder aber ist durch nichts zum Andocken zu bewegen. Sie kann die BW nie selbst fassen, da die wohl zu gross und zu flach sind - ohne Support von meiner Seite geht das nicht, im Liegen geht überhaupt nichts (hat bei der "Grossen" schon nie funktioniert). Vergangene Nacht wollte ich sie gerne nur stillen und an der Brust schlafen lassen, aber es war übel: sie haute immer wütender den Kopf auf meine Brust, konnte nicht andocken, liess die BW sofort nach dem Andocken wieder los, meckerte und brüllte... Nach anderthalb Stunden gab ich entnervt auf. Ich fühle mich total gestresst, werde laut und unwirsch und habe das auch nicht mehr im Griff, so sehr ich mich auch dafür schäme.

Durch das viele An- und Abdocken ist die BW wund, an der rechten Brust (ihre Lieblingsseite) habe ich offenbar sowas wie ein Ekzem, das fürchterlich juckt, und die linke Brust mag sie nicht und dockt dort selten vernünftig an. Wenn sie andockt und nicht nur meditiert, sondern auch trinkt, dann klappt das ziemlich prima. Hat aber leider Seltenheitscharakter.

Ich muss jetzt leider schnell zur Milchpumpe :cry: Viele Grüsse!

Re: Kann man pumpstillen dauerhaft durchziehen?

Verfasst: 18.03.2014, 22:13
von jusl
Danke Dir für Deine Angaben - ich melde mich morgen noch mal ausführlicher. Bin zuversichtlich, dass wir da deutliche Verbesserungen erreichen können.

LG
Julia

Re: Kann man pumpstillen dauerhaft durchziehen?

Verfasst: 19.03.2014, 18:24
von Hope081013
Hallo Du Liebe,
wollte Dich nur mal virtuell drücken und ich hoffe, Ihr bekommt es noch hin. Zumindest dass irgendwie alles bald wieder einfacher ist..
GLG!!

Re: Kann man pumpstillen dauerhaft durchziehen?

Verfasst: 19.03.2014, 19:55
von soda
geldbeutel hat geschrieben:Nach anderthalb Stunden gab ich entnervt auf. Ich fühle mich total gestresst, werde laut und unwirsch und habe das auch nicht mehr im Griff, so sehr ich mich auch dafür schäme...
Du brauchst dich nicht zu schämen. Es klingt furchtbar hart und anstrengend, was du da seit Wochen durchmachst und durchhältst.
Ich will dir nix vorschreiben - aber bevor du in eine Situation kommst, dass du dich hinterher für deinen Kontrollverlust schämst, hör doch früher auf! Das quält dich doch zusätzlich und unnötig, denn du kannst das Baby bis zur Lösung des Problems (wobei dir hier bestimmt geholfen wird) ja auch auf andere Weise ernähren.

(((((Geldbeutel)))))

Re: Kann man pumpstillen dauerhaft durchziehen?

Verfasst: 19.03.2014, 22:49
von jusl
Hallo geldbeutel,

also ich geh mal der Reihe nach:
Das Wiegen vor und nach dem Stillen haben wir zu Hause fortgeführt, ihr gutes Gedeihen steht ja über allem. Ich stille sie, pumpe ab, was fehlt wird nachgefüttert. Das ist bloss nun seit 9 Wochen so, und ich habe einige Probleme
Das glaube ich Dir! Stillen, pumpen, wiegen, nachfüttern, und dann alles von vorne, das ist einfach zu viel.
Zunächst vielleicht zu Beginn folgende Sach-Info: Für den Zweck, den Du beschreibst, sind Stillproben NICHT GEDACHT. Vor und nach dem Wiegen stillen, dann schauen "wie viel das war und wie viel fehlt", ergibt deshalb keinen Sinn, weil nirgends steht, wie viel ein Baby eigentlich pro Mahlzeit trinken muss. Man kann also gar nicht ermitteln "wie viel fehlt". Das ist absolut unnötiger Stress!.. Ich kann nur in aller Deutlichkeit raten: Hör sofort auf mit Stillproben. Alle Infos, die Stillproben durchaus tatsächlich liefern (siehe dazu auch unsere Grundinfo Stillproben), sind bei Euch BEREITS BEKANNT. Weitere Stillproben haben daher keinen Sinn.
DIe Milchmenge: obwohl ich sie oft anlege, kann ich gerade so ihren Bedarf decken. Der steigt aber mehr und mehr,
Nö, keine Sorge, der steigt nicht mehr wesentlich. Schau mal in unsere Linksammlung Stillwissen, Stichwort "Trinkmengen junger Vollstillbabys". Dort findest Du die Angabe:
jusl hat geschrieben:Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:

jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122
Dein Baby trank in den letzten 3 Wochen bis auf ganz wenige Ausreißer praktisch immer so 610 +- 100 ml - ganz normal also für ein zartes Kind. Und das Ganze bei bislang sehr hoher Gewichtszunahme. Sprich: Da kommt voraussichtlich nicht mehr sehr viel dazu als Tagesbedarf. Keine Sorge also diesbezüglich!
Das Zeitmanagement: ich stille und füttere nach und pumpe ab. Meist steht dann schon die nächste Stillrunde an. Liegen Abpumpen und nächstes Stillen zeitlich zu nah beieinander, fliesst die Milch beim Stillen gar nicht gut. Ich fühle mich permanent unter Druck und gestresst. Überhaupt ist das nur machbar, weil der Mann noch zu Hause ist.
Ja, am Zeitmanagement sollten wir definitiv arbeiten.
Ich habe sogar ein BES besorgt und hier liegen. Aber nachdem ich es ausgepackt, sterilisiert und angelegt hatte habe ich erkannt: das übersteigt meine Grenzen. Komplett.
Das verstehe ich. Was Du momentan brauchst, ist Entlastung, nicht zusätzliche Aufgaben. Trotzdem glaube ich, dass Euch das BES künftig noch gute Dienste leisten kann, nämlich dann wenn Du Dich für den Umstieg aufs Stillen entscheidest. Dann kann das BES für Dein Baby eine sehr wirksame Lernhilfe sein. Wenn Du dies zumindest theoretisch in Betracht ziehst, möchte ich Dir empfehlen, in der Zwischenzeit bzw. schon mal im Voraus DIESE BROSCHÜRE zum Stillen mit dem BES zu besorgen (denn der Beipackzettel allein reicht nicht!..).
Im Moment erkenne ich nur noch zwei Möglichkeiten: entweder nur noch stillen und nicht mehr pumpen, erforderliche Menge PRE nachfüttern. Oder: nur noch pumpen, nicht mehr stillen, aber ggf. auch da zufüttern müssen.
Ja, diese zwei Varianten sehe ich im Wesentlichen auch, allerdings hast Du eine weitere Variante übersehen: ;-) Ihr beide stillt nach kurzer Lernzeit voll. Keine Pumpe, kein Zufüttern.
Wollen wir DAS mal probieren?
ist es realistisch, die Milchmenge beibehalten zu können?
In Eurem Fall halte ich das für eher unwahrscheinlich. Die Pumpe schränkt Dich sehr ein, das ganze Szenario fesselt Dich praktisch an die Couch. Das macht keine Freude, da sinkt die Motivation automatisch, und an der Psyche geht das auch nicht spurlos vorbei. Ich plädiere daher für Veränderung. ;-)
Ich habe gelesen, dass beim Nur-Pumpen die Milch früher oder später zurückgeht (warum?).
Neben den erwähnten psychischen und organisatorischen Aspekten kann auch die Art der Stimulation zu einem Rückgang der Milchbildung beitragen. Keine Pumpe macht ihren Job so gut wie ein gut stillendes Baby.
Ich habe Angst vor einem Umstieg auf PRE. Die Kleine gedeiht so gut, hat ein niedliches Doppelkinn und keinen Stress mit dem Bäuchlein und der Verdauung. Das setze ich aufs Spiel. Ich hab den Eindruck, sie irgendwie "weniger lieb zu haben", denn die Grosse hab ich 23 Monate gestillt.
Das kann ich gut verstehen. Vielleicht spielt da auch mit rein, dass Du ja technisch gesehen durchaus "die Wahl" hast - den Umstieg auf Pre musst Du "beschließen". Und der "absichtliche" Beschluss, Kind B weniger gut zu ernähren als Kind A, fällt logischerweise sehr schwer.
Ich bin allerdings sehr zuversichtlich, dass Du nicht wirst abstillen müssen. Eure Chancen sind gut, dass Ihr bald vollstillt, und wenn Du gelegentlich etwas Pre zufüttern müsstest, wär's auch kein Beinbruch.

Schauen wir also mal nach den technischen Details:
Wenn ich die Maus anlege kann es sein (sehr selten), dass sie eine grössere Menge trinkt, dann ist alles okay. Weit öfter aber trinkt sie lediglich 30 oder 40g, um mal eine Zahl zu nennen, und schläft dann ein.
Dein Baby trinkt bei hervorragendem Gedeihen durchschnittlich pro Tag rund 600 ml. Bei einer (völlig normalen!) Stillfrequenz von 10-12 Mahlzeiten in 24 Stunden ergibt sich damit eine durchschnittliche Mahlzeitengröße von ca 50-60 ml. Das ist bereits sehr nah dran an Deinen "lediglich 30 oder 40 g" - so "lediglich" ist diese Menge gar nicht!..
Viele Babys mögen auch gerne noch etwas öfter trinken (z.B. die mit einem eher kleinen oder eher empfindlichen Magen): Diese Babys kommen mit häufigen, kleinen Mahlzeiten einfach besser zurecht und stillen oft eher 13-15 mal in 24 Stunden. Und siehe da: Schon sind wir bei genau der Mahlzeitengröße, die Dein Baby zeigt.

Sprich: Bei Euch scheinen allenfalls KLEINE Verbesserungen notwendig zu sein, um ein völlig normales Stillverhalten zu erreichen.
Ich habe zu viel Angst, dass sie zu wenig bekommt, und ich glaube inzwischen auch nicht mehr, dass ich Tag und Nacht alle 2 Stunden anlegen noch schaffe. Momentan kann der Papa nachts mit anpacken, und das ist auch unbedingt nötig, weil ich mich kurz vorm Zusammenbruch fühle und wenigstens ein bisschen Schlafphase zwingend brauche.
Vermutlich haben die letzten 2 Monate voller Angst, Stress, Pumpen und unzähligem Wiegen erheblich mehr zu Deiner Erschöpfung beigetragen, als dies gemütliches, problemloses Stillen alle 2 Stunden getan hätte... Hier würde ich unbedingt ansetzen.
Wir haben 6 bis 7 Mahlzeiten in 24h. Sie wird für 30 bis 45 Minuten angelegt (wechselstillen), davor und danach gewogen. Was fehlt wird nachgefüttert. Wenn sie satt und zufrieden ist, schläft sie ein.
OK - also 6-7 Mahlzeiten in 24 Stunden ist für die ALLERMEISTEN Stillbabys deutlich ZU SELTEN. (Auch 6-7 mal Pumpen pro Tag reicht normalerweise nicht aus, um die Milchproduktion dauerhaft auf Vollstillniveau zu halten - Du hast also ganz offensichtlich eine SUPERGUTE, REICHLICHE Milchproduktion, weil das bei Euch so lange gut ging!..)
Das normale Durchschnittsbaby stillt normalerweise 8-12 mal in 24 Stunden. Kleine, leichte Babys eher 10-13 mal. Spuckbabys fühlen sich oft mit 12-15 mal am wohlsten. An diesen Zahlen kannst Du Dich realistischerweise orientieren, nicht an 6-7 "ordentlichen" Mahlzeiten".

Und auch das vorher- und nachher-Wiegen ist damit hinfällig, wie Du sicher einsiehst: Bei nur 6 Mahlzeiten ist viel "wichtiger", dass das Baby jedesmal "ordentlich" trinkt. Wenn Du 12 mal stillst, hat automatisch jede EINZELNE Mahlzeit weniger Bedeutung! Wie gesagt: Bitte hör unbedingt auf mit den Stillproben.
bei jeder Fütterungsrunde wird auch gewickelt, manchmal zweimal. Pipi-Windeln haben wir nie notiert, meist ist irgendwas drin. Stuhlgang hat sie mehrmals täglich.
Daran habe ich bei der riesigen Gewichtszunahme keinerlei Zweifel. ;-)
Da sie oftmals nicht andockt und ihr Saugbedürfnis auch nach dem Füttern per Flasche noch enorm ist, beruhigt sie sich dann nur per Schnuller - der war bislang 3x im Einsatz.
Das habe ich nicht verstanden - "sie beruhigt sich dann nur per Schnuller" klingt nach Routine - aber Ihr habt den Schnuller erst 3 mal benutzt??
gerade am Morgen neigt sie dazu, eine volle Mahlzeit zu stillen (zwischen 80 und 100g)
Hier scheint eine GANZ WESENTLICHE FEHLEINSCHÄTZUNG vorzuliegen. Wer sagt, dass 80-100g eine "volle Mahlzeit" sind?!?
Auch für 10kg-Stillbabys ist völlig normal, wenn über den Tag verteilt auch Mahlzeiten von 20-40 g dabei sind!..
Sie kann die BW nie selbst fassen, da die wohl zu gross und zu flach sind - ohne Support von meiner Seite geht das nicht
Wie genau sieht Dein Support denn aus? Kannst Du formulieren, unter welchen Bedingungen das Andocken und Dranbleiben manchmal gut klappt?
Durch das viele An- und Abdocken ist die BW wund, an der rechten Brust (ihre Lieblingsseite) habe ich offenbar sowas wie ein Ekzem, das fürchterlich juckt
Das muss unbedingt schleunigst in Angriff genommen werden. Wurde das Ekzem ärztlich diagnostiziert? Wie behandelst Du das? Hast Du weitere Hauterkrankungen?

Wunde BW entstehen nicht durch häufiges An- und Abdocken, sondern meistens durch eine ungünstige Saugtechnik. In unserer Linksammlung Stillwissen findest Du wirksame Tipps zur Heilungs wunder Brustwarzen. Darum sollten wir uns als erstes kümmern.

Kannst Du mit diesen ersten Hinweisen etwas anfangen?

Rückfragen immer gerne und
LG
Julia

Re: Kann man pumpstillen dauerhaft durchziehen?

Verfasst: 23.03.2014, 01:11
von geldbeutel
Hallo Julia,

ich danke dir für deine unglaublich ausführliche Antwort und versuche mal, darauf zu reagieren. Leider erst jetzt, aber wie du an der Uhrzeit siehst: ich komme nicht wirklich zu was... :)
jusl hat geschrieben: Dein Baby trank in den letzten 3 Wochen bis auf ganz wenige Ausreißer praktisch immer so 610 +- 100 ml - ganz normal also für ein zartes Kind. Und das Ganze bei bislang sehr hoher Gewichtszunahme. Sprich: Da kommt voraussichtlich nicht mehr sehr viel dazu als Tagesbedarf. Keine Sorge also diesbezüglich!
Da zu lesen hat mich spontan fröhlich gemacht! Da ich seit Anfang Februar mitnotieren musste, was die Maus so trinkt, habe ich die Werte mal zusammengerechnet und erkannt, dass ich sie Anfang Februar mit etwa 400ml +/- versorgte, inzwischen sind es knappe 700ml. Das war mir in der Deutlichkeit noch gar nicht bewusst und macht mir etwas Hoffnung.
jusl hat geschrieben: Ja, diese zwei Varianten sehe ich im Wesentlichen auch, allerdings hast Du eine weitere Variante übersehen: ;-) Ihr beide stillt nach kurzer Lernzeit voll. Keine Pumpe, kein Zufüttern. Wollen wir DAS mal probieren?
Diese Option hatte ich nicht übersehen; vielmehr schliesse ich sie für mich mehr und mehr aus. Und das ganz sicher nicht leichtfertig. Aber ich habe mich - und die Kleine - viel zu sehr unter Druck gesetzt. Die Stimmung war abhängig vom Stillen. Läuft es nicht gut, bin ich irgendwas zwischen deprimiert und aggressiv, mir graute es vor jeder Mahlzeit. Das kann und darf so nicht weitergehen. Für den Moment habe ich mich für die Variante "nur abpumpen, weniger anlegen" entschieden, lege sie also zum Kuscheln an, als "Snack" oder wenn sie sehr unruhig ist und sucht, aber nur dann, wenn ich es auch wirklich will und nicht, wenn ich mich weinend dazu überwinden muss. Das hat für uns erstmal den Druck rausgenommen und seeehr viel Ruhe reingebracht. Das Risiko, dass sie nach einer Weile vielleicht gar nicht mehr an die Brust gehen möchte, gehe ich dabei bewusst ein, ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich nehme mir nun ein paar Tage um zu checken, ob ich Kraft genug habe, das mit dem Vollstillen anzugehen. Aber meine Ressourcen sind sehr verbraucht. Die Schwangerschaft war ja auch schon nicht ohne.
jusl hat geschrieben: OK - also 6-7 Mahlzeiten in 24 Stunden ist für die ALLERMEISTEN Stillbabys deutlich ZU SELTEN.
Ich weiss, die Grosse kam auch öfter damals. Aber das ist halt der ITS-Rhythmus, den wir alle irgendwie verinnerlicht haben. Die Kleine bekommt was zu essen, sobald sie es sich einfordert - und das ist halt nicht öfter der Fall.
jusl hat geschrieben:
geldbeutel hat geschrieben: Da sie oftmals nicht andockt und ihr Saugbedürfnis auch nach dem Füttern per Flasche noch enorm ist, beruhigt sie sich dann nur per Schnuller - der war bislang 3x im Einsatz.
Das habe ich nicht verstanden - "sie beruhigt sich dann nur per Schnuller" klingt nach Routine - aber Ihr habt den Schnuller erst 3 mal benutzt??
Stimmt, das klingt nach Routine; wahrscheinlich, weil wir das "Problem" in den ersten Wochen nicht hatten. Der Schnuller kam in den letzten 10 Tagen hin und wieder zum Einsatz. Momentan wird er nicht benötigt, da wir zum Kuscheln ja nun anlegen.
jusl hat geschrieben:
geldbeutel hat geschrieben: gerade am Morgen neigt sie dazu, eine volle Mahlzeit zu stillen (zwischen 80 und 100g)
Hier scheint eine GANZ WESENTLICHE FEHLEINSCHÄTZUNG vorzuliegen. Wer sagt, dass 80-100g eine "volle Mahlzeit" sind?!?
Okay, ich formuliere es anders: lt. KiÄ sollte sie idealerweise zwischen 1/6 und 1/7 ihres Körpergewichts in Gramm futtern pro Tag. Wenn ich das auf die 6-8 Mahlzeiten umlege, die sie sich einfordert, dann komme ich grob auf 80 bis 110g +/-. Andersrum formuliert: eine Mahlzeit ist für mich, wenn mein Kind soviel futtert, bis es sich satt und zufrieden fühlt und nichts mehr haben möchte. Und auch da landen wir so bei den o.g. Zahlen.

Stillt sie also "nur" 40g und wäre damit zufrieden, wäre das okay, solange sie dann nicht 4 Stunden schläft und in Summe viel zu wenig bekommt. Aber jetzt (wir sind ja inzwischen knapp über den ET raus) dockt sie nicht vernünftig an, windet sich und schreit und schreit und sucht. Und daraus schliesse ich, dass sie nicht zufrieden ist :-)
jusl hat geschrieben:
geldbeutel hat geschrieben:Sie kann die BW nie selbst fassen, da die wohl zu gross und zu flach sind - ohne Support von meiner Seite geht das nicht
Wie genau sieht Dein Support denn aus? Kannst Du formulieren, unter welchen Bedingungen das Andocken und Dranbleiben manchmal gut klappt?
Gut klappt es, wenn sie das Mündchen weit aufmacht, andockt und den Unterdruck dann auch hält. Oft muss ich aber ihr Kinn runterziehen, damit sie das Mündchen überaupt weit genug aufmacht (wenn es nach ihr geht, süffelt sie lieber so "strohhalmmässig" vor sich hin). Die Brustwarze muss ich ihr sozusagen "portionieren", also in Form bringen, weil sie sie sonst nicht fassen kann; und dann muss ich die (schwere) Brust permanent stützen, weil sie ihr sonst einfach wieder aus dem Mündchen rutscht (aua). Das alles macht nächtliches Stillen im 2-Stunden-Takt für mich zu einer Sache, die mich kurz vor den Nervenzusammenbruch stellt. Ich stelle es mir grossartig vor: Kind ranziehen, andocken, weiterdösen. Hat aber schon bei der Grossen nie geklappt. :-(
jusl hat geschrieben: Das muss unbedingt schleunigst in Angriff genommen werden. Wurde das Ekzem ärztlich diagnostiziert? Wie behandelst Du das? Hast Du weitere Hauterkrankungen?
Ich habe Neurodermitis und stecke aktuell in einem ganz üblen Allergieschub, der ggf. Heuschnupfen ist, das ist noch unklar. Das Jucken und die übelst verschwollenen Augen deuten aber darauf hin. Wegen der Brust war ich noch nicht beim Arzt, hab ich aber vor.

Für den Moment versuche ich, die Milchproduktion irgendwie aufrecht zu erhalten bzw. momentan möglichst noch etwas anzukurbeln (wird vermutlich schwierig). PRE zufüttern will ich wirklich nur dann, wenn alle Stricke reissen :-(

Ganz viele liebe Grüssen und vielen Dank für dein so ausführliches und informatives Posting, das hat mir in mehrerlei HInsicht sehr geholfen!
--geldbeutel

Re: Kann man pumpstillen dauerhaft durchziehen?

Verfasst: 23.03.2014, 10:17
von jusl
Ich weiss, die Grosse kam auch öfter damals. Aber das ist halt der ITS-Rhythmus, den wir alle irgendwie verinnerlicht haben. Die Kleine bekommt was zu essen, sobald sie es sich einfordert - und das ist halt nicht öfter der Fall.
Manche Babys zeigen ihren Bedarf nicht sooo deutlich. Dass sie nicht deutlich einfordert, heißt nicht zwangsläufig, dass sie nicht auch öfter trinken würde. Ich kann Dir da nur die Fakten nennen: Die meisten Babys stillen 8-12 mal in 24 Stunden. Und die meisten Mütter brauchen 8-12 Stillmahlzeiten, um problemlos die entsprechende Menge Milch zu produzieren.
Okay, ich formuliere es anders: lt. KiÄ sollte sie idealerweise zwischen 1/6 und 1/7 ihres Körpergewichts in Gramm futtern pro Tag.
Diese Faustregel ist a) ungenau, b) veraltet und c) stammt aus einer Zeit, in der praktisch alle Babys mit künstlicher Milch ernährt wurden.
Ich kenne absolut niemanden, der professionell mit Müttern und Stillbabys zusammenarbeitet, der mit DIESER Regel arbeitet. Sie findet sich auch in keiner Stillfachpublikation, die ich kenne.
Wenn man sich für Tagestrinkmengen interessiert, dann kann man im Lawrence nachschauen (das ist die Quelle, die ich Dir verlinkt habe). Gemeinsam mit einer NORMALEN Trinkhäufigkeit von 8-12 mal in 24 Stunden, ergibt sich wie gesagt bei Euch eine durchschnittliche Portionsgröße von ca 60 g. Portionsgrößen schwanken bei Stillbabys stark, das ist eines der wesentlichen Kennzeichen beim Stillen nach Bedarf, und das ist sinnvoll und richtig so. D.h., irgendwas im Bereich 40-80 g pro Mahlzeit ist bei Euch NORMAL.
Das hat wirklich nix mit diesem 1/7-1/6-Kram zu tun.
Stillt sie also "nur" 40g und wäre damit zufrieden, wäre das okay, solange sie dann nicht 4 Stunden schläft und in Summe viel zu wenig bekommt. Aber jetzt (wir sind ja inzwischen knapp über den ET raus) dockt sie nicht vernünftig an, windet sich und schreit und schreit und sucht. Und daraus schliesse ich, dass sie nicht zufrieden ist :-)
Also aus Nicht-Andocken, winden, schreien und suchen schließt man für gewöhnlich was anderes - insb. wenn das Kind künstliche Sauger gewohnt ist. Das spricht viiiielmehr für Sauger-induzierte Stillprobleme anstatt dafür, dass irgendwas mit der Mahlzeitengröße nicht stimmt.
Gut klappt es, wenn sie das Mündchen weit aufmacht, andockt und den Unterdruck dann auch hält. Oft muss ich aber ihr Kinn runterziehen, damit sie das Mündchen überaupt weit genug aufmacht (wenn es nach ihr geht, süffelt sie lieber so "strohhalmmässig" vor sich hin). Die Brustwarze muss ich ihr sozusagen "portionieren", also in Form bringen, weil sie sie sonst nicht fassen kann; und dann muss ich die (schwere) Brust permanent stützen, weil sie ihr sonst einfach wieder aus dem Mündchen rutscht (aua).
Prima, dass Du etwas gefunden hast, was funktioniert. Darauf würde ich aufbauen!

Für den Moment versuche ich, die Milchproduktion irgendwie aufrecht zu erhalten bzw. momentan möglichst noch etwas anzukurbeln (wird vermutlich schwierig).
Ein gut stillendes Baby schafft das für gewöhnlich leichter als die beste Pumpe. Ich habe wirklich das Gefühl, dass bei Euch gar nicht viel fehlen würde, dass Ihr wieder vollstillen könnt.
Ich habe Neurodermitis und stecke aktuell in einem ganz üblen Allergieschub, der ggf. Heuschnupfen ist, das ist noch unklar. Das Jucken und die übelst verschwollenen Augen deuten aber darauf hin. Wegen der Brust war ich noch nicht beim Arzt, hab ich aber vor.
Ja, geh bitte damit flott zum Arzt, denn Schmerzen beim Stillen/Pumpen können sich negativ auf den Milchspendereflex und damit auf die Milchproduktion auswirken.
Ganz viele liebe Grüssen und vielen Dank für dein so ausführliches und informatives Posting, das hat mir in mehrerlei HInsicht sehr geholfen!
Freut mich, gib einfach Bescheid, wenn Du es angehen willst; dann unterstützen wir Dich gerne dabei.

LG
Julia

Re: Kann man pumpstillen dauerhaft durchziehen?

Verfasst: 23.03.2014, 10:52
von deidamaus
Hallo Geldbeutel,

ich habe den Beitrag jetzt schon seit ein paar Tagen verfolgt und bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Ich hoffe ganz stark, dass du dich auf die Hilfe von jusl einlässt. Sie hat schon so viele Frauen auf dem Weg zum Vollstillen begleitet und bei euch ist die Ausgangslage ja super, da du ja genug Milch hast. Kämpf für eure Stillbeziehung, sie ist so unendlich viel wert.

Ich lass dir einen dicken Drücker da,

Deidamaus

Re: Kann man pumpstillen dauerhaft durchziehen?

Verfasst: 23.03.2014, 11:19
von delfinstern
Hallo Geldbeutel,
ich lass dir ebenfalls einen dicken Drücker da. Ich drück euch die Daumen, dass es in ein paar Tagen / Wochen einfacher für dich ist. Es hört sich sehr stressig an, was du machst. Kannst du dir bei dem ganzen Stress ein paar Minuten Zeit für dich nehmen? Für eine Tasse Tee, ein Bad, gutes Buch etc.