Hallo geldbeutel,
also ich geh mal der Reihe nach:
Das Wiegen vor und nach dem Stillen haben wir zu Hause fortgeführt, ihr gutes Gedeihen steht ja über allem. Ich stille sie, pumpe ab, was fehlt wird nachgefüttert. Das ist bloss nun seit 9 Wochen so, und ich habe einige Probleme
Das glaube ich Dir! Stillen, pumpen, wiegen, nachfüttern, und dann alles von vorne, das ist einfach zu viel.
Zunächst vielleicht zu Beginn folgende Sach-Info: Für den Zweck, den Du beschreibst, sind Stillproben NICHT GEDACHT. Vor und nach dem Wiegen stillen, dann schauen "wie viel das war und wie viel fehlt", ergibt deshalb keinen Sinn, weil nirgends steht, wie viel ein Baby eigentlich pro Mahlzeit trinken muss. Man kann also gar nicht ermitteln "wie viel fehlt". Das ist absolut unnötiger Stress!.. Ich kann nur in aller Deutlichkeit raten: Hör sofort auf mit Stillproben. Alle Infos, die Stillproben durchaus tatsächlich liefern (siehe dazu auch unsere
Grundinfo Stillproben), sind bei Euch BEREITS BEKANNT. Weitere Stillproben haben daher keinen Sinn.
DIe Milchmenge: obwohl ich sie oft anlege, kann ich gerade so ihren Bedarf decken. Der steigt aber mehr und mehr,
Nö, keine Sorge, der steigt nicht mehr wesentlich. Schau mal in unsere
Linksammlung Stillwissen, Stichwort "Trinkmengen junger Vollstillbabys". Dort findest Du die Angabe:
jusl hat geschrieben:Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:
jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122
Dein Baby trank in den letzten 3 Wochen bis auf ganz wenige Ausreißer praktisch immer so 610 +- 100 ml - ganz normal also für ein zartes Kind. Und das Ganze bei bislang sehr hoher Gewichtszunahme. Sprich: Da kommt voraussichtlich nicht mehr sehr viel dazu als Tagesbedarf. Keine Sorge also diesbezüglich!
Das Zeitmanagement: ich stille und füttere nach und pumpe ab. Meist steht dann schon die nächste Stillrunde an. Liegen Abpumpen und nächstes Stillen zeitlich zu nah beieinander, fliesst die Milch beim Stillen gar nicht gut. Ich fühle mich permanent unter Druck und gestresst. Überhaupt ist das nur machbar, weil der Mann noch zu Hause ist.
Ja, am Zeitmanagement sollten wir definitiv arbeiten.
Ich habe sogar ein BES besorgt und hier liegen. Aber nachdem ich es ausgepackt, sterilisiert und angelegt hatte habe ich erkannt: das übersteigt meine Grenzen. Komplett.
Das verstehe ich. Was Du momentan brauchst, ist Entlastung, nicht zusätzliche Aufgaben. Trotzdem glaube ich, dass Euch das BES künftig noch gute Dienste leisten kann, nämlich dann wenn Du Dich für den Umstieg aufs Stillen entscheidest. Dann kann das BES für Dein Baby eine sehr wirksame Lernhilfe sein. Wenn Du dies zumindest theoretisch in Betracht ziehst, möchte ich Dir empfehlen, in der Zwischenzeit bzw. schon mal im Voraus
DIESE BROSCHÜRE zum Stillen mit dem BES zu besorgen (denn der Beipackzettel allein reicht nicht!..).
Im Moment erkenne ich nur noch zwei Möglichkeiten: entweder nur noch stillen und nicht mehr pumpen, erforderliche Menge PRE nachfüttern. Oder: nur noch pumpen, nicht mehr stillen, aber ggf. auch da zufüttern müssen.
Ja, diese zwei Varianten sehe ich im Wesentlichen auch, allerdings hast Du eine weitere Variante übersehen:

Ihr beide stillt nach kurzer Lernzeit voll. Keine Pumpe, kein Zufüttern.
Wollen wir DAS mal probieren?
ist es realistisch, die Milchmenge beibehalten zu können?
In Eurem Fall halte ich das für eher unwahrscheinlich. Die Pumpe schränkt Dich sehr ein, das ganze Szenario fesselt Dich praktisch an die Couch. Das macht keine Freude, da sinkt die Motivation automatisch, und an der Psyche geht das auch nicht spurlos vorbei. Ich plädiere daher für Veränderung.
Ich habe gelesen, dass beim Nur-Pumpen die Milch früher oder später zurückgeht (warum?).
Neben den erwähnten psychischen und organisatorischen Aspekten kann auch die Art der Stimulation zu einem Rückgang der Milchbildung beitragen. Keine Pumpe macht ihren Job so gut wie ein gut stillendes Baby.
Ich habe Angst vor einem Umstieg auf PRE. Die Kleine gedeiht so gut, hat ein niedliches Doppelkinn und keinen Stress mit dem Bäuchlein und der Verdauung. Das setze ich aufs Spiel. Ich hab den Eindruck, sie irgendwie "weniger lieb zu haben", denn die Grosse hab ich 23 Monate gestillt.
Das kann ich gut verstehen. Vielleicht spielt da auch mit rein, dass Du ja technisch gesehen durchaus "die Wahl" hast - den Umstieg auf Pre musst Du "beschließen". Und der "absichtliche" Beschluss, Kind B weniger gut zu ernähren als Kind A, fällt logischerweise sehr schwer.
Ich bin allerdings sehr zuversichtlich, dass Du nicht wirst abstillen müssen. Eure Chancen sind gut, dass Ihr bald vollstillt, und wenn Du gelegentlich etwas Pre zufüttern müsstest, wär's auch kein Beinbruch.
Schauen wir also mal nach den technischen Details:
Wenn ich die Maus anlege kann es sein (sehr selten), dass sie eine grössere Menge trinkt, dann ist alles okay. Weit öfter aber trinkt sie lediglich 30 oder 40g, um mal eine Zahl zu nennen, und schläft dann ein.
Dein Baby trinkt bei hervorragendem Gedeihen durchschnittlich pro Tag rund 600 ml. Bei einer (völlig normalen!) Stillfrequenz von 10-12 Mahlzeiten in 24 Stunden ergibt sich damit eine durchschnittliche Mahlzeitengröße von ca 50-60 ml. Das ist bereits sehr nah dran an Deinen "lediglich 30 oder 40 g" - so "lediglich" ist diese Menge gar nicht!..
Viele Babys mögen auch gerne noch etwas öfter trinken (z.B. die mit einem eher kleinen oder eher empfindlichen Magen): Diese Babys kommen mit häufigen, kleinen Mahlzeiten einfach besser zurecht und stillen oft eher 13-15 mal in 24 Stunden. Und siehe da: Schon sind wir bei genau der Mahlzeitengröße, die Dein Baby zeigt.
Sprich: Bei Euch scheinen allenfalls KLEINE Verbesserungen notwendig zu sein, um ein völlig normales Stillverhalten zu erreichen.
Ich habe zu viel Angst, dass sie zu wenig bekommt, und ich glaube inzwischen auch nicht mehr, dass ich Tag und Nacht alle 2 Stunden anlegen noch schaffe. Momentan kann der Papa nachts mit anpacken, und das ist auch unbedingt nötig, weil ich mich kurz vorm Zusammenbruch fühle und wenigstens ein bisschen Schlafphase zwingend brauche.
Vermutlich haben die letzten 2 Monate voller Angst, Stress, Pumpen und unzähligem Wiegen erheblich mehr zu Deiner Erschöpfung beigetragen, als dies gemütliches, problemloses Stillen alle 2 Stunden getan hätte... Hier würde ich unbedingt ansetzen.
Wir haben 6 bis 7 Mahlzeiten in 24h. Sie wird für 30 bis 45 Minuten angelegt (wechselstillen), davor und danach gewogen. Was fehlt wird nachgefüttert. Wenn sie satt und zufrieden ist, schläft sie ein.
OK - also 6-7 Mahlzeiten in 24 Stunden ist für die ALLERMEISTEN Stillbabys deutlich ZU SELTEN. (Auch 6-7 mal Pumpen pro Tag reicht normalerweise nicht aus, um die Milchproduktion dauerhaft auf Vollstillniveau zu halten - Du hast also ganz offensichtlich eine SUPERGUTE, REICHLICHE Milchproduktion, weil das bei Euch so lange gut ging!..)
Das normale Durchschnittsbaby stillt normalerweise 8-12 mal in 24 Stunden. Kleine, leichte Babys eher 10-13 mal. Spuckbabys fühlen sich oft mit 12-15 mal am wohlsten. An diesen Zahlen kannst Du Dich realistischerweise orientieren, nicht an 6-7 "ordentlichen" Mahlzeiten".
Und auch das vorher- und nachher-Wiegen ist damit hinfällig, wie Du sicher einsiehst: Bei nur 6 Mahlzeiten ist viel "wichtiger", dass das Baby jedesmal "ordentlich" trinkt. Wenn Du 12 mal stillst, hat automatisch jede EINZELNE Mahlzeit weniger Bedeutung! Wie gesagt: Bitte hör unbedingt auf mit den Stillproben.
bei jeder Fütterungsrunde wird auch gewickelt, manchmal zweimal. Pipi-Windeln haben wir nie notiert, meist ist irgendwas drin. Stuhlgang hat sie mehrmals täglich.
Daran habe ich bei der riesigen Gewichtszunahme keinerlei Zweifel.
Da sie oftmals nicht andockt und ihr Saugbedürfnis auch nach dem Füttern per Flasche noch enorm ist, beruhigt sie sich dann nur per Schnuller - der war bislang 3x im Einsatz.
Das habe ich nicht verstanden - "sie beruhigt sich dann nur per Schnuller" klingt nach Routine - aber Ihr habt den Schnuller erst 3 mal benutzt??
gerade am Morgen neigt sie dazu, eine volle Mahlzeit zu stillen (zwischen 80 und 100g)
Hier scheint eine GANZ WESENTLICHE FEHLEINSCHÄTZUNG vorzuliegen. Wer sagt, dass 80-100g eine "volle Mahlzeit" sind?!?
Auch für 10kg-Stillbabys ist völlig normal, wenn über den Tag verteilt auch Mahlzeiten von 20-40 g dabei sind!..
Sie kann die BW nie selbst fassen, da die wohl zu gross und zu flach sind - ohne Support von meiner Seite geht das nicht
Wie genau sieht Dein Support denn aus? Kannst Du formulieren, unter welchen Bedingungen das Andocken und Dranbleiben manchmal gut klappt?
Durch das viele An- und Abdocken ist die BW wund, an der rechten Brust (ihre Lieblingsseite) habe ich offenbar sowas wie ein Ekzem, das fürchterlich juckt
Das muss unbedingt schleunigst in Angriff genommen werden. Wurde das Ekzem ärztlich diagnostiziert? Wie behandelst Du das? Hast Du weitere Hauterkrankungen?
Wunde BW entstehen nicht durch häufiges An- und Abdocken, sondern meistens durch eine ungünstige Saugtechnik. In unserer
Linksammlung Stillwissen findest Du wirksame Tipps zur Heilungs wunder Brustwarzen. Darum sollten wir uns als erstes kümmern.
Kannst Du mit diesen ersten Hinweisen etwas anfangen?
Rückfragen immer gerne und
LG
Julia