Zucker vs. Fruchtzucker

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Mohnblume
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Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von Mohnblume »

zilpzalp hat geschrieben:Meines Wissens nach ist es egal, ob du mit Fructose oder Haushaltszucker süßt. Aber das war ja nicht deine Frage.

Der Unterschied zwischen Obst und Kuchen ist einfach die Menge an Zucker, die enthalten ist. Wenn der Kuchenteig ohne zusätzlichen Zucker hergestellt wäre, also nur das Obst drauf Zucker enthält, wäre es wieder ok. Zucker an sich ist ja nicht schädlich, sondern wichtig für den Aufbau des Gehirns, weswegen wir ja auch süße Sachen mögen. Aber zu viel Zucker macht dick. Obst enthält die Menge Zucker, auf die unser Körper von Natur aus eingestellt ist. Kuchen enthält viel zu viel Zucker.
Hier mag ich mal unterschreiben. Zuviel Obst kann man eigentlich gar nicht essen (es sei denn man möchte richtig abnehmen, da ist unter Umständen "zu süßes Obst" wie z.B. Trauben suboptimal). Aber gerade für Kinder ist Obst als natürliche "Süßigkeit" ideal!
Zu viel Zucker macht nicht nur dick, sondern auch die Zähne kaputt UND fördert ein "ungesundes Essverhalten": natürliche Süßigkeiten wie Obst sind einem dann nicht mehr süß genug, Wasser oder dünne Schorle wird nicht als Durstlöscher akzeptiert, man gewöhnt sich dann eben an den erhöhten Zuckerkonsum, mit den ganzen negativen Folgen.

Wir machen es hier so: es gibt auch ab und zu Kuchen (mein Mann ist leidenschaftlicher Kuchenbäcker :mrgreen:), ab und zu auch mal nen Keks oder einen Kakao etc. - aber halt immer als was Besonderes. Was ich ganz schlimm finde, und was es deshalb bei uns gar nicht gibt, sind so "versteckte Zucker" in Fruchtjoghurt (der Purzel liebt Naturjoghurt mit Obstmus!), Fruchtsäfte pur oder gar gezuckerte Fruchtsaftgetränke oder Limos zum Durstlöschen, und eben die ganzen "Für Kinder"-Nahrungsmittel mit Unmengen Zucker drin.
Ok, der Kakao ist da gewissermaßen ne Ausnahme, da es auch gezuckertes Getränkepulver ist. Aber den gibts auch nicht jeden Tag und wenn, dann nur einen kleinen Becher mit 1 TL Pulver drin.


Zurück zu deiner Frage: Obst ohne alles ist total unbedenklich. Obstkuchen ist - da eben KUCHEN mit einer ordentlichen Menge zugesetztem ZUCKER im Teig (in dem Fall egal ob Haushaltszucker=Saccharose oder Fructose) definitiv eine Süßigkeit, die begrenzt werden sollte. Ob und in welchem Alter du dein Kind Kuchen essen lässt, musst du auf jeden Fall selbst entscheiden ;-)
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Selina79
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Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von Selina79 »

08u11
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Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von 08u11 »

Eine Kleinigkeit fällt mir gerade noch ein: Zucker ist ja auch ein Geschmacksverstärker. Das Baby sollte meiner Meinung nach aber (zumindest erstmal) den ganz natürlichen Geschmack der Lebensmittel kennen und schätzen lernen. Deshalb wird bei mir da auch kein Zucker extra zugefügt. Trotzdem enthalten natürlich einige Lebensmittel von Natur aus Zucker. Da gehört's dann aber einfach dazu. Wenn man ganz auf Zucker verzichten wollte dürfte man übrigens auch nicht Stillen (Mumi hat jede Menge Milchzucker) :D
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EhMikp

Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von EhMikp »

Mmmhh, hier mal ein Teil mein gesammeltes Wissen zum "Zucker", wobei Zucker ja eher als Sammelbegriff zu verstehen ist:

Fakt ist "normaler" Zucker (=Saccarose) besteht aus einem Molekül Traubenzucker (= Glukose) und einem Molekül Fruchtzucker (=Fruktose). Das Fruchtzucker- Molekül gibt dem Zucker die Süsse. Fruchtzucker wird NICHT durch Insulin verstoffwechselt, sondern einzig und allein durch die Leber (daher hat man nämlich früher Diabetikern Fruchtzucker zum süßen empfohlen). Die Leber kann allerdings nur eine ganz kleine Menge Fruchtzucker verarbeiten. "Füttern" wir sie täglich mit zuviel (und das sind laut Dr. Lustig bereits ab 30 g am Tag), ist sie überfordert und wird zur Fett- bzw. Alkoholleber. Der Fruchtzucker im Obst ist dagegen so viel bekömmlicher, weil er von Natur aus zusammen mit Ballaststoffen geliefert wird - wurde hier auch bereits gesagt. Diese sorgen für eine verzögerte Aufnahme in der Leber und die kann besser arbeiten.

Von daher: lass die Kleine so viel Obst futtern wie sie möchte, aber keinen Kuchen oder ähnliche Süßigkeiten (im Übrigen gilt das ja nicht nur für Babies oder Kinder). Es macht nämlich doch einen Unterschied und die Aussage "Zucker ist gleich Zucker" ist falsch und auch viel zu ungenau, weil es ja verschiedene Zuckerarten gibt.

Wer von Euch interessiert und des Englischen gut mächtig ist, dem kann ich sehr die Lekture von "Fat Chance: The bitter truth about suger" von Dr. Robert Lustig empfehlen. Er ist einer der bekanntesten Zuckergegner weltweit. Es gibt auch sehr informative Vorträge von ihm bei youtube (mit ähnlichem Titel "sugar the bitter truth). Ich hoffe allerdings sehr, dass sein Buch bald auf deutsch übersetzt wird. Das ist so informativ und wichtig ...
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Dickkopf-Mama
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Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Zur Ergänzung
koko_photo hat geschrieben: Fruchtzucker wird NICHT durch Insulin verstoffwechselt, sondern einzig und allein durch die Leber (daher hat man nämlich früher Diabetikern Fruchtzucker zum süßen empfohlen).
Das stimmt so nicht ganz. Auch Diabetiker brauchen bei Konsum von Fruchtzucker Insulin, aber deutlich weniger als für die gleiche Menge Haushaltszucker. Wie hoch die benötigte Insulinmenge ist ist allerdings von Person zu Person sehr unterschiedlich (bei manchen tatsächlich verschwindend gering), weshalb es z.T. schwierig bis unmöglich ist mit Fruchtzucker gesüßte Speisen vernünftig mit Insulin abzudecken.
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Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von Linguanne »

Ihr seid alle spitze! Danke! Ich denke, jetzt habe ich so viele Argumente, die mir mein Gefühl bisher genauso mitgeteilt hat, dass ich jetzt für Diskussionen besser gerüstet bin. :D
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Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von halloumi »

Dickkopf-Mama hat geschrieben:Zur Ergänzung
koko_photo hat geschrieben: Fruchtzucker wird NICHT durch Insulin verstoffwechselt, sondern einzig und allein durch die Leber (daher hat man nämlich früher Diabetikern Fruchtzucker zum süßen empfohlen).
Das stimmt so nicht ganz. Auch Diabetiker brauchen bei Konsum von Fruchtzucker Insulin, aber deutlich weniger als für die gleiche Menge Haushaltszucker. Wie hoch die benötigte Insulinmenge ist ist allerdings von Person zu Person sehr unterschiedlich (bei manchen tatsächlich verschwindend gering), weshalb es z.T. schwierig bis unmöglich ist mit Fruchtzucker gesüßte Speisen vernünftig mit Insulin abzudecken.
danke für die Richtigstellung :)
Ich habe seit über 10 Jahren Diabetes Typ 1 und für Fruchtzucker muss definitiv Insulin verabreicht werden.

Lg
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Dickkopf-Mama
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Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von Dickkopf-Mama »

OT : Die Frage ist nur immer wieviel :roll: . Wir haben damit nie vernünftige Werte hinbekommen, als meine Schwiegermutter noch damit gebacken hat. Jetzt hat sie es glücklicherweise endlich aufgegeben :lol: . Aber sie meinte immer sie muss dafür kaum spritzen (aber ihr Diabetesmanagement ist eh mehr als nur abenteuerlich :roll:
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Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von halloumi »

nochmals Ot :)
Grundsätzlich muss ICH zB für Obst weniger berechnen bei gleicher Kohlenhydratmenge. *Ich* deshalb groß, weil jeder Diabetiker anders ist und einen anderen Insulin Bedarf hat.
Früher hielten sich ja auch noch schauderhafte Ammenmärchen von den tollen Diabetikersüssigkeiten...meine Mutter hatte mir nach der Diagnose damals welche mitgebracht und meinte die kann ich ja essen....gruselig :D
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EhMikp

Re: Zucker vs. Fruchtzucker

Beitrag von EhMikp »

@oT: Also ich habe nicht geschrieben, dass Diabetiker sich kein Insulin spritzen müssen, wenn sie Fruktose komsumieren. Sondern ich habe geschrieben, dass Fruktose insulinunabhängig in der Leber verstoffwechselt wird. Das ist richtig. Ich kann biochemisch allerdings nicht erklären, warum trotzdem Insulin genommen werden muss. Da spielen bestimmt auch noch andere Faktoren eine Rolle.
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