(Ab)Stillen und arbeiten

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

nido56
Dipl.-SuT
Beiträge: 4493
Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von nido56 »

Hallo,

ich moechte Dir auch den Ruecken staerken, dass Du jetzt nicht abstillen solltest, wenn Du das Gefuehl hast, dass Ihr noch nicht so weit seid. Ich denke nicht, dass die Eingewoehnung schneller geht oder Dein Sohn in der Krippe besser isst, wenn er zuhause nicht mehr gestillt wird. Ich sehe da keinen direkten Zusammenhang.

Mein Kleiner musste sogar schon mit 5 Monaten in die Krippe und GERADE DESHALB war es mir wichtig, unsere Stillbeziehung aufrecht zu erhalten! Ich meine, fuer so ein kleines Kind sind das doch sowieso schon viele Neuerungen, ich denke, da kann das Stillen helfen, Sicherheit zu geben. Mein Sohn will noch immer, mit 16 Monaten, erstmal stillen, wenn wir uns nachmittags nach der langen Trennung wiedersehen. Er braucht das offensichtlich, um sich zu versichern, Brust noch da, Mama noch da, Alles in Ordnung. Mit dem Essen hatten wir uebrigens nie ein Problem. Er isst ganz prima, sowohl zuhause als auch in der Krippe. Das ist ganz unabhaengig davon, wie oft er stillt.

Gib ihm einfach noch einbisschen Zeit, wenn Du kannst. So ein Krippentag ist ja auch super aufregend und anstrengend fuer die Kleinen. Wahrscheinlich ist er im Moment einfach mittags schon zu geschafft von all dem Neuen, um sich aufs Essen zu konzentrieren. Vielleicht kann da wirklich eine Portion Milch (Flaeschchen oder Becher) Erleichterung schaffen. Ich denke, das muesst Ihr mit Hilfe der Erzieherinnen herausfinden.

Alles Gute!
nido mit dem Piraten (01/2012)
08u11
Profi-SuTler
Beiträge: 3352
Registriert: 17.09.2012, 16:14

Re: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von 08u11 »

Will hier mal voll unterschreiben und Dich auch feste drücken. Wie einige schon richtig geschrieben haben: Gerade jetzt solltest Du auf keinen Fall abstillen. Dein Sohn kann beim Stillen noch ganz viel Kraft und Nähe tanken (und dazu noch ein paar Antikörper, die Virenflut in den ersten Krippen- und KiGa-Jahren ist nicht zu unterschätzen :D ).
Zwei Dinge fallen mir noch ein: Dein Sohn ist soweit gesund oder? Dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er verhungert. Das tut kein gesunder Mensch freiwillig. Kann sein er ißt in der Krippe nicht so viel und tankt dann eben abends bei Mama auf. Vielleicht fängt er aber auch schon bald an eifrig zu futtern. Aber: verhungern wird er nicht, ganz bestimmt. Kann nur sein, dass es ein bisschen anstrengend wird, bis er und die Betreuer in der Krippe den richtigen Weg für sich gefunden haben.
Das andere: Unabhängig von Deinem Sohn: Du scheinst nicht glücklich mit der Situation zu sein. Und das kann durchaus Auswirkungen auf eine erfolgreiche Eingewöhnung haben. Nun gebe ich zu, dass Eure Situation nicht ganz einfach ist. Trotzdem kannst Du ja vielleicht nochmal darüber nachdenken, was Du eigentlich gerne hättest und wie Ihr dem am nächsten kommen könnt. Vielleicht kommst Du doch noch auf andere Möglichkeiten (vielleicht ist auch TaMu besser als Krippe? mehr konkretes fällt mir hier leider gerade wirklich nicht ein). Vielleicht auch nicht. Dann ist das so. Aber dann brauchst Du auch kein schlechtes Gewissen zu haben und solltest das auch nicht. Ganz im Gegenteil: Du tust das, was für Eure Familie im Augenblick insgesamt am Vernünftigsten/Besten erscheint und das ist auch für Euren Sohn gut.
Ach und tatsächlich: 2 Wochen Eingewöhnung bei einem 1jährigen sind gar nichts. Dafür finde ich eigentlich, dass es bei Euch schon ziemlich gut geht. Ich glaube, dieses Tempo hatten wir bei unserem Großen bei der Eingewöhnung in den KiGa und da war er fast 3 und kannte Fremdbetreuung bereits seit 2 Jahren (trotzdem geht er heute sehr gerne hin und hat dort viel Spaß).
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
Seelentattoo
Profi-SuTler
Beiträge: 3114
Registriert: 07.10.2012, 22:41
Wohnort: Hessischer Spessart

Re: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von Seelentattoo »

danke euch allen für die lieben Worte!

Also ich bin mir sicher und vertrete das auch immer wieder, dass ich weiter stillen will. Ich sage mir immer wieder, dass er irgendwann essen wird. Und ja, er ist gesund, hat nur einen Eisenmangel, der mit Saft behoben wird (ich esse nicht gerne Fleisch und meine Ferritinwerte sind auch oft im Keller).
Er wiegt 10 kg, daher wird er nicht so schnell verhungern ;-)
Aber diese ganze Situation ist schon belastend, sein Schreien morgens geht mir immer an herz und Nieren, obwohl er sich wirklich verdammt schnell beruhigen läßt von den Erzieherinnen. Die kennen die Situation auch und meinen auch, dass abstillen nun sicherlich der falsche Weg wäre.
Er will momentan halt nicht alleine gelassen werden, als ich heute kam, sass er auch bei einer Erzieherin auf dem Schoß. Die meinte auch, heute hätte er das erste mal die anderen kinder beobachtet.

Tja, zur gesamtsituation. Ich will mit meinem Chef reden, wenn er vom Lehrgang zurück ist, ob es möglich ist, dass ich den zwerg nach dem mittag hole und ihn dann bei mir lasse, bis es eben mit der schrittweisen verlängerung der stunden klappen wird. Ich habe keine ahnung, was er dazu sagen wird. Aber dazu kann ich ihn erst in 2 wochen befragen.
Ansonsten lasse ich mich 2 wochen noch krank schreiben, ich hab zwar eine abklingende brustentzündung, werde meinem hausarzt aber darlegen, dass ich unter der woche eben allein mit dem zwerg bin und mich wenig schonen kann. noch dazu war mein partner letztes jahr sehr schwer krank und ich musste für den kleinen und den großen mann da sein und ich einfach ne pause vor der arbeit brauche, damit ich nicht gleich im burnout lande (wollte eh auch ne kur für uns beantragen...irgendwann, wenn ich nen paar monate gearbeitet habe). So kann ich den dringend benötigten uraub für die sommerferien mit den damit verbundenen schließungszeiten der kita behalten. Und Luis hat nicht ganz so viel Streß bei der Eingewöhnung.

Mein anderer plan sieht vor, dass ich meine arbeit eben auf 50% reduziere und nachmittags vielleicht selber tagesmutter mache. Aber dazu muss ich erst wissen, wann die nächste qualifizierung überhaupt beginnt und ob der bedarf in meiner ecke dazu überhaupt da ist. Dazu muss ich mal den tagesmütterverein interviewen.

plan A wäre aber einfacher für mich umzusetzen. Aber ich befürchte schon, dass der chef dann sagen wird, dass dann alle frauen (oder männer ankommen) und sagen werden, sie wollen ihr kind auch mitbringen. Mal für einzelne tage ist das eh kein problem, dazu soll bei uns auch ein Eltern-Kind- büro eingerichtet werden, aber für Wochen? Hm, ich bin gespannt.

ja, 2 wochen sind eine verdammt kurze zeit. Das weiß ich, aber ich verliere es schnell aus den Augen. Ich bin schon froh, dass er überhaupt so gut mitmacht, gerade wegen all der Umstände. zudem ist er der zweitjüngste. Irgendwie wird es schon gehen. OMMMMM :lol:
Mit Mann, drei Bonuskindern (*97, *04, *07) und drei Kindern (*12, *16, *18) sowie unserem Sternchen fest im Herzen (05/11)
honigtopf2010
Profi-SuTler
Beiträge: 3921
Registriert: 22.11.2010, 21:29

Re: AW: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von honigtopf2010 »

Genau: Ommnmm! ;-) Sind die Betreuerinnen vielleicht so aufgeschlossen, dass sie eine Tragehilfe nutzen würden?

@ Katha
Was ist mir kürzer gelungen? :)
die Große 03/10 und der Lütte 03/13 - Breast in Peace!
Seelentattoo
Profi-SuTler
Beiträge: 3114
Registriert: 07.10.2012, 22:41
Wohnort: Hessischer Spessart

Re: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von Seelentattoo »

honigtopf, leider nicht. hatte direkt am ersten Tag gefragt, ob ich meinen ergo dort lassen soll. würde aber direkt verneint, das wäre ihnen nix. sind bis auf eine dort alle einiges älter. und wundern sich, warum er immer auf den Arm will. ich denke, es würde ihm leichter fallen, sich einzugewöhnen.

dieses we klammert er wie verrückt. mit Papa geht gerade mal Duschen. sobald er nur sieht, dass ich irgendwohin gehe, weint er. ich hoffe, das liegt mehr am Schub als an der kita. na es wird sicher ne Mischung aus beidem sein.
Mit Mann, drei Bonuskindern (*97, *04, *07) und drei Kindern (*12, *16, *18) sowie unserem Sternchen fest im Herzen (05/11)
Feuerkind
Power-SuTler
Beiträge: 6766
Registriert: 26.01.2011, 11:24
Wohnort: Ba-Wü

Re: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von Feuerkind »

Hey

Ich weiß nicht, ob es dich beruhigt, aber ich arbeite ja in einer KiTa und wir haben da ein Kind im Alter deines Kindes, das auch noch völlig problemlos von der Mama gestillt wird (morgens, abends und nachts) und das obwohl es 50 Stunden/Woche bei uns betreut ist.

In der KiTa bekommt es noch Flaschenmilch aus dem Becher von uns zugefüttert. Viel anderes als Milch isst es noch nicht. bekommt daheim Brei und bei uns Brei plus etwas Fingerfood.

Wenn du also Angst hast die Essensmenge reicht noch nicht über den Tag, dann würde ich Milch (am besten natürlich abgepumpt, aber bei uns klappt das auch mit Pulvermilch super) zufüttern lassen.

Ich bin da ganz bei euern Erziehern und dir: in so einer Situation abzustillen, wenn ihr beide noch möchtet, halte ich für sehr ungeschickt. Ich rate den Müttern auch immer wenn sie weiter stillen möchten sollen sie das tun, gerade in der Eingewöhnung brauchen die Kinder die Nähe und das "Mama tanken" umso mehr.

Und erfahrungsgemäß essen sie alle dann doch ausreichend, auch wenn das Thema essen in der Eingewöhnung manchmal etwas schwierig ist. Aber die Gruppendynamik macht da später auch einiges.

Schade, dass sie nicht so offen sind zu tragen, ich habe da an der Arbeit sehr gute Erfahrungen gemacht, gerade zum beziehungsaufbau während der Eingewöhnung

Allerdings tragen wir mittlerweile auch nicht mehr wirklich viel, eher Kinder unter 1, einfach auch aus praktikablen Gründen.


Ich wünsche dir alles Gute und ich denke 2 Wochen sind wirklich auch ein realistischer Zeitraum um die Eingewöhnung so weit abzuschließen, dass du arbeiten gehen kannst
...Bist so wunderschön und ich kann kaum ertragen wenn du weinst. Und es kann niemals eine Macht auf dieser Welt so stark wie diese Liebe sein... [ASP- Duett]

Feuerkind mit Nachtdämonin (11/14) und der Starken(6/19)
Seelentattoo
Profi-SuTler
Beiträge: 3114
Registriert: 07.10.2012, 22:41
Wohnort: Hessischer Spessart

Re: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von Seelentattoo »

feuerkind, ja, deine Worte helfen! finde es tröstlich, dass andere Kinder in dem alter auch noch eher milchjunkies sind. in der Gruppe ist noch ein wenige Wochen jüngeres Mädel, die wird auch noch gestillt und ißt dabei aber wie ne große. ja ich weiß, nie das eigene Kind mit anderen vergleichen...aber wir haben um uns herum nur gut essende einjährige und mir wird gern an den Kopf geworfen, dass ich mich nicht wundern muss, dass er nix ißt, wenn ich ihn dauernd Stille (was echt weniger geworden ist, heut Nacht hat er durchgeschlafen...von 0 Uhr bis um 6).

jetzt sitze ich beim Doc und werd gleich meine Lage schildern...
Mit Mann, drei Bonuskindern (*97, *04, *07) und drei Kindern (*12, *16, *18) sowie unserem Sternchen fest im Herzen (05/11)
Benutzeravatar
Katha
Dipl.-SuT
Beiträge: 4488
Registriert: 30.03.2012, 20:38

Re: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von Katha »

*daumendrück*

und wegen des Essens und Stillhäufigkeit: Habe hier im Forum mal so schön gelesen, dass das Stillen und Essen zwei völlig unterschiedliche Tätigkeiten seien, die NICHT miteinander zu tun haben.
Bei uns ist das so. Wenn besonders viel gegessen wird, weil kl. Hase wächst oder was auch immer, stillt er meist auch besonders viel ;)

Außerdem, was wäre die Alternative: Das Kind hungern lassen (stillen wegnehmen), damit es mehr isst? Wenn es noch nicht bereit ist für viel feste Nahrung, dann würde es sogar mangelernährt sein (im Extremfall). Vielleicht führt das bei einigen "schlauen Ratgebern" zum Umdenken?
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
Feuerkind
Power-SuTler
Beiträge: 6766
Registriert: 26.01.2011, 11:24
Wohnort: Ba-Wü

Re: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von Feuerkind »

Wie lief es denn beim Doc?

Mach dir wirklich keine Gedanken, du weißt ja selbst: vergleichen bringt nichts. Jedes Kind ist anders, auch im Essverhalten. Wir haben 1jährige die essen mehr/"besser" als unsere fast 3jährigen.
aber ich stelle mal die These auf, dass das nichts mit stillen oder nicht stillen zu tun hat, zumal in der Einrichtung stillen ja gar nicht als Option da ist.
Wir haben viel und wenig esser und ich erkenne da keinen Zusammenhang zu gestillt oder flaschenkind, noch gestillt, schon abgestillt usw und bei manchen ändert sich das auch phasenweise. das Kind das sonst von allem wirklich viel isst wird dann plötzlich mäkelig und das Kind, das gegessen hat wie ein Spatz langt plötzlich richtig zu.

Also mach dir und euch da keinen Druck, ich bin mir sicher du hast das Gewicht und die Gesundheit deines Kindes im Blick und das stillen ist doch dann optimal, ich hab immer das Gefühl bei unserem Stillkind, dass es "durststrecken" über den Tag (also an einem Tag an dem es wenig isst) wirklich gut dann abends beim stillen nachholt.

Was sagst du und die Erzieher dazu in der Einrichtung auch Milch anzubieten?
Muss ja nicht fest eingeplant sein, aber einfach als "Backup" und vielleicht gibt dir das etwas mehr Ruhe.
...Bist so wunderschön und ich kann kaum ertragen wenn du weinst. Und es kann niemals eine Macht auf dieser Welt so stark wie diese Liebe sein... [ASP- Duett]

Feuerkind mit Nachtdämonin (11/14) und der Starken(6/19)
Benutzeravatar
Katha
Dipl.-SuT
Beiträge: 4488
Registriert: 30.03.2012, 20:38

Re: (Ab)Stillen und arbeiten

Beitrag von Katha »

was mir noch einfällt: das Buch "Mein Kind will nicht essen" von Gonzales kennst Du?
Witzig geschrieben und trägt seeeeehr zur Entspannung bei!
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
Antworten

Zurück zu „Stillforum“