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Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 04.06.2013, 15:33
von jusl
Hallo und herzlich willkommen hier!
Und herzlichen Glückwunsch zur bevorstehenden Hochzeit. :D

Ich versteh das Problem allerdings auch nicht so ganz, ehrlich gesagt. ;-) Eine Hochzeit ist doch ein FAMILIENfest - auf meiner eigenen Hochzeit hätte ich NIEMALS auf die Anwesenheit meines Kindes verzichten wollen.
Ein Feierkonzept, das es mir nicht erlaubt, den "schönsten Tag im Leben" mit meiner gesamten Familie zu verbringen (da gehören meine eigenen Kinder definitiv dazu...), wäre für mich gar nicht in Frage gekommen. Und Babys werden nunmal gestillt - ist doch klar, dass man das einem Baby an einem bunten, aufregenden Tag nicht wegnehmen sollte. Es gibt definitiv auch sehr viele sehr schicke Hochzeitskleider, in denen man problemlos stillen kann.
Einem Baby Muttermilch vorzuenthalten, damit es gezwungen ist, aus der Flasche zu trinken und die Eltern so im August EINEN TAG lang "ungestört" feiern können, hört sich für mich irgendwie ziemlich merkwürdig an...
Vorzeitiges Abstillen und Flaschenzwang ist DEFINITIV ERHEBLICH MEHR STRESS fürs Baby als ein einzelner trubeliger lustiger Feiertag voller netter Leute.

LG
Julia

Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 04.06.2013, 17:52
von nancy1985
Eigentlich wollte ich unser Baby auch immer bei der Hochzeit dabei haben. Es wird mir auch nichts anderes übrig bleiben. habe nur Angst das die Kleine dadurch zu gestresst ist. Viele Leute und eine Band spielt auch Musik. Wird das nicht bissl zu laut werden. Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden das ich die kleine zur Hochzeit stillen muss. Zumal es eh nie länger als 20 Min dauert. Nur mein Mann ist der Meinung sie sollte die Flasche nehmen weil alle anderen das im Umfeld auch sagen. Ihr kennt ja sicherlich die tollen Sprüche der älteren Generation....Schauen wir mal wie es sich noch entwickelt. Die Bechermethode werde ich einfach mal ausprobieren.

Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 04.06.2013, 19:05
von Binelein
Die kleine ist vermutlich nahe bei Mama und stillend weniger gestresst als bei einem Babysitter mit Flasche. Und wenn sie müde wird, kannst Du sie ja ins Tuch packen. Gegen den Lärm hilft z. B. der gehörschutz Peltor Kids.

Aber weil Du schreibst, eigentlich wolltest Du die Maus eh dabei haben. Wer hat denn Bedenken? Dein Mann?

Ich könnte mir so gar keine Feier ohne meine Kinder vorstellen, die gehören einfach dazu...


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Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 04.06.2013, 20:37
von FlauschisMama
Unser Bub war 7 Monate bei der Hochzeit. Ich hab mir im Vorfeld den Kopf zerbrochen und von allen Seiten hieß es, ich solle vorher abstillen oder ihn zumindest Flasche geben, kann dich verstehen, das fühlt sich besch...en an.
Ich hab dann erst mal bei meinem Mann klar gestellt, dass für mich Hochzeit ein Familienfest ist, denn wenn nicht, hätten wir auch alleine im Urlaub am Strand heiraten können, als ich schwanger war... Also war für uns klar, der Mini ist dabei und wird gestillt!
Wir haben es dann so gemacht, dass wir nach der Kirche nochmal Heim sind, da hab ich's Kleid eh ausziehen müssen, weil mir mein Mann draufgetreten war und die Schleppe nen Riss hatte. Das hat ne Freundin schnell geflickt, ich hab dann in Corsage gestillt. War auch gut für ne entspannte Pipi-Pause und Bubi konnte in gewohnter Umgebung in aller Ruhe trinken. Die Gäste sind voraus zum Lokal und bekamen dort schon Sekt und Häppchen, wir waren dann 20 Minuten später auch da. Im Lokal hatten wir im Vorfeld geklärt, dass wir nen ruhigen Raum bekommen. Das war zwar dann im Keller, aber er konnte dort noch am ehesten ungestört trinken. Mich hätte es auch nicht gestört, ihn im Gastraum zu Stillen, aber er ist da viel zu ablenkbar und hätte wohl nicht getrunken. Kleid hab ich nach unten geklappt, das hatte nämlich keinen Reißverschluss. Falls du noch die Möglichkeit hast, besprich das unbedingt im Brautstudio, damit einer eingenäht werden kann, braucht man ein paar Zentimeter Stoff über. Aber nach unten klappen ging auch toll. Bubi hat damals nur wenig Beikost gegessen und am Tisch war er auch zu aufgeregt dafür. Aber er war soooo brav den ganzen Tag, er ist sonst echt sehr lebhaft, aber ich glaub er hat gespürt, dass es für alle ein besonderer Tag war!
Lass dir net reinreden, ihr seid eine Familie, das wird an diesem Tag gefeiert, da kannst du von jedem Respekt dafür erwarten, wenn dich dein Kind mal kurz braucht!
Ach ja, bezüglich TT gebe ich folgendes zu bedenken: bei mir war das Kleid sehr rutschig und Bubi hatte so ne schwarze Stoffhose an, das war ein ziemliches Gerutsche bei mir im Sling. Kann aber ja bei jedem anders sein, vielleicht vorher mal kurz testen?!
Hoff ich konnte dir ein bisschen Angst nehmen!LG

Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 05.06.2013, 08:06
von feuerdrache
Hallo,

ich hatte meine Kinder noch zu allen Familienfeiern mit. Auch gestillt. Was für Dich zur Entspannung beitragen könnte: such Dir eine ! vertrauenswürdige Person (die sich also an DEINE Regeln hält, wichtig in Bezug auf Beikost sonst füttern irgendwelche Damen dann Schlagsahne, Torten ect) und gib ihr die Hauptverantwortung für Dein Kind. Diese Freundin oder wer auch immer wickelt dann, sorgt dafür dass Dein Kind mal an die frische Luft kommt und nicht zu nahe an den Lautsprechern ist ect. Zum Stillen wird Dir das Kind gebracht, Du kannst Dich damit am Besten zurückziehen. Sonst sind die Kleinen zu sehr abgelenkt vom Trubel rundherum.
Zum Kleid anpassen wurde einiges gesagt.
Die Kinder halten den Trubel an dem Tag normalerweise gut aus- aber plane dann 1-2 ruhige Tage im Nachhinein ein. Zumindest meine Kinder brauchten dann immer solange um wieder zur Ruhe zu kommen.

Zur Stilldauer und Argumenten: lies Dich hier ein, leg Dir im Vorhinein Deinen Standpuunkt klar und steh dazu. Abstillen macht das Leben nicht einfacher. Das hast Du selbst schon wo geschrieben. Und nur weil die Industrie (Fläschchennahrung ist Industrie) der Meinung ist dass mit 6 Monaten abgestillt ok ist, muss man selbst nicht das gesunde Denken ausschalten. Da gehts uum viel Geld mit dem abstillalter. Das sollte man nicht aus den Augen verlieren. Und nichts ist so gut wie das was die Natur dafür vorgesehen hat. (Mir wurde sogar von Ärzten geraten bis über den 2 Geburtstag zu stillen. Meine Großen haben Asthma, und der Jüngste bedingt (wahrscheinlich) durch das lange Stillen jetzt nicht. Das ging dann als Argument immer gut.:" Dr. XYZ hat gesagt ich soll so lange stillen...".)

Mit Deinem Mann musst Du das in Ruhe klären. Da gibt es auch gute Literatur zum Stillen, für den Fall dass er dafür zugänglich ist. Ansonsten: gib soviel Organisation wie möglich ab. Damit Du weniger gestresst bist.

lg

Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 05.06.2013, 08:49
von nancy1985
Vielen Dank für Eure aufmunternde Worte. Werde wohl einfach mal Klartext reden müssen. Natürlich ist es ein Familienfest und da gehört auch das Baby dazu. Verstehe auch nicht so recht warum die Leute so ein Theater machen wenn ich die Kleine an diesem Tag 3 mal oder so stillen muss. Mehr ist es eh nicht da wir ja erst um 13 Uhr die Trauung haben. Und bis dahin wird sie sicherlich mittags schon Beikost bekommen. Die Leute reden halt sehr gern. Früher war ja alles anders und besser. Naja was solls reden lassen und auf Durchzug schalten :-)

Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 05.06.2013, 09:32
von feuerdrache
Früher bekamen Diabetiker auch kein Insulin und Schimmel am Brot wurde einfach weggeschnitten....

(Und das stundenlange Schreien der Kinder nach der Flasche da nur nach der Uhr gefüttert wurde, Bauchkrämpfe und Verdauungsbeschwerden und mangelnde Zeit für die Kinder werden gerne vergessen.)
In der Erinnerung ist alles besser.....

Rede Klartext, ist zwar schwierig wenn man es allen Recht machen will, aber je früher desto besser. Je länger man damit wartet zu sagen was man selbst eigentlich will, desto schwieriger wird es. Für alle.

Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 05.06.2013, 11:29
von bienenmeister
Dazu möchte ich Dir auch von Herzen den Rücken stärken.

Weißt du, meine Erfahrung ist es, dass die ältere Generation es auch als Anschuldigung auffassen, wenn du etwas anders machst. Meine Eltern konnten sich nur schwer daran gewöhnen, dass unser Sohn NICHT im Kinderwagen geschoben wird, KEIN EIGENES Bett hat und KEINE FLASCHE bekommt. Sie haben die Welt nicht mehr verstanden. Sie sind doch schließlich die Großeltern, es ist ihre Aufgabe auf das Kind aufzupassen, ihm die Flasche zu geben und Bäuerchen zu helfen. Sie sind es doch, die stundenlang das schlafende Kind im Wagen schieben sollen und die spontan das Enkelkind über Nacht aufnehmen. Und all das habe ich ihnen weggenommen, weil ich es anders mache. Das tut weh. Und überhaupt, diesen Kind liegt nicht um 18.30 Uhr im Bett, sondern turnt noch fröhlich durchs Kinderzimmer, während die Eltern im Wohnzimmer Fußball gucken (jawohl, wir lieben Fußball und der Kurze hat dann mal Privatsphäre 8) ).

Jetzt ist unser Sohn anderthalb Jahre alt und sie haben gestern zugeguckt, wie ich unser Laufkind noch mal schnell im Fahrradsitz gestillt habe (er mit Fahrradhelm, schmutziger Regenkleidung, im Sitz angeschnallt, ich nur das Shirt gehoben). Ein schönes, friedliches Bild, das den Pragmatismus des Stillens wunderbar zeigt.

"Dann muss alles falsch gewesen sein, wie wir es gemacht haben.", sagte eine Mutter traurig und betroffen.

Wir haben uns jetzt über ein Jahr gestritten, gezankt, beschimpft und angeschwiegen, und so richtig wird mir erst jetzt bewusst worum es eigentlich geht. Diese Individualität, dass meiner Meinung nach alle Eltern das machen sollten, was zu Ihnen am Besten (und vor allem zu ihrem Kind) passt, exisitiert bei ihr nicht. Entweder alle oder keiner. In ihrer Welt machen alle das, was "der Arzt" oder "der Elternratgeber" sagen, oder was sowieso "alle" machen. Für sie kommt eine Einzelfallentscheidung überhaupt nicht in Frage. Dass ich entgegen ihren Vorschlägen weiterhin stille, bedeutet für sie, dass sie selbst mit ihren Kindern etwas falsch gemacht hat (kein Wunder, dass sie so lange gegen mich gekämpft hat - sie hat in Wahrheit gegen ihre eigenen, in meinen Augen unsinnigen, Schuldgefühle gekämpft).

Du musst dich selbst fragen, was du möchtest. Nehmen wir mal an du hörst auf deinen Mann:
nancy1985 hat geschrieben:Nur mein Mann ist der Meinung sie sollte die Flasche nehmen weil alle anderen das im Umfeld auch sagen. Ihr kennt ja sicherlich die tollen Sprüche der älteren Generation....
Du gibst ihr die Flasche, ihr habt innerhalb von wenigen Wochen, wenn nicht Tagen, abgestillt. Dein Baby wächst und gedeiht, die Schlafphasen werden immer kürzer, die Wachphasen immer länger, die Backenzähne kommen usw usw. Einfacher wird es i.d.R. nicht mehr.

Dann stehst DU nachts auf, tapperst mit dem schreienden Kind auf dem Arm in die Küche um ne Flasche zu machen, dein Mann zieht womöglich noch auf die Couch, weil ihr so laut seit und er am nächsten Tag arbeiten muss, und du sitzt mit unglücklichem Kind auf dem Arm im Sessel und deine Augenringe feiern bald Kommunion. Diejenigen, die dir zur Flasche geraten haben, liegen derweil weit weg allein in ihren Betten, friedlich schlafend. Tagsüber ist dein Mann dann weg, du allein mit dem Kind und dasselbe in Grün. Du musst dann auf die Vorteile des Stillens verzichten (und in erster Linie deine Tochter!), weil du statt die Verantwortung für Dich und Deine Tochter allein in die Hand zu nehmen, die Entscheidung weggibst, an Menschen die dein Kind ja schließlich gar nicht betreuen.

Die meisten hier im Forum können Dir aus leidvoller Erfahrung nachfühlen, wie schwer es sein kann, die eigenen Bedürfnisse den anderen gegenüber geltend zu machen (vorallem, wenn die Äußerung eigener Bedürfnisse in der Kindheit keine Rolle gespielt haben und gar nicht erlaubt waren). Ich persönlich habe es aufgegeben, meine Meinung vor der älteren Generation gar zu verteidigen. Es ist meine Familie, mein Kind, welches ich unter größten Schmerzen zur Welt gebracht habe, ich allein entscheide, was mein Kind wie wo wann isst oder trinkt. Mein Mann steht zwar 150% hinter unserer Stillthematik, aber dennoch hat er da absolut nichts mitzureden, denn schließlich betreue ICH das Kind zu 98% und dann ist es auch meine Entscheidung, was mir im Alltag leichter fällt und schießlich ist es auch für ihn äußerst bequem, bei uns muss niemand nachts aufstehen und Nuckel schiebend schuckelnd Flaschen zubereitend das Kind zu beruhigen.

Zur Lautstärkethematik: Letztes Jahr im August war unser Kurzer 6 Monate alt und er ist auf dem Feuerwehrfest punkt 12 Uhr Mitternacht unterm riesigen Feuerwerk im TT eingeschlafen :smilie_und_kind:

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute! Stöber doch noch ein wenig durchs Forum, du bist nicht allein!

Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 05.06.2013, 11:39
von taschi
Bienenmeister, du sprichst mir total aus der Seele!!!! Genauso empfinde ich es auch mit der älteren Generation. ..

Re: Baby an Flasche gewöhnen

Verfasst: 05.06.2013, 12:17
von 08u11
nancy 1985 hat geschrieben: Früher war ja alles anders und besser.
:D :D In der Erinnerung wird alles schöner und besser das stimmt. Aber wenn man sich mal die zeitgenössischen Quellen von damals (wann immer das war) vornimmt und richtig nachliest, stellt man sehr schnell fest, dass früher einiges anders war (alles auch nicht) und das meiste schlechter (will hier nur nicht mit Beispielen das Thema sprengen).

Wir hatten an unserer Hochzeit zwar noch keine Kinder, haben aber auch einiges anders gemacht, als das so üblich ist (wenig Familie, dafür viele Freunde, ...) Und es war ein tolles Fest. Auch wenn meine (eigentlich recht tolerante Mutter) entsetzt war, als ich erzählt habe, ich würde zur Hochzeit bequeme Schuhe tragen wollen. Das geht nicht! Da müssen hochhackige her. Ehrlich: unter dem langen Kleid mit Reifrock hätte ich wahrscheinlich Turnschuhe tragen können - sieht eh keiner. Ich hatte aber letztlich ganz flache Ballerinas aus weichem Leder - hat keinen interessiert, außer mich und ich konnte gut laufen und hatte keine Blasen und habe heute noch ein Paar bequemer und hübscher Schuhe im Regal (leider in weiß, muss mal schauen, ob ich die Umfärben kann, schwarz wäre für's normale Leben doch besser.

Ich wünsche Euch jedenfalls ein tolles Fest, das zu Euch passt (zu Hochzeiten gibt's ein paar Vorschriften von Staat und Kirche, an die muss man sich halten. Alles andere ist wirklich Eure Entscheidung). :D