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Re: Kontrastmittel und Stillen
Verfasst: 24.04.2013, 12:56
von jusl
Schade, dass Du an die Quellenangabe momentan nicht herankommst, trotzdem danke für Deine Antwort.
Aber kurz hierzu, weil es ein schönes Beispiel für die Sinnhaftigkeit einer
individuellen Entscheidungsfindung liefert:
Es werden zwar nur kleine
Mengen Gadoliniums in die menschliche Muttermilc
h ausgeschieden, aber die nicht ausgereiften
fetalen Nieren könnten die Exkretion von Gadolin
ium verzögern
Das Kind der Threadstarterin ist 2 Jahre alt und hat dementsprechend sicher keine "fetalen Nieren" mehr.
LG
Julia
Re: Kontrastmittel und Stillen
Verfasst: 24.04.2013, 14:09
von Lösche Benutzer 14141
Ist es nicht schön zu wissen, dass die Medizin sich immer weiter entwickelt?

Ja, leider habe ich keine Unterlagen von 2012, sondern nur von 2010, die aber auch wissentschaflich genug erscheinen

Die von dir verlinkte Quelle stammt aber von 2006 (!) Und da steht nichts über gadoliniumhaltiges KM, sondern nur über jodhaltiges...
Das Alter des Kindes war leider nicht angegeben, sonst wäre ein Stillkind für einen übervorsichtigen Mediziner (
fast) mit einem pediatrischen Pat. gleichzusetzen "
Pädiatrische Patienten
Die Anwendung der Hochrisikokategorie Gd-haltiger Kontrastmittel ist bei Neugeborenen bis zu 4
Wochen kontraindiziert. Die Anwendung Gd-ha
ltiger Kontrastmittel mit mittlerem und niedrigem
Risiko sollte bei Neugeborenen nur nach sorgfältiger Abwägung und unter der Bedingung der
Einschränkung von Dosis und Verabreichung
sintervall in Betracht gezogen werden.
Aufgrund der nicht ausgereiften
Nierenfunktion von Säuglingen unter
1 Jahr sollte die Anwendung
aller Gd-haltigen Kontrastmittel unter der Beding
ung sorgfältiger Abwägung und der Einschränkung
von Dosis und Verabreichungsint
ervall ... erfolgen. " Es wurde auch nicht angegeben ob es sich um ein Kontrastmittel mit
hohem oder
niedrigem NSF-Risiko handelt, denn
Deshalb wird empfohlen, dass alle Patienten,
die Gd-haltige Kontrastmittel mit hohem NSF-Risiko
erhalten, das Stillen für mindestens 24 Stunden
einstellen (Daher 48h Empfehlung). Bei allen anderen Gd-haltigen Kontrast
mitteln bleibt die Fortsetzung oder Aussetzung des
Stillens dem Ermessen der Mutter nach Konsultation mit dem Arzt überlassen.
Mir geht es nicht darum zu beweisen wer Recht hat, sondern um die Überlegung was mehr schaden als nützen würde... NSF contra 24 h Stillpause...ich will nicht entscheiden müssen, was gravierendere Spätfolgen hat.
Ich hoffe, du fühlst dich nicht in deine Kompetenz angegriffen, sondern betrachtest es ,wie ich, als äusserst interessante fachliche Diskussion, auf die ich mich immer freue

Re: Kontrastmittel und Stillen
Verfasst: 24.04.2013, 22:15
von jusl
Hallo Pansi,
vielen Dank für Deine Antwort, allerdings bin ich etwas verwirrt, warum Du auf meine Ausführungen mit Hinweisen explizit zu Gd-haltigen Präparaten antwortest, die Threadstarterin schrieb doch gar nichts davon (sorry falls ich das übersehen hab).
Selbstverständlich ist ein hohes Risiko einer NSF nicht akzeptabel, aber es gibt ja nun durchaus Alternativen zu Gd-haltigen Präparaten.
Und ich bin verwirrt wegen Deines Ausrufezeichens hinter der 2006 und wegen Deiner Hinweise auf 2010/2012... Habe ich den Eindruck erweckt, Deine vorherige Antwort sei mir nicht "neu" genug (wenn ja, wodurch)? Die allgemeine Relativitätstheorie stammt von 1916 und ist immernoch gültig, die würde ich also durchaus auch verlinken.

Aber wie dem auch sei, das MRT der Threadstarterin ist bereits vorbei, mit einen hoffentlich guten Befund.
LG
Julia
Re: Kontrastmittel und Stillen
Verfasst: 24.04.2013, 23:18
von Lösche Benutzer 8492
Ich frag mal einfach hier, wenn ich darf?
Gibt es denn Kontrastmittel, die besser verträglich sind als andere oder so etwas in der Art? Und wer entscheidet, wie lang die Stillpause sein muss? Wenn der Arzt erst bei Embroyotox anrufen muss, um sich zu informieren, kann er das dann nach dem Telefonat abschätzen?
Re: Kontrastmittel und Stillen
Verfasst: 24.04.2013, 23:19
von under30
jusl hat geschrieben:Hallo Pansi,
vielen Dank für Deine Antwort, allerdings bin ich etwas verwirrt, warum Du auf meine Ausführungen mit Hinweisen explizit zu Gd-haltigen Präparaten antwortest, die Threadstarterin schrieb doch gar nichts davon (sorry falls ich das übersehen hab).
Selbstverständlich ist ein hohes Risiko einer NSF nicht akzeptabel, aber es gibt ja nun durchaus Alternativen zu Gd-haltigen Präparaten.
Und ich bin verwirrt wegen Deines Ausrufezeichens hinter der 2006 und wegen Deiner Hinweise auf 2010/2012... Habe ich den Eindruck erweckt, Deine vorherige Antwort sei mir nicht "neu" genug (wenn ja, wodurch)? Die allgemeine Relativitätstheorie stammt von 1916 und ist immernoch gültig, die würde ich also durchaus auch verlinken.

Aber wie dem auch sei, das MRT der Threadstarterin ist bereits vorbei, mit einen hoffentlich guten Befund.
LG
Julia
Ja danke, es wurde von Arztpraxisseite aus auf ein Kontrastmittel verzichtet. Es wurde nichts gefunden. Leider habe ich immer noch Schmerzen. Termin beim Neurologen gibt es erst nächstes Jahr. Mal sehen wie ich da früher drankomme.
Re: Kontrastmittel und Stillen
Verfasst: 24.04.2013, 23:42
von Katha
Nächstes Jahr?????????????
Hab letztens mal gelesen, dass man über die KK Termine ausmachen lassen kann.
Vielleicht hilft es ja was.
Gute Besserung!
Re: Kontrastmittel und Stillen
Verfasst: 24.04.2013, 23:43
von Lösche Benutzer 14141
Hallo Jusl,
danke, dass du immer noch so gedultig mir antwortest
vielen Dank für Deine Antwort, allerdings bin ich etwas verwirrt, warum Du auf meine Ausführungen mit Hinweisen explizit zu Gd-haltigen Präparaten antwortest, die Threadstarterin schrieb doch gar nichts davon (sorry falls ich das übersehen hab).
..
.weil MRT-KM zu 99% Gd-haltig ist:
Magnetresonanztomographie
Bei der MRT können durch Kontrastmittel Gefässe und Organe besser sichtbar gemacht werden. Man unterscheidet zwei Arten von MR-Kontrastmitteln:
Extrazelluläre Kontrastmittel: Sie werden am häufigsten bei der MRT eingesetzt. Es handelt sich um Gadolinium-haltige Verbindungen, die über die Nieren ausgeschieden werden. Die besondere Struktur der Elektronenhülle der Gadolinium-Ionen beschleunigt die Wassermagnetisierung in ihrer unmittelbaren Umgebung. Bereiche mit Kontrastmittel können so heller dargestellt werden. Das erlaubt z.B. eine selektive Darstellung der Gefässe.
Intrazelluläre Kontrastmittel: Diese Kontrastmittel reichern sich in bestimmten Geweben an. Zu ihnen gehören u.a. superparamagnetische Eisenoxidpartikel zur Untersuchung der Leber und Manganverbindungen zur MR-Untersuchung des Pankreas.
Die Theadsaterin hat doch ein Cranio-MRT bekommen und kein Abdomen??
Selbstverständlich ist ein hohes Risiko einer NSF nicht akzeptabel, aber es gibt ja nun durchaus Alternativen zu Gd-haltigen Präparaten.
...die Alternativen wären schön, die gibt es auf dem freien Markt leider noch nicht. MRT-KM entält Gd. Ausnahme s.o. (eisenoxidpartikel)
Und ich bin verwirrt wegen Deines Ausrufezeichens hinter der 2006 und wegen Deiner Hinweise auf 2010/2012... Habe ich den Eindruck erweckt, Deine vorherige Antwort sei mir nicht "neu" genug (wenn ja, wodurch)?
...weil du es schade findest, dass ich nicht auf die neueste Qellen komme. Medizin entwickelt sich so rasant, dass es wirklich wichtig ist die neuesten Studien zu bekommen.
Die allgemeine Relativitätstheorie stammt von 1916 und ist immernoch gültig, die würde ich also durchaus auch verlinken. 
...lieber nicht

Grade auf dem Gebiet der NSF -Forschung hat sich im letzten Jahr sooo viel getan. Aber lassen wir es lieber, es würde hier zu weit führen. Übrigens, 1960 war Antibiotikum auch so ein Art Relativitätstheorie in der Medizin aber heutzutage, spätestens seit MRSA bekannt wurde, mehr als umstritten
Wie es auch sei, wir lassen das Thema lieber, ich bekomme langsam das Gefühl, es ist nicht erwünscht der Meinung einer Mod. zu wiedersprechen

Schade. Will keinesfalls jemanden belehren, finde aber Aussagen (stammen nicht von dir) wie "MRT-KM ist unbedenklich" sehr haarsträubend. Ich hoffe, dass ich euch nicht zu sehr gelangweilt habe mit meinen Vorträgen.
Aber wie dem auch sei, das MRT der Threadstarterin ist bereits vorbei, mit einen hoffentlich guten Befund.
...ja, von mir auch alles Gute, ein Dauergast in der Radiologie zu werden ist nicht besonders erstrebenswert
Ganz liebe Grüsse
Re: Kontrastmittel und Stillen
Verfasst: 25.04.2013, 00:34
von Lösche Benutzer 8492
Katha hat geschrieben:Nächstes Jahr?????????????
Hab letztens mal gelesen, dass man über die KK Termine ausmachen lassen kann.
Vielleicht hilft es ja was.
Gute Besserung!
Oder den überweisenden Arzt anrufen lassen?
Re: Kontrastmittel und Stillen
Verfasst: 25.04.2013, 08:40
von jusl
under30 hat geschrieben:
Ja danke, es wurde von Arztpraxisseite aus auf ein Kontrastmittel verzichtet. Es wurde nichts gefunden. Leider habe ich immer noch Schmerzen. Termin beim Neurologen gibt es erst nächstes Jahr. Mal sehen wie ich da früher drankomme.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Dir schnell geholfen werden kann!
Pansi hat geschrieben:ich bekomme langsam das Gefühl, es ist nicht erwünscht der Meinung einer Mod. zu wiedersprechen
Sorry, aber das kann ich nicht nachvollziehen. Ich antworte doch die ganze Zeit ganz brav und danke - wieder - herzlich für Deine Infos.
Pansi hat geschrieben:Übrigens, 1960 war Antibiotikum auch so ein Art Relativitätstheorie in der Medizin aber heutzutage, spätestens seit MRSA bekannt wurde, mehr als umstritten
Den Satz verstehe ich nicht

- wieso 1960? Wieso Relativitätstheorie? (Antibiotika wurden Ende des 19.JH/Anfang des 20. JH entdeckt, Penicillin kam in den 40ern zum Einsatz, und Wirksamkeit und Nutzen von Antibiotika sind heutzutage ÜBERHAUPT NICHT umstritten, sondern lediglich der zu leichtfertige Einsatz).
Vielleicht kannst Du ja noch mal genauer erklären, wie Du das gemeint hast.
LG
Julia