Liebe Anja90,
Anja90 hat geschrieben:Und noch mal vielen Dank, dass du mich so ausführlich berätst <3
Gern, dafür sind wir ja hier
Anja90 hat geschrieben:Das erste Lebensjahr werden wir wohl noch "schaffen". Ich bin ja noch nicht schwanger und mein Körper scheint auch noch nicht wirklich so weit zu sein.
Das kann natürlich sein. Wenn Ihr es jetzt schon versucht, ist aber ja nichts ausgeschlossen (der erste Eisprung kommt ja oft VOR der ersten Mens, so dass manche Frauen zwischen zwei Kindern gar keine Regelblutung haben

). Darum ist es sicher nicht verkehrt, wenn Du Dich mit der Situation jetzt schonmal auseinandersetzt. Das tust Du ja
Anja90 hat geschrieben:Die Probleme treten ja auch meist im 4. Monat etwa auf, oder?
Wenn Du mit "Probleme" die Milchmenge meinst: Das kann Dir niemand genau vorhersagen. Die überempfindlichen Brustwarzen können von Anfang an da sein (manche Frauen bemerken so auch ihre Schwangerschaft

). Schmerzen, in nennenswertem Maße zurückgehende Milchmenge (bei einigen Frauen scheint sich auch der Geschmack der Milch fürs Kind merklich zu verändern) können auf jeden Fall von Anfang an auftreten! Wann genau muss man im Zweifelsfall abwarten, aber sicherheitshalber von Anfang an damit rechnen in der eigenen Planung.
Anja90 hat geschrieben:Ich habe nicht ganz verstanden warum pre eher zu Übergewicht führt als 1er, kannst du das noch mal erklären?
Nein, das wäre so als allgemeine Schlussfolgerung nicht richtig. Pre führt nicht zu Übergewicht. Du beziehst Dich sicherlich auf diese Informationen, richtig?
Pre und 1er sind sind sog. Anfangsnahrungen, die der Diätverordnung unterliegen und als Muttermilchersatz für die ausschließliche Säuglingsernährung geeignet sind (im Gegensatz zu Folgemilchen, erkennbar an "2" oder "3" auf der Packung, die KEIN Muttermilchersatz sind und nur als Milchanteil im Rahmen einer Mischkost angeboten werden dürfen).
PRE ist für die meisten Babys durch die gesamte Fläschchenzeit hindurch geeignet; ein Wechsel zu anderen "Zahlen" hat normalerweise keine Vorteile.
1er Milch macht bei Kindern Sinn, die von PRE übermäßig zunehmen und/oder beim Füttern nach Bedarf mit PRE dauerhaft deutlich über einen Liter täglich trinken (das ist nämlich nicht gut für die Nieren, wenn dauerhaft zu große Flüssigkeitsmengen bewältigt werden müssen). Dann kann ein Wechsel auf 1er sinnvoll sein, nämlich weil davon i.A. weniger getrunken wird. Das Alter des Babys spielt dabei praktisch keine Rolle.
1er ist KEINE Folgemilch. Pre und 1er haben exakt oder beinahe exakt den gleichen Brennwert (=kcal) und unterscheiden sich im wesentlichen dadurch, dass bei 1er etwas Stärke zugesetzt ist. 1er sättigt entsprechend etwas mehr bzw. schneller. Deshalb kann es -abgesehen von einer dauerhaft deutlich zu großen Flüssigkeitsmenge - auch wegen des Energiegehalts sinnvoll sein, bei sehr dicken künstlich ernährten Babys auf 1er plus Schnuller umzusteigen, statt Pre nach Bedarf zu geben.
Quelle:
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 0#p1832968
Richtig ist: Pre und 1er Milch haben den gleichen Kaloriengehalt. 1er Milch enthält aber zusätzlich zu Milchzucker (der auch in Muttermilch vorkommt) noch Stärke (die in Muttermilch nicht vorkommt). 1er Milch sättigt darum mehr. Das bedeutet: ein Baby wird über den Tag verteilt im Normalfall von 1er Milch weniger zu sich nehmen als von Pre. Insgesamt nimmt das Baby also mit 1er-Milch ernährt weniger Kalorien und Flüssigkeit am Tag zu sich als mit Pre ernährt.
Diesen Effekt kann man sich zunutze machen, wenn zu befürchten steht, dass ein Premilch-ernährtes Baby aus irgendeinem Grunde zu viel zunimmt oder zu viel Flüssigkeit aufnimmt.
Bzw. im gegenteiligen Fall: ein formulaernährtes Baby gedeiht schlecht, dann sollte es auf jeden Fall Pre bekommen und nicht 1er, weil dann die Chance besteht, dass es bei Erreichen seines Sättigungsgefühls insgesamt mehr Kalorien am Tag aufgenommen hat.
Beides spielt aber bei der Ernährung der allermeisten Babys keine Rolle und formulaernährte Babys gedeihen während des gesamten 1. Lebensjahres normalerweise prima mit nach Bedarf gefütterter Premilch (plus Beikost im zweiten Lebenshalbjahr).
Es ist einfach so, dass der Kaloriengehalt von Formula-Nahrung vom Baby eben nicht durch sein Trinkverhalten geregelt werden kann (im Gegensatz zum Fettgehalt der Muttermilch, der je nach Mahlzeitenabstand, Seitenwechseln, Anzahl der vom Baby ausgelösten Milchspendereflexe pro Mahlzeit vom Baby ganz gezielt "eingepegelt" und an sein Saugbedürfnis, seinen Kalorien- und Flüssigkeitsbedarf angepasst werden kann). Ein formulaernährtes Kind kann hingegen nur eines regeln: wie viel Milch trinke ich. Hat es einen sensiblen Fütterungspartner und eine gute Trinkposition, klappt vielleicht auch manchmal genau bedarfsgerecht der Wechsel von Trinken aus der Flasche auf Nuckeln am Schnuller. Manchmal passt aber eben das Saugbedürfnis und/oder die Menge der aufgenommenen Milch beim Fläschchenkind nicht ganz zum Kalorienbedarf des Kindes. Darum muss man halt bei Formula-Nahrung im Zweifelsfall auch mal ein Auge auf die Gesamt-Tagestrinkmenge und auffällig nach oben abweichende Gewichtsverläufe haben, was bei Stillkindern nicht notwendig ist.
Solange Dein Kind sich aber weder auffällig im oberen noch auffällig im unteren Gewichtsbereich bewegt und vielleicht auch schon nennenswerte Mengen Beikost essen wird, wenn die Frage nach Formula aktuell wird, kannst Du einfach Pre nach Bedarf und Wunsch Deines Kindes geben, ohne Dir über all diese Dinge Gedanken zu machen
LG, blueberry