Zweimal kann genauso gut Zufall sein.
Ich sehe das so: Um auf einen Kausalzusammenhang(!) schließen zu können, also Ursache und Wirkung, braucht man entweder viele Daten oder starke Daten. "Viele Daten" heißt: ganz oft messen, und dann mit Statistik rausfinden, dass es da einen Zusammenhang gibt. "Starke Daten" heißt: eine so starke Wirkung, dass wenige Daten als Beleg ausreichen (Beispiel: an die heiße Pfanne fassen brauch ich nur einmal, dann SEHE ich UNMITTELBAR, dass meine Haut deswegen(!) Blasen wirft und tierisch wehtut).
ZUSÄTZLICH zu den Daten braucht man aber noch etwas: eine Theorie, die ansatzweise plausibel einen möglichen Wirkmechanismus erklärt. Das wird gerne vergessen...
Beispiel: Es ist bekannt, dass große Hitze die Haut schädigt (=Brandblasen) und die Nerven massiv reizt (=Schmerzen).
Anderes Beispiel: Es ist bekannt, dass geringe Mengen Nahrungseiweiße die Darmwand der Mutter passieren und in ihr Blut und damit in ihre Milch gelangen können. Bei hochallergischen Kindern reichen diese Eiweißspuren in der Muttermilch, um Symptome auszulösen (üblicherweise: Hauterscheinungen, Schmerzen, Verdauungs- und Gedeihstörungen). Dies ist aber zum Glück sehr selten.
Wie Linsen, Zwiebeln und co BEI DER MUTTER Blähungen auslösen können, ist ebenfalls gut bekannt: bestimmte (praktisch unverdauliche) Kohlenhydrate in den Zellwänden dieser Gemüse werden erst von Darmbakterien abgebaut, die dabei große Mengen Gas produzieren. Allerdings gibt es keine Theorie, wie diese Gase (oder gar die Zwiebelzellwandbausteine) in die Muttermilch gelangen könnten. Entsprechend gibt es auch keine Theorie, WIE GENAU diese Stoffe beim Baby Blähungen auslösen könnten.
Das gleiche gilt für Orangen oder Erdbeeren, die - von der Mutter gegessen - beim Baby "wegen der Säure" einen wunden Po machen sollen. Die Muttermilch ist kein bisschen saurer, auch wenn man Tonnen von Obst isst (kann man leicht durch Probieren feststellen). Wie soll diese dann Babys Po wund machen?
Ich weiß, der Leidensdruck kann groß sein: Das Baby schreit, und als Mutter fühlt man sich dafür verantwortlich. Das ist sehr verständlich. Aber an der mütterlichen Ernährung liegt dies nur in den seltensten Fällen.
LG
Julia