meinst du den Stress für mich oder für meine Tochter?
Beides.
Genau dieser Punkt ist halt für mich schwierig.
Verstehe ich sehr gut. Dieser Punkt ist vermutlich für alle relaktierenden Mütter schwierig.
Ich habe in dem Telefonat ja angesprochen, dass ich es nicht machen würde, wenn meine Tochter da irgendwie drunter leiden würde
Was genau verstehst Du denn unter "irgendwie drunter leiden"? Unter den nächsten beiden Mittelohrentzündungen, die Dein Kind vermutlich bekommt, weil es so früh abgestillt wurde, "leidet" Dein Kind ja auch,
so gesehen. Es ist halt immer die Frage, was genau man eigentlich gegeneinander aufwiegt. Fakt ist: eine genaue Vorab-Abschätzung KANN man gar nicht anstellen - man weiß ja eben nicht sicher im Voraus, wie es laufen wird. Was wiegt mehr - Schweiß und Tränen in den nächsten 6 Wochen, dafür die Aussicht auf zig wunderbare Stillmonate? Diese Frage musst Du Dir für DICH SELBST beantworten (und da helfen auch die längsten, ausführlichen Erfahrungsberichte anderer Mütter nicht weiter, meiner Erfahrung nach. Denn es sind eben ANDERE Mütter, mit anderen Kindern, anderen Vorgeschichten, anderen Ressourcen, anderen Bewertungen und Ansichten...)
und mir wurde halt gesagt, dass das nicht so sein wird und es harmonisch ist so lange man auf die Bedürfnisse und Zeichen des Babys achtet.
Da ist dann wie gesagt die Frage, was Du persönlich noch unter "unstressig" verbuchst und was nicht.

Auch für Babys sind Lernprozesse (alle, nicht nur Relaktationen!..) anstrengend, mitunter frustig, ermüdend, und von Protestäußerungen begleitet.
Zweifellos ist es unbedingt notwendig, während einer Relaktation auf die Bedürfnisse und Zeichen des Babys zu achten, ganz klar. Und genau damit arbeitet dieses Programm ja: mit KLEINEN Schritten, die für gewöhnlich von Babys gut gemeistert werden.
Aber wie sollte man reagieren, wenn ein Lernschritt zunächst einfach nicht klappt, z.B. das Baby viel weint, die Milch nicht fließt o.ä.? Aufgeben? Rückschritt? Beharren, und morgen platzt der Knoten doch?
Das ist wirklich nicht leicht zu beantworten. Ich denke, dass innere Haltung und Intuition bei diesen Prozessen eine recht große Rolle spielen.
Auf jeden Fall drücke ich Dir die Daumen, dass es für Euch möglichst stressarm läuft, falls Du Dich für den Umgewöhnungsversuch entscheidest.
LG
Julia