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Re: "Trotzanfall" und Stillen
Verfasst: 23.04.2012, 20:43
von Kinsale
Ich habe da auch mal damit gehadert. Andererseits fand ich dann, dass ich wenn ich schon so lange stille, kann ich wohl auch alle positiven Nebeneffekte nutzen. Und ich finde nicht, dass Stillen Belohnung ist. Stillen ist Nähe, Berührung und Beruhigung, Geborgenheit und Halt geben und halt auch Milch. Bedürfnisse "stillen" ist keine Belohnung. Also eigentlich doch genau das richtige in dieser verzweifelten Situation Deines Sohnes.
Außerdem finde (fand, darf ich inzwischen sagen) ich die Anfälle für alle Beteiligten so anstrengend und blöd, dass mir jedes Mittel recht wäre, dass so schnell wie möglich zu beenden. Freu Dich, dass Du ein gutes Mittel hast.
Re: "Trotzanfall" und Stillen
Verfasst: 23.04.2012, 22:26
von 4tiere
Wenn du ihn nach einem Trotzanfall stillst, hilfst du ihn doch nur wieder runter zu kommen. Er bekommt doch trotzdem nicht seinen Willen. Das wäre meiner Meinung nach falsch, aber Stillen finde ich daher gut. Es ist doch auch für so kleine Zwerge ganz schwierig mit diesen neuen und extremen Gefühlen (Frustrationen) umzugehen. Da tut doch Hilfe nur gut.
Re:
Verfasst: 23.04.2012, 22:54
von honigtopf2010
greenie bird hat geschrieben:honigtopf2010 hat geschrieben:Nach Aussage unserer KinderÄrztin erziehst du das Kind so hin zu einer niedrigen Frustrationtoleranz. Es wird Verhaltensstörungen entwickeln. Da sieht man wieder,dass Ärzte Küche nicht alles wissen.
aber jetzt mal ganz ohne Stillberücksichtigung...entwickelt sich das Problem nicht durch einen häufig erhöhten cortisolspiegel im Hirn, wie beim Ferbern z.B.
das würde ich im Gegenzug mal fragen
ǝlıqoɯ ɯoɹɟ ʇuǝs
Eine berechtigte Frage. Aber ich glaube die Ärztin wird künftig nicht mehr mit mir darüber sprechen

Re: "Trotzanfall" und Stillen
Verfasst: 24.04.2012, 09:17
von KleinMy
klimaforscherin hat geschrieben:Zum Gefühl: oft bin ich dann selbst stinkig auf ihn und mag ihn am liebsten dem Papa übergeben, aber ruhig bleiben ist i dem Moment nicht seine Stärke.
Manchmal tut er mir leid.
hm, und wenn du dann stillst,fühlt es sich dann richtig an und wirst du auch weniger stinkig? vll findet ihr so einfach wieder ein bisschen zusammen?
Re: "Trotzanfall" und Stillen
Verfasst: 26.04.2012, 23:11
von malandrinha
Als ich den Großen abgestillt hatte, hatte ich diese Möglichkeit der Beruhigung nicht mehr, und das war richtig schade! Ich habe ihn oft, wenn er es eben auch wollte, nach Trotzanfällen gestillt. Ich denke, das ist doch für Kinder auch nicht schön, so ein Trotzanfall, da brauchen sie doch die Nähe danach. Oder auch, um überhaupt runterzukommen. Für mich war es auch eine gute Möglichkeit, ihm einfach Nähe zu geben, vielleicht obwohl ich auch sauer war, dann musste ich nicht irgendwie verständnisvoll sein, sondern konnte eben ganz einfach nur stillen. War für mich irgendwie auch leichter. Und außerderm ging das Beruhigen durch Stillen einfach sehr schnell.
Re: "Trotzanfall" und Stillen
Verfasst: 26.04.2012, 23:32
von stillmaus
Hier noch eine Stimme für Stillen nach dem Trotzanfall. Ich sehe es auch nicht als Belohnung, sondern als Möglichkeit, wieder runterzukommen, auch für die Mutter, denn auch dort werden ja ein paar Beruhigungshormone ausgeschüttet. Bei meinem Sohn habe ich seine Trotzanfälle auch weniger als Machtprobe empfunden, sondern sie schienen mir eher Ausdruck von Müdigkeit, Fertig- mit-der-Welt-sein und so. Stillen und Kuscheln half da in der Regel sehr.
LG
stillmaus
Re: "Trotzanfall" und Stillen
Verfasst: 27.04.2012, 00:14
von Nachtfrau
Erstmal finde ich den Begriff "Trotz" in diesem Zusammenhang ganz schrecklich. Das impliziert ein Bild von Kindern, das nicht meinem entspricht. Genausowenig wie, wenn Eltern ihre Kinder als Zicken bezeichnen, oder, wie es eine Bekannte ausdrückte, deren 1 1/2jährige Tochter fürchterlich schrie, während die Mutter sie etwa eine halbe Stunde lang regelrecht gewaltsam anzog: "Das ist kein Weinen, das ist Bock!" Das ist so respektlos und am Kind vorbei.
Wenn ich Königin von Deutschland werde, wird das Wort Trotz abgeschafft.
Ich denke auch, dass der Versuch, bei einem Kind während oder nach einem "Trotz"anfall irgendwie erzieherisch etwas zu bewirken unsinnig ist. Ein Trotzanfall ist imo
kein Versuch des Kindes, seinen Willen durchzusetzen, sondern ein Zusammenbruch aus Frustration. Ich halte
sehr viel von den Kloetersbriefen. Erziehung sollte dann geschehen, wenn es dem Kind gut geht und es stabil ist. In dem Moment ist das Kind garantiert derjenige, der weit und breit am meisten leidet. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, es als Belohnung für ein unerwünschtes Verhalten zu sehen, wenn ich es stille, ich sehe das als Anbieten von Hilfe, um aus einer für mein Kind ganz schrecklichen, extrem belastenden Situation wieder herauszufinden.
Ich bin müde und weiß nicht, ob mein Geschreibsel wirr oder verständlich ist... Jedenfalls gute Nacht.

Re: "Trotzanfall" und Stillen
Verfasst: 27.04.2012, 07:47
von Weekend
Bei einem "Trotzanfall" wird ein Kind von einem Schwall Emotionen (Wut, Frust, Angst, Unverständnis) überschwemmt. Es weiß nicht wohin mit diesen Emotionen, kann sie sich nicht erklären, ist verwirrt. Diese Angst löst ja erst den Zorn aus, es ist ein Ausdruck dieser enormen Irritation.
Daher soll man Kinder ja beim "Trotzen" nicht schimpfen oder so - sondern liebevoll in den Arm nehmen und sie beruhigen, ihnen vermitteln dass das wieder vorbei geht und alles in Ordnung ist. Das Kind weiß ja selbst gerade nicht, was da los ist.
Also von daher noch eine Stimme fürs Stillen nach dem "Trotzanfall" - eben um Geborgenheit, Liebe, Ruhe, Zuflucht zu bieten.