Sind wir nicht alle ein bisschen SuT...?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Katha
Dipl.-SuT
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Re: Sind wir nicht alle ein bisschen SuT...?

Beitrag von Katha »

hm, ich weiß, warum ich mich mit dem Thema Stillen vor der Geburt nicht zu intensiv auseinander gesetzt habe.

Ich habe 04/10 Zwillingssternchen entbunden in der 16. SSW und danach (weil der dämliche Entlassarzt auf meine Nachfrage meinte, gäbe da keinen) einen Milcheinschuss.
Ich hatte das Gefühl, das Stillen wird funktionieren, weil es ja einmal auch unter so schmerzlichen Bedingungen mit der Milch geklappt hat. Meine Hebamme hat zwar in der Geburtsvorbereitung von Stillen nach Bedarf gesprochen und dass kaum Frauen nicht stillen könne, wollte aber auch die Pferde nicht scheu machen, denke ich.
Und weil ich mir so schnell Sorgen mache (hatte vor Milchstau Angst), hab ich mich nicht so gekümmert.

Und ich hatte auch Zuversicht in die Natur - klappte vor ein paar hundert Jahren ja auch schon.

Vielleicht ist das auch Teil der Fehlinformation: Einerseits ist Stillen das normalste von der Welt, andererseits, ist es total kompliziert, aber dafür gibt es ja Hipp und Co. Und dann führt das Eine zum Anderen.

Und Kinderwägen kann ich vor der Geburt noch halbwegs vergleichen, aber wie ich mein Kind zum Schlafen lege, das weiß ich erst, wenn es da ist. Und dann war es auf einmal das Natürlichste von der Welt, dass es bei uns schläft - und die Angst es zu erdrücken (weitgehend) wie weggeblasen.
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
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Isa_Belotti
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Re: Sind wir nicht alle ein bisschen SuT...?

Beitrag von Isa_Belotti »

Mensch, da kamen ja tolle Antworten von euch, lieben Dank dafür!

Zu allererst:
meredith hat geschrieben:
Ja, Nachsicht ... das klingt jetzt aber auch schon wieder ein bisschen von oben herab, nicht? Ich für meinen Teil trage die frohe Botschaft aber wirklich gern und aktiv hinaus, weil wenn sich jede hier ihren Teil denkt und nix sagt, dann wird sich wenig ändern. Aber wie du schreibst, Isa, tue ich das nicht mit dem Hintergedanken, dass ich den Schlüssel zur Erleuchtung habe, sondern zugleich sachlich und überzeugt (und hoffentlich auch überzeugend :D )
Überheblich wollte ich gar nicht klingen, im Gegenteil. Ich lese hier nur so oft Unverständnis für andere Eltern und ihr Handeln heraus, das eben einfach viel zu oft durch Fehlinformation und Inkompetenz des Fachpersonals hervorgerufen wird. Manche wollten vielleicht anders, aber es hat ihnen keiner geholfen.
Leyket hat geschrieben:
Ich denke, das nicht immer der fehlende Wille sich zu informieren an anderen Ansichten "schuld" ist. Sondern zum größten Teil sind es die Quellen.

(...)

Allein die Ratschläge der Familie, Kinderärztin usw hätten mich sicher auf andere Wege gebracht. Vertraut hätte ich ihnen zwangsläufig bestimmt irgendwann. Julis Geschrei hat mich genug zermürbt, ich hätte vielleicht wirklich irgendwann gegen meine Intuitionen gehandelt vor lauter Verzweiflung. Auch weil auch diese Wege "funktionieren" hätte ich sie dann wohl auch gar nicht angezweifelt und wäre dann auf diesem Weg vielleicht auch weitergegangen.

Ich finde, gerade was Kindererziehung, Ratschläge zur Ernährung usw angeht ist es sehr schwierig die wirklich wichtigen und richtigen Informationen von Fehlinformationen und Werbestrategien zu trennen.
Mit der Nachsicht war es tatsächlich eher so gemeint, wie es Leyket beschreibt. Die meisten Menschen handeln doch nach bestem Wissen und wenn sie dann eben an Quellen geraten, die wir für nicht sooo geeignet befinden, dann wirken wir schon mal schnell wie Aliens. Und wir denken uns ja auch unseren Teil über "die anderen (oder sagen ihn ...).

Der Spruch mit dem Gold-Standard ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Und wer weiß, vl gebe ich ja auch mit 8,9 Monaten Kuhmilchprodukte in irgendeiner Form.
Malo81 hat geschrieben: Meiner hat übrigens seinen Milchbrei mit 8 oder 9 Monaten auch mit verdünnter Kuhmilch bekommen. :oops: Mit MuMi wurde es immer so schnell so flüssig...Ich finde da muss man auch immer schauen, wie die Gesamtumstände sind.
Stimmt schon, man muss immer schauen, wie die Gesamtumstände sind. Und bedenken, dass wir alle individuell sind. Und sorry, falls sich hier jemand von meinen Worten angegriffen fühlt, das wollte ich nun wirklich nicht bezwecken :).
Maijoh hat geschrieben: Oft hab ich eher Mitleid wenn jemandem durch unqualifizierte Kommentare die Stillbeziehung vermasselt wurde und ich möchte diesen Müttern dann auch nicht sagen das es vielleicht anders gegangen wäre, das tut mir einfach leid.

Wir haben es hier doch sehr gut miteinander! :knutsch
Word!
:D
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Malo81
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Re: Sind wir nicht alle ein bisschen SuT...?

Beitrag von Malo81 »

@Isa: Ich habe mich auf keinen Fall angegriffen gefühlt. Mir gehts ja wie dir. Wenn ich see, dass Babys das Fläschchen bekommen, weil sie ein paar Tage alle 30min-1h gekommen sind (Ja, das ist total doof und nervenaufreibend) und dann irgendwann Karottensaft beigemischt wird, weil das Kind muss sich an den Geschmack gewöhnen, dann frage ich mich auch....

Kind ruft, nachher mehr :D
Liebe Grüße Y.
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lufti
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Re: Sind wir nicht alle ein bisschen SuT...?

Beitrag von lufti »

Mein Partner, die Hebamme, meine Familie und SuT haben mich am Anfang sehr unterstützt! Ich war so dankbar, dass ich dieses Forum gefunden habe!

Es gab mir die Kraft 3 Monate zu kämpfen und jetzt stille ich fast ein Jahr! Ehrlich gesagt dachte ich auch immer nach 6 Monaten wird es dann schon reichen und ich bin immer davon ausgegangen, dass stillen wird schon klappen aber wenn man dann erstmal einen schwierigen Start hat und dann noch diese "unnützen" Ratschläge hört dann kann man schnell einen anderen Weg einschlagen.

Die Momente in denen ich ein lächelndes Kind an meiner Brust trank oder wie er mich immer anstrahlt wenn er fertig ist sind einfach unbeschreiblich!
Jetzt zeigt er mir, dass er was trinken möchte. Auch das ist wieder eine sehr schöne Phase in unserer Stillzeit.

Meinen Weg hab ich auch vielen erzählt und die ein oder andere hat sogar dadurch die Startschwierigkeiten dann auch überwunden udn stillt jetzt ebenfalls schon über 6Monate.

Daher heißt es auch für mich DANKE SuT und Danke Sutlerinnen das ihr immer wieder erzählt was bei euch ist, mutmacht oder einfach nur mitlest!
FamilieChaos
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Re: Sind wir nicht alle ein bisschen SuT...?

Beitrag von FamilieChaos »

Ich bin im RL auch eher das Alien.Macht mir aber ehrlich gesagt nichts aus.Ich nehms eher sportlich,dass ich wahrscheinlich immer noch stille,wenn die frischgebackenen Mütter schon lange Brei und Flasche geben.Jeder wie er eben mag.
Mich macht es nur sauer,wenn dann das übliche blabla kommt teilweise von Hebammen und stellt man es richtig,wird man behandelt wie ein Dummchen.
Vor 2 Jahren hab ich das noch viel verbissener gesehen.Mittlerweile bin ich soweit zu sagen,ich kann nicht alle retten
mit bald 7 Zwergen *2/99,4/00,9/02,6/08, 7/10,10/14 und 7/2020 und 6 Sternchen im Herzen
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