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Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 12.04.2012, 18:51
von Waschbaer78
ja sorry..ich war so knapp,weil auf der Arbeit..natürlich ist das jedem überlassen,ob man das sagt oder nicht.
Ich weißnicht wie das dann bei Studenten ist,auch wenn das MuSchuGesetz nicht greift ,gibt es ja sicher Sicherheitsbestimmungen fürs Labor.Je nachdem welche Einstufung es hat,..S1..S2..S3..etc..
Letztendlich ist sicher jedes Labor anders,aber in der Regel arbeitet man mit gefährlichen Substanzen,bekannte und unbekannte..und da muss man sich eben bewusst machen ,ob man da ein Risiko eingehen will.Natürlich kann man auch heimlich stillen und das für sich behalten-klar!
Ich hatte damals,ja ich war keine Studentin,mit ungeprüften Substanzen gearbeitet,eben weil wir die erste Instanz waren die diese geprüft haben,und auch mit Viren,potenziell infektiösem menschlichen Material..etc..das hätte ich nie heimlich gemacht mit dem stillen-ich hab damals eben die Konsequenzen getragen und mit meinem Ag vor Gericht gestanden.

FraDa was ist das denn für ein labor und mit was arbeitest du?ACN und Chloroform sind ja da schon ein ziemlich No-go-Kriterium..vor allem finde ich persönlich (!!!)man kann selber noch so sauber arbeiten,eine reicht im Team der Sauereien macht oder neben dir mal locker Methanol abfüllt und dann steht man da.

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 12.04.2012, 22:10
von FraDa
Hm, jusl, das stimmt, das muss man dann wohl mit dem Betreuer und/oder Sicherheitsbeauftragten nochmal gesondert absprechen. Im Moment kann ich auch noch nicht so recht abschätzen, wo ich dann genau hin muss. Vielleicht kann man ja doch ne "gefährlichere" Station auslassen.
@Waschbaer78: Also bei uns sind die allermeisten nicht so streng mit Sicherheitsvorschriften. Studenten sowieso nicht. Bisher war ich vor allem in der Bioanalytik. Aber das kann sich jetzt ändern. Dort kann ich mal definitiv nicht mehr hin!

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 12.04.2012, 22:17
von jusl
In welchem Organisationsrahmen arbeitest Du denn dort? Forschst Du da zu Deiner Abschlussarbeit, oder ist das im Rahmen eines normalen Praktikums/Seminars/Präsenzübung? Falls ersteres, würd ich meinen Betreuer darauf ansprechen und das Thema abändern. Falls zweiteres, würd ich den Betreuer der Veranstaltung drauf ansprechen; da lassen sich doch bestimmt Alternativen finden.

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 04.05.2012, 11:19
von Schmul
Also ich bin auch Biologin und wurde gegen Ende meiner Doktorarbeit schwanger. Ich habe dann weiterhin im S1-Labor gearbeitet, weil ja alle von meiner Schwangerschaft wussten und mir Bescheid gesagt haben, wenn sie mit irgendwas giftigem hantiert haben. Meine Versuche habe ich größtenteils selbst gemacht, aber auch hier alles abgegeben, was mir gefährlich schien. Ich hatte auch sehr, sehr nette und verständnisvolle Kollegen. Meine Freundin, die als Biochemikerin in der Insdustrie arbeitet, durfte ab Bekanntgabe der Schwangerschaft das Labor gar nicht mehr betreten!
Nun arbeite ich in einem anderen Labor und stille immer noch. Auch hier wissen alle Bescheid und nehmen Rücksicht und ich kann bestimmte Arbeiten abgeben. Außerdem bin ich persönlich da auch nicht so ängstlich, denn mit Chloroform und Methanol etc. sollte man grundsätzlich nur unter dem Abzug arbeiten und dann halte ich das auch in der Stillzeit für unbedenklich. Und was die GVOs betrifft: Ich weiß ja nicht, mit welchen GVOs du arbeitest, aber die E. colis K12 sind ja beispielsweise so verändert, dass sie den menschlichen Darm nicht mehr besiedeln können und was soll eine genveränderte Maus an deiner Milch verändern?! Also meine Meinung ist, dass die allgemeinen Sicherheitsrichtlinien schon sehr streng sind und wenn man dann noch ein bißchen vorsichtiger ist und bestimmte Sachen von anderen übernehmen lassen kann, kann man in normalen S1- und S2-Laboren gut arbeiten. S3- und S4 würde ich vielleicht lassen, aber die gibt's ja eh nicht so oft.
Meiner Meinung nach solltest du jedenfalls dein Studium nicht abbrechen, sondern lieber mit deinen Praktikumsleitern etc. sprechen. Meine Betreuerin in der Doktorarbeit hat beispielsweise auch 3 Kinder und kennt sich da bestens aus!
Falls ich dir noch weiterhelfen kann, dann schreib mir gerne nochmal!

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 04.05.2012, 22:06
von Potsdame
ich gehe ins labor, stille aber auch nicht unmittelbar nach dem laborbesuch, sondern erst viele stunden später. bei uns ist das größte problem das chloroform. ich hatte mal im internet gestöbert, wie es sich mit chloroform und stillen verhält und gefunden, dass gelegentliches einatmen geringer mengen unproblematisch ist, man aber die kontamination mit der haut vermeiden sollte.

ich denke das leben in einer neu eingerichteten wohung mit frisch ausgepackten möbeln, frisch lackiertem fußboden oder teppichen ist schlimmer, als die einmalige entnahme geringer mengen chloroform unterm abzug.

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 04.05.2012, 22:25
von FraDa
Schmul, danke noch für deine Antwort :D . Wie bist du denn über das Thema gestolpert??
Du hast natürlich recht, ich war da im ersten Augenblick etwas hysterisch. Das Risiko ist sicher nicht so hoch, wenn man die üblichen Vorschriften einhält.
Im Moment weiß ich ja noch gar nicht, wo genau ich lande. Ich bin nur von meinen Erfahrungen ausgegangen. Dort wurde ich eben auch sofort nach Bekanntgabe der Schwangerschaft aus den (S1-)Laboren verbannt. Bei den GVOs dachte ich an die Tomaten mit denen ich gearbeitet habe und bei denen ich natürlich nie ausschließen kann, dass ich Pollen mit mir rumtrage. Diese Sorge kann man aber bestimmt auch übertrieben finden. Nächste Woche hab ich noch ein Gespräch mit meinem Diplomarbeitsbetreuer, da kann man sicher auch darüber sprechen.
Potsdame hat geschrieben: ich denke das leben in einer neu eingerichteten wohung mit frisch ausgepackten möbeln, frisch lackiertem fußboden oder teppichen ist schlimmer, als die einmalige entnahme geringer mengen chloroform unterm abzug.
ja, stimmt!

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 05.05.2012, 10:51
von arwen
Ich weiß mittlerweile von mehrern Frauen, die schwanger im molekularbiologischen Labor gearbeitet haben (auch S1). Ich denke, es hängt tatsächlich von den konkreten Umständen ab.

Auch wenn Studentinnen keine Arbeitnehmerinnen sind, gibt es trotzdem Regelungen. Als ich an der Uni ein Chemiepraktikum betreut habe, war die Anweisung, dass Schwangere einige der Versuche nicht hätten machen dürfen, die hätte ich für die Zeit vor die Tür schicken müssen. Ich vermute, dass die Uni auch die Pflicht hat, Studierende zu schützen. Dafür gibt es ja z. B. auch die verpflichtenden Sicherheitsbelehrungen.

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 05.05.2012, 11:07
von Katha
Hola,
Kann zwar nichts konkret zu Laboren sagen, aber hab noch so viel Vertrauen in Hochschulen, dass Du deswegen nicht Studium abbrechen müssen solltest.
Falls es mit der Fakultät schwierig wird und die Dich blockieren, wäre Gleichstellungsbeauftragte/r noch eine Option.
Im sächs. Hichschulgesetz steht übrigens auch irgendwo, dass Uni verpflichtet, einen beim zügigen Abschluss zu unterstützen. Vielleicht gibt es in anderen BLändern ähnliche Regelungen. (hilft nur als Argumentationshilfe, weil müsstest Du einklagen und das dauert).
Viel Erfolg, dass Ihr bald eine gute Lösung für Gesundheit und Studium findet.

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 05.05.2012, 11:16
von vrabec
FraDa hat geschrieben:Bei den GVOs dachte ich an die Tomaten mit denen ich gearbeitet habe und bei denen ich natürlich nie ausschließen kann, dass ich Pollen mit mir rumtrage. Diese Sorge kann man aber bestimmt auch übertrieben finden.
Hm, ich verstehe nicht, was daran gefährlich für`s Stillen sein soll. Man sollte natürlich keine Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen mit sich rumschleppen, aber doch nur, damit sie nicht in die Umwelt gelangen. Das gilt für alle, ob stillend oder nicht...

Re: Ins Labor in der Stillzeit?

Verfasst: 05.05.2012, 12:23
von Schmul
Potsdame hat geschrieben:ich denke das leben in einer neu eingerichteten wohung mit frisch ausgepackten möbeln, frisch lackiertem fußboden oder teppichen ist schlimmer, als die einmalige entnahme geringer mengen chloroform unterm abzug.
Genau! Das sehe ich auch so!