Wenn ich da kurz weiterhelfen kann:
@ 4tiere:
ich frage jetzt zunächst mal ganz ketzerisch: Was ist denn eine Saugverwirrung?!
Das ist nicht ketzerisch, sondern ein sehr sinnvolle Frage.
Hier, zu finden in unserer
Linksammlung Stillwissen, habe ich eine Antwort verfasst. Und wie Saugverwirrung behandelt wird, ist ebenfalls in der Linksammlung zu finden.
@ uta:
Ich habe auf dem letzten Stillkongress von einer langjährigen Stillberaterin gehört, dass die Theorie als überholt gilt. Das Problem ist eben: Woher weiß man, was der Grund für Saugprobleme ist?
In modernen Stillfachbüchern gilt das Konzept der Saugverwirrung nicht als überholt, das ist es überall drin. Fakt ist auch: das Konzept funktioniert (DAS halte ich auch für das wesentliche!). Zweifellos ist es so, dass sich nicht immer die Ursachen von Saugstörungen identifizieren lassen, ganz klar, aber das schmälert den Erfolg des Saugverwirrungskonzepts bzw. der etablierten Behandlungformen von Saugstörungen nicht. Also auch wenn man's irgendwann vielleicht umbenennt

- der Erfolgsfaktor für problemloses Stillen ist und bleibt eine gute Saugtechnik. Und ebenso Fakt ist, dass sich die Techniken an Brust und Flasche unterscheiden, und dass viele Kinder, die an etwas saugen als an der Brust, Saugstörungen entwickeln.
@ sternschnuppe:
Das interessiert mich jetzt aber! Könntest du das näher ausführen, warum dem so ist? Also lieber Becherfütterung auch bei kleinen?
Fingerfeeding ist 1. mit Nahrungsaufnahme verbunden (im Gegensatz zum "an-Mamas-Finger-Nuckeln-im-Tragetuch" usw.), 2. definitiv NICHT leicht zu lernen, wenn man's technisch richtig machen will (z.B. kann im falschen Rhythmus injiziert oder die Saugreflexzone viiiiel zu stark stimuliert werden dabei), 3. wird Fingerfeeding i.A. dann eingesetzt, wenn bereits Stillprobleme BESTEHEN, und 4. an das Finger-Mundgefühl können sich Fingerfeeding-Babys genauso ungünstig gewöhnen wie an künstliche Sauger, was das korrekte Trinken an der Brust erschweren bis verhindern kann.
All dies zusammen genommen führt dazu, dass das Fingerfeeding einer strengen Indikationsstellung bedarf (bei den meisten Stillproblemen ist es NICHT geeignet), nur unter fachkundiger Anleitung gelernt werden kann und keine gute Methode ist, um mal eben "zwischendurch" etwas Milch zuzufüttern. Dazu ist Bechern um Weiten besser geeignet, bei Babys JEDEN Alters.
LG
Julia