Milch reicht nicht

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Kleeblattmama
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Re: Milch reicht nicht

Beitrag von Kleeblattmama »

Ich glaube, es ist einfach so, dass das die "Universalausrede" von allen ist, die nicht stillen wollen oder einfach nicht die Kraft haben, darum zu kämpfen. Denn ich höre das auch sehr viel öfter, als ich es glauben mag.

Daneben gibt es sicher auch einige, die unbedingt stillen wollen, aber die Milch trotz aller Bemühungen nicht ausreicht (((()))) für all jene.

Meine erste Tochter kam 8 Wochen zu früh. Das erste Mal angelegt habe ich sie mit 5 Wochen. Ich habe 7 Wochen abgepumpt, so lange war sie in der Klinik und ich konnte wegen äußeren Umständen nicht die ganze Zeit bei ihr sein. Mit viel Gutwill der Hebamme habe ich sie nach ihrer Entlassung fast voll stillen können. Sie bekam pro Tag eine volle Flasche Pre zusätzlich. Ich sah das nicht als "Versagen", sondern bei der Situation war ich darauf sehr stolz, dass es trotz allem noch so gut geklappt hat. Beim Abpumpen kamen übrigens nie mehr als 30-40ml, und das meiste ist im Ausguss gelandet, weil die Bestimmungen in der Klinik so streng waren.
Mein Sohn kam ganz normal, nachts, und wir sind am Morgen heim. Die ersten 2 Tage ließ er sich gar nicht anlegen, so daß die Hebi dann schon etwas Stress machte, aber ich habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich wollte stillen, sonst nix, und auf keinen Fall hören, dass er was anderes braucht.

Jetzt stille ich das 4. Kind, ich weiß bei mir einfach, dass es klappt.

Genauso kann ich mir auch vorstellen, dass, wenn es beim 1 Kind nicht klappt, man natürlich auch keine Gewissheit und Ruhe entwickeln kann. Wahrscheinlich hätte ich beim 2. auch schneller dem Zufüttern zugestimmt, wer weiß mit welchem Ausgang, wenn ich die Pump-Still-Erfahrung mit der 1. nicht gehabt hätte.

Meine Schwiemu hat laut eigener Aussage und der des damals entbindenden Arztes einen "Fleischbusen". Sie hat nicht gestillt und hätte es sich auch bei einem 2. Kind gar nicht probiert, denn sie hatte ja keine Milch. Das waren aber auch andere Zeiten (mitte der 70er)

Liebe Grüße
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Re: Milch reicht nicht

Beitrag von Fleur »

Caty hat geschrieben:Leider wusste ich damals bei den Jungs nicht, dass Teilstillen überhaupt geht, da immer davon gesprochen wurde zufüttern gleich abstillen....
Darauf wäre es bei mir auch hinausgelaufen, wenn mir nicht eine liebe Stillberaterin in der Stillgruppe das Brusternährungsset ans Herz gelegt hätte...
Viele Grüße
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marscygale
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Re: Milch reicht nicht

Beitrag von marscygale »

Caty hat geschrieben: Kenne viele die sagen sie hatten zuwenig Milch und es waren da auch Fehler bei der Förderung, oder Missverständnisse wie hauptsächlich bei Wachstumschüben, wenn das Baby mehr will heisdt es oft zuwenig Milch...gibt auch biele die sind der Meinung alle Abstände die kürzer als 4 oder mal 3 h wären hiesse das Kind bekommt zuwenig..,,,

Von dem her würd ich sagen die meisten welche sagen sie haben zuwenig Milch hätten wenn sie richtig informiert gewesen wären... Doch genügend gehabt. Aber es gibt sicher auch wenige die können von natur aus nicht vollstillen. Denke die Anzahl Personen sind aber sicher nicht hoch..
Mit den Abständen hab ich auch schon selbst zu hören bekommen. ich werde/wurde immer gefragt, in wieviel Stunden ich wieder stille, ich dann, wenn sie/er Hunger hat ODER hach, die/der ist ja dauernd an der Brust, und der schreit trotzdem soviel, vielleicht ist deine Milch nicht gut :roll:

Ich finds halt wirklich störend und kann mir vorstellen, dass manche Mutter verunsichert wird, durch irgendwelche Kommentare, meist von Leuten, die selbst nie gestillt haben bzw. abgestillt haben, wel sie zuwenig hatten :roll: .

Allen Müttern, denen es wirklich so geht, wünsche ich natürlich alles Gute, allen anderen, lasst euch nicht reinreden, lasst die Waage in der Ecke stehen, und stillt wann ihr und das Kind Lust hat. Wie ein Kind gedeiht kann man doch nicht nur an der Gramm-Zahl ausmachen.
Grüsse
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Re: Milch reicht nicht

Beitrag von marscygale »

Und "Fleischbusen", den Ausdruck hab ich ja noch nie gehört. Ich weiss von meiner Mutter, dass sie die ersten zwei/drei Monate gestillt hat, ihr das aber zu kompliziert war, die Brustwarzen mussten infiziert werden, dann ein genauer Stundenplan war einzuhalten etc.

Ach übrigens hab ich schon von Müttern gehört, die meinten sie hätten keine Milch nach der Entbindung gehabt und haben sich dann für die Flasche entschieden. Die wussten nichtmal (ok, man kann sich auch selber informieren), dass anfangs gar keine Milch da ist, sondern die Milchproduktion erst zwei/drai Tage nach der Entbindung einsetzt.
Grüsse
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Re: Milch reicht nicht

Beitrag von Imix »

Es gibt anatomisch bedingt ( z.B. zu wenig Drüsengewebe) nur 2% aller Frauen, die wirklich nicht genug Milch haben können. Bei diesen Fällen geht nur Teilstillen. Bei allen anderen liegt die Hauptproblematik an zu wenig oder falscher Information. Ob durch "Fach"personal oder Umgebung wie Familie und Freunde... Hinzu kommt noch die Problematik einer nicht so optimalen Betreuung. Viele Hebammen behaupten, sie kennen sich mit Stillen aus. Fakt ist nunmal (auch wenn ich jetzt gegen meinen eigenen Beruf spreche), dass viele zu wenig bis falsche Informationen weitergeben. Dementsprechend fällt die Betreuung auch aus. Das lese ich hier immer wieder. Das macht mich oft echt traurig und wütend...sry ot

Was einfach auch immer noch viele Frauen nicht wissen, dass das Stillen in den ersten Wochen ausschlaggebend ist, damit die Milch ausreichend für die ganze, weitere Stillzeit gebildet wird. Das Prinzip Angebot und Nachfrage läuft nur, wenn in den ersten Wochen genügend Rezeptoren für Prolaktin gebildet werden. Wird dieser Prozess z.B. durch zu wenig Anlegen, zuviel zufüttern usw. gestört, ist irgendwann die Steigerung der Milchmenge begrenzt. Dann muss Frau, ob sie will oder nicht, zufüttern. Bei sehr vielen lag es an der falschen oder unzureichenden Betreuung.

Ja, es gibt auch einige Frauen, die sagen, ich möchte stillen (gar nicht wirklich wollen). Wenn es ihnen dann zu anstrengend wird, schnell zur Flasche greifen. Damit beginnt dann schon oft der erste Schritt Richtung abstillen, wenn sie Pech haben.
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marscygale
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Re: Milch reicht nicht

Beitrag von marscygale »

Danke für deinen Beitrag. Und so wie du es am Schluss schreibst, genau das Gefühl habe ich manchmal. Ich finde es nur schade, dass bei einem 3 Monate kleinem Baby gesagt wird, och der stillt nur und hängt die ganze Zeit an der Brust, gebe ich halt die Flasche. Was stellen sich denn manche Frauen vor, dass ein Säugling alle vier Stunden sstillt und das gleich ab Geburt und nachts am besten gleich durchschlafen?

Deinen Beitrag finde ich interessant, bezüglich des anfänglichen Stillens und die Auswirkung auf die Millchbildung in der Folge.
Grüsse
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