ich hab mit mal ein paar Gedanken gemacht zum Thema "Schulterlösung bei Slings".
Ich hab bisher meist die ungefaltete Version bevorzugt -
Vorteile:
*man kann den Sling so schmal oder breit hinlegen, wie man es gerne mag
*man kann die Ringe sehr schön hoch Richtung Schlüsselbein platzieren
*es ist leicht zu nähen.
Nachteil:
*bei manchen rutscht's
*sieht manchmal etwas unordentlich aus
Elisabeth-Faltung hat auch was für sich -
Vorteile:
*sieht ordentlich aus
*rutscht nicht/verbreitert sich nicht
Nachteile:
*die Breite ist festgelegt (da der Stoff durchgehend 3-lagig wird, ist die Breite logischerweise ein Drittel der Ursprungsbreite)
*etwas schwieriger zu nähen
*bei den "Nähecken" an jeder Falte kann der Stoff ausreißen, da hier die Zugbelastung automatisch höher ist (je weniger Falten, desto "schlimmer")
Also hab ich mal versucht, die Vorteile von *ungefaltet* und Elisabeth-Faltung zu kombinieren!
Und hier ist mein Ergebnis - strenggenommen: eine Pimp-Methode für ungefaltete Slings!
Kurz zusammengefasst: an etwa den Stellen, wo bei Elisabethfaltungs-Sling die beiden Nähte sind, sind bei meinem Sling auch welche (in etwa 10 und 20 cm Entfernung von den Ringen) - und zwar in beliebig gewünschter Breite und OHNE Nähecken, die bevorzugt ausreißen.
Hier die Bilder dazu:
Als erstes zieht man mit einer Nadel einen Faden etwa aus der Mitte des Tuchs, und zwar in ca. 20 cm vom Stoffumschlag in den Ringen. Der Stoff sollte hier bereits einlagig sein.
Dann zieht man den Faden vorsichtig weiter heraus, so dass sich der Sling in der Breite zusammenzieht. Soweit ziehen, wie man mag! (Meine "Endbreite" war ca. 25 cm) Bei der gewünschten Breite schneidet man den herausgezogenen Faden in der Mitte ab und setzt einen einfachen Knoten (vorsichtig, dass er dabei nicht reißt!)
Genauso verfährt man ein zweites Mal, in etwa 10 cm Entfernung vom Stoffumschlag, wo der Stoff i.d.R. doppelt liegt. Am besten als erstes auf der Vorderseite, und dann noch mal auf möglichst gleicher Höhe auf der Rückseite.
Wenn die drei Raffungen fertig sind, mit der Nähmaschiene über jeden gezogenen Faden drüber steppen (am besten zwei mal), damit die Raffungen belastbar werden. Vorder- und Rückseite dazu mit Nadeln fixieren! Die Vorderseite sollte beim Nähenoben liegen, damit man aus Schönheitsgründen hier mit der Naht genau den gezogenen Faden trifft. Und hier das Endergebnis - bequem und robust wie ein ungefalteter Sling, definierter Stoffverlauf wie bei der Elisabethfaltung: und hier noch mal mit einem Girasol:
Viel Spaß beim Ausprobieren und LG;
Julia

