Montanara hat geschrieben:Hallo Rose
Ich wollte Dir kein schlechtes Gewissen verursachen. Schliesslich gibt es auch Kinder, die im Babybjörn getragen wurden und dennoch gesund geblieben sind... Ich wollte Dich vielmehr darauf hinweisen, dass Du Dein Kind einfach viel besser fördern kannst, wenn Du seine deutlichen Zeichen ernst nimmst und tust, was es gerne hätte.
Du kannst Optiker usw. fragen - aus meiner Sicht ist der Fall aber klar....Die allermeisten Kinder aber, die sich verhalten wie Deines, verhalten sich ziemlich sofort ruhig, wenn sie auf dem Rücken getragen werden!achso: von 80% der rückentragebilder, die ich hier sehe, sind die kinder hinten aber so gebunden, dass auch sie noch nicht über die schulter sehen können..
Ausserdem ist es für den Rücken der tragenden Person besser, das Kind auf den Rücken zu binden. Es schont Bandscheiben und Beckenboden massgeblich.
Natürlich machen Kinder, die vor dem Bauch getragen werden, auch Dinge in Fahrtrichtung, wenn sie robben. Aber der grosse Vorteil des Tragens ist der, dass das Kind schon Bewegungsabläufe kennen lernt, die es selbst nicht in der Lage zu tun wäre. Bewegungsabläufe, die es nicht machen kann, wenn es robbt. Bewegungsabläufe, die auch einer harmonischen Ausformung der gesamten Koordination und Intelligenz dienen.
Und halte Dir vor Augen, dass wir in Westeuropa die einzigen Menschen sind, die ihre Kinder vor dem Bauch tragen können. 2/3 der Menschheit trägt seinen Nachwuchs, davon die allermeisten auf den Hüften oder auf dem Rücken! Der Mensch ist biologisch und stammesgeschichtlich gesehen dafür vorgesehen, auf der Hüfte getragen zu werden, also in "Fahrtrichtung"!
Kannst Du mir die Quelle dieser Studie angeben, die Du zitierst, oder war das nur eine Aussage in einem Forum? Ich denke nicht, dass sich das - sollte es tatsächlich eine Studie sein - auf das Tragen auf dem Rücken bezieht, sondern darauf, dass afrikanische Kinder vielleicht nicht die Möglichkeit haben, zu robben usw., wie das unsere Kinder hier können. Sie werden auschliesslich getragen und kaum hingelegt. Meiner Meinung nach braucht ein Kind beides: das Tragen in "Fahrtrichtung" UND die Möglichkeit, sich selber bewegen zu können.
Du kannst gut und gerne versuchen, rationale Argumente gegen das Rückentragen zu suchen und die Zeichen Deines Kindes zu übergehen. Du kannst aber auch Argumente einer Ausbilderin, von Müttern mit viel Erfahrung und vor allem auch Deines Kindes ernst nehmen. Auch wenn es Dir zunächst nicht behagt und Du Dich arg überwinden musst.
Herzlich
Dorothea
also ein schlechtes gewissen habe ich noch nicht, eben weil ich noch viele argumente gegen das rückentrage suche. ich hatte eigentlich noch vor,lange zu tragen, aber man wird doch zunehmend verunsichert, je mehr man übers tragen weiss. es ist ja nicht so, dass sich meine tochter unwohl vorm bauch fühlt, sie schreit ja nicht oder will raus und sie zappelt ja nicht immer.. und momentan find ichs eben praktischer vorm bauch zu tragen. ich stille sie oft im tragetuch und draussen find ichs momentan bei der kälte auch praktischer. aber natürlich bin ich jetzt verunsichert, nachdem ich das ganze negative übers bauchtragen gehört habe. eigentlich wollte ich meine tochter gerne tragen, ihr gefällts auch, aber wie vorhin schon gesagt, man lernt hier immer mehr dazu und macht sich dann gedanken! mir kommts manchmal echt so vor, als müsste man das tragen erst an der uni studieren, um es richtig zu machen. die stegbeite muss ausgemessen werden, der winkel von den beinen berechnet werden, jetzt weiss ich auch, dass ich der visuellen entwicklung schade etc... ja, stimmt, ich habe nun ein schlechtes gewissen, weil ich nicht alles perfekt mache!
ich werde wohl bald die rückentrage ausprobieren, aber dafür brauch ich doch bestimmt wieder ein kürzeres tuch (meins ist 4,60 und trage grösse 32/34) . den beco könnte ich mir ja auf den rücken schnallen, aber der ist ja wieder nicht so ideal und in den ergo passt sie nicht rein (sie ist recht zierlich) ... und bis dahin werde ich wohl lieber gar nimmer tragen, bevor noch was falsch läuft...

