Zwischenbericht nach 2 Mo windelfrei - Beginn mit 3 Wo

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tatelihay
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Zwischenbericht nach 2 Mo windelfrei - Beginn mit 3 Wo

Beitrag von tatelihay »

Bericht Windelfrei

Hallo,
da mir alle Erfahrungsberichte zum Thema windelfrei am meisten geholfen haben, den ersten Schritt zu machen, möchte ich meine (bisher noch recht kurze) Erfahrung auch weitergeben. Ich bin zu einem echten Fan von Windelfrei avanciert und kann nur jedem wärmstens empfehlen das zu probieren!
Meine Tochter ist mein erstes Kind und in den ersten 2-3 Wochen war ich eindeutig überfordert, um auch noch an windelfrei zu denken. Ich hatte genug mit stillen, hoppern und Schlaf nachholen zu tun. Allerdings ist mir da schon immer aufgefallen, dass sie meistens bevor sie käckert die Beine etwas anzieht und herumdrückt und zwar ein, zwei Minuten lang. Danach ging das dann mit einem gut hörbaren Rums in die Www.
Ich habe versucht sie nackt strampeln zu lassen, aber ich hatte das Gefühl, das es ihr zu kalt ist und die Pausen zwischen den Pipis waren über eine halbe stunde. Also hab ich das nach 1-2 Versuchen gelassen. Allerdings hat sie einmal während so einem Versuch gepiselt und ich hab "pssss" gesagt. Als ich sie dann nach einem langen Schlaf mal abgehalten habe und den Schlüssellaut gemacht habe, hat sie gleich Pipi gemacht :lol: . "Abhalten" hat bei mir anfangs so ausgesehen: Wir haben den Wickelbereich im Bad neben dem Waschbecken. Da hab ich sie draufgelegt, ausgepackt, www abgemacht und dann abgehalten. Dann wieder alles eingepackt.
Dann ist mir aufgefallen, dass sie sich morgens im Bett immer so windet, obwohl sie eigentlich noch schläft und nicht gestillt werden will. Da hab ich sie dann auch mal ins Bad getragen, www ausgezogen und abgehalten und sie hat gleich gekäkert. Seitdem hab ich sie auch während dem Stillen, wenn sie so herumgedruckt hat auch ins Bad getragen.
Das mit dem großen Geschäft hatte ich also relativ bald und relativ sicher heraußen. Währenddessen trug sie immer noch www. Aber Pipis hab ich gar keine erwischt, außer wenn sie auch groß musste zur gleichen Zeit.
Ich versuchte einen Pipi-Ausdruck in ihrem Gesicht zu erkennen. Aber durch die www wusste ich ja nie, ob sie wirklich zu dem Zeitpunkt was gemacht hat oder schon vorher. Also hab ich ihr die Windel mal ausgezogen und bin dann auch prompt innerhalb einer halben Stunde 2x angepinkelt worden :? . War darauf ziemlich entmutigt und hab ihr die www wieder angezogen.
Ich hab so weitergemacht, dass ich sie auf Verdacht ins Bad getragen habe und alles ausgezogen und dann wieder alles an. Das hat sich aber auch für meine Tochter als frustrierend herausgestellt. Vor allem Abends, wenn sie auch schon müde war.
Der nächste große Durchbruch waren Babylegs. Ich habe ihr Babylegs und dicke Socken angezogen und sie obenrum schön warm eingepackt und hab ihr eine Stoffwindel unter den Hintern gehalten. So konnte ich sie einfach über eine Schüssel abhalten, die ich mir zwischen die Beine geklemmt habe. Und wenn nix kam, hab ich sie ein paar Minuten später noch mal abhalten können, ohne mir wie ein Kinderschänder vorzukommen. Vor allem aber hab ich gleich gemerkt wenn sie gemacht hat, hab den Schlüssellaut machen können und bin selber nicht nass geworden. Das hab ich vorerst nur beim Stillen gemacht und hab ihr danach wieder www angezogen. Doch mit Babylegs ist auch www abmachen einfacher.
Der nächste Schritt war, dass ich mich erst mal weniger auf ihre Zeichen verlassen hab, sondern versucht habe ihr Timing herauszufinden. Also morgens nach dem aufwachen abgehalten, Stoffwindel unter den Hintern und nach 15 Min noch mal abgehalten. Siehe da, es hat funktioniert.
Bin dann draufgekommen, dass sie nach dem stillen 2-3 Mal im Abstand von 15-20 Min muss und dann länger nicht mehr. Hab sie dann nach 2x abhalten ins Tragetuch gegeben, wo sie dann meist eingeschlafen ist. So war sie den Vormittag schon meist windelfrei. Im Tragetuch bin ich draufgekommen, dass sie sich richtig wehrt und kräftig protestiert, wenn sie muss. Ich hatte dann noch Zeit sie auszuwickeln und ins Bad zu tragen. Bin dann draufgekommen, dass das Tragetuch eigentlich der sicherste Ort ist, um keine Pannen zu haben, weil sie da recht deutliche Zeichen gibt. Wenn ich Sie im Arm gehalten habe und versucht habe nach dem Pinkel-Gesicht Ausschau zu halten, bin ich entweder zu oft oder zu spät mit ihr ins Bad gegangen.
Nun war aber das Problem die Wickeltechnik. Ich habe die Wickelkreuztrage mit ihr verwendet. Das heißt aber
-Tuch schleift immer am Boden beim Wickeln
- Man muss das Kind ablegen, um das Tuch zu wickeln
- bei Fehlalarm ist das ein ziemliches Rumgewurschtel für das Kind, um das dann womöglichst 5 Min später zu wiederholen.
Bin dann auf den Sling gekommen. Sling ist perfekt zum Einkaufen gehen, oder durch die Stadt zu gehen, auch wenn man öfters aus dem Auto aus und einsteigen muss und nicht jedes Mal rumwickeln will, oder für leichte Hausarbeit, bei der man sich nicht viel bücken muss, sondern nur beide Hände oder besser noch nur eine Hand freihaben muss.
Zu dem Zeitpunkt war meine Maus ca. 7 Wochen. Wir haben mit 2-3 Ausnahmen alle Kakas relativ mühelos erwischt und ziemlich viele Pipis und sie war zu dem Zeitpunkt zu Hause windelfrei. 3-4 nasse Stoffwindeln am Tag gab es, die aber einfach unterm Hintern raus gezogen wurden und gewechselt.
Als nächstes bin ich die Nächte angegangen. Hab mir 2 Moltonunterlagen gekauft und 2 Stoffwindeln drüber gelegt. So zusammen gefaltet, dass eine Windel unter der unteren Körperhälfte liegt und eine unter der oberen. So kann ich, wenn Mausi ins Bett macht, einfach die nasse Windel unterm Po rausziehen und eine trockene unterschieben. Die windelfreien Nächte sind eigentlich viel einfacher, als ich mir das vorgestellt habe.
Ich hab versucht sie vor und nach dem Stillen in der Mitte der Nacht abzuhalten. Da kam aber nix, sondern 10 Min später. Also hab ich in der darauf folgenden Nacht, sobald ich gemerkt habe, dass sie nach dem Stillen unruhig wird, noch mal versucht sie abzuhalten und es hat funktioniert. Die meisten Nächte muss sie aber gar nicht in der Mitte sondern erst morgens. Daher hab ich dann wieder aufgehört sie abzuhalten. Manchmal ist eine Windel nass, aber das ist vielleicht 1x die Woche. Es kommt auch darauf an, wieviel sie abends noch getrunken hat und um welche Uhrzeit sie das letzte Mal war. Wenn sie so gegen 21 Uhr einschläft, dann kann es sein, dass sie noch mal muss, wenn sie erst so gegen 23 Uhr einschläft, dann kann sie meist durchschlafen (mit Stillunterbrechung) bis 6 ohne zu müssen. Somit waren die Nächte also auch windelfrei :jippi:
Die nächste große Hürde war beim unterwegs sein. Erstens kann man das Kind ja nicht mit nacktem Hintern durch die Gegend schleppen und zweitens war mir das immer total peinlich sie irgendwo abzuhalten, wenn das Leute sehen können. :oops: Z. B. am Einkaufsparkplatz oder in der Stadt. Oder mit dem Kind im Cafe aufs Klo gehen und dann womöglich 5 Min später schon wieder. Außerdem hatte ich da wieder www an und Hosen drüber und das war dann auch ein Handling Problem. Die kleine konnte den Kopf noch nicht stabilisieren und ich versuche Ihr auf einer öffentlichen Toilette die Hosen runter zuziehen, die www abzumachen, sie abzuhalten und das alles wieder retour ohne sie abzulegen oder irgendwas fallen zu lassen. Und wenn sie gekäckert hat, dann noch den Hintern abwischen... also was tun??? Hab dann von einer netten Mutti hier im Forum den Tipp bekommen die Stoffwindel zu einem länglichen Streifen zusammen zu legen und ein Gummiband wie einen Gürtel um den Bauch zu legen. Die Windel wird dann vorne und hinten einfach unter das Gummiband geschoben. Damit ist der Hintern bedeckt und im Bedarfsfall lässt sich die Windel einfach vorne rausziehen und nach hinten umklappen, das Baby abhalten und dann einfach die Windel wieder nach vorne klappen und unter das Gummiband schieben. Ich habe Stirnbänder gefunden, die genau um den Bauch meiner Kleinen passen. Diese Konstruktion + Babylegs = ideal an wärmeren Tagen. Die Windel lässt sich auch total schnell wechseln im Bedarfsfall und auch Babies, die den Kopf noch nicht halten können, kann man so bequem abhalten.
Als das Wetter jetzt wieder kühler wurde musste ich mir allerdings wieder was neues einfallen lassen. Bin mittlerweile ein Meister im Modifizieren von Bodies. Das Problem bei Shirt und Babylegs ist ja auch, dass das Shirt die ganze Zeit hoch rutscht. Mittlerweile schneide ich bei den langbeinigen Bodies den Schritt aus und leg dann die Gummiband-Windelkonstruktion drüber. Somit kann man das Baby warm anziehen und hat es trotzdem schnell ausgepackt.
Das mit dem schnell Auspacken hat eigentlich weniger damit zu tun, dass Babies nicht warten können, wenn sie müssen. Bin schon mal im Bus gefahren und meine Maus hat noch ganze 3 Stationen gewartet und dann noch ca. 100m gehen bis ich aus dem Gedrängel heraus war und dann noch aus dem Tuch auspacken und abhalten. Der Grund, warum es schnell gehen muss ist der, dass die Mama manchmal einfach zu doof oder zu ängstlich ist und die Maus abhält wenn sie gar nicht muss. Und dann muss man sie halt bald mal schon wieder abhalten. Und dieses ewige an und ausziehen verhindert, dann das man es noch mal versucht und genau dann hätte sie aber wirklich gemusst. :roll:
Was mir auch geholfen hat, war die Angst vor dem Babypipi zu verlieren. Wenn sie noch so klein sind, dann riecht das fast gar nicht. Und schon überhaupt nicht, wenn es an der Luft trocknet. Als ich mit der Timing-Methode nicht mehr wirklich weiter kam, weil es dann doch öfters passiert ist, dass ich mit ihr 3x ins Bad gerannt bin und nix raus kam, hab ich mir gesagt, es ist jetzt egal, ob ich angepinkelt werde, ich warte jetzt einfach, bis sie mir ein klares Zeichen gibt oder ich werde halt nass. Und siehe da, sie wurde merkbar unruhig und hat heftig mit Armen und Beinen gezappelt.
Zum Thema Autositz: ich habe eine wegwerfbare Wickeltischunterlage in Autositz große Teile zerschnitten. Da hab ich sie zuerst mit nacktem Hintern draufgesetzt. Mittlerweile lass ich die Windel aber drauf. Ich halte sie einmal ab bevor wir losfahren und dann sobald wir ankommen (wenn die Fahrt so zwischen 20 und 40 Min dauert) Bei längeren Fahrten bleibe ich manchmel stehen, wenn ich glaube, dass sie muss. Wenn wir zu zweit im Auto sind nehme ich sie kurz aus dem Sitz und lasse sie in ein Tupperware pinkeln, dass ich dann verschließe. Manchmal setzte ich sie dann auch mit nacktem Hintern auf die Wegewerfunterlage und wenn sie gemacht hat, wechsle ich die einfach unterm Hintern aus, dann muss ich sie nicht aus dem Sitz nehmen.
Zur Zeit brauche ich immer noch 3-4 Stoffwindeln pro Tag im Schnitt (Manchmal 8 und manchmal keine). Jeder Erfolgstreffer ist ein schönes Erlebnis und jede Panne macht eigentlich auch nicht viel, außer dass ich wieder was dazulerne. Hab inzwischen aufgehört auf die Uhr zu schauen und bin gerade dabei die Intuition kennen zu lernen und ihr zu vertrauen.
Ich verwende jetzt auch oft die Doppelte Kreuztrage wenn ich unterwegs bin. Die kann man am Körper lassen und das Kind einfach rausnehmen zum Abhalten oder Stillen und danach wieder reinstecken.
Einkaufen ist eigentlich kein Problem. Ich halte sie einmal davor ab und dann hält sie das locker aus, bis wir wieder heraußen sind. Mein größtes Hindernis ist immer noch es skeptischen Leuten zu erklären und dann womöglichst vor lauter Vorführeffekt total aus dem Takt zu kommen. Aber je selbstsicherer ich bin und mich nicht beirren lasse, desto besser klappt es. Ich lasse mich durch windelfrei gar nicht mehr einschränken. Ich gehe Freunde besuchen, übernachte auch bei denen oder in Hotels, gehen in Restaurants oder Cafes, zum Einkaufen oder Spazieren, zum Wandern oder zur Babymassage. Das letzte www Paket habe ich in ihrer 6. Woche gekauft und es steht immer noch halbvoll in unserem Bad.
Mein Mann macht mittlerweile auch mit und ist total froh, dass wir das so machen. Nicht nur für unsere Maus sondern auch für seinen leicht empfindlichen Magen. Eine verschissene Windel war schon nicht so sein Ding, aber der Windeleimer oder der Windelmüllsack, die konnten ihm echt das Fürchten lehren. :klokotz:
Und sogar die Oma ist ganz hin und weg wie "intelligent" ihre 2 Monate alte Enkelin ist. Sie hält sie jetzt auch schon ab und freut sich wie ein Schneekönig, wenn es klappt.
So, puh, also danke, wer sich bis hierher durchgeackert hat. Ich hoffe es war informativ für jemanden, der damit anfangen möchte, aber noch nicht genau weiss, wie. Ich kann jedem wirklich nur aufs herzlichste dazu raten. Es ist wirklich schön seinem Baby beim Ausscheiden zu helfen und den Hintern nur mit etwas Klopapier abzutupfen, falls das überhaupt nötig ist, anstatt den eingetrockneten Kot mit Feuchttüchern vom Hintern zu schrubben und zu versuchen alle Bröckchen aus allen möglichen anderen Öffnungen und Falten herauszuwischen.
Viel Spaß und nur Mut, es zahlt sich auf alle Fälle aus! :daumenhoch:
Liebe Grüße
Tatjana
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Patty
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Beitrag von Patty »

Toll, danke für Deinen Bericht. Das macht Mut, ich will es auch versuchen und vielleicht war das hier der letzte Schubs. Und gut zu wissen, dass es einen langsamen Einstieg gibt. Danke!
Viele Grüße,
Patty mit Zauberfee 08/08 & Minimaus 04/13
lunettchen
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Beitrag von lunettchen »

Gibt es ein Update? :-) *bin so neugierig*
Liebe Grüße, lunettchen mit Schätzchen 5/08 und 9/11.
tatelihay
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Re: Zwischenbericht nach 2 Mo windelfrei - Beginn mit 3 Wo

Beitrag von tatelihay »

Fortsetzung Bericht Windelfrei

Mittlerweile ist Mia 5 Monate alt. Wir verwenden immer noch das System mit Stoffwindelstreifen unter ein Gummiband am Bauch geschoben. Hat sich bestens bewaehrt, aber ich denke, wenn sie mobiler wird, muss ich mir was anderes einfallen lassen.
In den letzten 3 Monaten gab es einige Hoehen und Tiefen bezueglich windelfrei.
1) Die Naechte wurden zusehens unruhiger. Um den 2. Monat herum ist sie maximal 1x nass gewesen in der Nacht, falls ueberhaupt und hat sonst bis aufs Stillen ruhig geschlafen. Das hat sich so um den 3. Monat herum geaendert. Sie hat immer unruhger geschlafen und ich hab sie immer oefter angelegt oder versucht sie abzuhalten, was sie aber nicht wollte. Das heisst ich war 3-4 mal auf um zu stillen und dann noch 3-4 mal um sie abzuhalten oder eine nasse Unterlage zu wechseln. Da bleibt vom Schlaf nicht mehr viel ueber :heul . Doch vor ca. einer Woche hat sie ihren Daumen entdeckt zum Nuckeln. Jetzt stillt sie in der Nacht hoechstens nur noch 1-2 mal und muss dann auch nicht mehr so oft sondern erst wieder so gegen vier oder fuenf in der Frueh. Allerdings bin ich mit der Daumenlutschloesung auch nicht so zufrieden, den das soll ja nicht so toll sein fuer den Kiefer und die Zaehne. Hab jetzt von einer Mami den Tip bekommen mir das Buch von Aletha Solter durchzulesen, ueber den Bedarf der Babies ihren Stress auch ueber das Weinen loszulassen. Angeblich brauchen Babies, die gehalten weinen duerfen keine Ersatzbefriedigung wie Daumenlutschen, Schnuller, etc. Bin aber noch am Lesen und Experimentieren. In der Zwiscshenzeit bin ich jede Nacht heilfroh, dass sie einen Daumen hat.
2) Windelfrei und fremde Leute. Ich bin immer etwas angespannt, wenn ich Fremde oder auch verwandte Leute treffe, die mein Kind und die Windelfreimethode nicht kennen. Sie halten dann das Kind am Schoss und fragen was das fuer eine komische Art ist die Windel zu binden. Dann kommt die Erklaerung und danach schau ich natuerlich ganz genau und bin auf der Hut und hoffe, dass diejenigen nicht sofort eine Dusche bekommen nachdem ich lang und breit erklaert habe, wie toll das funktioniert. Irgendwie fand ich es schade, dass ich mich da nicht so entspannen kann und die Mia dementsprechend auch nicht so oft bei nicht eingeweihten Leuten am Schoss landet.
Wir sind mittlerweile nach Suedafrika gezogen. Deshalb auch die komische Schreibweise von “ae” oder “oe”. Und hier habe ich eine Gruppe von Leuten getroffen, die alle ihre Kinder windelfrei aufziehen. Sie haben mir alle bestaetigt, dass es einfach so ist. Dass jeder die Situation kennt, inder man sich wuenscht, man wuerde alles so machen wie die anderen, damit man sich nicht erklaeren oder entschuldigen muss. Manche meinten, dass sie in “brenzligen” Situationen ihren Kindern eine www angezogen haben, um sich eben keinen Stress zu machen. Auf alle Faelle hat mir das geholfen Gleichgesinnte zu treffen und sich in dem Kreis total entspannt zu bewegen.
Ich muss dazusagen, dass ich aber auch eine besondere Geschichte zum Thema windelfrei habe. Kurz bevor wir weggezogen sind, ist ein Artikel in der Zeitung erschienen ueber Mia als windelfrei Baby erschienen. Darauf hin bin ich natuerlich von jedem darauf angesprochen worden und jeder wollte jetzt sehen, wie das Wunderbaby abgehalen wird. Das hat den Stress natuerlich gleich mal vervielfacht :shock: . Deswegen sind wir dann nach Suedafrika ausgewandert (nein, war nur ein Witz, wir wollten natuerlich sowieso weg!)
Mittlerweile bin ich davon abgekommen jedem alles zu erklaeren. Ich sag gar nichts von vornherein. Wenn jemand fragt, sage ich dass ich versuche sie abzuhalten ohne weiters auf die Details der Methode einzugehen. Und wenn dann trotzdem ein Unfall passiert ist es kein Drama. Also mein Tipp an alle: versucht euch vom Erfolgsdruck zu befreien, dass ist naemlich der Killer. Nehmt die “ das Glas ist halb voll” Einstellung: jedes Pipi, dass in der Toilette oder in der freien Natur landet ist ein Gewinn fuer Baby und Umwelt.
3) Keine Fortschritte und Rueckschritte? Bis zu meinem ersten Bericht haben wir uns langsam aber stetig immer weiter Richtung “trocken” hinbewegt. Sicher gab es mal bessere und mal schlechtere Tage, aber es war eine stetige Tendenz zu erkennen. Ab dem 2.-3. Monat jedoch hat sich nicht mehr viel getan. Die Anzahl der im Schnitt gebrauchten Windeln ist fast gleich geblieben. Manchmal hatte ich das Gefuehl, dass meine Kleine ueberhaupt nicht mehr daran interessiert ist, dass es keine Zusammenarbeit ist, sondern ich sie einfach oefter mal abhalte und entweder hab ich Glueck oder auch nicht. Ansonsten macht sie genauso gern in die Windel (ins Bett, im Autositz, auf den Schoss, oder was man sonst noch so alles anpinkeln kann :evil: ). Das stimmt aber nicht und man laesst sich auch gerne an schlechten Tagen verleiten die ganze Methode anzuzweifeln
DENN:
- Unfaelle sind ausschliesslich Pipi. In den ganzen 5 Monaten ist es mir ein einziges Mal passiert, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes angeschissen wurde.
- Nach 2 Monaten bewegen sich Babies generell viel mehr, so dass es schwieriger wird die Bewegungen die ein Beduerfniss anzeigen herauszufiltern.
- Die meisten Unfaelle, die jetzt passieren, haengen damit zusammen, dass meine kleine Maus versucht sich hochzustuetzen oder auf allen Vieren zu stehen. Da ist der Druck auf die Blase ganz anders und das zu kontrollieren hat sie einfach noch nicht heraussen.
ABER: Wenn ich sie abhalte und auch wenn dann nichts kommen sollte, sie versucht es auf alle Faelle, das erkenne ich daran, dass sie drueckt. D.h. die Zusammenarbeit ist da.
Selbst wenn etwas daneben geht, spaetestens dann bekomme immer ganz deutlich Zeichen. Das heisst das Bewusstsein, um die Koerperfunktionen ist da und um das zu erhalten, darum geht es ja eigentlich bei der Methode.

Also bin immernoch begeistert von der Methode. Koennte mir nichts anderes vorstellen. Wuerde es auf alle Faelle wieder machen, bin allerdings vom Missionieren abgekommen. Obwohl ich es immer noch windelfrei nenne, ist es eigentlich EC (elimination communication). Ich weiss auch nicht, wie das Eltern machen, die tatsaechlich keine Windeln oder backups verwenden.

Was mir in den 3 Monaten am meisten geholfen hat::idea:
- Ein kleiner Topf, den man sich zwischen die Knie haelt und das Baby draufsetzen kann. Gehe zu Hause mit ihr fast nicht mehr aufs Klo, weil das mit dem Topf viel angenehmer ist. Vom Waschbecken wuerde ich auch abraten, weil sich auch bei regelmaessiger Saeuberung Kot in den Rohren ablagert und das einfach anfaengt zu Mueffeln. Ist als Einstieg ganz gut aber keine Dauerloesung.
- Weiterhin die Methode Stoffwindel und Gummiband in Kombination mit ausgeschnittenen Bodies.
- Das Treffen mit anderen Windelfrei Betreibern. Eine Mutti hier hat sogar einen Kurs zusammengestellt. Ist allerdings in Englisch, doch wer Lust hat anderen das Nahe zu bringen, um vielleicht eine eigenen Support Gruppe in der nahen Umgebung aufzustellen, kann ueber so einen Kurs neue windelfrei Babies kennen lernen. (Bei Interesse koennte ich versuchen die Unterlagen zu mailen).
- Das warme Wetter. In Suedafrika ist es gerade Sommer und ich muss sagen das hilft schon. Gar nicht unbedingt nur wegen der Kleidung. Obwohl das natuerlich auch leichter ist als in Oesterreich im Winter. Aber am Besten ist, dass eine nasse Windel 20 Min spaeter wieder trocken ist. Wenn ich unterwegs bin hab ich 2 Wechselwindeln dabei, falls ich wirklich beide aufbrauchen sollte, ist bis dahin die erste sicher wieder trocken.
- Druck wegnehmen. Sich nicht stressen lassen! Es kommt wie’s kommt.
- Herauszufinden, dass das Stillbeduerfnis in der Nacht nicht vom Hunger kommt, sondern vom schlechten Schlaf. Wenn Babies einen seichten Schlaf haben, dann muessen sie auch dementsprechend oefter.
So, das wars wieder mal. Ich Wuensche allen „Neulingen“ viel Spass! Lasst euch nicht abschrecken von Geschichten von „schlechten Tagen“. Alles halb so wild! Es ist trotzdem toll und ich kenne keinen der windelfrei probiert hat und dann wieder zu vollzeit www uebergegangen ist. Es zahlt sich auf alle Faelle aus!
Liebe Gruesse aus Suedafrika :knutsch
Tatjana
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