bei Buchticket habe ich mir das Buch "Kinder fordern uns heraus - wie erziehen wir sie zeitgemäß?" von Rudolf Dreikurs ertauscht, weil ich letztens hier im Forum gelesen habe, dass ein anderes Buch von ihm so gut sein soll.
Heute kam das Buch, und beim Querlesen wurden meine Augen immer größer und größer, wiel ich so schockiert war von diesen Erziehungstipps.
Ich zitiere mal ein bisschen:
Kapitel: "Sich durch Furchtsamkeit nicht beeindrucken lassen"
Dann ging es noch um ein Mädchen, das Angst vor Grashüpfern hatte. Da lautet der Tipp:R. Dreikurs hat geschrieben: "Der sechzehn Monate alte Mark sah zum erstenmal einen Hund, als ihn die Mutter zum Besuch von Freunden mitnahm. Als er dieses fremde, sich bewegende Ding sah, klammerte er sich an die Mutter. Alle Erwachsenen um ihn herum machten großes Aufheben: "Er tut dir nichts, Mark, siehst du? Komm, streichle ihn. Er hat dich gern, hab keine Angst." usw."
Mark beurteilte die Situation rasch - und richtig! Unsicher darüber, was er tun sollte, entschied er sich, die durch die Reaktion der Erwachsenen ihm nahegelegte Angst zu benutzen, um seine Verwirrung zu verbergen und das Getue und die Aufregung weiter zu genießen. So kann der Gebrauch der Angst beginnen.
[...]
Verstärkte Angst erzeugt eine ganz besondere Aufmerksamkeit, wie z.B. aufgenommen und getröstet zu werden. So wird natürliches Zögern in Angst umgesetzt, die sich als nützlich erweiset, um bei den Erwachsenen Beachtung zu finden.
Kinder sind die geborenen Schauspieler."
Und dann noch ein Beispiel, das ich ziemlich unglaublich fand, das steh im Kapitel "Sich vom Streit zurückziehen":R. Dreikurs hat geschrieben: "Das Dümmste, was Magdas Eltern sagen können ist, daß sie albern sei. Dies ist eine Herausforderung, ihren schreckerfüllten Zustand beizubehalten. Würden die Eltern sich durch ihr Geschrei nicht beeindrucken lassen, könnten sie den Zweck der Angst ausschalten."
Ja, und darauf soll ich dann als Mutter stolz sein, oder was??R. Dreikurs hat geschrieben:
"Während der Spielstunde am Nachmittag sagte die Mutter zu Horst: "8 Uhr ist deine Zeit, ins Bett zu gehen. Ich werde dir sagen, wenn es Zeit für dein Bad ist. Vati und ich werden dir um 8 Uhr Gute Nacht sagen. Danach können wir uns leider nicht mehr um dich kümmern."
Um 19:30 Uhr beginnt die Mutter, das Badewasserfür Horst einlaufen zu lassen, und ruft ihn. "Ich möchte noch ein bißchen spielen", antwortet der Junge trotzig. "Dein Badewasser ist fertig, mein Lieber", sagt die Mutter und geht ins Wohnzimmer. Um 8 Uhr gehen die Eltern in Horsts Zimmer. Horst spielt immer noch. "Gute Nacht, mein großer Junge." Der Vater nimmt seinen Sohn hoch und gibt ihm einen Kuss. "Bis morgen früh!" "Gute Nacht, Liebling, ich wünsche dir einen schönen Traum!" Die Mutter küsst ihn. Die Eltern gehen ins Wohnzimmer zurück und schalten den Fernsehapparat ein. Horst kommt ins Wohnzimmer und schreit: "Aber ich habe noch nicht mein Bad gehabt!" Mutter und Vater tun so, als ob Horst schon schlafen würde. Horst klettert auf Mutters Schoß. "Ich möchte mein Bad, Mutti!" wimmert er, als er sein Gesicht Mutters Gesicht nähert.
"Georg, komm, wir machen uns etwas zu essen!" (Diese List ermöglicht es, daß Horst keinen Schoß mehr hat, auf dem er sitzen kann.)
Die Mutter erhebt sich und läßt Horst heruntergleiten. Er tut nun alles, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen. Er schreit und stampft, steht auf dem Kopf, zieht die Eltern an den Beinen, aber nichts hat Erfolg. Endlich geht er in sein Zimmer und zieht sich aus. Dann kommt er zurück und bittet darum, ihm seinen Pyjama zuzuknöpfen. Mutter und Vater sind aber in das Fernsehen vertieft und tun weiter so, als ob er schon im Bett wäre und schliefe. Etwa 21:30 Uhr klettert Horst in sein Bett, ohne Hilfe, sein Pyjama ist nicht zugeknöpft, er weint sich in den Schlaf."
Als Kommentar steht darunter noch:
Das ganze läuft übrigens unter dem Stichwort "Machtkampf vermeiden"!R. Dreikurs hat geschrieben: Mutter und Vater blieben fest. Sie haben Gute Nacht gesagt und sind dann nur noch dafür verantwortlich, was sie tun.Sie haben sich zurückgezogen und Horst das Feld überlassen. Er verdoppelt verzweifelt seine Bemühungen, sie in einen Kampf zu verwickeln, um ihn zu Bett zu bringen. Er versucht sogar, durch Weinen ihr Mitleid zu erregen. Immer noch bleiben sie fest. Eine neue Art der Erziehung hat begonnen, die das Verhältnis des Jungen zu seinen Eltern und zur Ordnung grundsätzlich ändert. In kürzester Zeit wird Horst für sein Bad fertig sein, und Mutter und Horst können eine halbe Stunde angenehm miteinander verbringen.
Um 8 Uhr kommen Mutter und Vater, sagen Gute Nacht und lassen ihn in seinem Zimmer zurück. Geht der Junge einige Minuten später wieder auf die Toilette oder will er etwas trinken oder einen Kuss, tun Mutter und Vater wieder so, als o er schliefe. Er wird dann wahrscheinlich zu Bett gehen. Es ist anzunehmen, daß Horst innerhalb einer Woche bereit ist, 8 Uhr als das Ende seines Tages gelten zu lassen.
Ich glaub, das Buch klopp ich gleich in die Tonne!!

mit 16-jähriger Pferdeflüsterin
und dem Dinoexperten :
