Ich kann mich wohl glücklich schätzen.

Wir haben meist tolle Gespräche zu Tisch und alle bleiben sitzen. Durchaus auch mal eine Stunde. Das war früher natürlich noch etwas anders aber nie so schlimm, wie ihr hier berichtet.
Unser Problem ist das kleinste Kind, das gerade mal wieder nichts ausser Toastbrot mit Butter und Früchte essen kann und trotzdem oft ein ‚Gefühl‘ im Hals hat, das es nicht einordnen kann. Das führt dann zu Panik und Verzweiflung, die durchaus auch in einem Meltdown enden. Wenn sie es früh genug spürt können wir es durch ein Geographie-Quiz (worLdle) abwenden. Das lieben wir sowieso alle.
Neurotypisch (also so klassisch wechselseitig) sind die Gespräche aber meist eher nicht. Der Grosse referiert zu einem Panzer, einer Schlacht, dem römischen Reich o.Ä. die Mittlere ergänzt mit einer Geschichte aus der Schule, einem Test zum Thema oder randomisiert irgendeiner Story von YT, die Kleine doppelt mit einer anderen Geschichte nach, was den Grossen dazu veranlasst die Kernaussage/die Geschehnisse in der Schule oder wo auch immer der Kleinen aufzunehmen und ein Erlebnis aus seiner Schulzeit zu erzählen oder – oft genug – eine Brücke zu seinem enormen Wissen zum WWII zu schlagen and here we go again. Reihenfolge und Inhalt mögen abweichen aber der tägliche Ablauf ist ungefähr so. Trotzdem: niemand macht nervige Geräusche, niemand zappelt…alles mehr oder weniger ruhig und gemütlich.
Ich glaube, ich muss meinem Mann mal von euren Beiträgen hier berichten. Der findet unsere Gesprächskultur nämlich manchmal nervig und weiss das Glück nicht zu schätzen.