Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Lottilin
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Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von Lottilin »

Hallo ihr Lieben,

​ich brauche mal euren Rat oder einfach ein paar aufmunternde Worte. Mein Sohn ist jetzt 14 Monate alt und wir sind vom „richtigen Essen“ leider noch meilenweit entfernt.
​Eigentlich wird er noch voll gestillt. Ich biete ihm zwar ganz konsequent dreimal täglich Beikost bzw. unser Familienessen an, aber das Ergebnis ist immer das Gleiche: Er isst nur winzige Mengen und der Rest wird eigentlich nur untersucht, zermatscht oder vom Hochstuhl geworfen.
​Das Ganze belastet mich momentan sehr und ich bin langsam wirklich verzweifelt. Vor allem, weil wir das von unserer ersten Tochter überhaupt nicht kennen. Sie war eine super Esserin, und bei ihm habe ich das Gefühl, wir treten seit Monaten auf der Stelle. Ich mache mir einfach Sorgen, ob er so genug bekommt, aber er verlangt dann natürlich nach der Brust, um satt zu werden. Es zerrt so an den Nerven, wenn man sich jedes Mal Mühe gibt und am Ende doch wieder alles auf dem Boden landet.
​Die Eisenwerte habe ich bisher noch nicht kontrollieren lassen – das wäre vielleicht ein nächster Schritt, falls es gar nicht besser wird.

Deshalb meine Frage an euch:
​Hat jemand konkrete Tipps, was man in so einer Situation noch machen kann?
​Gibt es Strategien, wie man das Interesse am Essen wecken kann, ohne Druck auszuüben?
​Hat es bei jemandem geholfen, das Stillen tagsüber radikal zu reduzieren, oder hat das nur zu mehr Frust geführt?
​Wann ist bei euren „Spätzündern“ endlich der Knoten geplatzt?

Ich bin für jeden Ratschlag und jede Erfahrung dankbar. Ich möchte einfach nur, dass er endlich mal eine feste Mahlzeit am Tag richtig isst und wir aus diesem Kreislauf rauskommen.
​Liebe Grüße!
andallthatjazz
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Re: Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von andallthatjazz »

Da wirst du hier bestimmt einige Mamas finden, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Meine Große hat erst mit deutlich über 2 1/2 "richtig " gegessen, im 2. Lebensjahr gab es nur wenige Momente, wo sie nicht direkt alles wieder erbrechen musste (wenn sie es überhaupt in den Mund genommen hat). Der Eisenwert wurde leider erst nach dem 2. Geburtstag kontrolliert, obwohl wir Eltern da über ein Jahr drauf gedrungen haben. Da war sie dann schon deutlich anämisch, jedoch hat sich das dann unter Substitution auch rasch gebessert. Appetit hat sich davon dann trotzdem unabhängig entwickelt, jedoch ist sie mittlerweile auch als autistisch diagnostiziert und Essen immer noch im Allgemeinen schwierig. Das ist also sicher auch ein spezieller Fall, eine Kontrolle vom Eisenspeicher macht aber sicherlich immer Sinn, wenn nach dem 1. Lebensjahr kaum gegessen wird.
Was bietet ihr denn an? Am besten funktionieren hier wenige, aber voneinander getrennte Komponenten.
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Mondenkind
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Re: Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von Mondenkind »

DAs ist sicher sehr belastend.

Wie ist denn die GEwichtsentwicklung, was sagt eure Kinderärztin?
Lottilin hat geschrieben: 12.01.2026, 16:03 ​Die Eisenwerte habe ich bisher noch nicht kontrollieren lassen – das wäre vielleicht ein nächster Schritt, falls es gar nicht besser wird.
Das würde ich als erstes Mal machen lassen.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Valeska
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Re: Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von Valeska »

Meine erste Tochter war auch eine schlechte Beikostesserin, ich weiß noch, wie genervt ich zum ersten Geburtstag war - und froh, die Verantwortung zu dem Zeitpunkt dann erstmal an meinen Mann abgeben zu können (ich Wiedereinstieg Vollzeiterwerbsarbeit, er Elternzeit).
Kurz darauf wurde bei ihr dann tatsächlich ein Eisenmangel festgestellt. Außerdem ging die Kita Eingewöhnung los (ergo nach einer Weile dann Mahlzeiten außer Haus, ihr ein Fläschchen mitzugeben wurde uns angeboten, haben wir abgelehnt). Es entspannte sich dann. Irgendwann so mit eineinhalb oder so aß sie dann besser, genauer weiß ich es gar nicht mehr.
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Re: Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von Sommermama2017 »

Wenn du eh schon an die Eisenwerte denkst und Mondenkind empfiehlt das ja auch, dann mach das doch.

Ansonsten hat es bei unseren erst so mit 14 Monaten angefangen mit "mehr essen". Die Stillhäufigkeit hat sich bei der Großen erst so mit 1,5 reduziert, davor min. alle 1-2 Stunden.
Wie sieht es mit den Backenzähnen aus? Ich hatte das Gefühl, dass es bei uns ein bisschen mit der Essenslust zusammenhing.
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
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GemeineEsche
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Re: Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von GemeineEsche »

Also was bei uns ganz gut geholfen hat war tagsüber ständig Essen zur freien Verfügung zu bieten und Stillen streng aufs Bett zu reduzieren.

Also bei Stillwunsch: ja, aber nicht hier kurz beim Spielen sondern wir machen das ganz in Ruhe und gehen in einen anderen Raum, ohne zappeln und Mama will bequem liegen.

Essen: ich hab immer Snackteller gemacht mit Obst, Gemüse und solchen Maisflips oder paar Reiswaffeln oder sowas, das hab ich auf erreichbare Höhe gestellt zum Beispiel einen Stuhl oder Hocker und das Kind durfte jederzeit nehmen auch beim Spielen nebenher.

Ich habe auch lange keine Entwicklung bemerkt aber irgendwann wurde stillen dann doch plötzlich vergessen wenn wir unterwegs waren und einen vollen Tag hatten.
Kleine 02/21
Kleiner 06/23
sutnahpele
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Re: Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von sutnahpele »

GemeineEsche hat geschrieben: 12.01.2026, 21:25 Essen: ich hab immer Snackteller gemacht mit Obst, Gemüse und solchen Maisflips oder paar Reiswaffeln oder sowas, das hab ich auf erreichbare Höhe gestellt zum Beispiel einen Stuhl oder Hocker und das Kind durfte jederzeit nehmen auch beim Spielen nebenher.
Ich richte heute noch frei verfügbare Teller mit Obst, Gemüse, Nüssen, Butterbroten u.ä., wenn meine Kinder aus der Schule kommen. Gerade mein drittes Kind isst oft nichts zu den Mahlzeiten, egal ob sie vorher was zu essen hatte oder nicht und ist dann dementsprechend schlecht drauf, wenn der Magen leer ist. Oft ist sie zu hungrig, um zu essen. Das war als Kleinkind schon so, dass ich ihr bei starkem Hunger Essen direkt an die Lippen halten musste, damit sie es isst. Wenn der größte Hunger gestillt war, hat sie sich dann selbst was genommen.
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Re: Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von Schlumpfine32 »

Lottilin hat geschrieben: 12.01.2026, 16:03 Hat jemand konkrete Tipps, was man in so einer Situation noch machen kann?
Außer entspannt beiben eher nicht. Mein Freund ist zu der Zeit komplett durchgedreht vor Sorge.

​Hat es bei jemandem geholfen, das Stillen tagsüber radikal zu reduzieren, oder hat das nur zu mehr Frust geführt?
Wir haben das gemacht (weil ich Vollzeit arbeiten war und der Mann in Elternzeit) und das hat dazu geführt dass das Kind nachts dauergenuckelt hat.
Wann ist bei euren „Spätzündern“ endlich der Knoten geplatzt?
Gemeinsames Essen in der Kita war hier der Gamechanger. Abends wars trotzdem meistens kaum etwas. Aber Mittagessen in der Kita klappe dann immer besser.
Ich bin für jeden Ratschlag und jede Erfahrung dankbar. Ich möchte einfach nur, dass er endlich mal eine feste Mahlzeit am Tag richtig isst und wir aus diesem Kreislauf rauskommen.
​Liebe Grüße!
Kann ich gut verstehen. Das st auch anstrengend. Ich bin tatsächlich nicht so die Snack-Mum und habe auch nicht so Lust ständig halbe Obstteller Reste zu essen. Aber 13 Monate war hier auch Peek-scheiße. Danach wurde es langsam besser und jetzt mit 3 ists kein Problm mehr.
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LittlePolarbear
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Re: Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von LittlePolarbear »

Hey Lottilin,

bist du denn tagsüber bei deinem Kind oder wird es von wem anders betreut?

Mein Großer hat sehr lange nicht richtig gegessen und erst mit ca. 9 Monaten überhaupt Beikost zu sich genommen, obwohl wir ihm auch ab 6 Monaten alles mögliche angeboten haben (BLW, selbstgekochten und gekauften Brei). Mit 14 Monaten hat er auch noch hauptsächlich gestillt, was mit im Bezug auf die Betreuung bei der Tagesmutter ziemlich Sorgen gemacht hat. Als er dann aber dort betreut wurde, hat er dort auch normale Mengen gegessen. Zuhause hat er noch eine ganze Zeit lang Stillen über feste Nahrung präferiert und eher kleine Mengen gegessen.
Eisen wurde bei ihm leider nicht getestet (hatte da mal nachgefragt als er 9 Monate alt war, kurz bevor er dann doch anfing sehr kleine Mengen zu essen). Er war aber auch recht kräftig, hatte ein gutes Geburtsgewicht und wurde erst nach auspulsierter Nabelschnur abgenabelt. Er hatte also keine Risikofaktoren für einen Eisenmangel.
Auf welcher Perzentilen entwickelt sich dein Kind? Gab es da Auffälligkeiten? Hast du schon mit eurer Kinderärztin darüber gesprochen?
mit dem nicht mehr so kleinen Bär (2018) und dem Minibär (2025) + zwei Bonustöchtern (2008 & 2011)
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Re: Beikost mit 14 Monate extrem schwierig

Beitrag von LittlePolarbear »

Ach zu deinen Fragen: Wir haben nichts weiter unternommen gehabt. Einfach immer wieder angeboten und er saß ja auch bei unseren gemeinsamen Mahlzeiten dabei. Beim Stillen habe ich damals auch nicht verändert.
Übrigens isst er inzwischen sehr unkompliziert, probiert gerne neue Gerichte und mag sogar Spargel, Oliven und Currys (mochte ich als Kind überhaupt nicht😅). Damit will ich nur sagen, dass es nicht unbedingt so bleiben muss.
mit dem nicht mehr so kleinen Bär (2018) und dem Minibär (2025) + zwei Bonustöchtern (2008 & 2011)
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