Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Austausch, Rezepte und Erste Hilfe für die Ernährungsumstellung bei Zöliakie, Milcheiweißunverträglichkeit, Lactoseintoleranz, etc.

Moderator: britje

fragolapopulare
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Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von fragolapopulare »

Gestern war meine Schwester zu besuch, worüber ich mich sehr gefreute habe. Ich wusste, dass sie eine Lactose-Unverträglichkeit hat und war darauf eingestellt - nun kam sie aber an und berichtete, es seien eine Fructose- und eine Gluten-Unverträglichkeit dazugekommen.

Ich hätte das natürlich gerne vorher gewusst, an der Kaffeetafel war im grunde dann nur der allerletzte verbliebene Zimtstern für sie geeignet...
Beim Abendessen hatten wir mehr Glück, es gab Entenbrust mit Kartoffelklößen und Gemüse, das konnte man hinkriegen, indem ich doch kein Bier an die Soße getan habe und darauf verzichtet habe, Zwiebeln und Gelbe Rüben zu karamellisieren. Lecker war's trotzdem und ich war erleichtert, dass das was für sie war (auch zum satt essen). Zitronen- und Orangensorbet war dann in kleinen Mengen OK für sie, aber eigentlich würde ich Orange in puncto Fructose auch eher kritisch einschätzen?

Vor lauter Kindertrubel konnte ich nicht wirklich detailliert nachfragen, was dahintersteckt. In letzter Zeit hatten wir in unseren Gesprächen andere Themen, Hausbau, Umzug, die alten Eltern, Beruf, so was eher. Ich weiß nur, dass sie im letzten Urlaub die ganze Zeit Durchfall hatte, und dann glutenhaltige Produkte weggelassen hat. Ob und wie das offiziell getestet wurde, weiß ich nicht. Die ganzen Unverträglichkeiten kommen on top zu einer Insulinresistenz und starkem Übergewicht, das sie (auch wegen der Insulinresistenz) seit Jahren versucht anzugehen, aber es nicht hinkriegt. Im Gegenteil, es wird eher schlimmer. Das führt leider auch zu einer gewissen Ärzteabneigung, weil viele immer nur das Übergewicht sehen und empfehlen, erst mal abzunehmen. Ich sage seit langer Zeit, dass sie mal dringend zum Endokrinologen sollte, aber sie sagt, an ihrem Wohnort sei es aussichtslos, einen Termin zu bekommen. Rhein-Main-Gebiet, ich kann das gar nicht glauben. Wenigstens mit etwas Wartezeit...

Zum einen mache ich mir natürlich Sorgen, zum anderen möchte ich beim nächsten Mal besser auf die Unverträglichkeiten eingestellt sein. Hat jemand Tips z.B. für Kuchen, Nudelalternativen (wir kochen für uns sehr viel Pasta...), o.ä.? Gibt es Gemüse- und Obstsorten, die man besser meiden sollte?
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Re: Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von Jadzia »

Wir essen überwiegend vegan und völlig glutenfrei.

Das ist am Anfang etwas knifflig, aber sonst gut machbar.
Ich finde zum Beispiel veganen Skyr gut zum Backen.
Milchprodukte laktosefrei gibt es inzwischen in Hülle und Fülle.

Mit Fruktose kenne ich mich leider nicht aus. Würde grundsätzlich aber mal in Vegane Kochbücher schauen
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Jadzia
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Re: Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von Jadzia »

Nudeln von Barilla sind sehr gut.
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Elena
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Re: Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von Elena »

fragolapopulare hat geschrieben: 27.12.2025, 11:31Gibt es Gemüse- und Obstsorten, die man besser meiden sollte?
Ich denke, es kommt darauf an, was sie genau hat und wie ausgeprägt. Ich habe eine Freundin, die an Gemüse vor allem Spinat, Pilze und Salat essen kann, auf keinen Fall Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch. An Obst geht nur Papaya. Im Zusammenhang mit Gluten- und Lactoseunverträglichkeit ist das schon doof, wenn man dann noch kein Fleisch isst, erst recht. Ich würde sie fragen, was sie mag.
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Dorkas
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Re: Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von Dorkas »

Ich habe eine Freundin, die an einer Darmerkrankung leidet und nur sehr ausgewählte Sachen essen kann. Wenn sie zu Besuch kommt, frage ich vorher, was sie problemlos verträgt, und aus dieser Auswahl stelle ich dann ein Gericht zusammen. Das schicke ich ihr immer vorab nochmal, damit sie ihr OK geben kann. So passt es eigentlich immer für alle gut. Und man kann ja irgendwelche Extras für die anderen noch separat dazustellen, wenn man möchte.
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Re: Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von mäuschenmama »

Oh je, eine fiese Kombi!:/

Hier ja keine Glutenunverträglichkeit, aber Fructose, Lactose und dazu zahlreiche Allergien und seit den ganzen Antibiosen im letzten Jahr geht auch irgendwie keinerlei Getreide mehr als Grieß oder Vollkornmehl. Ich gebe quasi eine "das geht"-Liste bekannt und/oder bekomme Rezepte geschickt und schau, was geht, was wie ersetzt werden kann usw.. 😬 In den Nähferien bekomme ich nicht grundlos den Topf "mit nichts" und würze dann meist selbst mit dem wenigen, was sicher geht. Ich habe auf Hochzeiten schon eigene Brotzeit ausgepackt, damit Ich sicher ohne unerwünschte oder gar gesundheitlich kritische Reaktion durch die Feier komme.
Ich finde es ehrlich erstaunlich, dass deine Schwester im Vorfeld nichts gesagt hat. Ja, ich weiß, man will den Gastgebern nicht noch mehr Arbeit machen, deshalb bringe ich nach Rücksprache dann oft einfach selbst etwas mit. Aber das Risiko wäre mir an ihrer Stelle zu hoch gewesen, die folgenden Stunden (oder länger beim Gluten) mit Beschwerden zu kämpfen oder nichts essen zu können.
Viele denken ja gar nicht dran, was z.B. in Gewürzmischungen so alles enthalten ist. Dann ist zwar keine Zwiebel im Essen, aber halt doch Zwiebelpulver in der Gewürzmischung oder kein frischer Sellerie in der Suppe, aber daran, dass der im fertigen Brühwürfel ist, denkt man halt nicht, wenn es keine gesundheitliche Relevanz für einen hat.
(Der Sellerie in der Suppe wurde mir u.a. im Krankenhaus serviert trotz Bekanntgabe aller Intoleranzen und Allergien. Aber gut, andere Geschichte, im Krankenhaus versorge ich mich bis auf das Frühstück mittlerweile selbst, da wurde mir schon zu viel gesundheitlich Kritisches serviert.)

Ich bin auch klar für: Sie soll dir aufschreiben, was gut geht. Ich konnte lange zum Beispiel nur das Frussno-Ketchup essen, weil winzige Mengen bestimmter Inhaltsstoffe anderer Ketchup-Sorten Beschwerden gemacht hsben. Früher ging lange Zeit überhaupt kein Saft, mittlerweile Apfel-, Orangen- oder Traubensaft in bestimmten Mengen usw.
Ich weiß, es ist anstrengend als Betroffene das alles aufzuschreiben und weiterzugeben, aber letztlich ist es doch gut, eine solche Liste zu führen. Es ist einfach so individuell, gerade bei der Fructose. Bei Lactose gibt es ja mittlerweile viele lactosefreie Produkte, wie Jadzia schon geschrieben hat. Oder sie nimmt für das Essen bei euch dann diesbezüglich eine Lactase-Tablette ein. So mache ich es z.B. bei Torten wie heute bei den Schwiegereltern. Damit vertrage ich die Sahne bzw. den Joghurt. Mittlerweile kann ich auch wieder normalen Haushaltszucker zu mir nehmen, vorher ging lange nur Dextrose in Kuchen und Co., wenn da Orangen, Mandarinen oder auch Himbeeren mit drauf waren.

Vermutlich muss sie sich selbst erst durchprobieren?

Du kannst online zumindest Listen finden mit besser und weniger geeigneten Lebensmitteln. Ganz grob: Ist mehr Dextrose als Fructose enthalten, sind diese Lebensmittel für gewöhnlich besser verträglich. Aber jeder Körper reagiert so unterschiedlich. Zwiebeln und Knoblauch sind fructosstechnisch z.B. für mich echt der Endgegner nach Sorbit(ol), was oft in Süßigkeiten oder auch Arzneimitteln enthalten ist. Mein Körper brauchte eine sehr strikte Karenzphase und dann langsames Rantasten, welche Lebensmittel in welcher Menge verträglich sind.
Liebes Grüßle, mäuschenmama

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Pelufer
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Re: Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von Pelufer »

Für Fructose und Histamin gibt es diverse Apps, die dir helfen können die einzelnen Zutaten, die für deine Schwester gut verträglich sind zu finden.
Ich finde es immer gut, wenn die Komponenten eines Menüs einzeln zusammen gestellt werden können. Also zB Kartoffeln, Erbsen, Möhren getrennt voneinander gegart.
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Re: Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von Sabina »

Ich würde wohl bei ihr um eine Liste bitten mit möglichen Nahtungsmitteln/Komponenten und dann einzeln kochen. Vorstellen könnte ich mir z.B. (glutenfreie) Spaghetti mit verschiedenen Saucen (diverse Sorten Pesto sollten für deine Schwester gehen, die restlichen Gäste könnten dann ja z.B. zusätzlich noch Gorgonzola, Tomate oder Bolognese dazu haben), Grillfleisch/Braten mit Kartoffeln/Reis und Gemüse, Risotto mit Spargel, Fenchel, Trüffel o.Ä., Fisch auf Lauchbett aus dem Ofen mit Süsskartoffelschnee…
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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Re: Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von fragolapopulare »

Das mit der Liste ist eine gute Idee. Auch für Besuche bei meinen Eltern, meine Mutter ist da selektiv schwerhörig, wenn sie ihre Gewohnheiten ändern muss oder denkt, sie weiß es selbst besser :roll:

Lactose und Fructose sind getestet. Beim Gluten bin ich mir nicht sicher, könnte auch sein, dass sie das aus eigenem Antrieb weglässt.

Die Lactose-Unverträglichkeit ist für mich am greifbarsten. Es gibt viele Ersatzprodukte, Lactase, etc. Was das Gluten angeht, scheint es zumindest nicht so schlimm zu sein, dass in der Küche überhaupt keine glutenhaltigen Produkte verwendet werden dürfen. Die Fructose finde ich für mich am schwersten einschätzbar. Nr. 1 und ich bekommen von Sorbitol Durchfall, das ist nun relativ einfach wegzulassen, indem man Zutatenlisten studiert, aber bei Fructose muss ich mich einfach mal einlesen. Wir verwenden selbst so wenige bereits verarbeitete Lebensmittel wie möglich, aber alles frisch zu machen, bekommen wir aus Zeitgründen auch nicht hin. Ketchup, Mayo, Brot, Sahnehering (mmmhh), etc. Der Tip mit der App ist super, danke! Für die Besuche bei uns ist ja denkbar, auf Süßes zu verzichten (ich stehe selbst nicht so auf Kuchen, mir ist dann im Zweifel ein Wurstbrot lieber :lol:) , aber Zucker (auch natürlicher) ist eben in vielen Produkten, auch Gemüse, etc. enthalten.

Fleisch isst sie, das macht es etwas leichter. Spontan würde ich dennoch in richtung entzündungshemmende Mittelmeerküche denken. Das mache ich für uns zunehmend, weil ich selbst u.U. eine Auto-Immunerkrankung habe, bei der Entzündungen ein Problem sind. Bloß die Pasta, die esse ich einfach echt gerne... Tomatenverträglichkeit klären wir einfach mal (Liste). Asia-Küche kann ich mir eigentlich auch gut vorstellen, allerdings scheint da ein Problem zu sein, dass in vielen Sojasoßen, die man bei uns bekommt, Weizen drin steckt. Aber alleine, dass man sensibilisiert ist.
Liebe Grüße, Fragola mit Mini Nr. 1 03/2018 und Mini Nr. 2 10/2022
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Re: Lactose-, Fructose- und Glutenunverträglichkeit - was kann ich meinem Besuch anbieten?

Beitrag von Kaba »

Ich find es ehrlich gesagt krass, wie viele Gedanken du dir machst dafür, dass deine Schwester dir gar nicht vorher Bescheid gesagt hat und du die Ausprägungen gar nicht genau kennst. Also klar achte ich auch darauf, dass meine Gäste was zu Essen finden bzw. das Essen entsprechend angepasst ist. Aber z.B. Fructose-Unverträglichkeit kann, wie oben schon genannt, halt sehr vieles bedeuten. Bei den anderen Sachen ähnlich. Kann es sein, du traust das deiner Schwester selber nicht so recht zu und willst ihr, wenn sie zu Besuch ist, eher aufzeigen was sie alles essen könnte? Überlies es, falls das ein falscher Eindruck war. Falls was dran ist, biete ihr doch an, dass ihr euch mal zusammen setzt und überlegt, was sie wohl gut verträgt und dann zusammen einkauft und kocht? Ich habe meine Schwester auch mal zur Ernährungsberatung begleitet (auch Fructose, sie kann inzwischen wieder alles essen) und sie fand es, glaube ich, hilfreich, da noch jemand zu haben, der mithört. Vielleicht wäre das für deine Schwester auch was?
Kaba mit Milchmädchen (09/19) und kleiner Vorfreude (6/22)
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